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  1. #21
    DaisyDuke
    gelöscht

    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Oft ist es ja nicht das Fehlen von Organisation im Bereich und die damit verbundene Arbeit. Sondern die Fremdbestimmung und und der Verlust der eigenen Kontrolle.

    Wenn man nur fremdgelenkt durch den Tag stolpert, macht einen das viel fertiger, als hoher Arbeitsaufwand, den man selbst strukturieren kann.

    Aber was raten? Der Chef ist halt einfach ein Volldepp und für die TE wird Arbeit dadurch immer gefühlt zum Kampf gegen Kollegen und fehlende Struktur.

  2. #22
    Avatar von Sealove
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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Hallo zusammen,

    ganz lieben Dank für die Antworten. Es ist einige Zeit vergangen.

    Ausgangspunkt war ja, dass mein Chef sich beschwerte, dass ich kurz nachdem ich krank war, dieses und jenes nicht gemacht hätte. Als ich sagte, es habe so viel auf meinen Schreibtisch gelegen, was erstmal abgearbeitet werden musste, sagte er, ich müsse eben andere Prioritäten setzen. Ich könne ja mal eine Aufstellung machen, was ich alles auf dem Tisch habe.

    Und so habe ich vor ungefähr 3 Wochen eine Liste mit allen anstehenden Aufgaben (kleinere und größere) aufgestellt. Mein Chef sagte, ich solle schon mal selbst die Prioritäten eintragen. Das habe ich gemacht und er extra auch nochmal und dann sind wir gemeinsam durch die Liste gegangen und ich habe bei Abweichungen seine Priorität übernommen. Ergebnis waren ca. 40 Punkte, davon ca. 18 A-Prioritäten. Dann ging es erstmal besser, weil ich wusste, dass er die Liste und meine AUfgaben kennt und so habe ich mich ans Abarbeiten gemacht. In den kommenden 2 WOchen kamen aber weitere Projekte dazu, die ich auch eingetragen habe. Von den 18 A-Prios habe ich in der Zeit vielleicht 3,5 geschafft. Nun waren es 22 A-Prios. Ich habe ihm dann die aktuelle Liste per Mail geschickt und dem Hinweis, dass ich weiterhin dran bin, es aber nicht möglich war, alle A-Prios zu schaffen. Und wenn er mag, können wir drüber reden.

    In den kommenden Nacht hatte ich einen Traum, in dem mich mein Chef total zusammenpfiff. Und am nächsten Tag zitierte er mich tatsächlich ins Büro und meinte (er bliebt ruhig), ich sei Projektkoordinatorin und müsse meine Prioritäten bitteschön selbst setzen. Und ich würde ihn mit der Liste unter Druck setzen, denn die Liste heisst ja wohl, dass ich ihm damit sagen kann, dass ich dieses und jenes nicht schaffen würde. Davor könne mich aber die Liste auch nicht schützen, denn wenn er etwas erwartet und es ist nicht fertig gestellt, dann würde es sowieso knallen. Er holt sich ja auch bei seinem Chef eine blutige Nase, wenn er was nicht geschafft hat. So wäre das eben. Und außerdem hätte ich teilweise viel zu kleine Aufgaben auf die Liste geschrieben, damit würde ich mich nur selbst fertig machen (z.B. "Mit xy dieses und jenes absprechen). Ich würde ja auch nicht aufschreiben, dass ich zum Kopierer und wieder zurück gehe. Und außerdem würde keine andere meiner Kolleginnen ihm so eine Liste schicken.

    Ich habe ihm gesagt, dass ich selbstverständlich meine Prioritäten setze. Ich habe ihn nur informieren wollen, wie sich mein - neu eingerichteter Arbeitsplatz bzw. - bereich - entwickelt. Und ich sagte, dass ich damit ja nicht klagen wollte, sondern einen Überblick geben wollte. Das hat ihn dann etwas beruhigt.

    Ich habe jetzt beschlossen, ihm keine Listen mehr ungefragt zu schicken und einfach weiter abzuarbeiten. Und was ich nicht schaffe, schaffe ich eben nicht. Dann wird es eben knallen.

