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  1. #4831
    Avatar von herbstblatt2
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    AW: Schwierige Mutter

    He he, ge.

    Dir auch viele Grüße und ein schönes Wochenende



    _ _ _ _ _ _
    Aufruf von Richard David Precht und Stéphane Hessel (nach dem Krieg Sekretär der UN-Menschenrechtskommission, wirkte 1948 bei der Entstehung der Charta der Menschenrechte mit) am 1. Juni 2011 in der ZEIT:

    Mischt euch ein!
    Geändert von herbstblatt2 (04.02.2012 um 01:57 Uhr)

  2. #4832

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    AW: Schwierige Mutter

    Hallo Ihr Lieben.
    Habe mich lange nicht mehr gemeldet, weil ich mich
    mit dem Kontaktabbruch zu meinen machtbesessenen Eltern
    sehr gut fühle.

    Und was passiert jetzt?

    Jetzt spielt meine Stief-Schwiegermutter ihre Psycho-Spielchen mit mir.
    Zum Hintergrund: Die Eltern meines Mannes sind geschieden.
    Sein Vater ist seit vielen Jahren mit einer anderen Frau verheiratet.
    (Ist schon seine 4. Ehefrau - er"liebt" die Frauen ;-))

    Ich hatte zu beiden Schwiegerfamilien bislang guten Kontakt.
    Zu der "Stief"-schwiegermama sogar den besseren.
    Weil sie bislang vermeintlich cool im Auftreten war.

    Vermeintlich, weil sie "trockene" Alkoholikerin ist.
    Allerdings nicht wirklich trocken.
    Sie macht zwar diverse Therapien, geht immer wieder zur Entgiftung,
    aus meiner Sicht aber wird sie nie trocken sein.
    Woher ich das weiß? Weil sie immer im Vollrausch, wenn sie allein zu Hause ist,
    bei mir mit lallender Stimme anruft unter fadenscheinigen Gründen und mich stundenlang
    zulallt. Inzwischen gehe ich schon oft nicht mehr ans Telefon.

    Leider wird sie jetzt NOCH merkwürdiger:

    Wir (mein Mann, unser Sohn und ich) haben ab und zu etwas alleine mit Schwiegervater
    unternommen. Was ich völlig ok finde, was auch mit ihr abgesprochen war.
    Vor allem mein Mann möchte (obgleich erwachsen) doch ab und an seinen
    Papa für sich haben, ohne seine Frau, die sich immer in den Mittelpunkt drängt und das
    Gespräch an sich reißt.

    Tja, und jetzt ist das auf einmal nicht mehr ok. Und was passiert?
    Madame bombardiert mich mit wirren Briefen, in denen sie mir unverständliche
    Vorwürfe macht. Offenbar im Suff geschrieben: So wirr, dass ich gar nicht verstehe, was
    sie von mir will. Ich lese nur: Sie fühlt sich verletzt, sie fühlt sich von mir getäuscht
    und sie braucht sowas nicht mehr, sie will ein großes Miteinander....

    Jetzt werdet Ihr mir sagen: Ruf sie an, sprich mit ihr, schaff das aus der Welt.
    Habt Ihr im Prinzip recht. Aber ich habe aufgrund meiner Vorgeschichte mit meinen
    Eltern keine Lust auf eine neue Person, die versucht, mich emotional zu erpressen.
    Ich will nicht mit ihr telefonieren, wenn sie besoffen ist. ich will nicht mit ihr über ihre Eheprobleme
    reden. Ich will von ihr nicht hören, dass ihr Mann für mich mehr Verständnis hat, als für sie.
    Ich will von ihr nicht hören, dass mein Schwiegervater die Mutter meines Mannes nur geheiratet hat,
    weil sie mit meinem Mann schwanger war.

    Ich will nicht mit ihr über ihre Alkoholprobleme reden und ich will mich nicht mit
    unverständlichen Briefen auseinandersetzen müssen.
    Ich habe einfach keinen Bock, dass wieder jemand versucht, mich für seine
    Baustellen verantwortlich zu machen.

    Und Fakt ist: Bislang hatte ich ein gutes Verhältnis zu ihr, hatte eine positive Meinung von ihr.
    Das ist jetzt kaputt - auch wenn wir uns oberflächlich aussprechen würden.
    (Ich weiß, dass eine echte Aussprache mit solchen Personen schwer bis unmöglich ist)
    Ich habe sie mental jetzt längst in dieselbe Schublade gesteckt wie meine eigene Mutter und
    ich werde immer auf der Hut sein.

