+ Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 35
  1. #1
    Hann
    gelöscht

    Ich bin der Depp vom Dienst

    und mir reichts.

    Selbst die neuen Mitarbeiter wissen schon, wer die doofe Arbeit erledigt, die keiner machen will oder wer immer da ist, weil alle anderen gleichzeitig in den Urlaub gehen: Ich.

    Und eigentlich arbeite ich auch gern viel, ich überlege mir auch gerne was, was uns allen im Team helfen könnte. Und verwendet wird es auch. Ja angeblich wird ja meine Arbeit geschätzt...aber wer hat immer noch das gleiche Gehalt, wer bekommt nie eine Antwort und mit wem führt man keine Verhandlungen sondern gibt Befehle und wer muss um Veränderungen bitten während die anderen Angebote erhalten?...

    Ich weiß, ich bin selbst schuld. Schließlich setzte ich meine vielfältigen Interessen auch gerne ein - und da kommen dann Sachen raus, die man nicht erwartet. Weils für mich aber nicht so ein großes Ding ist, hab ichs nicht so mit Selbstmarketing. Gut, jeder weiß trotzdem, dass ich das war. Dafür gibts dann nette Worte und Delegationen während die Kollegen gerne mal sagen, wie viel sie zu tun haben, und die erhalten dann Unterstützung und dürfen/können delegieren. Unterstützung für mich sind befehlsartige Aufgabenstellungen ohne Entfaltungsmöglichkeit.

    Da es mir nun wirklich reicht, habe ich nun mal zu so einer Kleinigkeitenaufgabe freundlich "Nein" gesagt, da das wirklich jemand von den anderen auch mal übernehmen könnte und in dem Fall auch besser als ich - da wäre nicht viel dabei. Mein Potential entfalte ich auch eher ohne Befehle. Problem an der Sache, ich benötige die Ergebnisse zum Weiterarbeiten und von den anderen machts keiner.

    Jetzt kommt nur in mir hoch, was ist wenn ich da zu weit gehe und das negative Konsequenzen für mich hat? Wie mache ich denn meinen Standpunkt besser klar? Und wie werde ich geduldiger? Kommunikation ist nicht wirklich meine Stärke.

  2. #2
    samtpfote1
    gelöscht

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Ich würde an deiner Stelle ganz einfach weiterhin klar Nein sagen, wenn es nicht zu deinem Aufgabengebiet gehört, dann hast du ja auch gleich eine Begründung. Du musst aber standhaft sein und vor allem selbstbewusst - es soll nicht so aussehen, als hättest du Angst Nein zu sagen, es muss dir egal sein, ob Andere sauer sind oder nicht. Am besten wäre es, wenn du auch gleich dazu sagst, wie oft du nicht schon etwas für diese eine andere Person gemacht hast und du ihr gerne ein anderes Mal weiterhilfst, wenn sie auch dir geholfen hat. Du solltest wirklich klar machen, dass du keinen Bock mehr darauf hast und dass dir sehr wohl bewusst ist, was sie hier mit dir machen. Du solltest das auch den Chef wissen lassen und ihn ganz klar darauf ansprechen, ABER immer SACHLICH und niemals emotional werden.

  3. #3
    Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    6.406

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Zitat Zitat von Hann Beitrag anzeigen
    Da es mir nun wirklich reicht, habe ich nun mal zu so einer Kleinigkeitenaufgabe freundlich "Nein" gesagt, da das wirklich jemand von den anderen auch mal übernehmen könnte und in dem Fall auch besser als ich - da wäre nicht viel dabei. Mein Potential entfalte ich auch eher ohne Befehle. Problem an der Sache, ich benötige die Ergebnisse zum Weiterarbeiten und von den anderen machts keiner. .
    Zu wem hast du "Nein" gesagt? Wer weist dir die Aufgaben zu?
    Es ist wenig zielführend, mitten im Arbeitsprozess plötzlich "Nein" zu sagen. Mach einen Termin mit deinem Vorgesetzten, schildere ihm, was du hier auch geschildert hast und besprich mit ihm, wie sich die Situation ändern lässt. Sachlich, ohne Emotionen, ohne Schuldzuweisungen an wen auch immer.