    Mal sehen, ob das funktioniert. Nebenbei erstelle ich mal ein Tätigkeitsprofil meiner Stelle. Das ist auch gut, falls mal einer fragt, was ich eigentlich so alles mache.

    Liebe Grüße in die Runde und nochmals Danke für die Hilfe.

    Sealove
    Tiefe Wasser sind still.
    Geändert von Sealove (25.02.2013 um 19:09 Uhr)

  3. #23
    DaisyDuke
    gelöscht

    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Mein lieber Alter, der Typ ist ja bitte die größte Flachpfeife von der ich seit langem gehört habe.

    Hat der echt gesagt, "es würde knallen"?

    Natürlich schützen dich Liste und Aufgabenprofil vor Überlastung und Überforderung. So soll es ja auch sein.

    Und wenn da A-Prios draufstehen, die du im Zeitrahmen nicht erfüllen kannst, muss er für eine Lösung sorgen. Und eigentlich hätte er selbst fortlaufende Termine zur Abstimmung der Meilensteine und Ziele mit dir festlegen müssen, um zu verfolgen wie sich dein Feld entwickelt.

    Ich bekomme grad Schnappatmung, so wütend bin ich.

  4. #24
    Avatar von Sealove
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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Zitat Zitat von DaisyDuke Beitrag anzeigen

    Hat der echt gesagt, "es würde knallen"?

    .....

    Ich bekomme grad Schnappatmung, so wütend bin ich.
    Es kann auch sein, dass er sagte, "...dann krachen wir sowieso aneinander." oder so ähnlich. Es war entweder krachen oder knallen.

    Bitte nicht wütend werden. Das ist es nicht wert. Danke dir aber sehr für deine Meinung.

    Liebe Grüße
    Tiefe Wasser sind still.

  5. #25
    Schmirgel
    gelöscht

    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Scheint ja etwas besser zu laufen mittlerweile. Ich würde mich nicht an jeder Aussage des Chefs hochziehen. Er scheint sich jedenfalls auch ein wenig zu bemühen.

    Gaaanz wichtig! Einen eigenen Überblick zu kriegen über die eigenen Tätigkeiten. Dazu ist das erstmal sehr gut, das aufzuschreiben, damit man überhaupt eine Struktur reinkriegen kann. Und dann kannst du nur drangehen und die Dinge jeweils so optimieren, dass du immer besser wirst. Z. B. braucht man sich von den Kunden nicht die halbe Lebensgeschichte erzählen zu lassen. Da muss man wohl gucken, wie man diese Gespräche möglichst effizient erledigen kann und dem Kunden trotzdem noch ein gutes Gefühl zu lassen.

    Durch diese Verunsicherung, weil man total am Schwimmen ist im Arbeitsbereich, nichts unter Kontrolle zu haben scheint und nur am Reagieren ist auf die Dinge, die ganz akut von einem verlangt werden (das Telefon klingelt, ein Kunde ist da und will sofort bedient werden...)... Apropos: Gehörst du denen, die verstört sofort alles stehen und liegen lassen, wenn ein Kunde bedient werden möchte oder kannst du auch mal sagen, ein ganz kurzen Moment bitte, um wenigstens noch einen Gedanken zu Ende führen zu können zu dem Thema, was du grade bearbeitest?

    Oft ist es halt so, dass ein Mitarbeiter eingestellt wird, weil die anderen überlastet sind und Hilfe gebrauchen können. Natürlich kommen dann alles zu einem und nehmen das auch in Anspruch. Vielleicht machst du einen Haufen mit den Dingen, die dir von den Kolleginnen aufgedrückt werden. Und du sagst jedem, der dir was hinlegt, dass du gerne hilfst, wenn du dazu kommst. Möglicherweise kann man so mal ersehen, wieviel Arbeit dir so zusätzlich noch aufgehalst wird. Aber das ist ja das Problem, dass man so den Kopf voll hat und nur am Rödeln ist, dass man selber null Überblick hat. Die Leute, die den Überblick behalten können, die kommen weiter. Also nimm dir ruhig auch mal ein paar Verschnaufpäuschen dazwischen, um wieder klar zu sehen. Ob du jetzt 3 oder 5 Dinge nicht geschafft hast - darauf kommt's dann auch nicht mehr an. Viel wichtiger ist es, den Überblick und die Kontrolle zu behalten. Und zwar: für dich selbst! Dass dein Chef dir erstmal geholfen hat, mit der Liste, ist doch gut. Aber du solltest das für dich selbst weiter machen. Klar, möchte der nicht jedesmal mit dir darüber rätseln, denn du bist ja auch zu seiner Entlastung da. Scheinbar habt ihr dieses Problemchen aber besprochen und nun weiß jeder wieder wo er dran ist. Ich sehe Licht am Horizont.

