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  1. #1
    lea_
    gelöscht

    Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    461 Angriffe 2015

    Politikerin bei einer OB Wahl niedergestochen...

    Auf Pegida Demos werden Reden mit rhetorischen Brandsätzen gehalten...

    "Misstrau den Medien, misstrau den Zahlen, Glaube niemande" zersetzt Vertrauen und wird so oft wiederholt, bis man es irgendwann glaubt, obwohl es noch nie anders war, dass man Nachrichten gegenlesen sollte oder mehrere Quellen vergleichen sollte. Jede Zeitung hatte schon immer eine politische Richtung. Debatten werden missverstanden als Tatsachenbehauptungen und die ganze Zeitung in Miskredit gezogen?

    Behauptungen und Meinungsäußerungen werden als eine wirre Form von "Klartext" hochgejubelt...

    Wie erfolgreich ist diese Strategie?


    Wie sehr gefährdet sind wir durch die Rechtsradikale Gewaltdelikte?
    Wird die Stimmung durch Parteien wie AFD (z.B. Höcke) oder Pegida angeheizt?

    Was kann man tun?
    Gibt es schöne Beispiele, von Leuten die sich intelligent zur Wehr gesetzt haben und gegen gehalten haben?

    Als rechtradikale Gewalt kenne ich die Definition, dass eine Gewaltat aus offenen rassistischen Gründen passiert (Reker) oder auf Grund der Ideologie/Annahme, dass ein Mensch eine "mindere "natürliche " Wertigkeit" (z.B. Obdachlose) besitzt. Genauere Definitionen gern erwünscht. Ich kann es dazu tragen.
    Geändert von ganda55 (09.11.2015 um 15:55 Uhr) Grund: Auf Bitte der TE Sammelbegriff im ersten Link geändert.

  2. #2
    lea_
    gelöscht

    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Schönes Beispiel:

    Höcke scheint mit seinem Auftritt bei Jauch damit Erfolg zu haben Gegendemostrationen zu mobilisieren, die Pegidajubiläumsaussgabe in Erfurt war schlechter besucht als vorher. Die afd distanziert sich sogar.


    Etwa 4000 Teilnehmer versammelten sich am Mittwochabend laut Polizei in der thüringischen Landeshauptstadt vor dem abgedunkelten Dom zu der Kundgebung der rechtskonservativen AfD. Vor zwei Wochen waren es noch doppelt so viele.

    Einen Zuwachs gab es hingegen bei der Gegendemonstration. Sie wuchs von 800 Teilnehmern am 7. Oktober auf nun 2500 Demonstranten an.

    ...


    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1058997.html
    Es gibt sicherlich noch mehr positives zu berichten.

  3. #3

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    460

    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Auch in unserer Stadt sind die Gegendemonstrationen sehr viel grösser.

    Deshalb bin ich froh, hier zu leben, in unserer weltofffenen, bunten Stadt mit 25% Ausländeranteil und Menschen mit Migrationshintergrund.

    Angst vor Flüchtlingen habe ich nicht, sowohl aber Angst vor diesen Rechtskonservativen aus dem Osten.
    Geändert von mariarosa (22.10.2015 um 17:55 Uhr)

  4. #4
    Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    hetze bedeutet ja eine abwertende Stimmungsmache.

    dazu habe ich zwei interessante artikel im spiegel gelesen, aus denen ich wie folgt zitiere:

    im ersten kann man lessen, wie man gut miteinander diskutiert, ohne hetze eben:

    Wenn man Redner etwa mit sachlichen Argumenten auseinandernimmt. Und: Viele rechte Rhetoriker entlarven sich selbst, weil sie Paradoxien verkörpern. Ein Beispiel: Der Pegida-Gründer Lutz Bachmann hat selbst eine kriminelle Vergangenheit, und er schürt heute Ängste vor kriminellen Einwanderern. Diese Schuldzuweisungen sind Projektionen. Wenn dieser Widerspruch auffällt, entlarvt es ihn. Solche Widersprüche müssen offengelegt werden. ....
    Quelle: Rechte Rhetorik: Wieviel Platz soll man Höcke und Pirinçci einräumen?* - SPIEGEL ONLINE

    Im zweiten Artikel geht es um Minderheit und Hass. das finde ich deshalb wichtig, weil aus Hass Hetze entstehen kann.