    Du schreibst, dass Selbstmarketing und Kommunikation nicht deine Stärke sind. Da solltest du ansetzen. Beruflicher Erfolg hängt zu einem guten Teil davon ab, wie man sich selbst verkauft. Es gibt Bücher zum Thema, Kurse... und vielleicht leistest du dir auch ein professionelles Coaching.
    Geändert von GuteLaune (30.05.2015 um 19:20 Uhr)

  4. #4
    Hann
    gelöscht

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Danke für eure Antworten.

    Ich habe die Befürchtung emotional zu werden, da ich recht sensibel bin. Sachlich kann ich allerdings ganz gut - trotzdem hört man mir im Ton an, dass ich emotional werde. Wenns mich angeht, werd ich leider sensibel. Ich schrei nicht und bin auch nicht bockig, aber man merkt mir die Emotionen an.

    Es handelt sich nicht um ein "Nein" mitten im Aufgabenprozess, sondern am Anfang, das Endergebnis dieses Prozesses benötige ich allerdings schon, um weiterzuarbeiten. Ein Termin steht schon an. Änderungs- und Lösungsvorschläge habe ich auch.

    Bücher habe ich schon einige gelesen und gekauft und auch schon 4 Kurse gemacht - es fällt mir weiterhin schwer. :(

  5. #5
    Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    24.274

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Hallo Hann,

    ich hab das oft festgestellt, wenn man einmal etwas macht, weil es einem leicht fällt, es für alle ein Gewinn ist, und man nicht zusehen kann, wie die anderen sich abwursteln, kriegt man nicht etwa eine Ideenprämie, sondern nur die Zuständigkeit für eine "jeder darfs sich was wünschen und du mußt es machen"-Aufgabe, die nichts mit dem zu tun hat, was der Chef bitte abgeliefert werden möchte.

    Bei dir scheint das eher in die Breite als in die Tiefe zu gehen, aber der Rat an dich ist der gleiche, den ich mir selber gegeben habe: Tun, was in der Arbeitsbeschreibung steht oder was den korrekten Dienstweg herunterkommt. Nicht anbieten, mehr zu übernehmen (außer im Tauschhandel), nichts verbessern, was einem nicht aufgetragen wird, zu verbessern (und dann klare Parameter setzen (lassen) was zu tun ist und wann es als fertig gilt!), und im gleichen Ausmaß Bedürfnisse (Urlaub, Feierabend, Arbeitsmaterial, termingerechte Zuarbeit) anmelden wie alle anderen auch. Wer immer nur still vor sich hinwirkt, wird nicht gesehen. Darauf hinweisen, was man getan hat, gehört zum Handwerk. Jammern auch -- in dem Maße und Stil, wie es nötig ist, um gesehen zu werden.

    Die negativen Konsequenzen davon, der Depp vom Dienst zu sein, sind viel größer als die, es nicht zu sein! Wenn man nämlich eine Million irrelevanter Aufgaben am Hacken hat, kriegt man auf die Mütze, wenn man sie *nicht* tut, und *weil* man sie tut.

    Wenn man dir Emotionen anmerkt, achte drauf, welche Emotionen du zuläßt, und wie du sie ausdrückst. Andere dürfen ruhig wissen, was du fühlst, aber sie sollen es in einer Form auf den Tisch kriegen, die sie in eine für dich positive Richtung bewegt. "Ich finde das unmöglich und ich brauche/erwarte blah, um blubb" ist besser als "alles ist doof und ihr seid alle gemein."

    Bücher und Kurse sind ein Anfang, aber erst Übung macht den Meister.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (30.05.2015 um 17:12 Uhr)

  6. #6
    Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    6.406

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    In einer solchen Situation hilft es unter Umständen, einmal vier Wochen lang Protokoll zu führen: Was machst du alles, wie viel Zeit ist dafür nötig? Kannst du eine Aufgabe nach der anderen erledigen oder musst du immer hin- und herspringen?