    Ich habe einen starken Unwillen, mit ihr zu sprechen.
    Nur will ich den Kontakt zu Schwiegerpapa nicht verlieren.
    Ich bin mir sicher, dass er von ihren Attacken nix weiß.
    Er ist sich auch nicht im Klaren darüber, wie ernst ihr Alkoholproblem eigentlich ist.
    Eine Therapie zusammen mit ihm und/oder ihren Kindern aus 1. Ehe, lehnt sie strikt ab.

    Habt Ihr nen Tipp?

  3. #4833

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    AW: Schwierige Mutter

    Liebe Hackenschuss,

    leider gar keinen Tipp außer fern halten.

    Ehrlich... jemand, der so drauf war, hat meine 90 jährige Schwiegermutter nachts um 3 angerufen. Natürlich abgestritten.

    Wir haben das wirklich viele Jahre durch.

    Und zig Kontaktabbrüche, die von ihrer (= jemand) Seite immer wieder durchbrochen wurden.

    So lange die ihren Alk nicht in den Griff bekommen, hast Du keine Chance. Auch wenn sie Dir noch so leid tun. Mit Verständnis verlängerst Du das Drama nur.

    Ich würde mich mit dem Schwiegervater treffen und ihm die Briefe zeigen.

  4. #4834

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    AW: Schwierige Mutter

    Das Schlimme ist: Ich habe nicht einmal Mitleid.
    Denn streng genommen bin ich nicht mal mit ihr verwandt,
    sie hat also nicht einmal ein emotionales Recht auf meine
    Aufmerksamkeit.
    Und es macht mich einfach wütend.
    Ich lebe jeden Tag auf eigenen Beinen mein Leben,
    als beruflich Selbständige, als Mutter, als Ehefrau.
    Es kostet viel Energie, das alles gut hinzukriegen.
    Und es macht mich wütend, denn ich verkrieche mich nicht
    in Selbstmitleid, ich flüchte mich nicht in Alkohol.
    Und es macht mich wütend, dass andere, die, obgleich viel älter als ich,
    ihr Leben immer noch nicht in den Griff bekommen, und versuchen,
    mir meine Energie abzusaugen.

    Sorry, ich will hier natürlich niemanden beleidigen, der private Probleme hat.
    Es nervt mich nur in jenen speziellen Fällen.
    Z.B. habe ich eine Fraundin gehabt, die angeblich massiv depressiv war.
    Sie hat sich von mir durch die Gegend kutschieren lassen, weil sie es nicht schaffte,
    ihr Auto reparieren zu lassen. Ich habe für sie eingekauft, weil sie es nicht schaffte.
    Sie hat mich dann angeblafft, weil ich die falsche Wurst gekauft habe.
    Sie hatte aber genug Energie, um eine Fernreise zu buchen, ihre Krankenkasse zu verklagen
    und neu eingekleidet in den Ski-Urlaub zu fahren.

    Oder die Freundin, die an Größenwahn litt, mich monatelang zutextete.
    Als mein Kind krank war, aber nicht die Energie hatte, mir zuzuhören.

    Es reicht mir einfach. Es macht mich wütend!
    Und ich will nicht mehr für die Defizite anderer zuständig sein.

  5. #4835

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    AW: Schwierige Mutter

    Nicht wütend sein.

    Abgrenzung heißt das Zauberwort.

    Aber ganz ehrlich, ich hab Jahrzehnte gebraucht, bis ich es geschafft hab, die Energievampire los zu werden.

  6. #4836
    Avatar von HasiII
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    AW: Schwierige Mutter

    Ich glaube, Wut ist auch ganz wichtig. Wut und Trauer gemeinsam führen überhaupt erst dazu, dass man sich abgrenzen kann. Mir hat es immer an der Wut gefühlt, Trauer hatte ich dafür zu viel. Erst nachdem ich die Wut "durch hatte", konnte ich mich abgrenzen.

  7. #4837

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    verwirrt AW: Schwierige Mutter

    Hallo ihr Lieben,

    Seit Wochen lese ich in diesem Thread, immer wenn ich mal etwas Zeit habe, ich bin inzwischen auf Seite 181. Jetzt habe ich gesehen, daß er tatsächlich noch aktiv ist. Und weil mir euer Umgangston so gut gefällt habe ich beschlossen, auch mal mitzuschreiben.

    Ich verzweifle manchmal am Umgang mit meiner Mutter. Eine ganze Weile kommen wir gut miteinander aus, telefonieren, treffen uns und alles ist okay. Aber es kann passieren, dass ich etwas sage oder tue, was ihr nicht passt; es ist nicht so, dass sie mich dann darauf hinweisen würde, sie bricht dann einfach den Kontakt zu mir ab: geht nicht mehr ans Telefon, wenn sie meine Nummer sieht bzw. lässt sich von meinem Vater verleugnen (der findet das nervig, macht aber in aller Regel mit, damit er seine Ruhe hat). Mir wurde dann klar, dass das bei uns immer schon so war.

    Konflikte werden nicht ausgetragen oder besprochen; sie blendet mich dann einfach aus, als wäre ich gar nicht da. Ein paar Tage, aber es ging auch schonmal über 3 Monate so. Auch wenn ich gar nicht weiss, was ich mal wieder falsch gemacht habe, oder wenn ich mich konkret im Recht sehe bringt mich mein schlechtes Gewissen dann fast um. Meine Mutter geht davon aus, dass alle ihr nur Schlechtes wollen, und das schliesst mich mit ein. Sie macht dann einen auf Märtyrerin, betont ihre gesundheitlichen Gebrechen usw. Insbesondere zählt sie immer wieder auf, was sie früher für ihre Mutter alles getan hat - und das ist in der Tat deutlich mehr, als ich jetzt für sie tun kann. Aber die Rahmenbedingungen sind auch deutlich andere, als sie es bei ihr damals waren. Das sieht sie jedoch nicht.

    Sie lebt irgendwie in der Vergangenheit; früher war das alles ganz toll, aber "es sind ja alle, die es wert waren, weggestorben". Meine (Ur)Grosseltern werden regelrecht glorifiziert, aber ich kann mich gut erinnern, dass auch meine Oma manchmal ein SEHR schwieriger Mensch war und beileibe nicht alles so rosa, wie meine Mutter das heute erzählt.

    Ich könnte da so vieles anführen: das "angeschwiegen werden" empfand ich als Kind schon immer als besonders schlimm. Hin und wieder hat sich mich auch derbe verprügelt, mit einem Holzlöffel, "damit ihr die Hand danach nicht so wehtut". Ich durfte nachmittags/ an Wochenenden nichts mit Freunden unternehmen, denn sie hätte mich fahren müssen, und das war ihr zuviel - ich hatte dann auch mit der Zeit immer weniger Freunde, zog mich von allem zurück. In der Klemme stecke ich jetzt: sie ist meine einzige weibliche Bezugsperson, Freundinnen habe ich keine, und ich bin ihre einzige Bezugsperson. Ich wünsche mir Distanz (sowohl emotional als auch räumlich), habe dann aber niemanden, bei dem ich mich mal ausheulen kann - und gerade jetzt brauche ich das doch öfter mal.

    Meinen Partner kann sie offenbar nicht so richtig leiden - sie ist der Meinung, wir seien uns "zu einig". Ich bin jedoch sehr froh, dass wir uns einig sind! Ich habe meine Besuche bei meinen Eltern deutlich eingeschränkt; sie besuchen mich eigentlich nie, da sie sich hier im Haus nicht wohlfühlen. Und die Telefonate versuche ich oberflächlich zu halten, so wenig wie möglich von mir/ meiner Familie zu erzählen, um keine Angriffsfläche zu bieten. Aber irgendwie kann das doch auf Dauer so nicht weitergehen - oder doch?

    Meine größte Sorge ist meine Tochter: sie ist nun 5 Monate alt, und ich habe panische Angst so zu werden wie meine Mutter, meine Tochter ähnlich kaputtzumachen, wie ich irgendwie kaputt bin. Ich hab immerzu den Eindruck, ich bin anderen Menschen lästig, im Weg; ich schaffe es kaum, Schwächen zuzugeben oder gar Hilfe anzunehmen.

    Gespräche mit meiner Mutter laufen an den Baum; sie hat prinzipiell recht, und ich will ihr ja ohnehin nur Böses. Meine Schwester hat den Kontakt zu uns allen schon vor vielen Jahren abgebrochen - obgleich man ihr immer sehr viel mehr Aufmerksamkeit schenkte, sie alles bekam, was sie wollte. Da ist so vieles passiert. Am wenigsten kann ich mir derzeit vorstellen, meine Tochter auch nur eine Stunde allein bei meinen Eltern zu lassen.