    Welche Aufgaben hast du? Wofür wirst du bezahlt? Ist auch super wichtig zu wissen. Denn dann kannst du auch deine Prioritäten besser setzen bzw. dir Arbeitsfelder erarbeiten, die dich auch zu einer wichtigen Mitarbeiterin werden lassen, auf die man dann ungern verzichten möchte. Das gelingt einem seltener, wenn man sich nur rumschubsen lässt.

    Was ich dir ans Herz legen kann ist sowas wie Jagenau schon erwähnt hat. Zum Organisieren lernen. Ist wirklich ganz wichtig. Ich finde z. B. auch von David Allen "Getting things done" gut. Da arbeitest du mit einem Superbuch, wo du alles reinschreibst, was erledigt werden soll und kannst da durch entsprechende Farbmarkierungen oder Kennzeichnungen die Prioritäten festlegen oder Telefonate oder Besprechungen kennzeichnen, sodass du das leicht erkennst und dann evtl. bündeln kannst. Danach wird das durchgestrichen, was du gemacht hast. Ein vollgeschriebenes Superbuch, was du auch mal vorweisen kannst, wenn dich jemand fragst, was du eigentlich den ganzen Tag machst, ist immer noch imposanter als mit den Schultern zu zucken, weil du vor lauter Chaos am Ende des Tages gar nicht mehr weißt, was du eigentlich alles gemacht hast. Dinge, die nur zwei Minuten dauern sollte man sofort erledigen, da allein das Aufschreiben ja fast schon länger dauert usw. Es gibt so viele tolle Tipps.

    Projekte sollten vorher geplant werden, also die einzelnen Schritte sollten vorher aufgeschrieben werden. Dann arbeitet man sie nach und nach ab. Eine Hängeregistratur ist vielleicht zeitsparender als Aktenordner, wo du erst alles lochen und dann ständig abheften musst. Es gibt unheimlich viele tolle Zeitspartipps. Und die Kollegen meinen es vielleicht auch nur gut, wenn sie dir Tipps geben wollen, wie du was machen kannst, auch wenn es nervt. Sie könnten dich damit auch ganz alleine lassen.

    Greif dir nach und nach die Punkte raus, die du verbessern kannst. Z. B. die Emails. Da könntest du sortieren, was eilig ist und was nicht. Du musst vielleicht nicht alle sofort bearbeiten. Du könntest einen automatischen Responder einstellen, wo eine sehr nette Nachricht für die Leute drin steht, dass du ihr Anliegen so schnell du nur kannst bearbeitest usw. Dann wissen sie, dass du dran bist an der Sache, aber du hast so die Möglichkeit, eine halbe Stunde für deine Emails am Tag zu planen, in denen du das abarbeitest. Und wenn mal eine Mail am nächsten Tag beantwortet wird, ist das sicher auch kein Beinbruch.

    Alles auf einmal wirst du nicht ordnen können, aber so nach und nach wirst du den Durchblick kriegen und besser werden, was auch dein Chef und deine Kolleginnen sicher schätzen werden.

    Du kannst das schaffen!

    LG

    schmirgel

  6. #26

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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Hm also ich habe mir jetzt den Thread mal durchgelesen und lese wiederholt, dass einige den Chef der TE massiv kritisieren. Nur ehrlich gesagt, finde ich die Kritik eigentlich nicht sehr angebracht. Wie soll denn ein Chef bitteschön den Arbeitsaufwand der Arbeiten beurteilen können, wenn die TE, die diese Arbeiten macht oder machen sollte, das selber nicht weiß, obwohl sie die Arbeiten ausführt? Damit überfordert man jeden Chef.