    Natürlich ist das ein zusätzlicher Zeitaufwand und die Arbeit am Protokoll darf auch nicht dazu führen, dass du deine eigentlichen Aufgaben vernachlässigst. Aber der Aufwand lohnt sich, weil du danach vielleicht klarer siehst, wo genau es hakt - und weil du für ein Gespräch mit einem Vorgesetzten belegbare Fakten hast.

    Am besten baust du dir dafür eine Tabelle mit mehreren Spalten, druckst sie aus und legst sie neben deinen Arbeitsplatz. Dann kannst du ganz fix handschriftliche Notizen machen: 8.55 Uhr Aufgabe 1, 9.30 Aufgabe 2, 9.35 Telefonat wegen....Jeden Abend nach Feierabend nimmst du dir noch fünf Minuten Zeit, um das ganze nochmal darauf durchzusehen, ob du's in vier Wochen noch lesen kannst (bei meiner Schrift sehr wichtig!).

    Vielleicht sind es gar nicht so viele Zusatzaufgaben und "Deppenaufgaben", die dich belasten, sondern nur eine uneffektive Arbeitsorganisation? Das merkt man, wenn man Protokoll führt.

  7. #7
    Hann
    gelöscht

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Es ist tatsächlich eher so wie wildwusel es beschrieben.
    Die Deppenaufgaben führen eher zu einer uneffektiven Arbeitsorganisation und ich wüsste auch eine Lösung das anders zu handhaben, aber dann muss wieder ich einschreiten und genau das will ich nicht, jedenfalls nicht auf die Art und Weise, wie ich es bisher getan habe.

    Es geht mir auch nicht darum, dass es zu viel ist, sondern eher darum, dass ich das nun auch noch machen muss - wegen
    ch hab das oft festgestellt, wenn man einmal etwas macht, weil es einem leicht fällt, es für alle ein Gewinn ist, und man nicht zusehen kann, wie die anderen sich abwursteln, kriegt man nicht etwa eine Ideenprämie, sondern nur die Zuständigkeit für eine "jeder darfs sich was wünschen und du mußt es machen"-Aufgabe, die nichts mit dem zu tun hat
    wofür ich eigentlich eingestellt wurde.

    Und ich habe kein Problem was zusätzlich zu machen und ich mach auch gerne viel und das weiß jeder - nur wenn nun auch jeder kommt, fühle ich mich wie die Mülldeponie von unerwünschten Aufgaben. Damit ich die nicht dauerhaft werde, möchte ich meine Grenzen setzen.

    Ich führe im Grunde meine Aufgaben schon in einem Outlookkalender als Termine, den ich auch gerne mal herzeigen kann, wenn ich noch eine bekomme. Und ich bündel auch gerne ähnliches - damit es schneller geht. Das ist mein Protokoll.

  8. #8
    Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    6.406

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Noch mal die Frage: Wer weist die Arbeit an? Gibt es einen Vorgesetzten, der das tut, oder regelt ihr das im Team?
    Vielleicht kannst du noch mal etwas detaillierter beschreiben, welcher Art die ungeliebten "Deppen-Aufgaben" sind? Das würde es leichter machen, dir einen Rat zu geben.

  9. #9
    Hann
    gelöscht

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Es gibt beides Vorgesetzten und Team und alle weisen an.
    Manche weil sie glauben ich kann das so gut und manche behaupten, der Vorgesetzte möchte das so und hat explizit erwähnt, dass ich das machen soll.

    Den sehen wir eher selten, da anderer Standort - von daher weiß ich nicht ob das ne Masche ist oder ob das stimmt. Es könnte ne Mischung aus beiden sein - die Kollegen sind nicht so PC-firm und mein Vorgesetzter weiß das und findet es daher toll, wenn ich das mache.

