+ Antworten
Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 35

Thema: Meine Familie

  1. #21
    gesperrt
    Registriert seit
    04.12.2012
    Beiträge
    767

    AW: Meine Familie

    Natürlich gibt es furchtbare, sadistische und kranke Eltern. Über die reden wir aber in diesem Strang ja nicht. Da würde ich mir auch kein Urteil anmaßen.

    Es handelt sich bei Zojja um eine normale Beziehung und um eine Familie, die sie ansonsten großartig findet, wie sie explizit schreibt.

    Und solche Eltern hatte ich halt auch. Menschen, die immer das Beste wollten, aber vielleicht nicht immer das getan haben, was in meinen Augen das richtige gewesen wäre.
    Aus ihrer Sicht war es sicher richtig.

    Und natürlich bin ich meinen Eltern nicht "ebenbürtig". Sie stehen für mich auf einem unantastbaren Sockel. Da haben sie sich nicht daraufgestellt, sondern ich sie.

    Ich muss erst einmal als Mensch dahin kommen, was sie bereits bewiesen haben, zu sein.

    Sie haben ihr Leben bestens, vorbildhaft und auf ehrlichste Art und Weise gelebt und zehren nun von den Früchten ihrer Mühe, Arbeit und Selbstdisziplin. Waren bescheiden, waren solidarisch mit Menschen, die ihrer Hilfe bedurften und haben für die engste und weitere Familie und für Nachbarn alles getan, was ihnen möglich war.
    Sie sind klug und weise. Wie könnte ich, die ich in so vielen Dingen egoistisch bin und immer gut gelebt habe, mich ihnen "ebenbürtig" fühlen? Ich muss das erst werden, was sie sind. Sie aber waren schon das, was ich jetzt bin.

    Was sind ihre Fehlerchen, die sie mir gegegnüber gemacht haben, angesichts der großartigen Dinge, die sie sonst vollbracht haben? Da kann man doch echt drüber wegsehen und muss nicht allesnauf die Goldwaage legen.

    Hoffentlich sind meine Kinder mal gnädiger mit mir, als man es hier manchmal nachlesen kann.

  2. #22
    melolontha
    gelöscht

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von DANU1 Beitrag anzeigen
    Und natürlich bin ich meinen Eltern nicht "ebenbürtig". Sie stehen für mich auf einem unantastbaren Sockel. Da haben sie sich nicht daraufgestellt, sondern ich sie.

    Ich muss erst einmal als Mensch dahin kommen, was sie bereits bewiesen haben, zu sein.
    Ist das Dein Ernst? Wenn Menschen immer so wortreich betonen müssen, wie großartig ihre Eltern sind, werde ich immer ganz misstrauisch.

    Aber egal - worum geht es eigentlich genau in diesem Strang?

  3. #23
    tomirke
    gelöscht

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von DANU1 Beitrag anzeigen
    Und solche Eltern hatte ich halt auch. Menschen, die immer das Beste wollten, aber vielleicht nicht immer das getan haben,
    Sie haben ihr Leben bestens, vorbildhaft und auf ehrlichste Art und Weise gelebt und zehren nun von den Früchten ihrer Mühe, Arbeit und Selbstdisziplin. Waren bescheiden, waren solidarisch mit Menschen, die ihrer Hilfe bedurften und haben für die engste und weitere Familie und für Nachbarn alles getan, was ihnen möglich war.
    Sie sind klug und weise. Wie könnte ich, die ich in so vielen Dingen egoistisch bin und immer gut gelebt habe, mich ihnen "ebenbürtig" fühlen? Ich muss das erst werden, was sie sind. Sie aber waren schon das, was ich jetzt bin.
    Ich habe gewisse Schwierigkeiten zu glauben, dass das ernst gemeint ist.

  4. #24
    gesperrt
    Registriert seit
    04.12.2012
    Beiträge
    767

    AW: Meine Familie

    Tja, tut mir leid, aber es gibt eben auch Leute wie mich, die ihre Eltern toll finden, trotz aller Fehlerchen, die sie haben und gut mit ihnen klar kommt.

    Ich liebe meine Eltern und auch Geschwister sehr und sie verdienen es.
    Kann auch sein, dass ich das alles deshalb so sehe, weil ich ein totaler Familienmensch bin und bei uns das Familienleben groß geschrieben wird.

    Und wie ich sehe, ist das bei der TE auch der Fall. Sie findet ihre Familie großartig, wie sie selbst schreibt.
    Ich wette, sie meldet sich in den nächsten Tagen und schreibt, dass sich alles wieder eingerenkt hat.

