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  1. #1

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    verwirrt Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Hallo Ihr Lieben,

    gerne möchte ich Euch mein aktuelles Problem im Büro schildern und Euch um Rat fragen. Ich hoffe, dieses Thema ist hier richtig platziert - es handelt sich nicht um richtiges Mobbing und (zumindest noch) nicht um eine Kündigung, dennoch belastet es mich sehr. Am besten fange ich mal an zu erzählen und versuche, mich kurz zu fassen ;-)

    Ich bin seit über vier Jahren in meiner Firma und Ende letzten Jahres wurde mein Bereich umstrukturiert, so dass mir zwei verschiedene neue Positionen zur Auswahl gestellt wurden. Ich habe mich für Position 1 entschieden - allerdings damals schon wohlwissend, dass ich mit einer sehr dominanten Kollegin zusammenarbeiten würde. Ich kannte sie aus einem Seminar und auch aus verschiedenen Projekten, daher meine Einschätzung - außerdem stuft sie auch wirklich JEDER andere, der sie kennt, als extrem dominant ein. Dennoch habe ich mich davon nicht irritieren lassen, weil ich nicht wegen einer Person die andere, für mich weniger reizvolle Position annehmen wollte. Außerdem ist sie grundsätzlich freundlich (also keine Oberzicke), so dass ich mich auf das Neue einlassen und alles positiv angehen wollte. Ich hatte sogar vor, mich bewusst auf die neue Situation einzulassen und von ihr zu lernen. Grundsätzlich bin ich ein recht positiv denkender Mensch, der in allem das Gute sucht (und meistens auch findet).

    Seit zweieinhalb Monaten arbeiten wir also nun in der neuen Struktur: Meine Kollegin und ich, unter einem Chef (der auch in meiner alten Position schon mein Chef war; für sie ist er neu).

    Die Zusammenarbeit gestaltet sich nun in verschiedenen Punkten schwierig:

    Sie verhält sich in JEDER Situation extrem dominant, reißt das Wort an sich, sagt zu allem als Erste etwas, hat zu allem eine Meinung, gibt auch unserem Chef ordentlich Contra, kurz: Sie dominiert mich und auch ihn weg.

    Dazu muss ich sagen und neidlos anerkennen, dass sie fachlich sehr gut ist. Meistens weiß sie, wovon sie spricht, sie ist sehr ambitioniert, ein Jahr jünger als ich und ein Jahr kürzer im Unternehmen, und hat dort eine ziemliche Karriere hingelegt. In der Vergangenheit hatte sie bislang zwei Vorgesetzte, die sie sehr stark gefordert und gefördert haben, und so konnte sie sich eine Menge Know-how aneignen, und sie ist auch weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen. Für sie wurden Ausnahmen gemacht, die sonst niemand durchsetzen konnte, z.B. wurde sie unterjährig befördert, was es sonst bei uns schlicht nicht gibt. Bei der Vorgesetzten-Ebene genießt sie einen guten Ruf (aufgrund der geschriebenen Aspekte durchaus berechtigt), allerdings würde sich sonst keiner darum reißen, mit ihr zusammenzuarbeiten. Viele Kollegen kamen z.B. auf mich zu, um mir ihre Sorge und ihr Mitgefühl auszudrücken, dass es mich nun getroffen hat. Ich war allerdings 100% loyal zu meiner neuen Kollegin und habe dann gesagt, das sei doch alles gut und kein Problem. So weit, so gut.

    Von vorneherein hatte ich sehr großen Respekt, ja fast schon Angst vor ihr, weil sie die schon beschriebene sehr dominante, einschüchternde Art hat. Auf gewisse Weise hat sie etwas sehr Vereinnahmendes an sich, mit dem sie andere Menschen (vor allem auf höheren Ebenen) gut einfangen kann. Sie hat es einfach raus, würde ich sagen ;-) Zu mir ist sie eigentlich immer freundlich, da kann ich ihr wirklich keinen Vorwurf machen. Allerdings beschleicht mich schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass sie nur deswegen nett zu mir ist, weil ich in ihren Augen das Mäuschen bin und sie die Anführerin. Zu ihrer alten, ebenfalls etwas dominanten Kollegin war sie z.B. nicht nett, da hat es einen richtigen Krieg gegeben.

