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  1. #1

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    Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Hallo, Ihr Lieben,

    nach langer Zeit melde ich mich mal wieder hier im Forum.

    Hatte in früheren Beiträgen zum Thema ungewollte Kinderlosigkeit meine Probleme mit meiner alten, schwerkranken Mutter und meiner offensichtlich psychisch kranken, uneinsichtigen Schwester (Studium abgebrochen, keine Berufsausbildung, kein Einkommen, immer nur von der Rente der Mutter mitgelebt), aber auch der ignoranten Verwandtschaft (Cousinen) geschildert. Um Wiederholungen zu vermeiden, verweise ich insoweit auf meine alten Beiträge, die ihr bei Interesse ja gern nachlesen könnt.

    Nun ist meine Mutter vor 10 Monaten verstorben, und meine Schwester bewohnt nach wie vor ohne jedes Einkommen ganz allein unser schuldenfreies Elternhaus (Zweifamilienhaus, Baujahr 1955/56, insgesamt 160 qm Wohnfläche, 740 qm Grundstück, Gegend kann sich durchaus sehen lassen). Die obere Etage mit 80 qm steht seit mittlerweile 10 Jahren (!) leer; meine Mutter hatte damals das Bad oben noch renovieren lassen, aber meine Schwester hat es trotz vorheriger Beteuerungen in all den Jahren nie "geschafft", die obere Wohnung zu beziehen, sondern blieb unten in ihrem ehemaligen Kinderzimmer. Mieter gibt es keine im Haus. Laut notariellem Testament meiner Mutter sind meine Schwester und ich Erbinnen zu gleichen Teilen. Weitere Erben bzw. Vermächtnisse zugunsten anderer Personen gibt es nicht.

    Ich habe damals die Beerdigungskosten für meine Mutter aus meinem Privatvermögen gezahlt, obwohl das nicht nötig gewesen wäre. Auf ihren Konten waren insgesamt noch 12.000 €. Den Betrag habe ich - unter Verzicht auf die mir zustehende Hälfte - meiner Schwester komplett überlassen, damit sie davon noch eine Weile leben kann. Ich hatte gehofft, sie würde Vernunft annehmen, erkennen, dass sie professionelle Hilfe braucht, oder sich vielleicht sogar bei der Arbeitsagentur Arbeit suchend melden. Auch wollte ich ihr nicht gleich den Boden unter den Füßen wegziehen, zumal sie aufgrund ihrer psychischen Befindlichkeit und der symbiotischen Beziehung zu unserer Mutter von deren Tod ohnehin sehr geschockt war, obwohl uns die Ärzte lange genug in deutlichen Worten darauf vorbereitet hatten.

    Selbst die Häfte der laufenden Verbrauchskosten für das Haus und die Hälfte aller anderen Hauskosten habe ich bis Juni 2012 gezahlt. Dabei wohne ich gar nicht in dem Haus, sondern in einer ganz anderen Stadt, 75 km entfernt. Schon allein aus beruflichen Gründen würde ich auch nie wieder in das Elternhaus zurückziehen. Und ein Leben mit meiner psychisch kranken, extrem zänkischen Schwester unter einem Dach kann man niemandem, auch keinem Mieter, zumuten. Abgesehen davon ist das fast 60 Jahre alte Haus natürlich entsprechend sanierungsbedürftig (Dach müsste erneuert werden, Fenster über 30 Jahre alt, fehlende Wärmedämmung etc.).