    Im Prinzip ist es schon richtig, ein Protokoll über die Arbeiten anzufertigen, aber natürlich gehört dann auch nicht jedes Gespräch mit Mitarbeitern und jeder Gang zum Kopierer da rein. Da sollte man sich in diesem Protokoll, um wirklich einen Überblick über die Dauer der Arbeiten zu bekommen, an die hauptsächlichen Dinge halten, die auch am meisten Zeit benötigen. Dass irgendwelche Zwischenfragen von Kollegen... Anfertigen von Kopien... Telefonanrufe immer wieder in die Arbeit hereinplatzen und stören, ist normal und hat nichts mit dem eigentlichen Arbeitsaufwand zu tun. Sofern nicht gerade alle 5 Minuten Telefongespräche u.ä. zu beantworten sind.

    Im Großen und ganzen weiß man doch wenigstens ungefähr, wie lange man an einem Vorgang, einer Statistik oder was auch immer sitzt und wie zeitaufwendig die Arbeiten sind.

    Zuerst einmal sollte man wirklich lernen und es praktizieren, Prioritäten zu setzen. Die eiligen und wichtigen Arbeiten natürlich zuerst, während andere Dinge hinten an stehen. Dann würde ich mir erst einmal eine Liste machen mit Dingen, die auf gar keinen Fall liegen bleiben dürfen und auch im aller größten Stress zeitnah erledigt werden MÜSSEN. Dinge, die nicht so eilig und auch nicht so wichtig sind, würde ich auf eine separate Liste schreiben, damit dir und deinem Chef erst einmal klar ist, wieviel Zeit die täglichen wichtigen Dinge in Anspruch nehmen und wieviel Zeit dann noch für andere Arbeiten übrig bleibt, die entweder mal liegen bleiben können oder eventuell an andere Mitarbeiter abgegeben werden könnten.

  7. #27

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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Zitat Zitat von Sealove Beitrag anzeigen
    Es kann auch sein, dass er sagte, "...dann krachen wir sowieso aneinander." oder so ähnlich. Es war entweder krachen oder knallen.

    Bitte nicht wütend werden. Das ist es nicht wert. Danke dir aber sehr für deine Meinung.

    Liebe Grüße
    Hallo Sealove,

    wie geht es jetzt in Deinem Job?

    Mir drängt sich die Frage auf, ob es keine STellenbeschreibung für deine Position gibt? Egal ob neu geschaffen oder schon länger vorhanden, müsste es eigentlich ein entsprechendes Schriftstück geben.

    In Bezug auf Deine Kolleginen würde ich mich versuche abzugrenzen und mir nicht alles aufs Auge drücken zu lassen. Mich beschleicht so der Verdacht, dass sie es machen, weil sie es mit dir machen können. Und hierfür wäre eine Stellenbeschreibung gut um für dich Klarheit über deinen Aufgabenbereich zu haben.

    VG Cosima

  8. #28
    Avatar von Sealove
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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Hallo zusammen,

    danke für eure Tipps. Leider könnt ihr nicht wissen, wie das ist bei mir. Ich baue ein komplett neues Projekt auf, niemand wusste, wieviel Zeit die Arbeiten dazu in Anspruch nehmen werden. Wenn ich auf das kurze Konzept schaue, was damals von den anderen für dieses Projekt angelegt wurde, inkl. der Tätigkeitsbeschreibung meines Jobs, muss ich total lachen. Damals haben die nicht nicht ansatzweise gewusst, was da auf einen zukommt. Dann wurde ich eingestellt und meine AUfgabe war, das umzusetzen. Dieses kümmerliche Konzeptchen. Mittlerweile mache ich um Längen viel, viel mehr, als dort drin stand. Jeden Tag kommen neue Sachen rein, die ausgetestet werden sollen, die neu etabliert werden müssen usw. Keiner in der Firma will etwas mit dem Projekt wirklich zu tun haben, weil alle natürlich nicht noch mehr arbeiten wollen. Und so kommt es, dass ich als Projektkoordinatorin nicht nur koordiniere, sondern alles gleich selbst machen muss. Es war z.B. in dem Konzept nie vorgesehen, dass es für dieses Projekt Präsentationen auf Veranstaltungen mit Kundenaqukise und unterhaltsamen Standaktionen geben muss. Jetzt kommen überallher Anfragen, mit dem Projekt hier und da und dort aufzutreten. Nun könnte man sagen, hui, die Firma hat ja eine fünfköpfige Veranstaltungsabteilung, die sogar in meiner Abteilung mit angesiedelt ist! Aber ach, nein, dort hat niemand Zeit dafür und so sagt mein Chef, dass ich die Veranstaltungen allein organisieren muss. Ich habe jetzt bis zum 9. Mai gleich 3 Veranstaltungen zu organisieren mit allem Pipapo. Angefangen von der Gestaltung der Werbematerialien, Standaufbauten, Personal, Rechtliches, Aufbau einer zusätzlichen Bilderausstellung usw. Und nebenher muss ich aber weiter mein Projekt betreuen und noch vorantreiben und die allgemeinen ARbeiten in der Abteilung machen. Außerdem bin ich noch Verantwortliche für ein Übergeordnetes Projekt, für das ich kürzlich noch nebenher ein 30seitiges Konzept geschrieben habe. Da will die Geschäftsleitung und die anderen Abteilungen endlich sehen, dass ich dort was erreiche. Ich werde mittlerweile schon angegangen, warum sich da nichts tut. Aber ich frage mich: Wann? Ich nutze jede Sekunde am Arbeitsplatz aus, habe keine freie Minute mal durchzuschnaufen. Und ehe ich anfange, jeden kleinen Schritt - und ich rede NICHT vom Gang zum Drucker! - aufzuschreiben, werde ich NIE fertig. Ich tue teilweise mehreres nebeneinander um Zeit zu sparen. Also telefonieren und Emails schreiben, Dateien in Ordner verschieben, Dateien ausdrucken - das mache ich nahezu alles in einem Atemzug. Ich bin durchgängig hochkonzentriert und angespannt.

    Und wenn ich zu meinem Chef gehe und sage, dass ich nicht weiß, wie ich es schaffen soll, wenn jetzt auch noch Veranstaltung xy dazu kommt, dann sagt er: "Ich weiss es auch nicht." Und: "Es kann doch kein Hexenwerk sein, xy zu tun." Ich habe so oft probiert, mit ihm zu reden. Auch eine Auflistung der To Dos bringt nix. Habe ich ja schon in einem älteren Post geschrieben.

    Ich - und viele andere im Haus verstehen nicht- dass ich als Projektkoordinatorin auch noch die Veranstaltungen - die ja wegen Projektausweitung immer mehr werden sollen - selbst von A - Z organisiere. Aber es ist so. Mein Chef gibt die Aufgaben alle mir, damit er sichs mit den anderen nicht verscherzt. Die nimmt er in Schutz ("Aber Frau X hat ja das und das zu tun, die kann das nicht übernehmen.") Und alle machen superpünktlich Feierabend! Ich verstehe das nicht.

    Und nein, ich habe keine Kundengespräche. Wenn, telefoniere ich mit anderen Fachabteilungen oder externen Dienstleistern. Die Telefonate versuche ich auf das Allernötigste zu beschränken. Jede Minute zu viel raubt mit wertvolle Zeit. Bin oft sehr kurz angebunden und leicht genervt am Telefon. Wie gesagt, oft arbeite ich neben den Telefonaten einfach weiter.

    Tja, wie gesagt. Mit dem Chef reden bringt nix. Er weiss auch nicht, wie ich das schaffen soll und es kann ja kein Hexenwerk sein. Ist es auch nicht. Wenn man Zeit hat, es zu erledigen. Und warum soll ich die VEranstaltungen allein organisieren, wenn wir eine fünfköpfige Veranstaltungsabteilung haben???

    Egal, er will es so, reicht den Druck, den er von oben bekommt, einfach an mich weiter. Leider nur an mich. Naja.

    Für mich ist der Job gegessen. Ich werde da nicht bleiben. Ich hatte schon einen Bandscheibenvorfall Ende letzten Jahres. Ich mache mich nicht noch weiter kaputt.

    Danke für Eure Tipps.

