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Ergebnis 401 bis 410 von 448
  1. #401
    Avatar von Opelius
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    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von stecher36 Beitrag anzeigen
    Ich bin grad nicht fit was das derzeitige Adoptionsrecht für Möglichkeiten bietet aber eines weiss ich, dass die Inkognito Adoption in der Form nicht mehr durchgeführt wird.
    Doch, Inkognito Adoptionen sind weiterhin zulässig: Inkognito bedeutet den einseitigen Schutz der Daten der Adoptivfamilie (Name und Anschrift) vor dem Zugriff durch Dritte. Damit soll sichergestellt werden, dass besonders die Herkunftsfamilie des Kindes nicht in die Erziehung eingreifen und die Beziehung des Kindes zu den Adoptiveltern stören kann. Die Vermittlungsakte ist bei der vermittelnden Stelle 60 Jahre aufzubewahren.
    Auch haben adoptierte Kinder ab dem 16. Lebensjahr das Recht auf Einsicht in den Geburtseintrag beim Standesamt, aus der sich die Daten der leiblichen Mutter, teilweise auch des leiblichen Vaters, ergeben (§ 61 Personenstandsgesetz).
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. #402
    BT_auf_Besuch
    gelöscht

    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Doch, Inkognito Adoptionen sind weiterhin zulässig: Inkognito bedeutet den einseitigen Schutz der Daten der Adoptivfamilie (Name und Anschrift) vor dem Zugriff durch Dritte. Damit soll sichergestellt werden, dass besonders die Herkunftsfamilie des Kindes nicht in die Erziehung eingreifen und die Beziehung des Kindes zu den Adoptiveltern stören kann. Die Vermittlungsakte ist bei der vermittelnden Stelle 60 Jahre aufzubewahren.
    Darf man daraus schließen, dass zumindest nach Abschluss der Erziehung, sprich nach Volljährigkeit des Kindes, ein Informationsrecht seitens der leiblichen Eltern besteht?

  3. #403
    segres
    gelöscht

    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Darf man daraus schließen, dass zumindest nach Abschluss der Erziehung, sprich nach Volljährigkeit des Kindes, ein Informationsrecht seitens der leiblichen Eltern besteht?
    Nein. Mit der Zustimmung zur Adoption verlieren die leiblichen Eltern alle Rechte an dem Kind.

  4. #404
    Avatar von Opelius
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    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Nein, das recht haben die Ursprungseltern nicht, aber das Kind - insbesondere, wenn das adoptierte Kind seine Geburtsurkunde benötigt, z.B. um zu heiraten, erhält es seine Originalurkunde.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. #405

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    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Ich habe ja wahnsinnig viel Verständnis für Jugendliche, die für ihren "Alten" besonders während der schwierigen Phase der Pubertät wenig übrig haben, aber der Traum von einem Ersatz- bzw. "richtigen" Vater ist doch Kokolores aus einer Zeit, in der man glaubte, Biologie sei alles.
    Wenn die Blutsbande aber als so wichtig betrachtet werden - wieso soll der biologische Vater dann nicht das biologische Kind kennenlernen dürfen (siehe unten) ?
    Der biologische Vater hat sich doch entschieden, Kinder zu zeugen, die er nie kennenlernen wird. Das Kind hat keine solche Entscheidung getroffen. Es ist der einzige Beteiligte, der sich die Situation nicht ausgesucht hat.

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    "wenn er sich hat beraten lassen .."
    Reichlich wirklichkeitsfremd, und auch leicht gesagt.
    Der Gesetzgeber findet es nicht erforderlich zu regeln, aber der Betroffene soll sich die "Rechtslage" klar machen, die dir im Rückblick betrachtet als "dünnes Eis" erscheint.
    Es mag sein, dass ich als Juristin eine andere Sensibilität für solche Fragen. Aber ja, ich würde mich sowohl als Spender als auch als empfangende Eltern rechtlich beraten lassen. Wir reden hier schließlich über die Zeugung eines Menschen. Und da vertraue ich nicht d3en Prospekten irgendeiner "Samenbank GmbH", die es im Zweifel in 20 Jahren sowieso nicht mehr gibt.

    Die Rechtslage erscheint mir nicht rückblickend betrachtet als dünnes Eis. Tatsächlich beschäftigt mich dieses Problem seit Jahren immer wieder mal kurz (und gerade ärgere ich mich fast ein wenig, dass ich nur immer ein wenig gegooglet und nicht darauf gekommen bin, dass das ein schönes Thema für eine Dissertation sein könnte).

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Ja, klar. Was für eine gute Idee: die ach so wichtigen Blutsbande sind eine Einbahnstraße, aber diesmal als solche so schön geregelt.
    Was soll die Polemik?

    Mandelblüte

  6. #406
    Avatar von stecher36
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    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Doch, Inkognito Adoptionen sind weiterhin zulässig:
    Danke für Deine Info!
    Intergalaktisch gut und Teilzeit-Alphamann
    Kühner als Neues zu erforschen kann es sein, Bekanntes anzuzweifeln.

  7. #407
    Avatar von stecher36
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    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Nachtrag:
    Im übrigen frage ich mich, ob diejenigen, die von einer Aufhebung der vereinbarten Anonymität so begeistert sind, sich überlegt haben, dass es noch ungerechter wäre daraus eine Einbahnstraße zu machen.
    Konsequenterweise müsste es für einen (kinderlosen? mittellosen?) Mann auch umgekehrt möglich sein, im Nachhinein zu erfahren, was bzw. wer aus seinen Samenspenden geworden ist.
    Selbstredend mit entsprechenden Umgangsrechten sowie Unterhaltsansprüchen des biologischen Vaters gegenüber den biologischen Kindern.
    .
    Warum nicht? Die Problematik entsteht doch immer dann wenn bestimmte Fakten einfach negiert werden und das fällt gerade jetzt einigen auf die Füße.