  5. #25
    Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    5.917

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von DANU1 Beitrag anzeigen
    Sie stehen für mich auf einem unantastbaren Sockel.
    Da haben sie sich nicht daraufgestellt, sondern ich sie.
    Das klingt vollkommen weltfremd und unkritisch.
    Es sei denn, Du bist 3 Jahre alt.

    .

  6. #26
    gesperrt
    Registriert seit
    04.12.2012
    Beiträge
    767

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Das klingt vollkommen weltfremd und unkritisch.
    Es sei denn, Du bist 3 Jahre alt.

    .

    Wenn du nicht so für deine Eltern empfindest, kann ich doch nichts dafür. Ich habe nun mal eine sehr gute und liebevolle Beziehung zu meinen Eltern. Das ist Realität und keine Weltfremdheit. Ich erlebe es ja schließlich.

    Ich weiß auch nicht warum ich "kritisch" sein muss gegenüber Menschen, die ich liebe. Meine Eltern sind insgesamt einfach Klasse. Die Alltagsscharmützel sind gegenüber ihrer Lebensleistung und ihrer Liebe zu uns zu vernachlässigen.

    Meine Güte, was ist denn daran erwachsen, seine Eltern hart und unversöhnlich zu begegnen und sie "kritisch" zu sehen und sich mit ihnen zu streiten?

    Das bringt einen nicht weiter.

    Ich habe es lieber, nach Hause zu kommen und mich geliebt und geborgen zu fühlen. Das sind die einzigen Menschen neben meinen Kindern, die mich ohne Wenn und Aber richtig lieben.

    Wenn sie mal irgendwelche komischen Ansichten haben, sage ich meine Meinung, oder Grenze mich ab. Aber das ändert doch unser Verhältnis nicht.

    Es wäre aber schön, wenn wir nicht OT gingen. Es ist hier ja der Strang von Zojja.

  7. #27

    Registriert seit
    27.12.2012
    Beiträge
    13

    AW: Meine Familie

    Erst mal danke für eure Anregungen. Natürlich renken sich solche Streits immer wieder ein und sind am nächsten Tag quasi "vergessen".
    Dennoch stört es mich, dass in (wenn auch nicht jeder) Diskussionen immer wieder das "Undankbarkeits-Argument" kommt. Zwar bestreiten meine Eltern das, aber es kommt dann dennoch, eben in Form von Sätzen wie "dir geht's doch eh so gut", oder "Lass deine Mutter in Ruhe, die ist doch Gold wert für dich."

    Klar ist sie das und ja, es geht mir gut. Aber auch ich fühle mich manchmal ungerecht behandelt und würde mich darüber freuen, wenn sie zugeben würden, dass sie sich manchmal nicht korrekt verhalten. Ebenso dieses Unverständnis dafür, wie es eine Studentin manchmal schwer oder stressig haben kann. Gut, sie können es nicht nachvollziehen, man kann sich als Unbeteiligter nicht vorstellen, wie es bei uns auf der Uni läuft und das verstehe ich auch. Aber ich jammere eigentlich nicht dauernd rum, sondern nur, wenn es mir wirklich nicht gut geht. Dann hängt es total von der Stimmung meiner Eltern ab, wie sie reagieren. Manchmal kommen sie mit Sack und Pack angereist, um mich zu unterstützen, manchmal aber kommen wieder dieser Sätze und ich fühle mich bzw. meine "Tätigkeit als Studentin" geringeschätzt.
    Es kann auch sein, dass sie einen Tag totales Verständnis für meine Probleme haben, aber quasi am nächsten Tag mich nicht mehr verstehen können.

    Sie haben eben ihre Eigenheiten, ich kann sie normalerweise auch ganz gut einschätzen und kann schon zu Beginn des Gespräches sagen, wohin es sich entwickeln wird. Was mir fehlt sind Strategien, es zu vermeiden, dass diese Gespräche eskalieren und sich dann wieder bis zu dieser "Undankbarkeitssache" steigern.

  8. #28
    Was-immer-es-gibt
    gelöscht

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Das klingt vollkommen weltfremd und unkritisch.
    Es sei denn, Du bist 3 Jahre alt.

    .
    Ist es nicht.
    Diese "Ebenbürtigkeit" in Eltern-Kind-Beziehungen kann es doch gar nicht geben.

    Das heißt ja noch lange nicht dass man sich alles gefallen lassen muss.
    Aber, mit der Mutter wie mit ner Freundin reden zu wollen kann phasenweise klappen aber nicht generell.

    Ohne Verständnis für die Elternseite kann es nie zu einer Harmonie kommen.