    Nach dieser allgemeinen Schilderung nun zum konkreten Problem:

    In Meetings drängt sie sich so stark in den Vordergrund, dass ich kaum zu Wort komme. Das ist mir selbst ja auch schon aufgefallen. Ich frage mich auch, wie es dazu kommen konnte, denn ich bin eigentlich auch ziemlich auffällig, habe ein lautes Organ, bin selbstbewusst (aber eben nicht dominant) und weiß, wovon ich rede. Nur sage ich deutlich weniger als sie - ich trage nur dann etwas bei, wenn ich mir wirklich sicher bin. Manchmal denke ich auch eine Sekunde zu lange nach (das kennt Ihr bestimmt), und dann hat sie das Wort (schon wieder) an sich gerissen. Wenn sie dann einmal redet, drückt sie sich auch recht geschwollen aus und sagt alles sehr ausführlich.

    Mir ist das - wie gesagt - auch schon aufgefallen, ich habe es aber einfach (wenn auch mit leichten Magenschmerzen) hingenommen und mir gesagt: Sie ist eben stärker auf die Karriere aus, mir liegt nicht so viel daran, also lasse ich sie gewähren und akzeptiere ihr Verhalten und dominantes Auftreten, denn ich will ja keinen Ärger riskieren. Und irgendwie war es für mich vielleicht auch bequem.

    Nun hat mich mein Chef gestern darauf angesprochen! Er hat sein Anliegen sehr freundlich und gar nicht vorwurfsvoll rübergebracht, also auch an ihn geht gar kein Vorwurf! Ich betrachte konstruktive Kritik sowieso als Geschenk - es ist ja gut, dass er mich auf seine Beobachtung hingewiesen hat. Jedenfalls sagt er zu mir, dass meine Kollegin ein sehr starkes Auftreten hat und dass ich gerade in Meetings mit anderen Leuten drohe, hinter ihr zu verschwinden und für andere unsichtbar zu werden. Im Innenverhältnis sei das weniger ein Problem, aber auf andere wirke dies möglicherweise komisch, deswegen müsse ich da aufpassen und das verändern. Es klang schon ernst. Ich glaube nicht, dass er mich rauswirft, aber wer weiß...wenn es nicht besser wird?!

    Habe mich für seine offenen Worte bedankt und gesagt, dass es mir auch aufgefallen sei, dass ich aber nicht der Typ bin, der etwas sagt, nur um des Sagen willens. Da hat er mir voll zugestimmt, dass er das auch besser findet (er selbst ist ein sehr ruhiger Typ und wird von meiner Kollegin wirklich extrem wegdominiert). Und er wolle ja auch den Konkurrenzkampf nicht noch weiter anfachen. Er wisse auch nicht weiter. Denn er und meine neue Kollegin müssten sich in der Zusammenarbeit auch noch finden.

    Na toll. Was mache ich denn nun?

    Mir ist bewusst, dass sie es nicht böse meint bzw. extra macht, weil sie einfach so ist. Oder was meint Ihr?

    Wie soll ich mich denn nun verhalten? Auf mir lastet seit dem Gespräch ein extremer Druck, besser zu werden, mehr in Meetings beizutragen - so schlimm, dass mich das schon ausbremst.

    Habe ich von Anfang an den Fehler gemacht, mich zu "unterwürfig" zu geben, so dass die dominante, bestimmende Rolle nun dauerhaft ihr zufällt? Kann ich das überhaupt noch drehen?

    Wenn ich mein Verhalten verändere und mehr "Gas gebe", wird sie dann vielleicht sauer und ist - zusätzlich zu ihrer sowieso unangenehmen dominanten Grund-Art - auch noch unfreundlich zu mir?

    Soll ich standhaft bleiben oder mir vielleicht einfach einen neuen Job suchen?

    Fragen über Fragen... :-(

    Habt Ihr vielleicht Ähnliches erlebt oder könnt sonst Struktur in meine Gedanken bringen?

    TAUSEND DANK!!

