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  1. #1

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    Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Hallo,

    ich bin gerade völlig am Ende, müde, erschöpft und einfach nur fix und fertig.
    Ich bin verheiratet und habe zwei pubertierende Kinder. Sowohl meine Mann, als auch ich haben immer voll gearbeitet. Im letzten Jahr bin ich an Brustkrebs erkrankt, arbeite nach 1 Jahr Behandlung (Chemo, Bestrahlung, Operationen) wieder voll. Aber irgendwie schaffe ich das alles nicht mehr. Ich habe einen neuen Job, lange arbeiten, den ganzen Tag absolute Aufmerksamkeit. Früher wurde mir das nur selten zu viel, jetzt hat der Tag für mich einfach zu wenig Stunden.

    Ich will die verringerte Leistungsfähigkeit nicht auf die Erkrankung schieben. Natürlich hatte ich während der Zeit, die ich zu Hause war, viel Zeit für mich, meine Hobbys, die Kinder und den Haushalt. Aber wenn ich mich umsehe, scheinen so viele Frauen das mit der zusätzlichen 40-Stunden-Woche toll zu meistern... Es deprimiert mich so, dass ich das nicht mehr hinkriege.

    Ich würde so gerne weniger arbeiten, aber zum Einen finden sich kaum geeignete Teilzeitstellen, zum anderen bin ich die Hauptverdienerin.
    Gibt es Vollzeitarbeitnehmerinnen, die auch noch Kinder haben und ohne Hilfe alles schaffen? Oder ist das alles nur Schein?

    Ich bitte ausdrücklich um ehrliche Meinungen und Kommentare!

    Viele Grüße

  2. #2

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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Hallo Superstar,

    ich hoffe mal, ich setze mich hier nicht in die Nesseln, denn Krebs kenne ich bisher nur als Angehörige und nicht als Betroffene. Ich kann dir hier nur meinen Eindruck schildern.
    Niemand meiner betroffenen Angehörigen hat nach seiner Chemo eine 40-Stunden-Woche durchgehalten, und wenn, dann nur für kurze Zeit. Sie hatten die Kraft nicht mehr.
    Bist du sicher, dass deine verringerte Leistungsfähigkeit nichts mit deiner Erkrankung zu tun hat?
    Es empfinden auch schon gesunde Menschen das Pensum, das du hier schilderst, oft als anstrengend.

    Du schreibst "ohne Hilfe alles schaffen" - inwiefern bringt sich denn dein Mann momentan ein? Ist er dir keine Hilfe?

  3. #3

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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Mit Hilfe meine ich eine Haushaltshilfe o. ä. Mein Mann macht schon viel,aber da wir ein großes Haus und Garten haben, hat er da schon viel zu tun.

    Ich empfand mich immer als unheimlich stark und voller Energie. Auch während der Behandlung habe ich mich zusammen gerissen und viel gemacht. Alle waren überrascht, weil ich überhaupt nicht so krank aussah (außer dem Haarverlust natürlich).
    Mit dem Ende der Krankschreibung wollte ich auch nicht mehr krank sein. Daher habe ich auch erwartet, dass ich das schaffe wie bisher.

  4. #4
    Avatar von greta1
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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Wenn Du die Hauptverdienerin bist, dann kann evtl. Dein Mann Stunden reduzieren und Dir den Haushalt und die Kinder abnehmen?

    Ich schließe mich Killeshandra an: Die Krebs-Überlebenden, die ich kenne, schaffen alle keinen Ganztagsjob mehr.
    Zähl mal bis zehn, ich brauch 'ne Stunde Ruhe.

  5. #5

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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Mir wurde immer der Eindruck gegeben, dass es normal ist danach wieder voll zu arbeiten. Weiß jemand, ob ich ein Recht auf Teilzeitstellen habe? Ich kenne nur die Regelung, dass man nach einem halben Jahr Teilzeit beantragen kann. Aber das wäre noch echt lange...
    Finanziell wären 30 bis 35 h schon möglich.

    Mein Mann kann leider nicht reduzieren, die Firma hat zu wenig Leute.

  6. #6
    Avatar von fritzi72
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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Hast Du von 0 auf 100 wieder angefangen?
    Oder eine Wiedereingliederung (s. hier Stufenweise Wiedereingliederung) gemacht?
    Auf die müsstest Du eigentlich Anspruch haben
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  7. #7

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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Ich habe gleich wieder mit 40 h angefangen. Alles andere erschien mir wegen der dann notwendigen Abstimmerei mit meiner Vertretung zu umständlich. Allerdings habe ich anfangs meinen Resturlaub genutzt und dann nur 3 bis 4 Tage pro Woche gearbeitet.

  8. #8
    Avatar von fritzi72
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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Zitat Zitat von Superstar35 Beitrag anzeigen
    Ich habe gleich wieder mit 40 h angefangen. Alles andere erschien mir wegen der dann notwendigen Abstimmerei mit meiner Vertretung zu umständlich. Allerdings habe ich anfangs meinen Resturlaub genutzt und dann nur 3 bis 4 Tage pro Woche gearbeitet.
    Vielleicht kannst Du Dich bei Deinem Arzt oder der Krankenkasse fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Wiedereingliederung nachzuholen?
    Ev nach einer erneuten Krankschreibung?

    Ich denke, sie ist ein gutes Mittel, um zu sehen, wie belastbar man ist und sich langsam wieder einzugewöhnen.

    Eine Kollegin hat dieses Jahr nach einer Krebserkrankung über eine Wiedereingliederung erst 2 h täglich, dann lange Zeit 4 h gearbeitet, um jetzt auf 6 h umzusteigen, sie hat öfter gesagt, dass ihre Belastbarkeit noch für keinen ganzen Tag ausreicht.

    Ich verstehe, Deinen Wunsch, auch in dieser Hinsicht gesund zu sein, aber Du brauchst vielleicht noch Zeit?
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  9. #9
    Avatar von animosa
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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Oh je.

    Nein, Vollzeit arbeiten ist nicht einfach. Diese Meinung teile ich gar nicht! Ich habe auch immer Vollzeit gearbeitet bis vor Kurzem und mir fiel es nie leicht. Ich habe ein Kind dabei groß gezogen und mein Mann erledigt zu gleichen Teilen die Hausarbeit.

    Es gibt ein Recht auf Teilzeit gemäß Teilzeitarbeitsgesetz. Ein paar Bedingungen sind daran zwar geknüpft, aber diesbezüglich lohnt sich Hartnäckigkeit. Ich habe auch eine Weile diplomatisch agiert und es dann durch gesetzt.

    Ich würde schon auch die Gesundheit mehr in den Fokus rücken. Diese sollte erste Priorität haben. Dass du keine Wiedereingliederung in Betracht gezogen hast, ist kein gutes Zeichen!
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  10. #10
    Avatar von Marta-Agata
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    AW: Arbeit, Familie, Haushalt - wie macht ihr das nur?

    Zwei Kinder, zwei volle Berufstätigkeiten, großes Haus und Garten - das ist viel, selbst für ganz Gesunde.
    Und die Frage ist dann ja auch "wozu?", wenn du dann fix und fertig bist.

    Warum darf es keine Hilfe für den Haushalt sein? Oder für den Garten?

    Sind denn die Möglichkeiten zu "simplify your life" ausgeschöpft?
    Vielleicht hast du dir in der Zeit, als du mehr Zeit hattest, so manches angewöhnt, was zwar schön, aber nicht durchzuhalten ist?

    Kann das Kochen vereinfacht werden, ein Saugroboter angeschafft, können die Teenager mehr übernehmen, der Garten einfacher angelegt werden, ... ?

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