    Im übrigen geht es um mehrere Ebenen des menschlichen miteinanders.

    Es geht nicht nur um die Rechtslage als solche (also Themen wie Anonymität, Unterhalt, Erbe, Anspruch ja nein etc.)

    sondern es geht vielmehr um einen Bereich der nicht messbar ist, der ist zutiefst menschlich ist und betrifft seelische Aspekte.
    Intergalaktisch gut und Teilzeit-Alphamann
    Kühner als Neues zu erforschen kann es sein, Bekanntes anzuzweifeln.

  8. #408
    segres
    gelöscht

    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Konsequenterweise müsste es für einen (kinderlosen? mittellosen?) Mann auch umgekehrt möglich sein, im Nachhinein zu erfahren, was bzw. wer aus seinen Samenspenden geworden ist.
    Selbstredend mit entsprechenden Umgangsrechten sowie Unterhaltsansprüchen des biologischen Vaters gegenüber den biologischen Kindern
    Warum? Er hat ja seinerzeit ganz bewusst seinen Samen weggegeben, damit ein anderer die Früchte ernte und damit sein Desinteresse bekundet. Das Kind hingegen hatte keine Wahl. Der Erwachsene war gefestigt und entwickelt. Das Kind sollte im Sinne einer noch anstehenden, guten Entwicklung auf Wunsch seine Wurzeln kennenlernen.

    Das mit dem Unterhalt ist Unsinn. Kinder haben nur ihrem juristischen Vater gegenüber eine gesetzliche Verpflichtung, und das ist auch richtig so, denn wenn sie für zwei Väter aufkommen müssten, wären sie unangemessen benachteiligt. Was natürlich bei gegenseitiger Sympathie freiwillige Leistungen (in beide Richtungen) nicht ausschließt.

  9. #409
    januar_2013
    gelöscht

    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Mandelbluete #387, #399 und #405
    Geändert von januar_2013 (16.02.2013 um 13:16 Uhr)

  10. #410
    BT_auf_Besuch
    gelöscht

    AW: Kinder aus einer Samenspende haben das Recht den biologischen Vaters zu kennen

    Zitat Zitat von segres Beitrag anzeigen
    Warum? Er hat ja seinerzeit ganz bewusst seinen Samen weggegeben, damit ein anderer die Früchte ernte und damit sein Desinteresse bekundet.

    So sind sie, die Männer: geben ihr Sperma ab und bekunden damit ihr Desinteresse es zu behalten.

    Das Kind hingegen hatte keine Wahl.
    Das ist wahr: niemand hat das Kind gefragt, ob es gezeugt werden wolle.
    Die Mutter hat zwar für die Existenz des Kindes entschieden, und zwar im Rahmen ganz bestimmter Regeln - aber durfte sie das?

    Sie darf im Falle einer ungewollten Schwangerschaft den Tod des in ihr wachsenden Lebens beschließen - große Empörung begleitet diejenigen, die aus ethischen u/o religiösen Gründen die Erlaubnis zur Kindstötung (Tötung des Embryos) ablehnen ...
    aber die Frau darf nicht etwa im Rahmen einer unter den hier diskutierten Umständen zustande gekommenen Zeugung beschließen, dass der Samenspender wunschgemäß genau so anonym bleibt wie er zum Zeitpunkt der Zeugung anonym war. - Das ist der überwiegende Tenor dieser Diskussion.

    Der Erwachsene war gefestigt und entwickelt. Das Kind sollte im Sinne einer noch anstehenden, guten Entwicklung auf Wunsch seine Wurzeln kennenlernen.
    Das Kind sollte als Kind m.E. seine familiäre Einbindung nicht infrage stellen müssen, und zwar damit seine Entwicklung nicht gestört wird. - So herum wird ein Schuh daraus.

    Das mit dem Unterhalt ist Unsinn. (...) Was natürlich bei gegenseitiger Sympathie freiwillige Leistungen (in beide Richtungen) nicht ausschließt.
    Nach geltendem Recht sind Eltern und Kinder gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Ich wüsste von keinem Gesetz, das Ausnahmen für Samenspender und deren Nachkommen vorsähe.
    Analoges gilt für das Erbrecht.
    Ebenso hat ein Vater meines Wissens ein gesetzliches Umgangsrecht bezüglich des Kindes, unabhängig davon, ob er mit der Kindsmutter zusammenlebt. Dies gilt zumindest, sofern er im Rahmen einer Adoption darauf nicht ausdrücklich verzichtet hat. Das gilt z.B. auch, wenn der Mann sein Sperma an eine flüchtige Bekannte weggegeben und mit dieser unfreiwillig ein Kind gezeugt hat.
    Falls du das für Unsinn hältst, bitte ich um Angabe der anders lautenden gesetzlichen Bestimmung.


    Ich meine: mir kann das egal sein. Ich bin weder Samenspender, noch habe ich das Kind eines völlig Fremden geboren noch bin ich das Kind aus einer solchen Situation, aber mich amüsiert, wie Modeerscheinungen zur Ethik (v)erklärt und andere Sichtweise als die aktuell modische empört zurückgewiesen werden.

    Ich glaube gern, dass Regelungsbedarf besteht, aber dabei sollte man die Gesamtproblematik und einen Ausgleich der Interessen aller Beteiligter in den Blick nehmen.
    .
    Geändert von BT_auf_Besuch (16.02.2013 um 19:22 Uhr)

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