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  1. #1

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    Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Habt Ihr von diesem Fall gehört?

    Am 24. November wird Kristina Hänel vor dem Gießener Amtsgericht stehen. Der Vorwurf lautet: „Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft“. Denn die Allgemeinärztin schreibt auf ihrer Website, dass sie nicht nur EKGs und Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse durchführt, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche. Deshalb wurde sie von selbsternannten „Lebensschützern“ angezeigt. Die Initiative „Nie wieder!“, die Abtreibungen mit dem Holocaust vergleicht, hat bereits Hunderte Ärztinnen wg. Verstoß gegen den §219a angezeigt. Dieses Gesetz bestraft ÄrztInnen mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, wenn sie ihres „Vermögensvorteils wegen (…) Dienste zur Vornahme eines Schwangerschaftsabbruchs (…) anbieten, ankündigen oder anpreisen“. Bis dato stellten die Staatsanwaltschaften die Verfahren meist ein.

    So auch schon zweimal bei Hänel, diesmal aber nicht.

    Hänel dazu:

    Es heißt, es gäbe da einen Staatsanwalt, der das Gesetz besonders scharf auslegt. Außerdem hat sich das gesellschaftliche Klima verschärft. Es gibt immer mehr Krankenhäuser, die Frauen Abbrüche verweigern. Und immer weniger Ärzte, die Abbrüche durchführen. Wenn man das tut, gerät man in so eine „Schmuddelecke“. Ich bin innerhalb der Ärzteschaft eine Außenseiterin.


    Diese Entwicklung war bisher an mir vorbei gegangen.

    Mittlerweile gibt es aber viel Unterstützung für die Ärztin, die außerdem eine Petition für die Abschaffung des § ins Leben gerufen hat.

    Am Freitag wird es vor der Verhandlung beim Gießener Amtsgericht eine Solidaritätskundgebung geben.


    @Moderation: Ich hatte überlegt, das im Straftatenstrang zu posten, aber eine Straftat, die eigentlich gar keine sein sollte, finde ich dort fehl am Platz.

  2. #2

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von sammet Beitrag anzeigen
    Habt Ihr von diesem Fall gehört?

    Am 24. November wird Kristina Hänel vor dem Gießener Amtsgericht stehen. Der Vorwurf lautet: „Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft“. Denn die Allgemeinärztin schreibt auf ihrer Website, dass sie nicht nur EKGs und Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse durchführt, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche. Deshalb wurde sie von selbsternannten „Lebensschützern“ angezeigt. Die Initiative „Nie wieder!“, die Abtreibungen mit dem Holocaust vergleicht, hat bereits Hunderte Ärztinnen wg. Verstoß gegen den §219a angezeigt. Dieses Gesetz bestraft ÄrztInnen mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, wenn sie ihres „Vermögensvorteils wegen (…) Dienste zur Vornahme eines Schwangerschaftsabbruchs (…) anbieten, ankündigen oder anpreisen“. Bis dato stellten die Staatsanwaltschaften die Verfahren meist ein.

    So auch schon zweimal bei Hänel, diesmal aber nicht.

    .
    Danke ,Sammet! Das ist auch an mir vorbei gegangen und ich habe auch die Petion sofort mitunterschrieben.

  3. #3
    Avatar von marylin
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Wobei ich mich wundere, dass eine Allgemeinmedizinerin Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Müsste das nicht ein Gynäkologe machen?
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  4. #4
    pfauenauge13
    gelöscht

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Das habe ich mich auch gefragt.

  5. #5

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ist der öffentliche Hinweis denn notwendig?
    Man muss in Deutschland doch ohnehin einen Beratungstermin wahrnehmen. Erhält man nicht dort Adressen der Ärzte, die einen Eingriff durchführen?

    Und ist es für den Arzt lukrativ, Abbrüche durchzuführen?
    Nur dann würde „Werbung“ im Sinne von Vermögensvorzeil erwerben doch Sinn ergeben?

