Hallo,
ich habe ein sehr schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter. Sie ist sehr dominant und.. auch reichlich egomanisch. Eigentlich geht es immer nur um sie. Was sie natürlich vehement abstreitet.
Was mir am meisten auf den Sack geht, ist der Jammerton, dass es doch eigentlich immer alles furchtbar ist. Sie schafft es auch tatsächlich, sich in regelmäßigen Abständen eine Krankheit zu 'holen', so dass sich wochenlang wieder nur alle Sorgen um sie machen und sie im Mittelpunkt steht. Es ist meinem Gefühl nach wirklich SIE, SIE, SIE, SIE, SIE.
Mich hat sie meiner Meinung nach noch nie wirklich geschätzt. Beziehungsweise ich finde sie zum Teil mir gegenüber regelrecht sadistisch. Sie haut mir zum Beispiel immer genau dann mitten eine rein (weiß natürlich auch wie!), wenn ich am empfindlichsten bin.
Dann auch da IMMER (IMMER!) der Jammerton....sie ruft mich z.B. an und fragt mich schon mit Jammerton, wie es mir geht. Wenn ich sage gut, sagt sie 'wirklich?', ich dann 'ja wirklich' sie: 'na da bin ich dann ja beruhigt, ich habe nämlich nicht das Gefühl und mache mir ständig Sorgen um Dich, so dass ich (ICH ICH ICH ICH ICH) die ganze Nacht nicht geschlafen habe!
Es sind schon so ungemein viele Dinge vorgefallen, wo ich mich von ihr verraten und verkauft gefühlt habe, über den Mund gefahren, angemacht, runtergemacht.
Wenn ich da bin, hat sie z.B. die Angewohnheit, mir schlichtweg nicht zuzuhören. Sie redet entweder über mich rüber, oder geht sobald ich ansetze (im Ernst!) in die Küche, um da etwas zu holen etc.
Es war mal eine Freundin von mir gemeinsam mit mir da. Meine Freundin sagte hinterher zu mir 'Ich war kurz davor, Deine Mutter zu fragen, was sie da eigentlich mit Dir macht? Sie stellt Dir eine Frage und geht dann raus. Jedes mal, wenn Du was sagst, unterbricht sie Dich. Und wenn sie sich was anhört von Dir, macht sie sich eigentlich dann über das Gesagte lustig.'
Will damit sagen: ich scheine mir das wirklich nicht einzubilden!
Erschwerend kommt hinzu, dass sie mit meiner Schwester ganz eng ist (und schon immer war). Meine Schwester ist halt immer die Schönere, die Bessere, die mehr hat, mehr kann. Es ist geradezu krankhaft, dass meine Mutter und ich nicht telefonieren können, ohne dass meine Mutter spätestens nach 60 Sekunden etwas von meiner Schwester erzählt. Ich sollte in so einem Telefonat mal den Zähler-Ticker mitlaufen lassen. Die Häufigkeit, mit der der Name meiner Schwester fällt, ist geradezu lächerlich. Und wenn etwas Ernstes ansteht bei mir ist natürlich die erste Frage meiner Mutter dazu 'Was hat denn Deine Schwester dazu gesagt'`
Ganz früher als Kind war es auch so, dass meine Mutter und meine Schwester sich häufig gemeinsam über mich lustig gemacht haben: wie (schei*e) ich aussehe, wie (blöd) ich bin, was ich jetzt wieder für einen Schwachsinn mache. Und immer mit diesem Seufzer von 'ach Anais, das ist wirklich ein Problem'. Oder 'Du bist genau wie Dein Vater'. Was zu der Zeit, als meine Eltern permanent und über Jahre kurz vor der Scheidung standen nicht gerade eine gute Referenz war.
Dann auch die Sache, wie sie mich schon ansieht, wenn wir uns treffen. Sie sieht mir nicht in die Augen, sondern 'scannt' mich ab. Ich habe manchmal eine leicht gereizte Haut, und ich kann dann regelrecht spüren, wie meine Mutter über jede Hautunregelmäßigkeit rüberscannt und mir das hinterher auch sagt, dass 'ja, ich habe schon an Deiner Haut gesehen, dass es Dir nicht so gut geht'. Oder 'es wäre schon ganz schön, wenn Du ein paar Kilo abnehmen würdest'. (Ich bin zwar nicht dünn, habe aber Normalgewicht!) Wenn ich dann wütend werde, kommt das obligatorische 'Aber ich will doch nur, dass es Dir gut geht. Und mit 3 Kilo weniger fühlst Du Dich einfach besser, das weiß ich doch!'
Ich habe inzwischen einen regelrecht Hass auf meine Mutter und kann es kaum ertragen, sie zu sehen oder mit ihr zu sprechen (mit meiner Schwester habe ich auch Probleme, aber das ist noch eine andere Sache).
Sie fragt natürlich auch, warum ich so zickig bin. Wenn ich es ihr sage und ihr meinen Eindruck schildere (siehe oben) - solche Gespräche hatten wir in den letzten 10 Jahren wirklich häufig, dann heißt es sofort: Du BIST aber auch immer so EMPFINDLICH und IMMMER sofort AUFBRAUSEND und das STIMMT einfach nicht, was Du mir da UNTERSTELLST. Etc. pp.