    Liebe Grüße
    Juni-Mond

    PS: Ich weiß, es gibt Schlimmeres und ich darf mir das nicht so zu Herzen nehmen...aber gerade weiß ich nicht so recht weiter...

  2. #2
    Avatar von aubisa
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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Hat Dein Chef denn auch mit der Kollegin gesprochen?

    Sie ist fachlich gut. Wie schätzt Du Dich ein? Bist Du "genauso" gut?
    Habt ihr denn nur gemeinsame Arbeitsbereiche oder hat auch jede für sich einen Bereich, in dem sie Wissensvorsprung, mehr Erfahrung etc. hat?

  3. #3

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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Liebe Aubisa,

    soweit ich weiß, hat mein Chef bislang nicht mit meiner Kollegin zu dieser Thematik besprochen. Ich glaube auch nicht, dass er es vor hat. Denn was soll er machen? Er ist selbst total unsicher und sie drängt ihn ja auch fast schon weg durch ihre Art. Aus seiner Sicht ist sie einfach, wie sie ist (auch wenn er es, glaube ich, nicht so toll findet). Und er kann ja nicht mit ihr sprechen, nur um mich in Schutz zu nehmen...

    Ich würde sagen, dass jede von uns ihre besonderen Stärken hat. Sie ist eher die Visionärin, weiß immer genau, wie etwas laufen soll, hat immer das große Ganze im Blick. Ich habe dafür meine besonderen Stärken in den Feinheiten, bin sehr fleißig und genau in meiner Arbeit. Wir sind beide sehr gut (sonst hätte man uns nicht für diese Jobs vorgeschlagen), aber ganz ehrlich habe ich das Gefühl, dass sie fachlich etwas besser ist. Das muss ich natürlich neidlos anerkennen. Konkret habe ich das Gefühl, dass sie noch mehr von den Sachen aus der Uni weiß, dass sie diese Dinge auch besser und schneller anwenden kann. Außerdem profitiert sie stark davon, dass sie von ihren beiden ehemaligen Vorgesetzten so stark gefordert und gefördert wurde. Meine beiden ehemaligen Vorgesetzten (eine alte Chefin und mein jetziger Chef) haben eher das Prinzip Laissez-faire praktiziert. Natürlich hätte ich mich auch selbst noch mehr reinhängen können, klar.

    Fazit: Was sie besser kann, sind eben auch die Dinge, die man von außen schneller sieht, die man besser verkaufen kann. Ja, sie verkauft sich auch besser, macht extrem gutes Selbstmarketing. Ich bin da vielleicht auch zu bescheiden, selbstkritischer. Sie ist null selbstkritisch.

    Grundsätzlich arbeiten wir am gleichen Aufgabenkomplex. Darunter gibt es dann noch ca. 60%, die jeweils zwischen uns aufgeteilt sind. Sie kümmert sich um Produkte A & B, ich um Produkte C & D (wobei meine Produkte weniger prestigeträchtig sind). Momentan sind wir aber in einer Phase, in der alles noch ein großes Kuddelmuddel ist. Und sie nutzt das geschickt für sich, indem sie sich viele gute Themen rauspickt.

    Liebe Grüße
    Juni-Mond

  4. #4
    Avatar von aubisa
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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Das eigene Auftreten entwickelt sich mit dem Selbstbewusstsein. Sicher macht das aus einem ruhigen Menschen keinen lauten. Aber ich kenne viele Situationen, in denen plötzlich alle ruhig werden und dem stillen Beobachter zuhören, weil das was er sagt, Hand und Fuß hat. Weil er ruhig und selbstbewusst vertritt, was er sagt. Dazu braucht es kein Vordrängeln oder Lautstärke.

    Du hast die Schwierigkeit, dass Deine Kollegin fachlich sehr gut ist. Vielleicht kannst Du Dich stärker positionieren, indem Du Deine Arbeitsbereiche, Deine Nischen so hervorragend bearbeitest und präsentierst, dass Deine Fähigkeiten genau dort auch wahrgenommen werden. So erlangst Du auch mehr Selbstsicherheit über Deine Vorzüge. Denn die sind ganz sicher da, sonst hättest Du diesen Job nicht.

