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  1. #21
    Schmirgel
    gelöscht

    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Sehr interessantes Thema. Habe erstmal nicht alle Beiträge gelesen... Ich kenne das relativ gut. Wir haben auch eine sehr dominante Kollegin. Der geht es um Einfluss und darum, sich die Rosinen rauszupicken. Ich mag sie irgendwie nicht, da sie um ihre Ziele durchzusetzen eben auch etwas zum Intrigantentum neigt und über mich ständig Gerüchte, ich wär' egoistisch usw. in Umlauf setzt. Z. B. hat ihre Freundin und auch Kollegin von uns mich eine Zeitlang mit dem Auto mitgenommen. Es dauerte gar nicht lange und mir wurde vorgeworfen, dass sie auf mich gewartet hätte und ich war mit dem Bus gefahren. Ich kam mir in dem Moment richtig schlecht vor, weil sie beide vorwurfsvoll dasaßen. Später dacht' ich, wie gemein, wir hatten für den Tag gar nichts verabredet. Jetzt bin ich der Idiot! Genau sowas kann ich absolut nicht leiden. Da ist auch so dieses Muster: Schuld sind immer die anderen.

    Ich glaube im Grunde ist sie wirklich sehr stark verunsichert. Sie hat dann auch mal Phasen gehabt, wo sie zugänglich war, aber das hat nie lange angehalten. Sie ist ein misstrauischer Typ und wäre sie nicht so, dann hätte ich eventuell mal das Gespräch gesucht. Doch damit liefere ich mich wohl nur ans Messer. Sie fragt oft nicht aus Interesse, sondern weil sie was wissen und damit Kontrolle haben kann. Das berühmte Messer hat man auch mal schnell im Kreuz, wenn man nicht aufpasst.

    Was das andere betrifft, sie ist diejenige, die immer beim Chef sitzen muss, die unglaublich viel Energie aufwendet, um gut dazustehen, ständig in der Nähe von Chef und stellvetretendem Chef ist und sich da ranhängt usw. Sie ist vom Typ her aber auch so, dass sie schnell gekränkt ist und sich ungerecht behandelt fühlt. Sie kann sich auch supergut verkaufen. Sie meinte, ja sie macht dann xy auch mal, wir würden das ja die sonst immer die ganze Woche machen, ein anderes Mal heißt es, ein bisschen frische Luft tut ihr sicher jetzt gut - dabei war sie nur drauf aus, eine Zigarette rauchen zu können. Keiner traut sich, sich mit ihr anzulegen. Der Chef auch nicht so wirklich. Sie hat oft schlechte Laune und hat mit ihrem Dominanzgebahren dort alle im Griff. Sie ist aber auch kontaktfreudig und auch ziemlich offen und erzählt viel von sich.

    Was ich durchaus akzeptieren muss ist, dass sie einen immens hohen Energieaufwand betreibt, um ihre Position zu sichern. Da bleibt einem nichts anderes über als das so hinzunehmen und für sich zu entscheiden, ob ich das so lasse, meine Ruhe habe, aber dafür dann vielleicht irgendwann so einen schlechten Ruf habe... Wobei das ja bereits seit Jahren so geht und ich bin bis jetzt noch da. Trotzdem verunsichert einen sowas und man fragt sich, wie lange man denn noch da arbeiten kann bevor sie einem das letzte faule Ei ins Nest legen. Der andere Weg ist natürlich steiniger.

    Du stehst quasi vor der Wahl: entweder belässt du es dabei, dass du zurückhaltender bist, weniger Energie für deinen Job aufbringst und die Sachen bearbeitest, die sie dir übrig lässt. Das ist eigentlich nicht wirklich schlimm, aber s. o. kann auch irgendwann so ausgelegt werden, dass du nicht mal mehr die Position mehr wert bist, die du jetzt hast. Dein Ruf könnte leiden. Denn du warst bisher nicht so übel mit deinen Leistungen und das hat sich im Grunde nicht geändert. Die die dich von früher kennen, sehen das - noch, und wissen, dass du was drauf hast. Irgendwann wird man aber auch das nicht mehr sehen, sondern nur noch das, was deine Kollegin von dir übrig gelassen hat. Man wird ganz automatisch doch immer mit dem verglichen, mit dem man zusammenarbeitet, oder nicht? Hast du eine dämliche Kollegin (damit bist du nicht gemeint, nur als Beispiel), kannst du neben ihr locker brillieren. Im Vergleich zu einer anderen kommst du schlecht weg. Du bist in beiden Fällen dieselbe, aber bekommst jeweils ein komplett anderes Image.