    Liebe Grüße

    Sealove
    Tiefe Wasser sind still.

  9. #29
    Avatar von LillyTown
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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Liebe Sealove,

    Deine Berichte lassen für mich nur einen Schluss zu: Der Arbeitsaufwand für Dein neues Projekt wurde von allen Seiten unterschätzt. Es gibt deutlich mehr zu tun, als vor einem Jahr absehbar war, und der Kapazitätsbedarf steigt sogar noch an (siehe Messeaktionen). Du allein bist mehr als ausgelastet - trotz Dauereinsatzes an Deiner Kapazitätsgrenze steigt die Menge der offenen Punkte. Das Projekt nimmt Fahrt auf, und die erste Anlaufphase, in der es von einer Person allein gestemmt werden konnte, ist vorbei.

    Fazit: Du brauchst jemanden, der Dich unterstützt. Wer das macht, ist erstmal nebensächlich. Entweder jemand aus der Abteilung, aus einer anderen Abteilung oder - wenn im Unternehmen definitiv niemand das Know How und die Kapazitäten für die Aufgabe mitbringt - muss über zusätzliches Personal nachgedacht werden. Vielleicht genügt eine Teilzeitstelle oder eine zeitliche befristete Stelle. Wenn eine Einstellung zurzeit nicht möglich ist, wäre die Beauftragung eines externen Vertragspartners während der Stoßphase eine Alternative. Das zu entscheiden ist Sache Deines Chefs. Die Kernbotschaft ist: Eine einzelne Vollzeitstelle ist zu wenig, um das Projekt umfassend und erfolgreich zu bewältigen. Realistischerweise sind 1,5 oder 2 (oder noch mehr - je nachdem, wie Du die Arbeit einschätzt) - Vollzeitkräfte erforderlich.

    Mehr als alles geben kannst Du nicht, und auch das Arbeiten am Limit kann niemand uneingeschränkt über Jahre hinweg durchhalten. Und es ist völlig normal, dass ein wichtiges Projekt oder neu zu etablierender Arbeitsbereich im Zeitablauf größer wird und die Ressourcen entsprechend angepasst werden müssen.

    Ich halte übrigens die Drohgebärden Deines Chefs ("Dann knallt es") eher für Bellen als für Beißen. So, wie Du ihn beschreibst, ist er konfliktscheu, traut sich nicht mit den langjährigen Kollegen anzuecken, sondern lädt so viel wie möglich der neuen Kollegin - Dir - auf. Faktisch ist er aber auf Dich angewiesen. Du hast sehr viele Aufgaben, arbeitest mit hohem Einsatz, bist wahrscheinlich die äußerst produktive Fleißbiene, die sowohl koordiniert als auch operativ tätig ist, die das Projekt am Laufen hält und ohne die sich niemand um den neuen Bereich kümmern würde. Wie stünde er da, wenn ihm dieses Standbein wegbräche? Was würde aus dem Projekt? Vermutlich kann er es sich gar nicht leisten, Dich zu vergraulen. Das dürfte Dir in den Verhandlungen über zusätzliche Unterstützung eine gute Position ermöglichen. Er wird aber den Teufel tun, Dich das spüren zu lassen.

    Du schreibst, dass Du ständig von Telefonanrufen, Mails und spontan vorbeikommenden Kollegen unterbrochen wirst. In so einer Situation war ich früher auch und habe mich bis an die Grenze meiner Belastbarkeit aufgerieben, bis ich nur noch erschöpft, gereizt und dauerangespannt war. Dann habe ich mir gesagt: So kann das nicht weitergehen - es muss mehr zeitliche Struktur in meinen beruflichen Tagesablauf. Ich habe nicht mehr rund um die Uhr den Mailaccount beobachtet, sondern erst ein Arbeitspaket und komplett erledigt und danach wieder in den Posteingang geschaut. Wenn eine Aufgabe hohe Konzentration erforderte, habe ich das Telefon auf den AB oder auf eine Kollegin umgeleitet und die Bürotür geschlossen. Auch meine Kollegin profitierte davon, denn sie konnte im Gegenzug ihr Telefon auf mich umleiten, wenn sie Ruhe brauchte. Klopfte jemand an, war meine Antwort: "Im Moment bin ich beschäftigt. Kann ich Sie um 13:30h anrufen?" Das ging zwar nicht immer, z.B. wenn der Chef mit einer dringenden Aufgabe in der Tür stand, aber erstaunlicherweise entpuppten sich ca. 80% der Anliegen als nicht so eilig, dass sie sich nicht auf eine Stunde später verschieben ließen. Und was mich noch mehr erstaunte: Fast niemand nahm es mir übel, dass ich nicht mehr für alles und jeden sofort zur Verfügung stand, sondern erst die aktuelle Arbeit zu Ende brachte und danach zu ihnen kam. Denn für die meisten war das ganz normal. Da ist mir erst bewusst geworden, wie sehr ich selbst zu der gefühlten Fremdsteuerung beigetragen habe.