Ein sehr, sehr wunder Punkt, den ich meiner Mutter auch nie verziehen habe, ist dass ich vor 14 Jahren ungeplant schwanger war. Ich war aber immerhin keine 16 mehr, sondern 23. Der Vater wollte das Kind nicht, hat es aber meiner Entscheidung überlassen. Ich habe mich eigentlich über die Schwangerschaft gefreut, aber keinerlei Unterstützung von irgendwem bekommen. Als ich meiner Mutter davon erzählt habe - in der dämlichen Hoffnung, dass sie mir zur Seite steht und mich stützt - war ihr erster Satz dazu 'Ich (ICH ICH ICH ICH ICH) möchte noch nicht Oma werden!!!'. Dann hat sie mir das Kind kategorisch ausgeredet. Bis hin zu dem Satz 'Du kannst doch noch nicht mal 6 Wochen auf einen Hund aufpassen, wie willst Du es da mit einem Baby schaffen!?'
Ich habe damals dann abgetrieben und sehr, sehr lange enorm darunter gelitten. Bis heute eigentlich. Natürlich war meine Mutter nicht der einzige Grund, aber ihre Reaktion auf meine damalige sowieso vorhandene Angst und Unsicherheit haben sicherlich stark mit den Anstoß gegeben zu meiner Entscheidung. Und vor allem habe ich mich unglauglich verraten gefühlt von ihr. Und runtergemacht. Wenn ich nicht mal auf einen Hund aufpassen kann, was bin ich für ein Mensch..
2 Tage nach dem Abbruch übrigens ging es mir sehr schlecht und wir mussten zu einem Verwandtenbesuch, ich mit Fieber. Im Auto sagte meine Mutter, ich solle mich nicht so haben, sie wisse wie das ist, sie habe auch schon eine 'Ausschabung' gehabt. PENG. Das sind die Dinge, die sitzen bei mir bis heute, die kann ich auch nicht verzeihen.
Und jetzt bin ich auch schwanger und der ganze Wust kommt mir noch mal richtig hoch. Ich bin extrem agressiv gegen meine Mutter und möchte eigentlich den Kontakt komplett abbrechen.
Im Gegenzug sucht sie immer MEHR den Kontakt. Bis vor 2 Jahren habe ich sie eigentlich nicht besonders interessiert, dann habe ich (für alle überraschend, denn das war ja für mich eigentlich gar nicht 'vorgesehen') meinen Mann getroffen und sehr schnell geheiratet. Seitdem ruft sie häufig an. Vielleicht merkt sie, dass ich ihr entgleite.
Und jetzt bin ich schwanger. Und kann den Kontakt regelrecht nicht mehr ertragen.
Heute rief sie (mal wieder) an. Nach 60 Sekunden sagte sie mir dann, dass eine Freundin von ihr gesagt hätte, bei einer Feierlichkeit am Montag habe ich so einen 'abweisenden Eindruck' gemacht. Das kam in dem typischen leicht vorwurfsvoll/jammernden/sorgenvollen Tonfall im Sinne von 'Du bist so schwierig, Du machst es MIR so schwer, Deine Mutter zu sein, jetzt muss ich mir von anderen sagen lassen, dass Du abweisend bist, siehst Du mal, wie schlimm Du bist!'
Ich habe dann tatsächlich gesagt, dass mich das aufregt, ich keine Lust mehr habe zu telefonieren und aufgelegt. Und mich natürlich hinterher noch fürchterlich aufgeregt.
Und fragt mich nicht wieso, ich glaube meine Mutter WILL, dass ich mich dann schei*e fühle hinterher. Ich habe tatsächlich das Gefühl - schon lange! - sie WILL, dass ich mich schlecht und klein und blöd fühle. Dann stimmt ihr Weltbild wieder. Anais ist schwierig, ihr geht es nie richtig gut. Sobald es mir gut geht, löchert sie mich so lange, bis es mir tatsächlich nicht mehr gut geht, dann legt sie auf.
Was ist DAS denn für eine Schei*e???????????????
Und wie um Gottes Willen kann ich mich dagegen wehren????
Im Moment möchte ich tatsächlich den Kontakt abbrechen.
Und die andere Seite ist, dass ich meine Mutter natürlich auch liebe! Sie kann übrigens sehr, sehr nett sein und offen und intelligent. Zu anderen. Zu mir leider nicht.
Und natürlich würde ich mir eigentlich wünschen, dass wir ein gutes Verhältnis haben, ich mich darauf freuen kann, dass sie die Oma unseres Kindes wird. Der Gedanke auch, dass sie ja nun auch nicht mehr so jung ist und ob ich es nicht irgendwann total bereue, dass wir nicht ein besseres Verhältnis hatten, als sie noch lebte. Ob man da nicht noch was 'ändern' kann. Sie schlug ja neulich sogar vor, mal gemeinsam zu einer Therapeutin zu gehen. Aber alles bei mir ist auf totale Abwehr.
Anais, mal wieder am kochen vor Wut und Enttäuschung











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macht (s) euch hübsch
ina müller 