    Dass sie bis jetzt nett zu dir ist, liegt vermutlich, wie du schon erkannt hast, daran, dass du ihr nicht groß im Weg stehst. Sie kann ohne Probleme die Aufgaben bearbeiten, auf die sie's abgesehen hat. Und wie du ganz genau analysiert hast, guckt sie auf das große Ganze (also à la Chef) während du den Kleinkram dazu schön brav erledigst. Wie du auch richtig siehst, ist sie wohl von ihren Chefs als ebenbürtiger Chef ausgebildet worden während du ja quasi immer schon einem Chef zugearbeitet hast, nichts anderes. Daran ist auch nichts Falsches. Es war eben so.

    Du stehst an einem Scheideweg, wo du dich wohl für dich entscheiden musst, weiterhin eine Zuarbeiterin für einen Chef zu sein oder die Herausforderung anzunehmen, an dir zu arbeiten und später auch mal Chef zu werden. Das ist wirklich nicht so einfach, für sich zu entscheiden, da man ja auch seine Persönlichkeit stark verändern müsste. Z. B. ist ja eine grundlegende andere Denkweise gegenüber Karrierefrauen angebracht. Dann sagst du nicht mehr "wie kann man nur" und "naja, dafür kann sie auch keiner leiden" sondern eben anders "man wird ja sowieso nur für den Dienst bezahlt und sowieso nicht wirklich gemocht" bzw. "was habe ich davon, wenn man mich mag, wenn's drauf ankommt, steh' ich doch alleine da" oder irgendsowas.

    Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, ein paar Tipps von ihr zu erfragen. Die Frau ist, wie hier schonmal erwähnt wurde, vollkommen bei sich. Sie hat an sich arbeiten können, das war natürlich auch Glück mit den Chefs, die sie hatte, und sie möchte natürlich das alles, was sie gelernt hat, einbringen und sie gibt eben ihr bestes. Sie hängst sich voll rein. Hat sie eigentlich Familie oder sowas? Es gibt ja Menschen, wie wir, die es nicht so sehr drauf anlegen und auch noch was anderes im Leben haben wollen als rund um die Uhr für die Firma zu arbeiten, die mir irgendwann, wenn ich diese Leistung nicht mehr bringen kann, den Schuh in den Ar... schieben wird.

    Die Frau würde sich wohl total blöd vorkommen, bewusst weniger zu leisten, nur weil andere es halt nicht können. Das versteh' ich schon. Macht erstens mal nicht so viel Spaß, wenn man es ja drauf hat. Außerdem steht bei ihr wohl auch eine große Erwartungshaltung an, die sie ebenfalls zu bringen hat, genau wie du auch. Hat auch lange gedauert bei mir, bis ich an diesen Punkt gelangt bin, da ich das immer unfair fand, wenn andere an mir vorbeizogen. Vor allem, weil ich nie jemanden hatte, der mich wirklich gefördert hat usw. Oder auch deswegen, weil ich leider nicht so leistungsfähig bin und eben auch zu viele Probleme habe mit mir selbst, dass mir eben die Energie und Kraft für eine Karriere fehlen. Ich versuche zwar dran zu arbeiten, aber die Zeit läuft mir davon.

    Überlege dir, wo du hin willst. Vielleicht ist die Frau ein Segen für dich, damit du im Leben weiter kommst?! Vielleicht wäre es aber auch nicht schlecht zu wechseln. Manchmal hat man einfach Pech oder Glück, um sein Leben nicht so weiterführen zu können wie bisher - je nachdem wohin man möchte.

    LG

    Schmirgel

  2. #22

    Registriert seit
    02.08.2012
    Beiträge
    229

    AW: Extrem dominante Kollegin / Chef befürchtet, ich werde "unsichtbar"

    Hallo!

    Nur kurz: Mir ist beim Lesen Deines Eingangspostings aufgefallen, dass Du viele beschwichtigende Formulierungen benutzt. Die Kollegin ist total in Ordnung, so wie sie ist. Der Chef macht auch keine Fehler, Du bedankst Dich sogar bei ihm. Eigentlich ist alles in Ordnung und totaaaaal berechtigt. (Sorry, ich persifliere das gerade etwas. )

    ... vielleicht bist Du also doch mehr "gefälliges Mäuschen" als Du es wahrhaben möchtest?
    ... frag Dich doch mal, WAS stört mich eigentlich wirklich? D.h. was würde ich den beiden sagen, wenn ich so könnte, wie ich wollte (und mich niemand dabei hört)?
    ... und wenn ich das rausgefunden hätte, dann würde ich - so freundlich wie möglich aber so bestimmt wie nötig - genau darauf achten, dass sich das für mich irgendwie ändert!

    Viel Erfolg!!!
    Man darf die Nettigkeit nicht zugunsten der Ehrlichkeit vernachlässigen - die Ehrlichkeit jedoch auch nicht zugunsten der Nettigkeit.

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