    Pegida ist weiterhin eine Minderheit, das darf man nicht vergessen. Aber eine Minderheit, deren Hass größer wird, je minderer sie sich fühlt....Wir müssten mit ihnen sprechen, um das herauszukriegen.
    Doch für Verständigung müssen zwei grundlegende Dinge gegeben sein. Wir müssen uns klar sein, worüber wir reden: das Thema, über das wir sprechen, und die Tatsachen, zu denen wir uns verhalten. Und wir müssen - zweitens - einander als Gesprächspartner anerkennen und uns zutrauen, dass wir uns zu dem Thema überhaupt äußern können. Pegida sägt von sich aus an der ersten Säule, weil es zum Beispiel der "Lügenpresse" nicht mehr glaubt. Ein Pegida-Anhänger wird verletzt, Pegida sagt: Einer von uns wurde verletzt. Ein Reporter wird geschlagen, Pegida sagt: Wir glauben Ihnen nicht. Das ist ein Problem für die erste Bedingung: Es ist unklar, was überhaupt wahr ist. Die zweite Säule, das gegenseitige Anerkennen als Gesprächspartner, geht kaputt, wenn wir nur noch von Pegida-Trotteln sprechen. Dann bleibt jeder in seiner Blase, und dann bleibt nicht mehr viel Kommunikation, dann bleiben nur Geräusche - und am Ende Sprachlosigkeit.
    deswegen kann man nur zwei dinge tun.
    den anderen anerkennen und ernstnehmen. dazu gehört auf sich selbst zu achten, aber, auch dem anderen die grenzen aufzuzeigen.

    ich zeige dem anderen übrigens, dass ich ihn ernst nehme, wenn ich seine argumente ernst nehme, was auch bedeuten kann, dass ich nachweise einfordere.


    Quelle: Rechtsextremismus: Der Umgang mit dummen Rechten - Kolumne - SPIEGEL ONLINE
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  5. #5
    Buckeye
    gelöscht

    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Ich denke der 2. verlinkte Artikel trifft den Nagel auf den Kopf: Es gibt kaum noch eine Basis, auf der man miteinander diskutieren könnte, da man einander schlicht nicht glaubt.

    Dabei hilft es freilich wenig, diese Personen als "dumme Rechte" zu titulieren, denn es bricht dieses Vertrauen noch mehr. George Orwell hatte sich von langer Zeit mal über diese Form der Diskussion ausgelassen, und kam zu den Schluss, das die Verwendung von abstrakten Ausdrücken ("Rechte") an sich eine Form der Propaganda sei.

    Das Problem bleibt, dass viele dieser Akteure zu 90% Unsinn erzählen, aber zu einem kleinen Teil unangenehme Dinge ansprechen, da sie sich nicht um Anstand oder einen gesellschaftlichen Konsens scheren.

  6. #6
    VIP Avatar von Lukulla
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    31.056

    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Zitat Zitat von lea_ Beitrag anzeigen
    Wie sehr gefährdet sind wir durch die Rechtsradikale Gewaltdelikte?

    "Wir" als Bürger eher weniger, aber unser Rechtsstaat ist gefährdet. Was da von Tätern zum Teil betrieben wird, ist gewalttätige Anarchie.

    Meiner Ansicht nach müssten wesentlich intensiver mit rechtsstaatlichen Mitteln dagegen vorgegangen werden. Wir brauchen keine "ich bin entsetzt"-Reden oder Betroffenheitslyrik von Politkern. Wir brauchen klare Verfolgung der Täter, Analyse, Anklage, Verurteilung.

    Was mich sehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass eine andere Meinung zu einem Thema mit Gewalt gegen Sachen und Menschen durchgesetzt werden soll. Als ob wir in einem rechtsfreien Raum leben.

    Was kann man tun?
    Gibt es schöne Beispiele, von Leuten die sich intelligent zur Wehr gesetzt haben und gegen gehalten haben?
    Ich kenne nur nicht schöne Beispiele, sorry. Die "Gegendemonstrationen". Bei uns ist Pegida auch da, wenige Hanseln sind es, die schwingen ein paar Reden und singen die Hymne und nach einer Stunde gehen sie wieder.

