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  1. #1
    Avatar von tanimun
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    Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    Hallo,
    Da ich nun nach vielen Jahren Kampf endlich mein Problem erkannt habe (ADS, aber nicht wirklich psychisch krank, allerdings war ich früher mal depressiv), habe ich mich in der letzten Zeit sehr viel mit Ärzten, in Foren und auch in ADS-Interessengruppen (es war sehr angenehm, diese Menschen kennenzulernen, einer wohnt sogar bei mir um die Ecke! ) über psychische Erkrankungen an sich und ihre Folgen für die Betroffenen unterhalten.
    Auch aufgrund vieler Beiträge hier in der Bri-Com gewinne ich leider langsam den Eindruck, daß Männer mit psychischen Erkrankungen (sei es nun Narzissmuss, Borderline oder Depression oder alles zusammen) viel eher eine nette Partnerin finden, die sehr viel hinnimmt und sie sehr unterstützt und die Frauen mit Problemen oft Singles sind.
    Vielleicht sind Frauen ja tatsächlich eher bereit sich für eine Beziehung aufzureiben.
    Ich errinnere mich noch an den Satz eines Ex-Freundes, der sagte, daß ich doch hoffentlich bloß keine Depressionen habe, denn seine Oma habe das auch und och wie schrecklich......
    Da fängt es doch schon an.
    Ich glaube Folgendes:
    Männer wollen anscheinend immer die Top-Frau, die aktiv den ganzen Tag fröhlich ist, funktioniert und die Männer noch mitbespaßt.
    Ich sage das jetzt mal so ganz provokant, vielleicht entsteht ja eine interessante Diskussion!

    L.G. tanimun

  2. #2

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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    Vielleicht sind Männer einfach in der Lage, kühler abzuwägen.Und haben nicht diesen Glauben, das sich schon alles bessern wird, wenn man erst mal zusammen ist.
    Die Realität des Zusammenlebens mit jemandem, der einem durch seine psychische Erkrankung extrem viel Kraft und Freude raubt, ist etwas anderes, als nur mal durch schlechte Zeiten durch zu müssen.
    Ganz ehrlich, ich würde mittlerweile das auch als Ausschlußkriterium sehen, wenn derjenige seine Krankheit nicht soweit im Griff hat, das er wirklich damit umgehen kann und in Therapie ist.

  3. #3
    Avatar von laluna73
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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    Liebe tanimun,

    in gewissem Masse würde ich Dir zustimmen, ich selbst habe immer wieder festgestellt, dass Frauen mental oftmals stärker sind als Männer. Vielleicht liegt es in den Genen, denn wir Frauen sind im Leben schon sehr gefordert mit Beruf, Haushalt, Familie. Wir organisieren, improvisieren, schlichten und behüten. Wenn Du den Eindruck gewonnen hast, dass Frauen mit Ihren Sorgen und Krankheiten öfter alleine sind, liegt es meiner Meinung nach daran, daß ein Mann dieser Situation nicht gewachsen ist. Sicher würde er gerne helfen wollen weiß aber nicht wie, ist sich unsicher. Vielleicht hilft da ein offenes Gespräch, mit klaren Ansagen wie, wann und warum geholfen werden kann.

    Gruß
    laluna
    Es sind die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben

  4. #4

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    68

    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    Zitat Zitat von tanimun
    Männer wollen anscheinend immer die Top-Frau, die aktiv den ganzen Tag fröhlich ist, funktioniert und die Männer noch mitbespaßt.
    Traf jedenfalls bei meinem Exfreund zu. Und auch, was unten über Unfähigkeit, über solche Probleme zu kommunizieren, gesagt wurde. Ein "Lach doch mal" war das Heilmittel gegen Depression, und ein "Gibt doch keinen Grund" das gegen Angstzustände. Und danach hatte das Thema gegessen zu sein.
    Aber da spielt jetzt auch noch viel frische Wut mit rein, und das muss natürlich nicht generell bei Männern so sein.

  5. #5

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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    ...ich bezeichne mich jetzt mal als eine der "Top-Frauen" Meine Mama hat sich angwöhnt bei jedem neuen Freund als erstes zu fragen: "Und? Welches Problem hat der?" Jetzt im Rückblick versteh ich was sie meinte. Mein erster Freund war Suizidgefärdet, meinen zweiten habe ich bei einem Entzug geholfen, mein dritter war Spielsüchtig... mein jetziger Göttergatte hat auch so sein Päckchen zu tragen, das haben wir zusammen aber gut in den Griff bekommen.
    Vielleicht liegt es daran, dass Frauen belastbarer (also psychisch) und eher mit dem Helfer-Syndrom ausgestattet sind als Männer? Keine Ahnung, aber da ist auf jeden Fall was dran... ein Mann würde wohl eher abhauen, wenn er merkt, dass seine "Neue" ne Macke hat.

  6. #6
    Avatar von florales
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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    im Grunde ist es ganz einfach zu erklären.

    Schon immer ging der Mann nach "außen" um seine Familie versorgen zu können.
    Die Frau ist für die Beziehung im "Innen" zuständig.

    Das scheint sich nach Jahrtausenden immer noch nicht geändert zu haben.

    Zumal der reine Mutterinstinkt dazu führt, dass wir viel eher geneigt sind Seelenhygiene zu betreiben und dies nicht unbedingt für uns alleine.
    florales



    -_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_

    Heute ist das Morgen über das ich mir gestern Sorgen gemacht habe


  7. #7
    Avatar von tanimun
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    369

    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstützt?

    Ich kann Euren Antworten nur beipflichten!
    Mittlerweile ist es aber schon so, daß ich mir gar keine Beziehung mehr vorstellen kann, da ich ja immer davon ausgehen muß, daß der Mann weg ist, sobald es mir schlecht geht, oder auch nur rumnörgelt.
    Bor, daß kann ich mir nicht antun.