  6. #6
    Avatar von ereS
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    hier ist der bericht nicht ganz so reißerisch, sondern ein wenig sachlicher dargestellt
    Werbung fur Schwangerschaftsabbruche - Arztin angeklagt | hessenschau.de | Gesellschaft

    anscheinend ist die aerztin nicht sonderlich gut beraten worden, was die gestaltung ihrer homepage anbetrifft
    und jetzt nimmt es ein staatsanwalt eben ganz genau
    und legt ein vorhandenes gesetz sehr eng aus
    offen gestanden ich habe nicht allzu viel mitleid mit der aerztin, zumal sie wegen der homepage nicht zum ersten mal aerger hat
    ich sehe diesen prozess voellig losgeloest davon, das es um das thema abtreibung geht

  7. #7

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von martaback Beitrag anzeigen
    Danke ,Sammet! Das ist auch an mir vorbei gegangen und ich habe auch die Petion sofort mitunterschrieben.

  8. #8

    Registriert seit
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    Ist der öffentliche Hinweis denn notwendig?
    Man muss in Deutschland doch ohnehin einen Beratungstermin wahrnehmen. Erhält man nicht dort Adressen der Ärzte, die einen Eingriff durchführen?
    Ich weiß es nicht genau, vermute aber stark, dass das von der jeweiligen Beratungsstelle abhängt.

    Und ist es für den Arzt lukrativ, Abbrüche durchzuführen?
    Nur dann würde „Werbung“ im Sinne von Vermögensvorzeil erwerben doch Sinn ergeben?
    Nein, Vermögensvorteil heißt nur, dass man damit Geld verdient.

  9. #9

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    hier ist der bericht nicht ganz so reißerisch, sondern ein wenig sachlicher dargestellt
    Werbung fur Schwangerschaftsabbruche - Arztin angeklagt | hessenschau.de | Gesellschaft

    anscheinend ist die aerztin nicht sonderlich gut beraten worden, was die gestaltung ihrer homepage anbetrifft
    und jetzt nimmt es ein staatsanwalt eben ganz genau
    und legt ein vorhandenes gesetz sehr eng aus
    offen gestanden ich habe nicht allzu viel mitleid mit der aerztin, zumal sie wegen der homepage nicht zum ersten mal aerger hat
    ich sehe diesen prozess voellig losgeloest davon, das es um das thema abtreibung geht
    Hast Du Dir die Homepage überhaupt angeschaut?Klingt nicht so!
    Also ich entdecke da eher ein kurzes Leistungsspektrum und keine Werbung.

  10. #10

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    anscheinend ist die aerztin nicht sonderlich gut beraten worden, was die gestaltung ihrer homepage anbetrifft
    Noch wurde sie nicht verurteilt.

    und jetzt nimmt es ein staatsanwalt eben ganz genau
    und legt ein vorhandenes gesetz sehr eng aus
    offen gestanden ich habe nicht allzu viel mitleid mit der aerztin, zumal sie wegen der homepage nicht zum ersten mal aerger hat
    Sie wurde angezeigt von Radikalen, das war der Ärger. Hätte sie vor denen kuschen und ihre Homepage ändern sollen?

    Außerdem: Sie macht keine Werbung im Sinne von "Frauen, brecht Eure Schwangerschaften bei mir ab!", sondern sie hat in der Liste ihrer Leistungen eben auch diese Leistung mit aufgezählt und bietet auf Nachfrage Informationen dazu an.

    Und dies sollte legal sein, um dem Informationsbedürfnis der Frauen Rechnung zu tragen.

    Sie selbst dazu im Emma-Interview:

    Der Vorwurf, dass ich „Werbung“ für Abtreibungen mache, ist doch wirklich absurd. Ich arbeite auch im Rettungsdienst. Wenn ich da mein T-Shirt „Notärztin“ trage, kommt niemand auf die Idee, dass ich Werbung für Herz-Kreislauf-Stillstände mache.
    Geändert von sammet (19.11.2017 um 17:40 Uhr)

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