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  1. #21
    Avatar von Sariana
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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Auch in der Traumatherapie kann das Aufstellen des Familiensystems ein Inhalt sein. Sehr häufig handelt es sich um mehrgenerationale Traumata und/oder Bindungsstörungen.

    Liebe Wiesenblume, was könnte dir schlimmstenfalls passieren?
    Ein "Problem" besteht meist aus einer Vielzahl von Puzzleteilen, dieses "Problem" kann zu einem Lebensthema werden, welches in der ein oder anderen Form übertragbar ist, z.B. auf die Nachfolgegeneration.

    Unseren Altvorderen standen die Möglichkeiten nicht offen, ihre Bindungsstörungen zu anzuschauen, einzuordnen und dem Leben eine andere Wendung zu geben. Sie haben funktioniert, mussten funktionieren.
    Wir, ich sage das jetzt mal ganz pauschal stellvertretend für die Generationen, die Krieg und Vertreibung nicht unmittelbar erleben mussten, haben die Chance den Inhalt des "Lebensrucksackes" zu öffnen und uns von Mustern, Glaubenssätze zu trennen - mit professioneller Hilfe.

    Euer Therapeut drängt dich nicht, er erwartet auch nicht, dass du ihm den Gefallen tust auf seinen Vorschlag einzugehen.

    Du kannst nur für dich entscheiden, ob das dein Weg ist. Möglicherweise wäre ein Einzeltermin mit ihm förderlich, um über deinen Sorgen, Nöte, Befürchtungen und tiefen Ängste zu sprechen.

    Viel Glück auf deinem ganz persönlichen Weg.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  2. #22
    Avatar von Ariena
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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Die Tatsache, dass du dich darüber austauschen möchtest lässt mich vermuten, dass du das Thema Familienaufstellung schon irgendwie interessant findest. Da scheint kein ganz klares "Nein!" in dir zu sein. Aber vielleicht ist jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht brauchst du es gerade den guten Status Quo zu tanken. Manchmal braucht man noch einen Moment der Ruhe um später Kraft für den nächsten Schritt zu haben.

  3. #23
    HedwigDohm
    gelöscht

    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen
    Es gibt da allerdings noch einen Punkt im Rahmen der Paartherapie, den wir mit Reden und Sprechen und Dialogen nicht in den Griff bekommen. Ich möchte hier nicht en Detail darauf eingehen, welcher Art das Problem ist - ich hoffe, das ist in Ordnung.

    Der Ansatz unseres Therapeuten zielt in die Richtung, dass das Problem nur das Symptom sei. Die Ursache hingegen sei vermutlich (!) in meinem Verlust-Trauma rund um die Krankheit und den Tod meiner Mutter zu finden (ich war damals ein Teenager).
    Kommt Dir diese Vermutung denn plausibel vor?

    Hier sieht der Therapeut den Punkt, an dem es anzusetzen gilt: das Öffnen dieser alten Wunden und das Ausreinigen eben jener, damit sie dann von innen nach außen heilen können.
    Um im Bild zu bleiben: Wenn ein Mensch einen schweren Unfall erleidet, dann bleiben unter Umständen Narben zurück, die ein Leben lang sichtbar sind. Man kann natürlich versuchen, die Narben zu öffnen, das Gewebe auszukratzen und die blutige Wunde anschließend von innen nach außen heilen zu lassen. Das Ergebnis wird in der Regel nicht zufriedenstellend sein. Womöglich ist die Narbe anschließend viel wulstiger und auffälliger als vorher, im schlechtesten Fall zieht man sich eine schwere Infektion zu.

    Meine Angst: ich weiß nicht, ob ich es ein zweites Mal ertragen kann, mich diesem Schmerz und diesen Momenten zu stellen. Es hat mich damals fast zerrissen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ein zweites Mal überstehe. Ich habe richtig, richtig Angst...
    Vielleicht wäre es sinnvoll, den Tod Deiner Mutter mit therapeutischer Unterstützung aufzuarbeiten. Die Frage ist, ob die Paartherapie und die Familienaufstellung der richtige Rahmen sind.

  4. #24
    Avatar von Wiesenblume
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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Zitat Zitat von HedwigDohm Beitrag anzeigen
    Kommt Dir diese Vermutung denn plausibel vor?
    Ich muss eines vorweg schicken: ich bin nicht vom Fach - kenne mich mit Psychotherapie etc pp en detail nicht aus. Als Laie und Betroffene kann ich aber sagen, dass mir diese Herleitung schlüssig erscheint.

    Zitat Zitat von HedwigDohm Beitrag anzeigen
    Womöglich ist die Narbe anschließend viel wulstiger und auffälliger als vorher, im schlechtesten Fall zieht man sich eine schwere Infektion zu.
    Das ist ja das, was mich umtreibt: jetzt spreche ich von einer Narbe - wer sagt mir, dass am Ende nicht eine Blutvergiftung steht (um das Bild weiter zu bemühen)?

    Zitat Zitat von HedwigDohm Beitrag anzeigen
    Vielleicht wäre es sinnvoll, den Tod Deiner Mutter mit therapeutischer Unterstützung aufzuarbeiten. Die Frage ist, ob die Paartherapie und die Familienaufstellung der richtige Rahmen sind.
    Der Tod meiner Mutter ist schon jetzt Teil meiner/unserer Therapie. Allerdings nähme dieses Thema allein schon zuviel Platz ein, als in eine Paartherapie hineinpasst. Aber: wie oben bereits angedeutet: die Vermutung steht im Raum, dass große Teile unseres/meines Problems als Paar-Mensch ihre Ursache in dem Verlust meiner Mutter haben (könnten). Daher auch der Rat meines Therapeuten, dort genau hinzusehen.

  5. #25
    Avatar von lich
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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen
    Der Tod meiner Mutter ist schon jetzt Teil meiner/unserer Therapie. Allerdings nähme dieses Thema allein schon zuviel Platz ein, als in eine Paartherapie hineinpasst. Aber: wie oben bereits angedeutet: die Vermutung steht im Raum, dass große Teile unseres/meines Problems als Paar-Mensch ihre Ursache in dem Verlust meiner Mutter haben (könnten). Daher auch der Rat meines Therapeuten, dort genau hinzusehen.
    Es gibt auch die Möglichkeit, eure Paartherapie zu unterbrechen, damit du im Rahmen einer Einzeltherapie die Zeit bekommst, dich der Trauer um deine Mutter zu widmen.

    Trauer ist ein Prozess und verläuft in Phasen. Es gibt verschiedene Modelle. Vielleicht magst du dich damit erst einmal beschäftigen und dir kommt das ein oder andere vertraut vor, wo du zustimmen kannst und dir sagst, das hast du erlebt und so findest du auch die Phase, die noch nicht (genügend) stattgefunden hat. Die Phasen laufen nicht nacheinander ab, sie vermischen sich, wechseln sich ab, aber es kommt der Zeitpunkt, wo dann die letzte Phase überwiegt.

    Du brauchst beim Lesen dich auch nicht intensiv mit deiner Mutter beschäftigen, sondern erst einmal die Informationen sammeln, was mit dir selbst beim Trauerprozess passiert.

    Wege, wie du den Verlust verarbeitest, gibt es viele. Welchen du gehst, ist deine Entscheidung, du kannst auch verschiedene probieren und schauen, welcher sich für dich am stimmigsten anfühlt. Es gibt da nicht den einen richtigen Weg. Familienaufstellung ist einer.

    Warum möchtest du es nicht probieren und wenn du merkst, es ist nicht das Richtige für dich, dann sag es direkt während der Aufstellung, dann kann dein Therapeut darauf eingehen. Du kannst zu jeder Zeit selbst Einfluss nehmen und mitteilen, was dir gut tut.
    Geändert von lich (06.03.2017 um 22:23 Uhr)

  6. #26

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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    @Wiesenblume
    ... du zeigst dich verunsichert, dass du bei eurem Therapeuten eine systemische Aufstellung machen könntest, um deine tiefliegenden geheimen Themen aufzuarbeiten, die vermutlich wirksam in deiner Beziehung mitlaufen?

    Sind es deine Befürchtungen, dass in diesem "Kreis" deines Mannes und ihm deine "mitlaufenden Themen" aufbrechen?

    Hast du große Angst, nochmal durch den Schmerz gehen zu müssen?

    Systemische Aufstellung sind nichts Bedrohliches, sondern können hilfreich in einfachsten Fragen unseres Alltagslebens sein.

    Hab den Mut, deine Freude des Herzens zu finden. Befreie dich von den schweren Steinen und du hast wieder den klaren Blick auf dein Lebensglück.

    Dein Therapeut wird das erkannt haben und dir den nächsten Schritt vorgeschlagen haben.
    Die Systemische Aufstellung kann dafür hilfreich sein - dein Therapeut kennt dich und deine Grenzen.

    Kinder- und Jugend-Therapeuten, setzen in systemischen Aufstellungen Gegenstände ein - z.B. ein Kissen, das für eine Person symbolisch steht.

    Habe den Mut, dich dazu zu entschließen! Dazu gehört auch, nochmal deinen Schmerz zu spüren, ihn als einen Teil von dir anzunehmen, er gehört zu deinem Leben, aber - er bestimmt dann nicht mehr dein Leben!

    Viel Glück - und hör auf dein Herz!...
    ...die einen kennen mich - die anderen können mich...