    Da meine Schwester bis heute keine Anstalten macht, etwas in ihrem Leben zu verändern, ihr Geld angeblich zur Neige geht und sie mich nun sogar unter Druck setzt, künftig die kompletten (!) Hauskosten und noch ihren Lebensunterhalt (!) zu zahlen, damit sie kein Hartz IV beantragen muss, blieb mir kürzlich nichts anders übrig, als mir einen Anwalt zu nehmen. Dieser hat meine Schwester unter Fristsetzung aufgefordert, sich mit einem freihändigen Verkauf des Hauses und Teilung des Erlöses einverstanden zu erklären, anderenfalls werde die Teilungsversteigerung beantragt. Letzteres würde ich zwar sehr bedauern, sähe aber angesichts ihrer bisherigen Verhaltensweise keine andere Möglichkeit. Meine Schwester simste mir eine gute Woche später und zeigte sich "traurig" und "geschockt"; ich habe ihr auch geantwortet und betont, ich wolle keinen Streit und keinen Kontaktabbruch, sondern eigentlich eine einvernehmliche Lösung, aber das Haus könnten wir nicht halten. Meine Schwester vermag dies krankheitsbedingt aber nicht einzusehen und verweigert sich auch allen Gesprächsangeboten unter mehr als vier Augen. Telefonate und Gespräche nur mit ihr allein bringen aber gar nichts, da sie die Inhalte hinterher völlig verdreht, geradezu frei erfunden, wiedergibt. Ich habe ihr per SMS diverse Vorschläge gemacht, auch einen schriftlichen Austausch vorgeschlagen, aber sie geht auf nichts ein. Wahrscheinlich wird es nach der Urlaubsrückkehr meines Anwalts noch zu einem Vermittlungsversuch über das Nachlassgericht kommen. Aber wenn das auch nichts bringt, werde ich mein Elternhaus im Laufe des nächsten Jahres - wahrscheinlich völlig unter Wert - versteigern lassen müssen.

    Natürlich habe ich auch Angst vor einem psychischen Zusammenbruch oder gar Suizidversuch meiner Schwester, wenn sie dann aus dem Haus raus muss. Aber mir bleibt keine andere Wahl, wenn ich nicht bis an mein Lebensende für alles aufkommen will und letztlich nichts davon habe. Selber wohne ich in einer 74 qm-Mietwohnung, die ja - neben Auto, Versicherungen etc. - auch bezahlt werden muss. Ich bin im höheren Verwaltungsdienst tätig und nicht arm, aber auch kein Krösus.

    Was mich nun in dieser ganzen Situation empört, ist das Verhalten von drei Cousinen, die zwar auch weiter entfernt wohnen, mich aber nicht im Geringsten unterstützen, nicht mal seelisch-moralisch. Sie kennen die gesamte Problematik. Zur Beerdigung meiner Mutter sind sie alle brav erschienen, aber danach ließen sie kaum noch etwas von sich hören. Bei meiner Schwester melden sie sich natürlich erst recht nicht. Eine einzige Cousine hat zu Weihnachten mal bei ihr angerufen, sie und eine andere haben ihr außerdem mal eine Urlaubskarte geschickt. Das war alles.

    Auch ich bekam von den Cousinen seither nur schriftliche Weihnachts-, Geburtstags- und Urlaubsgrüße und eine Nachricht von der Geburt eines Enkelkindes. Das eigentliche Thema aber wurde bewusst ausgespart, davon wollen sie nichts wissen. Die leben ihr Leben, prahlen mit ihren Kindern, Enkelkindern, Anschaffungen, Urlaubsreisen und sonstigen Erfolgen und wollen mit meinem Problem nicht behelligt werden. Angerufen hat mich in den ganzen 10 Monaten seit dem Tod meiner Mutter nur eine einzige der drei Cousinen, wobei die erste Initiative sogar von mir ausging. Selbst diese Cousine meldet sich nur noch höchst selten, kündigt zwar Anrufe an, die dann aber doch nicht kommen. Als deren Mutter vor einigen Jahren starb, haben meine Mutter und ich damals viel mehr Anteilnahme gezeigt, obwohl sie viel mehr Unterstützung vor Ort und keine psychisch kranke Schwester hat (ihr Vater lebt im Gegensatz zu meinem noch, Partner, Sohn, andere Verwandte, Freunde leben auch vor Ort). Wir haben damals öfters dort angerufen, ich habe sie vier Monate nach dem Tod ihrer Mutter für ein verlängertes Wochenende zu mir eingeladen und was nicht alles. Und was sind meine Eltern gegenüber den Cousinen und deren Kindern immer großzügig gewesen - auch, was Geldgeschenke bei Besuchen oder zu Hochzeiten, Kommunion, Konfirmation etc. betraf! Das scheinen die drei Damen jedoch komplett vergessen zu haben. Undank ist der Welt Lohn.

    Selbst zum 50. Geburtstag meiner Cousine im März, der groß gefeiert wurde, wurde ich ausdrücklich von vornherein nicht eingeladen, wahrscheinlich weil sie dann konsequenterweise auch meine Schwester hätte einladen müssen, die sie dort aufgrund ihrer psychischen Auffälligkeit nicht haben wollte. Die offizielle Begründung war, dass sie sich bei so vielen Gästen zu wenig um uns Cousinen würde kümmern können. Die angekündigte Nachfeier im kleinen Kreis der Cousinen fand aber bis heute nicht statt, davon ist gar keine Rede mehr. Genau das hatte ich mir Ende Februar, als ich quasi "ausgeladen" wurde, auch schon gedacht.

    Mittlerweile zeigen sogar Arbeitskollegen mehr Anteilnahme als meine Cousinen und fragen: "Gibt es denn keinen einzigen Verwandten, der auch mal mit deiner Schwester reden würde?" Ja, so traurig es ist, aber genau so ist es.

    Was meint ihr? Verlange ich zu viel von meinen Cousinen? Ich meine, im umgekehrten Fall würde ich mehr Anteilnahme zeigen. Und wenn ich mich schon nicht trauen würde, mit der psychisch kranken Schwester zu sprechen bzw. Gespräche für zwecklos hielte, dann würde ich wenigstens der anderen Schwester einmal im Quartal für entlastende Gespräche zur Verfügung stehen. Mal gemeinsam beraten, was man machen könnte. Sie einfach nicht allein lassen mit diesem extrem belastenden Problem.

    Das einzig Positive ist, dass ich letztes Jahr einen netten Partner gefunden habe (allerdings wohnt er relativ weit von mir weg, sodass wir uns nicht so oft sehen können). Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich ihn in dieser Situatin nicht gehabt hätte. Er meint, ich sollte mich von den Verwandten zurückziehen und mich nicht mehr um sie bemühen, denen wäre es ja sowieso egal, wie es mir ginge. Selbst wenn ich sterben würde, wäre es ihnen gleichgültig.

    Was meint ihr? Bleibt mir wirklich nichts anderes als der komplette Rückzug von diesen Verwandten, die sich offensichtlich nur für ihr persönliches Lebensglück nebst Kindern und Enkeln interessieren?
    Geändert von Asilanom (21.07.2012 um 23:21 Uhr)

  2. #2
    Avatar von eosa
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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von Asilanom Beitrag anzeigen
    Das einzig Postitive ist, dass ich letztes Jahr einen netten Partner gefunden habe (allerdings wohnt er relativ weit von mir weg, sodass wir uns nicht so oft sehen können). Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich ihn in dieser Situatin nicht gehabt hätte. Er meint, ich sollte mich von den Verwandten zurückziehen und mich nicht mehr um sie bemühen, denen wäre es ja sowieso egal, wie es mir ginge. Selbst wenn ich sterben würde, wäre es ihnen gleichgültig.

    Was meint ihr? Bleibt mir wirklich nichts anderes als der komplette Rückzug von diesen Verwandten, die sich offensichtlich nur für ihr persönliches Lebensglück nebst Kindern und Enkeln interessieren?
    Ich kenne Deine anderen Stränge nicht aber jetzt rein von diesem Post ausgehend würde ich leider sagen, ich würde mich zurückziehen.
    Und mit Deiner Schwester:
    Du hast zwei Möglichkeiten, entweder Du unterstützt sie finanziell, falls Du dazu überhaupt in der Lage bist, oder Du lässt den Dingen ihren Lauf und sie muss das Haus verlassen.
    Im grunde wurde durch die Hilfe Deiner Mutter diese Situation ja nur herausgezögert.
    Es bleibt die Frage, womit Du besser leben kannst, so wie ich das sehe, hast Du zu ihren Gunsten schon auf genug verzichtet.
    Love it, change it, or leave it!

  3. #3
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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Hallo Asilanom,
    von meiner (einzigen) Cousine würde ich persönlich in einer Notlage rein gar nichts erwarten. Früher sah man sich ein- oder zweimal im Jahr, heute vielleicht alle drei, vier Jahre bei Familienfeiern, obwohl sie nicht so wahnsinnig weit weg wohnt. Sie hat drei Töchter, die ich gerade so vom Sehen kenne. Ich würde mich ihr nicht verpflichtet fühlen, und sie sich mir sicher auch nicht, obwohl wir nichts gegeneinander haben. Insofern würde ich das Verhältnis eher wie bei Nachbarn einstufen: Schön, wenn man nette und hilfsbereite hat, aber wenn nicht, kann man das weder erzwingen noch hat man ein Anrecht darauf. Einen "kompletten Rückzug" würde ich genau deswegen aber auch nie in Erwägung ziehen. Warum auch? Nur weil meine Nachbarn nicht gleichzeitig meine Freunde sind, heißt das doch nicht, dass ich sie nicht auf der Straße grüßen kann.

    Konzentrier dich darauf, Menschen zu suchen, die dir tatsächlich helfen. Das können Freunde sein, soziale Einrichtungen, Nachbarn deiner Schwester (hat sie denn Freunde?), Seelsorger ... Die Erbsituation ist natürlich verfahren. Was würde denn passieren, wenn du deiner Schwester erstmal das Haus überlässt, ihr aber kein Geld mehr gibst? Das Haus ist ja ohnehin schadhaft. Bevor es versteigert werden muss, wäre das vielleicht ein Weg, auf dem deiner Schwester klar wird, dass es so nicht weitergeht?

    Grüße, Cariad

  4. #4

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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von eosa Beitrag anzeigen
    Du hast zwei Möglichkeiten, entweder Du unterstützt sie finanziell, falls Du dazu überhaupt in der Lage bist, oder Du lässt den Dingen ihren Lauf und sie muss das Haus verlassen.
    Im grunde wurde durch die Hilfe Deiner Mutter diese Situation ja nur herausgezögert.
    Ja, letzteres meinte mein Anwalt auch. Ich wäre sogar bereit, meiner Schwester auch weiterhin bei besonderem Bedarf Geld dazuzugeben, wenn sie sich z.B. Kleidung kaufen möchte oder drgl. Aber ich kann nicht auf Dauer die kompletten Kosten für das Haus einschließlich der Verbrauchskosten, Instandsetzungsarbeiten und für den kompletten Lebensunterhalt meiner Schwester übernehmen. Ich habe nichts, rein gar nichts davon. Ich selbst wohne nicht im Haus, sondern ganz woanders zur Miete, habe laut Anwalt sogar einen Nutzungsentschädigungsanspruch gegen meine Schwester. Und sie weiß meine bisherige Unterstützung noch nicht mal zu würdigen. Ich habe in den letzten 10 Monaten fast 9.000 € für Beerdigungs-, Grabpflege- und Hauskosten ausgegeben. Als eine Nachbarin unserer Mutter meine Schwester, die ihr gegenüber behauptete, ich würde "im Geld schwimmen", darauf hinwies, dass ich doch sogar die Beerdigungskosten allein getragen hätte, habe meine Schwester erwidert, das sei ja wohl das Mindeste, was man (von mir) erwarten könne.
    Geändert von Asilanom (21.07.2012 um 22:18 Uhr)

  5. #5

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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    KWas würde denn passieren, wenn du deiner Schwester erstmal das Haus überlässt, ihr aber kein Geld mehr gibst? Das Haus ist ja ohnehin schadhaft. Bevor es versteigert werden muss, wäre das vielleicht ein Weg, auf dem deiner Schwester klar wird, dass es so nicht weitergeht?
    Ja, mein Anwalt riet mir auch schon dazu, meine Schwester finanziell "ausbluten" zu lassen, um sie so unter Druck zu setzen. Ich muss ihr auch faktisch nichts mehr zahlen, weil ich meinen (wesentlich höheren) Anspruch auf Nutzungsentschädigung gegenrechnen kann. Daher überweise ich ihr auf Anraten meines Anwalts seit Juli auch kein Geld mehr. Das Geld, das ich ihr überlassen habe, geht bald zur Neige. Neulich behauptete sie mal, sie hätte nur noch 2.500 € (Ende Oktober 2011 waren es noch mindestens 12.000 €). Ich kann nicht überprüfen, ob das stimmt, denn obwohl ich ihr damals meinen Anteil an dem ererbten Geld geschenkt habe, war sie nicht bereit, mir Kontovollmacht einzuräumen (psychisch Kranke sind ja oft extrem misstrauisch). Achten muss ich nur darauf, dass sämtliche Gebäudeversicherungen bezahlt sind, aber das kann ich zur Not auch noch allein schultern.

  6. #6
    Moderation Avatar von izzie
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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von Asilanom Beitrag anzeigen
    Ich habe in den letzten 10 Monaten fast 9.000 € für Beerdigungs-, Grabpflege- und Hauskosten ausgegeben. Als eine Nachbarin unserer Mutter meine Schwester, die ihr gegenüber behauptete, ich würde "im Geld schwimmen", darauf hinwies, dass ich doch sogar die Beerdigungsksoten allein getragen hätte, habe meine Schwester erwidert, das sei ja wohl das Mindeste, was man (von mir) erwarten könne.
    Im Falle einer (Teilungs-)versteigerung würde ich mich erkundigen, ob du deine Kosten aus dem Erlös erstattet bekommst, bevor dann der Rest geteilt wird. Zumal du deiner Schwester ja das Geld auf dem Konto eurer Mutter komplett überlassen hast.
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  7. #7

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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von izzie Beitrag anzeigen
    Im Falle einer (Teilungs-)versteigerung würde ich mich erkundigen, ob du deine Kosten aus dem Erlös erstattet bekommst, bevor dann der Rest geteilt wird. Zumal du deiner Schwester ja das Geld auf dem Konto eurer Mutter komplett überlassen hast.
    Danke für den Hinweis, mein Anwalt deutete auch schon so was an. Bin zwar selbst auch Volljuristin, aber in der Verwaltung tätig und natürlich nicht auf Erbrecht spezialisiert, deshalb habe ich mich entschieden, das Ganze mit Beratung durch einen Fachanwalt durchzuziehen.

    Neben diesen Sorgen macht es mir aber auch wirklich emotional zu schaffen, dass es die besagten Verwandten gar nicht zu berühren scheint. Die Sache hat ja eben nicht nur eine juristische, sondern auch eine emotionale Seite, und zwar eine psychisch sehr belastende. Das müsste sich jeder, der auch nur ein bisschen Herz und Einfühlungsvermögen hat, auch denken können. Ich hätte im umgekehrten Fall jedenfalls ein schlechtes Gewissen, jemanden in dieser Situation so im Regen stehen zu lassen. Aber vielleicht sagen die sich: "Sie ist ja schließlich Juristin - soll sie doch zusehen, wie sie fertig wird." Ich bin Bildungsaufsteigerin und werde daher in der weiteren Verwandtschaft (außer meiner Ursprungsfamilie) kritisch und etwas neidisch beäugt. Da kann man denen gegenüber ruhig hilfsbereit und freundlich sein und bescheiden auftreten und sogar tiefstapeln - es nützt nichts.
    Geändert von Asilanom (21.07.2012 um 12:50 Uhr)

  8. #8
    Avatar von Historia02
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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Hallo Asilanom,

    meinst du diese alten Beiträge zur Vorgeschichte?

    Ich finde, du erwartest da einfach zuviel von den Cousinen. Warum sollten sie sich verpflichtet fühlen, dir ein offenes Ohr zu schenken? Wissen Sie denn, dass du das von ihnen erwartest?

    Ich selber gehe davon aus, dass solche Probleme innerhalb der "Kernfamilie" gelöst werden. Wenn einer meiner Cousins oder Cousinen solche Probleme hätte, würde ich mich da tunlichst raushalten, außer, sie würden mich explizit um meinen Rat bitten. Wissen deine Cousinen, dass du dir von ihnen "entlastende Gespräche" wünschst?

    Wie alt bist du denn? Um die 60, oder? In deinen Postings kommst du recht tough rüber. Wäre ich deine Cousine, würde ich davon ausgehen, dass du deine Probleme alleine lösen kannst. Immerhin hast du schon einen Anwalt zu Rate gezogen. Was könnten die Cousinen darüber hinaus für dich tun? Wenn deine Schwester komplett uneinsichtig ist, werden sicher auch die Cousinen nichts ausrichten können.

    Immerhin scheinen die Cousinen aber nicht von dir zu erwarten, dass du deiner Schwester das Haus überlässt, oder? Das ist doch schon mal gut. Sie unterstützen dich zwar nicht, aber sie fallen dir auch nicht in den Rücken.

    Ich hätte nur etwas Sorge, dass deine Schwester aus dem Haus nicht auszieht, selbst wenn es versteigert wird. Aber das ist ja dann nicht mehr dein Problem.

    Edit: Habe gerade dein letztes Posting gelesen. Also, wenn du Volljuristin bist, dann würde ich als Cousine auch nicht wissen, wie ich dir helfen sollte. Rein fachlich sowieso nicht (gerade als "Außenstehender" weiß man ja oft nicht, dass es da verschiedene Bereiche gibt; wenn man ein Fach studiert hat, wird ja von anderen immer erwartet, dass man sich auf allen Gebieten vollumfänglich auskennt ("Aber du hast doch XY studiert!") und emotional auch nicht.
    Geändert von Historia02 (21.07.2012 um 12:51 Uhr)

  9. #9
    Avatar von segres
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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von Asilanom Beitrag anzeigen
    Neben diesen Sorgen macht es mir aber auch wirklich emotional zu schaffen, dass es die besagten Verwandten gar nicht zu berühren scheint. Ich hätte im umgekehrten Fall ein schlechtes Gewissen. Aber vielleicht sagen die sich: "Sie ist ja schließlich Juristin - soll sie doch zusehen, wie sie fertig wrid." Ich bin Bildungsaufsteigerin und werde daher in der weiteren Verwandtschaft (außer meiner Ursprungsfamilie) kritisch und etwas neidisch beäugt. Da kann man denen gegenüber ruhig hilfsbereit und freundlich sein und bescheiden auftreten und sogar tiefstapeln - es nützt nichts.
    Ich könnte mir vorstellen, dass deine Cousinen zu dir Abstand halten, weil die Situation bei dir so verfahren, hoffnungslos und kostspielig ist und sie da nicht reingezogen werden möchten. Du warst bisher extrem großzügig zu deiner Schwester. Jetzt zwingen dich die Umstände, brutal zu werden. Ich möchte nicht in deiner Haut stecken. Und der Wunsch, dass deine Schwester sich ihrer Situation bewusst wird und angemessene Maßnahmen ergreift, wird nicht eintreten.
    Hamburg - Das Leben ist kompliziert. Im Büro Intrigen und IT-Probleme, zu Hause drohen Steuererklärung, Großeinkauf und Kellerentrümpelung.
    (aus einem Spiegel-Artikel)

  10. #10

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    AW: Total enttäuscht von der Verwandtschaft

    Liebe Asilanom,

    ich habe Deine älteren Beiträge nicht gelesen. Aus Deinem aktuellen Bericht lese ich bei Dir klar strukturiertes Denken und Handeln heraus.

    Was Deinen Gram bezüglich Deiner Familie angeht. Hm... ich weiß nicht, ob das sarkastisch klingt, es ist aber sicherlich nicht so gemeint: ich kenne den umgekehrten Fall: Eine heikle Familiengeschichte mit Todesfall, Immobilie, Räumung, und allem, was dazu gehört.

    Das Schlimme war: da hängte sich ganz plötzlich die ganze Familie in die Angelegenheit ein, die eigentlich nur die Kinder und die 2. Frau des Verstorbenen anging.

    Das könnt ihr doch nicht machen, wie herzlos ist das denn, der Vater wird sich im Grabe rumdrehen, mag ja sein, dass das notariell festgehalten wurde, aber so hats der Vater sicher nicht gemeint, wenn Eure Mutter wüsste was Ihr hier tut, eine Schande, wie kalt Ihr seid,...

    Ich kann Dir sagen: da wären die beiden Kinder aus der ersten Ehe froh gewesen, dass man sie einfach in Ruhe gelassen hätte - zumal sich vorher und nachher nie einer aus der Umverwandtschaft in irgendeiner Weise engagiert hat(te).

    Daher meine abgedroschener Rat "pass auf, was Du Dir wünschst."
    Das Engagement von Verwandten, Bekannten und Familie kann bisweilen auch über Mitleid, Unterstützung und Mut zusprechen weit hinaus und ins Gegenteil gehen.

    Um weiteren Verletzungen und Kränkungen aus dem Wege zu gehen, hilft vermutlich nur Abstand, Abstand, Abstand.

    Alles Gute für Dich!

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