    L.G. tanimun

  8. #8
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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstüt

    Zitat Zitat von tanimun Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Da ich nun nach vielen Jahren Kampf endlich mein Problem erkannt habe (ADS, aber nicht wirklich psychisch krank, allerdings war ich früher mal depressiv), habe ich mich in der letzten Zeit sehr viel mit Ärzten, in Foren und auch in ADS-Interessengruppen (es war sehr angenehm, diese Menschen kennenzulernen, einer wohnt sogar bei mir um die Ecke! ) über psychische Erkrankungen an sich und ihre Folgen für die Betroffenen unterhalten.
    Auch aufgrund vieler Beiträge hier in der Bri-Com gewinne ich leider langsam den Eindruck, daß Männer mit psychischen Erkrankungen (sei es nun Narzissmuss, Borderline oder Depression oder alles zusammen) viel eher eine nette Partnerin finden, die sehr viel hinnimmt und sie sehr unterstützt und die Frauen mit Problemen oft Singles sind.
    Vielleicht sind Frauen ja tatsächlich eher bereit sich für eine Beziehung aufzureiben.
    Ich errinnere mich noch an den Satz eines Ex-Freundes, der sagte, daß ich doch hoffentlich bloß keine Depressionen habe, denn seine Oma habe das auch und och wie schrecklich......
    Da fängt es doch schon an.
    Ich glaube Folgendes:
    Männer wollen anscheinend immer die Top-Frau, die aktiv den ganzen Tag fröhlich ist, funktioniert und die Männer noch mitbespaßt.
    Ich sage das jetzt mal so ganz provokant, vielleicht entsteht ja eine interessante Diskussion!

    L.G. tanimun

    Ja, teilweise sehe ich das auch so, aber schau mal genauer hin.

    Welche halbwegs psychisch gesunde Frau mit einem guten Selbstbewußstein, sucht sich so einen Mann als Partner?

    Und ich finde, dass Männer sehr clerver sind. Ehe sie anfangen, sich in Behandlung zu begeben und an ihrem Problem zu arbeiten, suchen sie sich lieber eine "dumme" Frau die ihr Helfersyndrom bei ihm ausleben mag.

    Ich habe mal so einen Mann vor die Tür gesetzt. Auf meine Frage, ob er wirklich denkst, dass ich mir so einen Mann ins Haus hole, antwortete er mir, dass er dachte, dass ich für seine nicht behandelten Probleme Verständnis hätte ..... und schaute mich mit großen Hundeaugen dabei an würg........Der hat ne Mama gesucht, aber keine Partnerin. Und so sind viele Männer drauf!

    Ich denke einfach, dass viel Menschen, auch Frauen, von psychischen Erkrankungen sehr wenig Ahnung haben. Teilweise finde ich das sogar gut, weil man sich dann nicht so viele Gedanken macht und vieles als normal hinnimmt, was in manchen Situationen bestimmt besser ist, als wenn man zuviel weiß.

    Seitdem ich mich mit diesen Themen beschäftigt habe, durch eigene Depressionen, und zum Glück weiß ich heute, dass ich nur eine gut behandelbare psychische Störung hatte, aber keine irreperable psyische Krankheit, sehe ich natürlich bei vielen Menschen Dinge, die andere Menschen aus Unkenntniss nicht erkennen oder nicht erkennen können, was auch wieder eine Art von psychischer Erkrankung ist.

    Und wenn man psychisch etwas geschult ist, sieht man natürlich viele Dinge bei anderen Menschen und das birgt auch eine gewisse Gefahr in sich, dass man dadurch wenig Kontakt zu halbwegs psychisch gesunden Menschen findet, denn die gibt es leider viel zu wenig.

    Traurig finde ich, dass viele Probleme, die wir alle haben, in Beziehungen, in der Arbeit, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft aufgrund von nicht erkannten psychischen Störungen und Erkrankungen entstehen und entstanden sind.

    Wildblume

  9. #9
    Dobby_boese
    gelöscht

    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstüt

    Ich bin psychisch geschult, aber ich will eine Beziehung. Ich kann keine Therapeutin sein für den Partner.
    Bei aller Liebe, meinem großen Einfühlungsvermögen: ich würde wohl kaputt gehen. Und aus der "Dobby-lieb-Mutter-Theresa"-Rolle will ich raus.

    Der vorvorletzte ernsthaft an mir interessierte Kandidat hatte ADHS und raubte mir den letzten Nerv. Er saß nie ruhig auf dem Sofa, sondern "räumte" immer alles auf und ab. Immer nach seinem Abgang durfte ich die Wohnung aufräumen.
    Ich muss dazu sagen: Er nahm auch keine Medikamente, auch keine Therapie.

  10. #10
    gesperrt
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    AW: Finden psychisch kranke Männer eher einen vernünftigen Partner, der sie unterstüt

    Zitat Zitat von Dobby_boese Beitrag anzeigen
    Ich bin psychisch geschult, aber ich will eine Beziehung. Ich kann keine Therapeutin sein für den Partner.
    Bei aller Liebe, meinem großen Einfühlungsvermögen: ich würde wohl kaputt gehen. Und aus der "Dobby-lieb-Mutter-Theresa"-Rolle will ich raus.

    Der vorvorletzte ernsthaft an mir interessierte Kandidat hatte ADHS und raubte mir den letzten Nerv. Er saß nie ruhig auf dem Sofa, sondern "räumte" immer alles auf und ab. Immer nach seinem Abgang durfte ich die Wohnung aufräumen.
    Ich muss dazu sagen: Er nahm auch keine Medikamente, auch keine Therapie.

    Kluge Frau .

    Wildblume

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