    Beispiel: Erstellung irgendwelcher Planungen in einer Exceltabelle zur Übersicht. Ich mach die Tabelle - damit habe ich kein Problem - aber wenn z.B. die Tabelle steht, kann jeder diese abändern, dazu benötigt man nicht mich. Ich sehe z.B. ein, dass ich die Ursprungstabelle erstelle, aber nicht, dass ich von jedem einzeln angerufen werde, um was einzutragen, wenn die Person, die anruft, da auch Zugang und Office und ne Hilfestellung von mir dazu erhalten hat.

    Ich habe auch kein Problem Makros zu erstellen und dem Ganzen eine Tastenkombination zuzuweisen, wenn Planungen monatsweise in ähnlicher Form abgespeichert werden müssen - damit ist auch allen zeitlich geholfen und zwar mit einem Klick, statt ner halben Stunde Arbeit. Das gehört allerdings wieder nicht zu meiner eigentlichen Arbeit, führt aber zu ner Automatisierung und Erleichterung für alle. Da ich viel zu tun habe, habe ich nach Wegen gesucht, das auch leichter und zeitsparend zu schaffen.

    Aber das ist nett von mir und hat dann auch seine Grenzen, denn als Diktiergerätabschreiberin wurde ich erst recht nicht eingestellt - das gehört nun mal weder zu meiner Stellenbeschreibung noch führt es zu effektiver Aufgabenerledigung - heißt, den Sinn dahinter verstehe ich nicht - für mich ist es Zusatzarbeit und das obwohl ich zu einer eigentlichen Erleichterung für alle beigeführt habe. Von daher sage ich inzwischen einfach: Trag es doch selbst ein. Wird aber nicht so häufig gemacht, mit dem Hinweis, Vorgesetzter möchte, dass nur ich mich darum kümmere. Der Vorgesetzte ist an einem anderen Standort, schlecht erreichbar, hat nie Zeit. Von daher ist jetzt ein Gespräch angesetzt. Mal sehen was da herauskommt.
    Geändert von Hann (31.05.2015 um 18:13 Uhr)

  10. #10
    Kat_y
    gelöscht

    AW: Ich bin der Depp vom Dienst

    Deine Überschrift sagt schon alles. Du hängst dir selbst das schild um den Hals "Ich bin der Depp vom Dienst".

    Du bist es und nicht die anderen. Es liegt an dir, dich abzugrenzen, für dein Weiterkommen zu sorgen, nicht zu warten, dass man es dir anbietet.

    Sag nicht nur "nein" sondern "Tut mir Leid, ich habe gerade keine freien Kapazitäten! oder "Ich bin z.Z völlig ausgelastet". "Warum machst du es nicht selbst?! Und dann schau mal in dasGesicht und höre die Antwort. Wenn der andere keine Zeit hat oder meint du kannst es besser, dann sage du hast auch keine Zeit und das er es lernen kann. Sage ihm wo er nachlesen kann.

    Mach nichts mehr zusätzlich von dir aus. Wenn jemand meint, der Chef hat gesagt, das kenne ich so nicht. Der Chef weist persönlich an und nicht über Dritte.

    Das Problem was du hast kommt mir bekannt vor, ich bin auch zu weich und nachgiebig. Und habe mich da auch schon über mich selbst geärgert. Ich bin seit Monaten dabei mehr auf mich zu achten. Es wird immer besser.

    Allerdings artet es nicht so aus, wie bei dir. Setze Grenzen, sonst wirst du irgendwann krank und noch unzufriedener und kommst so auch nicht weiter im Job.

    Ich glaube, du hast eher Sorge, dass man dich nicht mehr mag, wenn du dich klarer abgrenzt. Aber wer dich ausnutzt, mag dich eh nicht, dem bist du nur Mittel zum Zweck. Und Urlaub trage für dich auch ein, wann es für dich passt, nicht für andere. Dich muss nicht jeder mögen, stehe da einfach drüber.

    Werde mal egoistischer. Gesunder Egoismus ist nichts Negatives. Nur Mut!

+ Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •