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  1. #1
    Avatar von kiwi-in-ohv
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    geschockt Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    Hallo Ihr da draußen!

    Ich lebeb nun schon ein paar Monate mit der Diagnose Erschöpfungsdepression. Zunächst ging es mir unter der BEhandlung mit Antidepressiva besser, dann habe ich sie langsam abgesetzt und bin nun wieder im tiefen Tal gelandet. Bin mal wieder nicht arbeitsfähig (möchte aber gerne wieder arbeiten) und weiß nicht so recht, wie es jetzt weitergehen soll.

    Gibt es jemanden, der Erfahrung mit dieser Diagnose hat ( Betroffene oder Mitbetroffene etc) und gibt es außer der schulmedizinischen Seit noch andere Behandlungsmöglichkeiten?

    Gibt es jemanden, der das überstanden hat.... ich ahbe nämlcih Angst, nicht wieder gesund zu werden....

    Fragen über Fragen - ich hoffe, es gibt zumindest auf einge Antwort.
    Danke schön,
    Kiwi
    When the going gets tough, get tough and get going!

  2. #2
    Avatar von Jana1969
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    AW: Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    Liebe Kiwi,

    bei mir wurde erstmals vor 4 Jahren die Diagnose Erschöpfungsdepression gestellt. Von heute auf morgen ging nichts mehr, ich war nicht einmal mehr in der Lage, meine damals 4 Kinder zu versorgen (zum Glück habe ich Eltern und Schwiegereltern in unmittelbarer Nähe, die helfend einsprangen), mein Mann arbeitet bei der Kripo und ist erst seit einem guten Jahr hier in Familiennähe im Einsatz. Ich war mit vielem auf mich allein gestellt und habe nach außen hin immer alles sehr gut und problemlos gemeistert - meine Seele war offenbar anderer Meinung.

    Ich kam zunächst in die Psychosomatische Klinik in Bad Grönenbach, das ist im Allgäu. Dort wurde mir in einer insgesamt 8 Wochen dauernden Rehamaßnahme sehr gut geholfen. In Anschluß habe ich mich zu einer sehr guten Therapeutin in ambulante Behandlung begeben und mit ihrer Hilfe gelernt, mein Leben in vielerlei Hinsicht neu zu ordnen, anders zu strukturieren. Ich habe wieder begonnen, viel Sport zu treiben, alte Freundschaften zu pflegen, habe losgelassen und abgegeben.

    Nach einem tragischen Todesfall in meinem Freundeskreis im September 06 und dem unerwarteten Freitod einer engen Freundin zu Beginn diesen Jahres brach alles wieder über mir zusammen - von einer Minute auf die andere war nichts mehr wie zuvor und nach ziemlich genau vier Wochen kam der erneute Zusammenbruch (ich stand beim Bäcker an der Kasse, mein jüngstes Kind im Buggy neben mir ...) - mir wurde "komisch", schwindelig, ein Druck auf der Brust entstand, die Haut wurde taub und die Tränen kamen.

    Mit Hilfe meiner Therapeutin hatte ich mich relativ schnell wieder "im Griff", allerdings fällt mir das Atmen, das Leben, das Unbekümmertsein, oft sehr schwer. Ich verzichte gänzlich auf Antidepressiva, greife viel auf Bachblüten zurück und habe außerdem das große Glück, daß ich meine Psyche mit Sport sehr gut beeinflussen kann. Auch meine Kinder fordern mich sehr, an manchen Tagen bleibt gar keine Zeit für Schwermut ...

    Das dunkle Tal ist mächtig lang, nicht wahr? Aber ich habe gesehen, daß am Ende doch immer wieder Licht kommt.
    Mir hilft sehr, über meine dunklen Phasen Tagebuch zu führen. Ich schreibe auch auf, was mir gut getan hat, wonach es mir besser ging (bestimmte Musik, Pfannekuchen mit Apfelmus, drei DVDs Ally McBeal, Zweistundentelefonat mit der Cousine im Hochzeitsstress) und ich habe dann später, als es mir wieder saudreckig ging, exakt diese Das-tut-mir-gut-Dinge nachgelebt ... mit wachsendem Erfolg! Ich glaube, ich kann mich auf "gute Laune" inzwischen ein wenig programmieren. Zumindest das mit den Pfannekuchen klappt immer richtig gut.

    Liebe Kiwi - ich wünsch Dir gute Besserung!! Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist ;-)

    Jana

  3. #3
    Avatar von kiwi-in-ohv
    Registriert seit
    14.09.2007
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    6

    AW: Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    Liebe Jana,

    es tut gut zu lesen, dass es anderen auch so gehzt. Denn die veilen anderen da draußen schaune immer nur ganz betroffen und meiden mich dann, als ob ich die Pest hätte.... Ist halt immer noch was merkwürdiges, wenn man psychisch krank ist.

    Deine Idee mit dem Tagbuch finde ich gut - will mal schaune, ob ich das auch umsetzen kann. Sport mache ich schon recht oft - fast zu oft - da muss ich im Moment ein wenig aufpassen, dass ich nicht, wenn es mir mal gut geht, zuviel mache.
    Ich würde auch gerne auf alle Antidepressiva verzichten, im Moment geht es jedoch einfach nicht.

    Aber ich werde mich mit dem Gedanken aufrichten, dass es Dir mit Reha und Therapie auch wieder besser gegangen ist......
    Klinik/Reha.... hmmmm.... vielleicht wirlich mal keinen so schlechte Idee.. ich werde mla meinen Ärztin danach fragen.

    Vielen Dank,


    Kiwi
    When the going gets tough, get tough and get going!

  4. #4
    Avatar von Lakritze
    Registriert seit
    31.07.2002
    Beiträge
    2.992

    AW: Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    Hallo Kiwi,
    wie geht es Dir im Moment?
    Auch ich habe seit Juni diesen Jahres die Diagnose Erschöpfungsdepression (vermutet von meiner Hausärztin und nachdem sämtliche andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden konnten, bestätigt von meiner Neurologin)
    Ich nehme Antidepressiva und bin gleichzeitig in Psychotherapie.
    Auf Anraten und nach Anleitung meiner Psychotherapeutin mache ich autogenes Training, das hilft mir sehr beim Streßabbau.
    Leider wurde meine Krankheit in der Firma nicht gut aufgenommen, sodaß ich die Konsequenzen gezogen und gekündigt habe.
    Wie genau es weiter geht, weiß ich noch nicht, ich brauche auf jeden Fall eine Auszeit und werde ab Oktober studieren (Slowenisch und Ungarisch) - irgendwas Produktives muß ich tun, auch wenn ich noch nicht so ganz bei Kräften bin.
    Was mir Angst macht, ist die Frage, wie lange es dauert, bis ich wieder voll leistungsfähig bin. Es wäre mir im Moment unmöglich, im Job 150% zu geben, wie das von mir verlangt wurde. Leider wird das auch in anderen Betrieben nicht anders sein
    LG und gute Besserung ,
    Lakritze
    Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden. (Reinhold Niebuhr)

  5. #5
    Avatar von Jana1969
    Registriert seit
    22.06.2005
    Beiträge
    178

    AW: Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    Hallo Kiwi,

    wie geht es Dir?

    Ich schicke Dir schöne Grüße!

    Jana

  6. #6
    karline
    gelöscht

    AW: Erschöpfungsdepression - wer hat Erfahrung damit

    @kiwi
    ...hast du die Antidepressiva nach deinem Ermessen reduziert oder nach einem Medikationsplan unter ärztlicher Betreuung?
    Deine Beschreibung zeigt, dass du mitten im Genesungsprozess ungeduldig dir selbst gegenüber bist und schon wieder voll loslegen willst. Sei dir selbst gegenüber rücksichtsvoll, weil deine Erschöpfung ein Alarmzeichen war, dass du schon lange mit leerem Tank und plattgefahrenen Reifen durch die Wüste gebrettert bist. Je mehr ein Mensch in dieser Situation erkennt, dass ein Gipsbein in 6 Wochen wieder verheilt ist und man losrennt, aber dass es lange dauert, bis die Seele wieder gesundet ist, hat man die beste Aussicht, wieder aufzutanken, um langsam wieder mit Wohlgefühl in den Alltag einzufinden...

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