    Außerdem finde ich es auch eine Sache des Erwachsen-werdens nicht immer auf der Klein-Kindchen-Seite beharren zu wollen sondern eben mal erwachsen zu reagieren. Lebensklug einfach.

  9. #29

    Registriert seit
    15.09.2012
    Beiträge
    315

    AW: Meine Familie

    Ich habe meine Eltern (beide leben nicht mehr) sehr geliebt, mich aber seid meinem ca. 13. Lebensjahr regelmäßig mit ihnen gefetzt und gewusst, dass sie halt grundsätzlich kein Verständnis haben von mir und meiner Generation.

    Mein Kind, jetzt 21, streitet sich mit mir seid ca. dem 13. Lebensjahr und sagt mir immer noch regelmäßig, dass ich 1. ganz doll lieb bin und 2. aber keine Ahnung habe. Von nix, schon gar nicht von seinem Leben.

    So!
    Ich glaube ja, dass solche Dinge auch über die Pubertät hinaus normal sind. Man geht nur anders damit um.

    Ich freue mich auf Enkelkinder. Und besonders auf die Zeit ab deren ca. 13ten Geburtstag

  10. #30
    tomirke
    gelöscht

    AW: Meine Familie

    Zitat Zitat von Zojja Beitrag anzeigen
    Klar ist sie das und ja, es geht mir gut. Aber auch ich fühle mich manchmal ungerecht behandelt und würde mich darüber freuen, wenn sie zugeben würden, dass sie sich manchmal nicht korrekt verhalten. Ebenso dieses Unverständnis dafür, wie es eine Studentin manchmal schwer oder stressig haben kann. Gut, sie können es nicht nachvollziehen, man kann sich als Unbeteiligter nicht vorstellen, wie es bei uns auf der Uni läuft und das verstehe ich auch. Aber ich jammere eigentlich nicht dauernd rum, sondern nur, wenn es mir wirklich nicht gut geht.
    Liebe Zojja, zunaechst mal folgendes: ich bin letztes Jahr nach ca 20 Jahren Berufstätigkeit zurück an die Uni gegangen, für einen Masterabschluss. Ich kann dir versprechen, dass deine Eltern in dem Punkt recht haben: eine Berufstätigkeit ist wesentlich anstrengender als ein Studium. Das finde ich aber nicht den wichtigen Punkt. Der ist nämlich, dass ein Studium eben auch anstrengend ist, manchmal mehr, manchmal weniger und dass diese Vergleiche doch idiotisch sind und nichts bringen. Wir können wetten, dass es deine Elter auch superschwer im Leben hatten, aber das allein sollte ja deine hardships nicht entwerten. Nur weil es deinen Eltern irgendwann mal schlecht ging, geht es dir ja heute nicht besser, und von Eltern wünscht man sich (zu Recht, finde ich) Verständnis.

    Die Eltern-Kind-Beziehung ist eine schwierige, wenn das Kind eben kein Kind mehr ist. Da hat man gar nicht so viele Möglichkeitne zu handeln. Man kann die Beziehung hierarchisch lassen, wie es hier von Danui eingebracht wurde. Dannhat man die Eltern weiter auf dem Sockel, und erarbeitet sich Wohlbefinden und Liebe durch gutes Verhalten - wie als Kind. Oder man nabelt sich ab, dann kann es aber eben passieren, dass die Eltern das nicht mittragen und rebellieren gegen die Veränderung, und versuchen, das Kind als "Kind zu halten". Und das scheinen deine Eltern zu tun.

    Mir scheint nicht, dass es da so arg viele Möglichkeiten gibt. Mal davon abgesehen, dass ich das Ausgangs-Weihnachtsgeschenk, den Kinobesuch für jemanden der Kino nicht mag, auch nicht so arg glücklich fand, und dass sich dein Eingangsposting in weiten Teilen für mich auch ein bisschen überempfindlich liest, scheint es in deiner Familie ja schon so zu sein, bzw fuer dich so rueberzukommen, als seist du immer noch "Kind" und die Beziehung nicht gleichwertig.

    Da waere die Frage, warum der Abnabelungsprozess bei euch nicht vollstaendig geklappt hat.

    Wie oft siehst du deine Eltern? Wenn du sie relativ selten siehst, dann wuerde ich sagen: Schwamm drueber, beiss die Zaehne zusammen, und vergiss es. Wenn ihr euch haeufiger seht, dann werdet ihr nacharbeiten müssen. Aber vielleicht nicht an einem so emotionsgeladenem Tag wie Weihnachten.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •