Hallo, Ihr Lieben,
nach langer Zeit melde ich mich mal wieder hier im Forum.
Hatte in früheren Beiträgen zum Thema ungewollte Kinderlosigkeit meine Probleme mit meiner alten, schwerkranken Mutter und meiner offensichtlich psychisch kranken, uneinsichtigen Schwester (Studium abgebrochen, keine Berufsausbildung, kein Einkommen, immer nur von der Rente der Mutter mitgelebt), aber auch der ignoranten Verwandtschaft (Cousinen) geschildert. Um Wiederholungen zu vermeiden, verweise ich insoweit auf meine alten Beiträge, die ihr bei Interesse ja gern nachlesen könnt.
Nun ist meine Mutter vor 10 Monaten verstorben, und meine Schwester bewohnt nach wie vor ohne jedes Einkommen ganz allein unser schuldenfreies Elternhaus (Zweifamilienhaus, Baujahr 1955/56, insgesamt 160 qm Wohnfläche, 740 qm Grundstück, Gegend kann sich durchaus sehen lassen). Die obere Etage mit 80 qm steht seit mittlerweile 10 Jahren (!) leer; meine Mutter hatte damals das Bad oben noch renovieren lassen, aber meine Schwester hat es trotz vorheriger Beteuerungen in all den Jahren nie "geschafft", die obere Wohnung zu beziehen, sondern blieb unten in ihrem ehemaligen Kinderzimmer. Mieter gibt es keine im Haus. Laut notariellem Testament meiner Mutter sind meine Schwester und ich Erbinnen zu gleichen Teilen. Weitere Erben bzw. Vermächtnisse zugunsten anderer Personen gibt es nicht.
Ich habe damals die Beerdigungskosten für meine Mutter aus meinem Privatvermögen gezahlt, obwohl das nicht nötig gewesen wäre. Auf ihren Konten waren insgesamt noch 12.000 €. Den Betrag habe ich - unter Verzicht auf die mir zustehende Hälfte - meiner Schwester komplett überlassen, damit sie davon noch eine Weile leben kann. Ich hatte gehofft, sie würde Vernunft annehmen, erkennen, dass sie professionelle Hilfe braucht, oder sich vielleicht sogar bei der Arbeitsagentur Arbeit suchend melden. Auch wollte ich ihr nicht gleich den Boden unter den Füßen wegziehen, zumal sie aufgrund ihrer psychischen Befindlichkeit und der symbiotischen Beziehung zu unserer Mutter von deren Tod ohnehin sehr geschockt war, obwohl uns die Ärzte lange genug in deutlichen Worten darauf vorbereitet hatten.
Selbst die Häfte der laufenden Verbrauchskosten für das Haus und die Hälfte aller anderen Hauskosten habe ich bis Juni 2012 gezahlt. Dabei wohne ich gar nicht in dem Haus, sondern in einer ganz anderen Stadt, 75 km entfernt. Schon allein aus beruflichen Gründen würde ich auch nie wieder in das Elternhaus zurückziehen. Und ein Leben mit meiner psychisch kranken, extrem zänkischen Schwester unter einem Dach kann man niemandem, auch keinem Mieter, zumuten. Abgesehen davon ist das fast 60 Jahre alte Haus natürlich entsprechend sanierungsbedürftig (Dach müsste erneuert werden, Fenster über 30 Jahre alt, fehlende Wärmedämmung etc.).
Da meine Schwester bis heute keine Anstalten macht, etwas in ihrem Leben zu verändern, ihr Geld angeblich zur Neige geht und sie mich nun sogar unter Druck setzt, künftig die kompletten (!) Hauskosten und noch ihren Lebensunterhalt (!) zu zahlen, damit sie kein Hartz IV beantragen muss, blieb mir kürzlich nichts anders übrig, als mir einen Anwalt zu nehmen. Dieser hat meine Schwester unter Fristsetzung aufgefordert, sich mit einem freihändigen Verkauf des Hauses und Teilung des Erlöses einverstanden zu erklären, anderenfalls werde die Teilungsversteigerung beantragt. Letzteres würde ich zwar sehr bedauern, sähe aber angesichts ihrer bisherigen Verhaltensweise keine andere Möglichkeit. Meine Schwester simste mir eine gute Woche später und zeigte sich "traurig" und "geschockt"; ich habe ihr auch geantwortet und betont, ich wolle keinen Streit und keinen Kontaktabbruch, sondern eigentlich eine einvernehmliche Lösung, aber das Haus könnten wir nicht halten. Meine Schwester vermag dies krankheitsbedingt aber nicht einzusehen und verweigert sich auch allen Gesprächsangeboten unter mehr als vier Augen. Telefonate und Gespräche nur mit ihr allein bringen aber gar nichts, da sie die Inhalte hinterher völlig verdreht, geradezu frei erfunden, wiedergibt. Ich habe ihr per SMS diverse Vorschläge gemacht, auch einen schriftlichen Austausch vorgeschlagen, aber sie geht auf nichts ein. Wahrscheinlich wird es nach der Urlaubsrückkehr meines Anwalts noch zu einem Vermittlungsversuch über das Nachlassgericht kommen. Aber wenn das auch nichts bringt, werde ich mein Elternhaus im Laufe des nächsten Jahres - wahrscheinlich völlig unter Wert - versteigern lassen müssen.![]()
Natürlich habe ich auch Angst vor einem psychischen Zusammenbruch oder gar Suizidversuch meiner Schwester, wenn sie dann aus dem Haus raus muss. Aber mir bleibt keine andere Wahl, wenn ich nicht bis an mein Lebensende für alles aufkommen will und letztlich nichts davon habe. Selber wohne ich in einer 74 qm-Mietwohnung, die ja - neben Auto, Versicherungen etc. - auch bezahlt werden muss. Ich bin im höheren Verwaltungsdienst tätig und nicht arm, aber auch kein Krösus.
Was mich nun in dieser ganzen Situation empört, ist das Verhalten von drei Cousinen, die zwar auch weiter entfernt wohnen, mich aber nicht im Geringsten unterstützen, nicht mal seelisch-moralisch. Sie kennen die gesamte Problematik. Zur Beerdigung meiner Mutter sind sie alle brav erschienen, aber danach ließen sie kaum noch etwas von sich hören. Bei meiner Schwester melden sie sich natürlich erst recht nicht. Eine einzige Cousine hat zu Weihnachten mal bei ihr angerufen, sie und eine andere haben ihr außerdem mal eine Urlaubskarte geschickt. Das war alles.
Auch ich bekam von den Cousinen seither nur schriftliche Weihnachts-, Geburtstags- und Urlaubsgrüße und eine Nachricht von der Geburt eines Enkelkindes. Das eigentliche Thema aber wurde bewusst ausgespart, davon wollen sie nichts wissen. Die leben ihr Leben, prahlen mit ihren Kindern, Enkelkindern, Anschaffungen, Urlaubsreisen und sonstigen Erfolgen und wollen mit meinem Problem nicht behelligt werden. Angerufen hat mich in den ganzen 10 Monaten seit dem Tod meiner Mutter nur eine einzige der drei Cousinen, wobei die erste Initiative sogar von mir ausging. Selbst diese Cousine meldet sich nur noch höchst selten, kündigt zwar Anrufe an, die dann aber doch nicht kommen. Als deren Mutter vor einigen Jahren starb, haben meine Mutter und ich damals viel mehr Anteilnahme gezeigt, obwohl sie viel mehr Unterstützung vor Ort und keine psychisch kranke Schwester hat (ihr Vater lebt im Gegensatz zu meinem noch, Partner, Sohn, andere Verwandte, Freunde leben auch vor Ort). Wir haben damals öfters dort angerufen, ich habe sie vier Monate nach dem Tod ihrer Mutter für ein verlängertes Wochenende zu mir eingeladen und was nicht alles. Und was sind meine Eltern gegenüber den Cousinen und deren Kindern immer großzügig gewesen - auch, was Geldgeschenke bei Besuchen oder zu Hochzeiten, Kommunion, Konfirmation etc. betraf! Das scheinen die drei Damen jedoch komplett vergessen zu haben. Undank ist der Welt Lohn.
Selbst zum 50. Geburtstag meiner Cousine im März, der groß gefeiert wurde, wurde ich ausdrücklich von vornherein nicht eingeladen, wahrscheinlich weil sie dann konsequenterweise auch meine Schwester hätte einladen müssen, die sie dort aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeit nicht haben wollte. Die offizielle Begründung war, dass sie sich bei so vielen Gästen zu wenig um uns Cousinen würde kümmern können. Die angekündigte Nachfeier im kleinen Kreis der Cousinen fand aber bis heute nicht statt, davon ist gar keine Rede mehr. Genau das hatte ich mir Ende Februar, als ich quasi "ausgeladen" wurde, auch schon gedacht.
Mittlerweile zeigen sogar Arbeitskollegen mehr Anteilnahme als meine Cousinen und fragen: "Gibt es denn keinen einzigen Verwandten, der auch mal mit deiner Schwester reden würde?" Ja, so traurig es ist, aber genau so ist es.
Was meint ihr? Verlange ich zu viel von meinen Cousinen? Ich meine, im umgekehrten Fall würde ich mehr Anteilnahme zeigen. Und wenn ich mich schon nicht trauen würde, mit der psychisch kranken Schwester zu sprechen bzw. Gespräche für zwecklos hielte, dann würde ich wenigstens der anderen Schwester einmal im Quartal für entlastende Gespräche zur Verfügung stehen. Mal gemeinsam beraten, was man machen könnte. Sie einfach nicht allein lassen mit diesem extrem belastenden Problem.
Das einzig Positive ist, dass ich letztes Jahr einen netten Partner gefunden habe (allerdings wohnt er relativ weit von mir weg, sodass wir uns nicht so oft sehen können). Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich ihn in dieser Situatin nicht gehabt hätte. Er meint, ich sollte mich von den Verwandten zurückziehen und mich nicht mehr um sie bemühen, denen wäre es ja sowieso egal, wie es mir ginge. Selbst wenn ich sterben würde, wäre es ihnen gleichgültig.
Was meint ihr? Bleibt mir wirklich nichts anderes als der komplette Rückzug von diesen Verwandten, die sich offensichtlich nur für ihr persönliches Lebensglück nebst Kindern und Enkeln interessieren?














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