    Dominanz funktioniert nur, wenn es Menschen gibt, die sich dominieren lassen. Siehe Dein Chef, dessen Aufgabe es gewesen wäre, mit Euch beiden zu sprechen. Bestenfalls auch in einem Gespräch zu dritt. Dadurch, dass er sich gegenüber Deiner Kollegin nicht äußert, zeigt er seine Schwäche.

    Könntest Du Dir denn vorstellen, ein Gespräch zu dritt zu führen? Vielleicht ist ihr Dein Empfinden gar nicht klar. Und wenn es gut läuft, erfährst Du auch, was Deine Kollegin an Dir schätzt. Du siehst Dich ja selbst klein und unsichtbar neben der Frau. Eventuell sieht sie Dich ganz anders?

  5. #5
    Avatar von Karla48
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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Na toll. Der Chef macht es sich einfach. Du sollst dich ändern.

    Das Gespräch zu dritt - das sehe ich auch so - wäre die Lösung gewesen.

    Das würde ich jetzt von ihm fordern.
    Menschenskind nee. Was denkt er sich denn, was er in dir auslöst mit einem Gespräch lediglich mit DIR. *kopfschüttel* Vielleicht hat er nicht zuende gedacht. Nur bemerkt "Oh, da gibt es ein Problem", und gleich mit dir gesprochen.

    Also, sag ihm du hättest das überschlafen und seist der Meinung, das könne man nur im Dreierteam vernünftig lösen. Es kann nicht angehen, dass in einem Team der eine den anderen an die Wand drückt. Zumal du nicht gerade "unterlegen" bist, sondern eben nur nicht so übergriffig. Eben "teamfähig". Es ist doch wirklich unmöglich, dass ein Unternehmen von der teamfähigen Person verlangt, sie soll sich an die nicht-teamfähige Person anpassen.

    My 2 cents.
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006

    Achtung! Affe beißt und wirft mit Schmutz!
    ( Schild im Zoo)


  6. #6

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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Hallo Juni-Mond,

    ich finde das Verhalten Deines Chefs auch etwas problematisch. Er selbst kann sich gegen Deine Kollegin nicht durchsetzen und erwartet das aber von Dir? Ich habe auch gerade eine Erfahrung auf der Arbeit mit einer extrem dominanten Vorgesetzten hinter mir, für die Selbstkritik auch ein Fremdwort ist. Na ja, ich habe versucht, meine Position zu behaupten, aber sie war halt meine Vorgesetzte und am Ende musste ich leider gehen, allerdings hatte sie ihre Vorgesetzte 100% hinter sich und das ist in deinem Fall ja anders, Gott sei Dank.

    Du schreibst mit der früheren Kollegin gab es einen regelrechten Krieg. Diese Sorge könntest Du Deinem Chef ja mitteilen und ihm ein Gespräch zu dritt vorschlagen, was auch ohnehin die angemessene Lösung wäre. Und ich würde mich auf Meetings gut vorbereiten, mir schriftliche Notizen machen, wie Du Deine Arbeitsbereiche und Leistungen oder Vorschläge gut präsentieren kannst. Du musst Dich nicht von ihr beeindrucken lassen und wenn sie dann wieder sofort das Wort ergreift, dann sprichst Du eben anschliessend. Versuch dich mehr auf Deine Sache zu konzentrieren und weniger auf sie und Eure Beziehung. Meiner Erfahrung nach sind extrem dominante Personen auch extrem unsicher - sie merken das schon, dass sie nicht beliebt sind und ein selbstbewusstes Auftreten ohne die Fähigkeit zur Selbstkritik ist ja kein Selbstbewusstsein, das ist ja eigentlich ein dünnes Eis. Da hast Du eigentlich eine Stärke, die sie nicht hat.

    Ich denke aber, dass ein Gespräch zu dritt schon eine sehr gute Lösung sein könnte - wenn sie das vom Vorgesetzten sachlich gesagt bekommt, dass das einen schlechten Eindruck macht, rudert sie vielleicht ein wenig zurück.

    Ich wünsch Dir alles Gute!