    Ich bin sicher, dass auch bei Deinen Kollegen kein Projekt zusammenbricht, wenn sie mal eine Weile auf Deine Aufmerksamkeit warten müssen. Sie haben sogar was davon, denn Du kannst Dich dann entspannt und mit voller Konzentration ihrem Thema widmen, anstatt innerlich genervt aufzuseufzen und während des Gesprächs noch drei andere Arbeitsvorgänge im Hinterkopf zu haben. Und Dir wird es deutlich besser gehen!

  10. #30
    Avatar von Sealove
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    AW: Kollegin sagt mir, was ich tun soll.

    Hallo,

    vielen Dank nochmal an alle.

    Hier nun ein Update.

    Mir wurde gekündigt.

    Meinem Chef wurde auch gekündigt. Begründung: Mein Chef hat Personal für seine Abteilung bekommen, ohne vorher ein Konzept abzuliefern. Das Konzept, welches er danach schreiben sollte und woran meine Kolleginnen und ich große Teile geschrieben haben (Jeder für seinen Bereich. Ich habe ca. 20 Seiten geschrieben und dies zuletzt am Wochenende oder in den ABendstuden, weil es tags nicht zu schaffen war), ist jedoch durchgefallen. Mein Chef ist gescheitert. Die ganze Abteilung wird aufgelöst. Meine Kolleginnen kommen in andere Abteilungen.

    Begründung für meine Kündigung: betriebsbedingt (Abteilung wird aufgelöst). Die Aufgabe, für die ich eingestellt war, konnte ich ja nur zum einem Teil erfüllen, da dieser Teil, dieses Projekt, so umfangreich wurde, dass ich mich kaum noch bzw. nicht mehr um die anderen kümmern konnte. Und genau dieses umfangreiche Projekt soll nun lt. Aussage der Geschäftsleitung quasi eingestampft, eigentlich aber in einer anderen Abteilung in Form einer halben Stelle auf kleiner Flamme "miterledigt" werden. Ein Projekt also, was mit großem Tamtam angekündigt wurde und für welches ich mir 1 Jahr lang den Arsch aufgerissen habe und für das mir immer mehr Aufgaben und Teilprojekte aufgedrückt wurden - viel auch aus anderen Abteilungen. Die Geschäftsleitung ist der Meinung, dieses Projekt hätte nie so umfangreich werden sollen. Schade nur, dass mir das mein Chef nie mitgeteilt hat, sondern mir alles aufgedrückt hat. Und meine Kolleginnen haben fleissig mit aufgedrückt.

    Was mit dem anderen Teil meiner eigentlichen Tätigkeitsfeldes wird, weiss ich nicht. Wird wohl auch von dieser halben Stelle dann mitgemacht. Wie das zeitlich gehen soll, frage ich mich.

    Naja, so ist es halt. Für diesen Job bin ich vor einem Jahr 600 km weit weg von der Heimat gezogen. Allein. Und dann viel Fleiss, Zeit, Kraft und Nerven investiert. Und nun die Kündigung.

    Lasst Euch das eine Warnung sein. Zieht euer eigenes Ding durch und wenn ihr keine Unterstützung bekommt, dann zieht die Konsequenzen und geht zum allerobersten Boss oder kündigt gleich.

    Ich habe jedenfalls viel gelernt.

    Alles Gute wünscht euch

    Sealove
    Tiefe Wasser sind still.

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