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  1. #1

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    zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Liebe B-freinds,

    ich befinde mich in einem moralischen Dilemma. Ich bin seit einiger Zeit dabei, mich aus einer festen Position zu bewerben, ich will unbedingt in meine Heimatstadt (Berlin) zurück. Es war echt schwer, nun klappte es endlich mit einem Angebot, ich habe mündlich zugesagt und schon den Vertrag zur Unterschrift bekommen.

    Parallel lief ein anderer Prozess, auch in Berlin, da geht es um wesentlich mehr Geld (15k EUR brutto ist der Unterschied) und der Anfahrtsweg ist nicht so lang und ich hätte eine Leitungsposition. Beide Stellen sind von den Aufgaben her unterschiedlich, aber beide interessant. Mein Problem ist: die zweite Firma will auch ein Angebot machen und ich habb der ersten schon mündlich zugesagt. Mich reizt schon das mehr Geld, nur ich habe irgendwie Skruppel, jeztz bei der ersten abzuspringen...So blöd, aber ich bin alleinstehend und muss sehen, wo ich auch finanziell bleibe. Das erste Angebot ist durchaus auch finanziell sehr gut, keine Frage.

    Ich kriege irgendwie Bedenken, weil ich aus einer Leitungsposition ungern in eine "einfache" Position wechseln würde. Auf der anderen Seite: ich fühle mich irgendwie moralisch dem ersten Unternehmen verpflichtet, wenn ich schon mündlich JA gesagt habe. Aber noch ist nichts unterschrieben.

    Ist es moralisch vertretbar, dann doch abzuspringen und das zweite Angebot anzunehmen? Was denkt ihr darüber? Bin ich zu gierig, drehe ich durch :)) Bin dankbar für eure Gedanken! Gruss. Thelma

  2. #2

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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Eindeutig: Ja!

  3. #3
    Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Ich würde das zweite Angebot abwarten, bis es schriftlich vorliegt und dann dort unterschreiben, wenn der Job besser ist und mehr Geld bringt.

    Und dann dem ersten Unternehmen absagen und auch offen sagen, dass du ein wesentlich besseres Angebot bekommen hast, dass du nicht ausschlagen konntest. Wie du richtig sagst, du hast noch nicht unterschrieben. Ist zwar doof, aber nicht zu ändern.
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  4. #4

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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Mündlich zugesagt heißt noch gar nix.

    Meinem Schwager wurde auch was zugesagt... Bis der Vertrag unterschrieben werden sollte, direkt vor Dienstantritt, war es nicht nur eine andere Firma im Konzernverbund, sondern von 1750 auf 1570... von 35 Stunden auf 40... und wegen Hartz IV blieb ihm gar nix anderes übrig als zu unterschreiben.

    Wie den ganzen anderen Kandidaten auch.

    15.T EUR mehr, Leitungsposition und näher zur Wohnung... wenn der Rest auch noch stimmt, gibt es nichts mehr zu überlegen.

  5. #5
    Avatar von Lebensliebe
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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Auf jeden Fall -ja!!

    Keine der Firmen hätte Bedenken, die noch vor Antritt wieder zu kündigen, wenn aus welchem Grund auch immer die Stelle wieder gestrichen würde.

    Ich würde nur verscuchen, die Unterschrift unter den ersten Vertrag so lange rauszuzögern, bis das andere Angebot da ist. Dann mußt du vielleicht gar nicht mehr aus dem ersten Vertrag raus, denn er ist ja erst geschlossen, wenn du unterschrieben hast.
    Der Sinn des Lebens ist das Glück.
    Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.

    Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe-?

  6. #6

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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Zitat Zitat von Lebensliebe Beitrag anzeigen
    Ich würde nur verscuchen, die Unterschrift unter den ersten Vertrag so lange rauszuzögern, bis das andere Angebot da ist. Dann mußt du vielleicht gar nicht mehr aus dem ersten Vertrag raus, denn er ist ja erst geschlossen, wenn du unterschrieben hast.
    Das ist ja nun ein weit verbreiteter Irrtum. Auch ein mündlicher Vertrag ist selbstverständlich ein gültiger Vertrag.

  7. #7
    Avatar von Lebensliebe
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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Zitat Zitat von eos-01 Beitrag anzeigen
    Das ist ja nun ein weit verbreiteter Irrtum. Auch ein mündlicher Vertrag ist selbstverständlich ein gültiger Vertrag.
    Da würde ich die TE nicht auf eine falsche Fährte locken. Wenn der Vertrag schriftlich mit Arbeitgeberunterschrift vorliegt, erwartet der künftige Arbeitgeber, dass sie die Annahme des Vertrages durch Unterschrift bestätigt. Solange sie dieses nicht schriftlich bestätigt, kann der künftige Arbeitgeber kaum beweisen, dass sie den Vertrag tatsächlich angenommen hat. Ein "ja" am Telefon oder auch ein "ja" im letzten persönlichen Gespräch mag in der formaljuristischen Theorie zu einem Vertrag führen (Vertragsrecht 1. Semester ohne Praxiserfahrung).