    Evelyn
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  7. #7
    DaisyDuke
    gelöscht

    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Guten Morgen,

    Ich spreche jetzt mal von mir als dominanter Person - ich habe mich etwas in der Beschreibung deiner Kollegin wiedergefunden.

    Ich habe die Neigung, in Meetings die Leitung an mich zu reißen, die mir nicht gehört und unterbreche andere. Das sind keine schönen Züge und ich arbeite jeden Tag daran, sie abzustellen. Dazu habe ich noch ein lautes Organ und das tut sein übriges.
    Wenn ich unsicher oder nervös bin werde ich noch lauter

    Für deine Kollegin stellt sich die Situation so dar: sie bekam einen neuen Chef und er brachte auch direkt seine alte Mitarbeiterin mit. Sie hat nun das Gefühl, sich behaupten zu müssen, war ja schließlich alles vorher ihr Thema und dann kommt "ihr beide".
    Ich würde von einem Gespräch zu dritt absehen. Das drängt sie in die Defensive, außerdem seid ihr beide erwachsene Menschen und braucht "Papa Chef" nicht schon vor der ersten Eskalationsstufe.
    Geh doch mal mit ihr Mittag essen und sag ihr ganz offen, dass sie dich mit ihrer Art überrennt und du in Meetings nicht gegen sie ankämpfen möchtest. Beschreib ihr deinen Charakter und wie du dir eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit wünschst.
    Wenn sie das nicht bewusst macht (davon geh ich aufgrund deiner Beschreibung aus), wird sie sich schämen und sich zusammenreißen. Und dann macht ihr im besten Fall einen Code aus, mit der du sie in der Öffentlichkeit wieder zurückholen kannst, wenn sie zu stark wird.

    Und gib nichts auf Hörensagen und Zwist alter Kollegen. Das kann ganz andere Ursachen haben.

    Mich wundert es ein wenig, dass viele raten, dass der Chef auch mit der anderen Mitarbeiterin reden soll. Seine Kritik war ja nicht die Dominanz der anderen Person, sondern dass sich die TE dominieren lässt. Soll er jetzt beschützend eingreifen und die Kollegin zurückpfeifen, nur wegen ihrer Art? Das Gespräch mit der TE sehe ich auch eher als Tip, nicht als formelle Kritik. Ich wär da vorsichtig, böses Blut zu schaffen wo noch keins ist, nur dadurch dass der Chef sich in die Beziehung zweier Kollegen einmischt.
    Geändert von DaisyDuke (10.01.2013 um 07:35 Uhr)

  8. #8

    Registriert seit
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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Zitat Zitat von DaisyDuke Beitrag anzeigen

    Und gib nichts auf Hörensagen und Zwist alter Kollegen. Das kann ganz andere Ursachen haben.

    Mich wundert es ein wenig, dass viele raten, dass der Chef auch mit der anderen Mitarbeiterin reden soll. Seine Kritik war ja nicht die Dominanz der anderen Person, sondern dass sich die TE dominieren lässt. Soll er jetzt beschützend eingreifen und die Kollegin zurückpfeifen, nur wegen ihrer Art? Das Gespräch mit der TE sehe ich auch eher als Tip, nicht als formelle Kritik. Ich wär da vorsichtig, böses Blut zu schaffen wo noch keins ist, nur dadurch dass der Chef sich in die Beziehung zweier Kollegen einmischt.
    Die dominante Kollegin ist ja im Unternehmen als dominant bekannt und es gab schon einen Kriegszustand mit einer anderen Kollegin, die sich ihr nicht so angepasst hat. Ich denke daher schon, dass der Zwist auch darauf beruhte.

    Ich denke, die Kritik des Chefs betrifft schon beide, da gehören ja zwei dazu, eine, die sehr dominant ist und eine, die dabei ins Hintertreffen gerät. Daher gehören auch beide zum Gespräch, das lässt sich nicht einseitig lösen. Und er hat klar gesagt, dass die TE ihr Verhalten ändern muss, und das ist kein Tipp, sondern eine klare Kritik mit der Aufforderung, etwas zu verändern.