    Die Antifa geht auch hin und ist in der absoluten Überzahl, wenn auch bestimmt nur 100 Leute, und pfeifen die ganze Zeit, so dass man kaum was verstehen kann, wenn man nicht ganz nah dran ist.

    Da sind 50 (!!!!!) Polizeimannschaftswagen im Einsatz.

    Für mich ist das der vollkommen falsche Weg. Zuviel Aufmerksamkeit für ein paar Leute, die sich aufregen. Viel zu viel Geld rausgeschmissen für die Sicherheit. Die Polizei hat jetzt wirklich Besseres zu tun. Ausserdem ist es wenig mutig, einfach nur zu pfeifen.

    Viel zu viel Aufmerksamkeit in der Presse für die paar Leute. Jedes Wort wird 3459fach kommentiert. Jeder Schritt mit 123 Kameras eingefangen.

    Lasst die Pegida endlich in Ruhe und kümmert Euch um die wirklich wichtigen Dinge im Land. Gebt denen keine Plattform mehr!

    Wichtige Dinge: Dass viele Neonazis bei den Sicherheitsfirmen angestellt sind die die Flüchtlingsheime bewachen.
    Sofortige Anzeige gegen alle, die für Gewalt aufrufen. usw.
    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  7. #7
    Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Zitat Zitat von Buckeye Beitrag anzeigen
    Das Problem bleibt, dass viele dieser Akteure zu 90% Unsinn erzählen, aber zu einem kleinen Teil unangenehme Dinge ansprechen, da sie sich nicht um Anstand oder einen gesellschaftlichen Konsens scheren.
    und, dass aus manche die Wort (auch von Pegida) als erklärung für ihre Taten nehmen. und damit haben sie ihren Überbau.

    deswegen ist es schon richtig über die Texte von Pegida zu sprechen.
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  8. #8
    Avatar von Libentia
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    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Zitat Zitat von Buckeye Beitrag anzeigen

    Dabei hilft es freilich wenig, diese Personen als "dumme Rechte" zu titulieren, denn es bricht dieses Vertrauen noch mehr. George Orwell hatte sich von langer Zeit mal über diese Form der Diskussion ausgelassen, und kam zu den Schluss, das die Verwendung von abstrakten Ausdrücken ("Rechte") an sich eine Form der Propaganda sei.
    Das Wort "dumm" ist abwertend, und wird demnach eher niemanden zu einem konstruktiven Austausch öffnen. Aber wie "öffnet" man Fanatiker für einen sinnvollen vernünftigen Austausch? Ich finde das in der Tat eine wichtige Frage.

    Wenn man nicht mehr "Rechte" sagen sollte, wie soll man denn kommunizieren, was wäre denn besser? Muß man es denn nicht irgendwie benennen? Sonst müßte man ja immer drumherumreden. Kannst Du dazu noch was sagen?

    An der Stelle übrigens, der Attentäter der Bürgermeisterin, es kursieren seltsame Dinge in den Zeitungen, z.B. daß er vielleicht ein V-Mann war.

    Reker-Attentäter: Akte als "geheim" eingestuft | Telepolis

    Attentat vor Kölner Wahl: Er stach OB Reker nieder: Messerstecher Frank S. plante seinen eigenen Selbstmord - Köln - FOCUS Online - Nachrichten
    Ein vernünftiges Wort zur rechten Stunde hilft fast immer, und man kann sich weit mehr mit seinen Gegnern aussprechen als man gemeinhin denkt.
    Kurt Tucholsky

    Die Zukunft ist weiblich.

  9. #9
    gesperrt
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    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Ich stelle mir gerade die Frage was wäre, wenn morgen Wahl wäre,

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  10. #10
    NormaBaker
    gelöscht

    AW: Hetze & Rechtsradikale Gewaltzunahme

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    "Wir" als Bürger eher weniger, aber unser Rechtsstaat ist gefährdet. Was da von Tätern zum Teil betrieben wird, ist gewalttätige Anarchie.
    Ich sehe unseren Rechtsstaat als solchen nicht gefährdet.

    Allerdings befürchte ich eine wachsende Anzahl von Gewaltdelikten durch fanatisierte Einzeltäter, die sich vor dem heimischen PC unter dem Einfluss der sozialen Netzwerke radikalisieren. Der Angriff auf Henriette Reker war symptomatisch.

    Leider kann man solchen Taten kaum vorbauen.

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