    In der Praxis dürfte das aber kaum relevant sein - jedenfalls nicht in den Unternehmen, die rechtzeitig vor dem ersten Arbeitsbeginn einen schriftlichen Vertrag zusenden und dessen Gegenzeichnung erwarten. Ich habe jedenfalls in 25 Jahren Arbeitsrecht in Theorie und Praxis keinen Arbeitgeber erlebt, der so vorgegangen wäre. Abgesehen davon wäre sogar ein Zustandekommen irrelevant. Dann kündigt sie eben wieder. Und sollte eine Kündigung vor Vertragsbeginn ausgeschlossen sein, läßt sie sich krank schreiben und geht nicht hin.

    Also - dein Einwand ist aus meiner Sicht ein theoretischer. Im praktischen Leben hat die TE keine Probleme, solange sie nicht unterschreibt. Sogar wenn sie unterschreiben würde, käme sie sehr einfach aus dem Vertrag wieder raus.
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  8. #8

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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Möglicherweise ist es nicht besonders praxisrelevant - aber ein Blick in die einschlägigen Gesetzeskommentare zeigt, dass solche Dinge durchaus vorkommen.

    Die Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt meines Wissens 2 Wochen, falls im Tarifvertrag nicht anders vorgesehen. Irgendwie blöd wenn man schon zur gleichen Zeit einen anderen Job zugesagt hat. Das Beweisproblem ist für das Unternehmen relativ gering, wenn - wie so oft - die Gespräche mit dem Abteilungsleiter und dem Personaler geführt werden.

    Fakt ist, dass unser Rechtssystem auf dem Prinzip "pacta sunt servanda" aufbaut und daher Rechtsfolgen für nicht eingehaltene - auch mündlich geschlossene - Verträge vorsieht. Wenn eine Arbeitsstelle trotz Zusage nicht angetreten wird kann das sogar Schadenersatzansprüche des Unternehmens begründen für neuerliche Inserate, teuere "Zwischenlösungen" durch Mietpersonal usw.

    @ Thelma - verstehe mich bitte nicht falsch. Ich denke nicht, dass dir das Unternehmen, dem du die mündliche Zusage gemacht hast, Probleme machen wird. Kein Unternehmen hat ein Interesse daran jemanden einzustellen und einzuschulen der den Job eigentlich nicht will.

    Mir ging es nur darum klarzustellen, dass ein Vertrag eben nicht erst dann geschlossen wurde wenn er auch unterschrieben ist.

  9. #9

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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Hier noch mal die Fragestellerin.

    Eine Vertragsstrafe ist nicht drin, es ist eher so, dass ich schon durchaus Schuldgefühle habe. Es ist ein gutes Angebot, aber die lange Anfahrt (1 Stunde 15) und eben das Gehalt spielen schon eine Rolle. Ich glaube, es geht eher darum, dass frau, wie so oft, immer denkt, sie ist dem Arbeitgeber verpflichtet, und begreift nicht, dass es eben ein ArbeitsMARKT ist, wo frei gehandelt werden kann. Ich wollte so lange nach Berlin, und es war so schwierig, ein anständiges Gehalt zu finden, dass ich sagte, ok, die Anfahrt nehme ich in Kauf. Nur: jetzt kam eben was besseres, überraschend. Und da fängt man natürlich an, zu vergleichen.

    Ich will auch nicht absurde Begründungen für die mögliche Absage erfinden, sondern würde, wenn, dann die Karten auf den Tisch legen und sagen, ich habe ein Angebot bekommen, das ich nicht ablehnen konnte.

  10. #10
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    AW: zwei Job-Angebote/ moralisches Dillemma

    Nimm das bessere Angebot!

    Echt, wir Frauen sind manchmal so doof....

    Glaubst Du, die Firma würde eine Sekunde überlegen, Dich wieder abzuservieren, wenn sie überraschend doch noch einen besseren Kandidaten fänden??

    Ist mir vor Jahren mal passiert, ich hatte eine mündliche Zusage und hab mich gefreut wie Bolle, nach ein paar Tagen kam ein Anruf, sie hätten doch jemand Besseres...

    Ich hätte nicht den geringsten Skrupel. Ich würde absagen mit der Begründung, Du hast ein besseres Angebot bekommen. Ende.

    Allerdings würde ich warten, bis Du bei der anderen Firma den Vertrag unterschrieben hast.

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