    Ich finde es gut, dass Du dein eigenes Verhalten reflektierst und versuchst es zu ändern. Aber die TE hat ja geschrieben, dass sie gerade diese Selbstkritik bei ihrer Kollegin vermisst. Wenn der Fall so liegt, kann ein Gespräch unter vier Augen auch in die Hose gehen. Da wird sie sich dann vermutlich auch angegriffen fühlen und das Kolleginnenverhältnis kann für die TE sehr schwierig werden. Wenn es gleich ein Gespräch zu dritt gibt schätze ich die Gefahr einer Eskalation als viel geringer ein, die Kollegin wird eher bereit sein, ein wenig zurück zu rudern, wenn sie sieht, dass ihr Vorgesetzter ihre Dominanz kritisch sieht.

    Evelyn
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  9. #9
    DaisyDuke
    gelöscht

    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Zitat Zitat von Evelyn09 Beitrag anzeigen
    Die dominante Kollegin ist ja im Unternehmen als dominant bekannt und es gab schon einen Kriegszustand mit einer anderen Kollegin, die sich ihr nicht so angepasst hat. Ich denke daher schon, dass der Zwist auch darauf beruhte.

    Ich denke, die Kritik des Chefs betrifft schon beide, da gehören ja zwei dazu, eine, die sehr dominant ist und eine, die dabei ins Hintertreffen gerät. Daher gehören auch beide zum Gespräch, das lässt sich nicht einseitig lösen. Und er hat klar gesagt, dass die TE ihr Verhalten ändern muss, und das ist kein Tipp, sondern eine klare Kritik mit der Aufforderung, etwas zu verändern.

    Ich finde es gut, dass Du dein eigenes Verhalten reflektierst und versuchst es zu ändern. Aber die TE hat ja geschrieben, dass sie gerade diese Selbstkritik bei ihrer Kollegin vermisst. Wenn der Fall so liegt, kann ein Gespräch unter vier Augen auch in die Hose gehen. Da wird sie sich dann vermutlich auch angegriffen fühlen und das Kolleginnenverhältnis kann für die TE sehr schwierig werden. Wenn es gleich ein Gespräch zu dritt gibt schätze ich die Gefahr einer Eskalation als viel geringer ein, die Kollegin wird eher bereit sein, ein wenig zurück zu rudern, wenn sie sieht, dass ihr Vorgesetzter ihre Dominanz kritisch sieht.

    Evelyn
    Da ist mein Menschenbild einfach ein anderes - ich gehe erstmal davon aus, dass die Kollegin nicht aus bösem Willen so ist, sondern es vielleicht noch nicht so kritisch empfindet. Warum auch - sie hat ja eine ordentlich Karriere gemacht und daher keinen Grund, an sich zu zweifeln. Ich bin mir sicher, dass es Kollegen gibt, die über mich das gleiche sagen würden und ich hatte auch schon ernste Auseinandersetzungen mit Kollegen.

    Ich arbeite an mir, sehe es aber auch nicht als Aufgabe, Mauerblümchen zu pushen. Wenn einer in Meetings lieber unsichtbar ist, dann ist es halt so.
    Würde allerdings ein Kollege nett mit mir sprechen, würde ich ihn unterstützen.
    Warum sollte es bei der Kollegin nicht auch so sein?
    Ich möchte noch einmal auf die Situation der Kollegin hinweisen, für die es ja auch einschneidende Änderungen gab.

  10. #10
    Avatar von aubisa
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    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Dadurch, dass der Chef allein mit JuniMond gesprochen hat, signalisiert er ja, dass die "Schuld" auch bei ihr liegt und sie etwas ändern soll. Das ist weder eine gute Personalführung noch tut er dem Klima in der Firma gut. Wenn beide gleichberechtigt sind, sollten sie auch so behandelt werden.
    Deshalb sehe ich ein Gespräch zu dritt als wesentlich produktiver an. Und zwar ohne Anklage, sondern um die Situation zu klären.

    Als der Chef das Gespräch initiierte, hat er die gleichberechtigte Ebene zwischen den Kolleginnen unterbrochen und "von oben" agiert. Das sollte er jetzt auch vernünftig auf dieser Ebene klären.

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