...oder hat er den Sport mitgeprägt mit seiner skrupellose Persönlichkeit? Durch sein jahrelanges dreistes Lügen und ehrlichere Sportler denunzieren bis ruinieren den Sport, hier insbesondere den Radsport zu einer verlogenen Doping Industrie gemacht?
Mich interessiert eher Eure Einschätzung seiner Persönlichkeit als das Durchleuchten der Sporthierarchie. Ich finde, dass doch auch immer wieder das Menschliche auch im Sport durchscheint, Zinedine Zidane z.B. hat mit seinem coup-de-boules einen Weltmeistertitel gefährdet (oder war es der Europameistertitel - ich bin nicht die grosse Sportkennerin).
Mich interessiert mehr die Frage, ob eine kranke Persönlichkeit, z.B. Lance Armstrong mit seiner allenfalls narzistischen Persönlichkeit einen Sport deformieren kann. Immerhin hat er Einiges an Taktiken angewandt:
Es folgen alles Zitate aus dem heutigen Artikel meiner Sonntagszeitung, geschrieben, da Lance Armstrong bei Oprah Winfrey nun als gestanden hat, doch gedopt zu haben, nachdem er unter Meineid geschworen hatte, nie gedopt zu haben - und er hat Leute, die ihn des Dopings bezichtigt hatten - öffentlich und persönlich ruinierte.
- Meineid: Lance Armstrong sagte bei Ermittlungen und Gerichtsverfahren mindestens einmal unter Eid aus, er habe nie gedopt.
- LeMond, ein Tour-de-France-Sieger, hat Armstrong des Dopings 2001 beschuldigt, worauf Armstrong seine Macht ausspielte, LeMond zur Persona non grata machte und den Velohersteller Trek dazu brachte, die Zusammenarbeit mit LeMond zu beenden. LeMond wurde so etwas wie die Lebensgrundlage entzogen.
- Im Artikel steht: Online-Medien schalten nun Live-Ticker mit der Frage: Hat Lance Armstrong Reue empfunden bei dem Geständnis, gedopt zu haben? Ist er bereit, Busse zu tun? Für all den Schaden, der er direkt TeamKollegen zugefügt hat? Die Anwort im Artikel lautet: Ja, Armstrong empfindet so etwas wie Scham. Jedoch nicht dafür, dass er betrogen hat. Sondern dafür, dass er beim Betrügen erwischt wurde. Durchschaut zu werden ist für ihn die grösstmögliche Niederlage. Er hatte sich nicht vorstellen können, dass sein Imperium in sich zusammenfällt.
- Beim Interview mit Winfrey ging es nicht darum, so weiter in diesem Artikel, um Entschuldigung zu bitten, es ging um den Versuch, wider den Gesichtsverlust zu kämpfen. Die Beichte bei Oprah Winfrey sei bis ins kleinste Detail orchestriert gewesen. Armstrong habe keine echte Reue gezeigt, den Menschen gegenüber, die er öffentlich wie Dreck behandelt habe weil sie während seiner Karriere nicht bereit gewesen waren, sich von ihm kleinkriegen zu lassen.
- Armstrong zitiert in dem Interview Ex-Kollegen, bei denen er sich entschuldigt - und alles ist wieder gut. Mit diesen hat er wieder Kontakt. Er hat jedoch Kollegen ihre Lebensgrundlage entzogen, als diese ihn des Dopings bezichtigten und er diese medial und rechtlich so lange bekämpfte, bis diese ruiniert waren. Diese Kollegen verzichten auch heute auf Kontakt mit Armstrong teilweise, z.B. leMond - bei diesen entschuldigt sich Armstrong nicht. Da sie keinen Kontkat mehr mit ihm wollen, seinen Gesichtsverlust nicht reparieren helfen.
- Weiter steht im Artikel: Es kam der Tag, als Lance seinem Sohn sagte, er solle ihn nicht mehr verteidigen, weil es stimme, was die Leute über seinen Daddy erzählten.
- Vermutet wird im Artikel, dass Lance nun gesteht, da seine Story zum Beispiel einem Buchverlag Millionen wert sein dürfte. Die Fernseh-Beichte könnte der erste Schritt zum Geldverdienen gewesen sein.
- Lance Armstrong habe, gemäss diesem Journalisten, immer noch nicht verstanden, dass Kämpfen und Strampeln der falsche Weg ist, um die Mauern des Gefängnisses niederzureissen, das er selber erschaffen hat.
Wer sieht dies anders als ich? Ich berücksichtige schon auch die Dynamik der Geldmaschine Sportindustrie mit den Sponsoring Verträgen und dem medialen Druck, einen einmal eingeschlagenen Weg, Doping, weitergehen zu müssen. Bei Armstrong sticht mir jedoch zusätzlich eine unglaublich eiskalte Taktik ins Auge - ein gefühlsloser Täter, der über Leichen geht.











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