  7. #27
    Avatar von Amelie63
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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Zitat Zitat von lich Beitrag anzeigen
    Das Trauma über den Verlust deiner Mutter bietet sich, durch Familienaufstellung bearbeitet zu werden, doch du musst diesen Wunsch in dir spüren.
    Wenn du dich bei dem Gedanken unwohl fühlst, dann lass es sein.

    Jein, ich sehe es etwas anders.
    Nach dem eigenen Gefühl gehen, grundsätzlich ja. Aber das setzt allerdings einen gewissen Informationsstand voraus, damit ich nicht fehlgeleitet werde von meinen Ängsten und Vorurteilen. Und das sehe ich hier als das Problem.

    Ich rate daher auch grundsätzlich, ein Familienstellen erstmal einfach so, also als Beobachterin mitzumachen, ohne sein Anliegen zu stellen, um einen Eindruck davon zu bekommen und zu schauen, wie das ganze auf einen wirkt und wie der Therapeut arbeitet. Dass es hier der selbe ist, bei dem du, Wiesenblume in Therapie bist, halte ich für einen Vorteil.

    Andererseits benötigt Familienstellen schon eine gewisse psychische Stabilität. Aber ob du die hast, das kann dein Thera vermutlich schon einschätzen. Für mich klingt das eher so, als hättest du viele Ängste aufgrund dessen, weil dir diese Methode völlig unbekannt ist und dir irgendwelche Leute Horrorgeschichten erzählt haben.

    Ich kann diese Horrorgeschichten nicht bestätigen. Ich hab es allerdings so erlebt, dass das, was vielleicht bei den Anderen Schlimmes sein mag, gar nicht bei dem Familienstellen selbst thematisiert wurde, sondern vermutlich erst im individuellen Therapiegespräch. Das, was da sichtbar wird, wird erstmal nicht bewertet und ich als Teilnehmerin musste das auch gar nicht alles verstehen können. Ich kam aus den Rollen der Stellvertreterin auch immer wieder prima raus. Wenn das nicht gelingt, dann kann es damit zu tun haben, dass da eine Entsprechung in der eigenen Geschichte ist. Deshalb kam es schon vor, dass dann doch Leute gestellt haben, die eigentlich an dem Tag gar nicht stellen wollten, da sie erstmal keinen Bedarf hatten.

    Ich empfand das Stellen auch nie so schlimm, wie sich das oft anhören mag - weil das auf einer ganz anderen Ebene läuft. Ich habe dadurch immer Kraft geschöpft. Das hat aber viel damit zu tun, dass hier nicht gewertet wird wie das bei verbalen Therapieformen der Fall sein mag. Das ganze ist eher bildhaft und wirkt daher völlig anders. Die Methode arbeitet lösungsorientiert, auch das ist einfacher zu verstehen, wenn man mal zuguckt, anstatt darüber nur zu theoretisieren.
    Grüße
    A.

    Das Ziel der Entwicklung ist es nicht, sich aus der reinen Sensomotorik heraus zu entwickeln, das Ziel besteht darin, dem Geist im Körper eine Heimat zu bereiten

    Esther Thielen

  8. #28

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    AW: Familienaufstellung - Fragen

    Hallo liebe Wiesenblume,

    zu deinem 1. Punkt deines Eingangspostest möchte ich dir gern antworten.

    Da ich auch ein Mensch bin, der sich sehr schlecht abgrenzen kann, dem Emotionen anderer sehr schnell und sehr tief unter d ie Haut gehen, habe ich mir eine Familienaufstellung heraussgesucht ohne "gestellte Personen".

    Als Ersatz dienen Gegenstände, die dann den jeweiligen Personen zugesprochen werden. Diese Gegenstände habe ich mir selbst ausgesucht und wurden dann im Raum mit Hilfe meines Therpaeuten aufgestellt/hingelegt wie auch immer. Mein Therpaeut "moderierte" dann die Aufstellung.
    Mir hat das auf der emotionalen Ebenen völlig gereicht. Es war hilfreich bei meinem Problemen, es kamen einige interesannte Dinge zum Vorschein. Diese Aufstellung hallt noch bis heute nach. Dauert ja oft, bis sowas mal "versickert" ist.

    Es gäbe somit noch eine Alternative zu der herkömmlichen Familienaufstellung. Vielleicht eine Alternative für dich.
    Ich schließe mich einer der Vorrednerinnen an: psychische Stabilität ist wichtig um das machen zu könne.

    Vielleicht bietet dein Therapeut sowas auch an? Die Methode ist nicht so populär, doch für mich, für eine sensible Person mit vielen Baustellen und Trauta kam sie wie gerufen.

    Lieben Gruß
    Sarita

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