    Ich würde mich über Austausch hier sehr freuen; in der Schwangerschaft sind urplötzlich unglaublich viele Erinnerungen an meine Kindheit zurückgekommen, Sachen, an die ich Seit Ewigkeiten nicht mehr dachte, und manchmal kann ich das kaum aushalten. Ich träume dann schlecht und bin dauermüde, und ich bin gerade so gar nicht glücklich.

    Ganz viele liebe Grüße an euch!

  8. #4838
    Moderation Avatar von Ravina
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    AW: Schwierige Mutter


    liebe trostlos!
    Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können.


    DAS Leben malt ein Gemälde, nur ohne Radiergummi!

  9. #4839
    Moderation Avatar von Islabonita
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    AW: Schwierige Mutter

    @trostlos

    Vieles, was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Vor allem das, dass der Kontakt eine ganze Weile gut laufen kann und beim kleinsten Anlass dann das größte Drama stattfindet. Habe ich mehrfach erlebt.

    Auch, dass Deine Mutter es kritisch sieht, dass Du Dich gut mit Deinem Partner verstehst, das war bei mir auch so.

    Was ich allerdings so gar nicht kenne und problematisch finde, ist, dass Du keine andere weibliche Bezugsperson hast und das dann wieder Deine Mutter für Dich ist. Ich denke, dass es schon sehr gut wäre, wenn sich das ändern könnte. Vielleicht lernst Du über Dein Kind nette Frauen kennen, mit denen sich Freundschaft entwickelt. Das wünsche ich Dir jedenfalls sehr.

    Eine Sache hat mich übrigens stutzen lassen: warum hat Deine Schwester den Kontakt abgebrochen? Zu Dir und zu den Eltern? Du schreibst, dass Deine Schwester immer alles bekommen hat, was sie wollte. Bist Du Dir da so sicher? Ohne Grund bricht doch niemand den Kontakt ab (außer natürlich extreme Sachen wie Drogen, Sekte etc.), vielleicht wäre es für Dich hilfreich, die Angelegenheit mit Deiner Schwester einmal richtig aufzuarbeiten? Gibt es da gar keinen Weg zueinander?
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
    Alexander von Humboldt

  10. #4840

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    AW: Schwierige Mutter

    @Islabonita,

    ich hoffe auch, auf längere Sicht sowas wie eine "beste Freundin" zu finden, aber ich tue mich im Umgang mit Frauen allgemein extrem schwer; auch beruflich hab ich üblicherweise ausschließlich mit Männern zu tun. Bei Frauen weiß ich irgendwie nie, woran ich bin. Und bei der Konstellation, wie sie ist, ausgerechnet meine Mutter als "beste Freundin" zu haben ist extrem schwierig - ich weiß mehr von ihr/ meinen Eltern, als vielleicht gut für mich ist...

    Meine Schwester hatte den Bonus, das jüngere Kind zu sein: vieles, was ich mir hart erkämpfen mußte, durfte sie einfach so (ich denke, das ist in gewissem Maße nicht unnormal). Finanziell waren meine Eltern da bessergestellt, so daß sie mir ihr auch Urlaube unternommen haben usw. Den Kontakt abgebrochen hat sie, weil es nicht nach ihrem Kopf ging (sie wollte mit 15 zu Hause ausziehen, meine Eltern sollten das finanzieren, und mt ihrem 12 Jahre älteren Typen zusammenziehen). Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihr, hab sie von Anfang an nicht gemocht (sie ist 8 Jahre jünger als ich). Sie hat beispielsweise Schimpfworte aus dem Kindergarten heimgebracht, meine Oma "altes Arschloch" genannt; als sie dann gefragt wurde "wo hast du denn den Ausdruck her" lächelte sie breit und zeigte auf mich - ich wurde dann dafür verdroschen/ auf mein Zimmer geschickt/ erhielt Fernsehverbot oder ähnliches. Das hat extrem früh begonnen, hat sich nie geändert, und ich bin heilfroh, wenn ich sie nicht sehen muß. Mit ihr zusammen ist da nichts mit aufarbeiten; für mein Empfinden habe ich keine Geschwister.

    Ich bin wohl ein echter Familien-Krüppel. Mir tut meine arme Tochter so leid :(

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