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  1. #1

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    Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    .
    In einem kürzlichen Spiegel-Artikel über den US-amerikanischen Botschafter in Moskau, McFaul, stand folgende Bemerkung:

    … dass McFaul kurz vor seiner Entsendung nach Moskau einer Forschungsgruppe vorstand, die im Auftrag Obamas eine Analyse erstellte, wie schnell autoritäre Regime stürzen könnten. Es ging vorrangig um den Nahen Osten, um Ägypten und Saudi-Arabien.


    Das machte mich neugierig. Ich habe daraufhin ein wenig im Internet recherchiert und stieß auf folgenden

    sehr aufschlussreichen Artikel - bitte lesen !


    Sehr interessant, dass unter der Überschrift „Demokratieförderung“ offenbar diverse Überlegungen stehen, wie in „schwierigen“ Ländern USA-freundliche Regime implementiert werden können.


    Genannt werden in diesem Zusammenhang folgende (weitgehend von der US-Regierung finanzierte) "private" Organisationen:

    Hoover Institution on War, Revolution and Peace,
    das Freedom House,
    das National Endowment for Democracy
    sowie die britische Henry Jackson Society mit Alan Mendoza aus Vorsitzenden.


    In diesen Organisationen finden sich Namen wie Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Condoleeza Rice (die seinerzeit öffentlich erklärt hat, durch Nichtanwendung der Genfer Konvention auf Guantanamo die Genfer Konvention schützen zu wollen) sowie der frühere CIA-Chef James Woolsey – also allesamt ausgewiesene Demokraten und Menschenfreunde.

    Übrigens findet sich unter den Hoover-Aktivisten auch der Name Josef Joffe, der einerseits Mitherausgeber der renommierten Wochenzeitschrift ZEIT ist, andererseits seltsame Verbindungen nach Washington pflegt und der zwielichten "Achse des Guten" nahe steht.



    Nun ist gegen Demokratie selbstverständlich nichts einzuwenden. Wenn „demokratiefördernden“ Denkfabriken jedoch Kriegsverbrecher und deren Freunde, Komplizen und Unterstützer angehören, ist höchstes Misstrauen angebracht, denn es liegt auf der Hand, dass die Förderung und Kanalisierung von Unzufriedenheit ein ausgesprochen kostengünstiges und risikolos zu realisierendes Mittel von knallharter, interessensgeleiteter Machtpolitik sein kann.

    Mit Hilfe von landeskundigen und sprachkundigen Exilanten kann man in den Zielländern eine unterschwellig vorhandene Unzufriedenheit anheizen und zur "Oppositionsbewegung" organisieren. Diese kann der internationalen Öffentlichkeit dann als Bürgerrechtsbewegung präsentiert werden, so dass am Ende einer Bewaffnung von Freischärlern nichts mehr im Wege steht ...
    Und genau das sehen wir derzeit in Syrien.
    .

  2. #2
    micheline49
    gelöscht

    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Übrigens findet sich unter den Hoover-Aktivisten auch der Name Josef Joffe, der einerseits Mitherausgeber der renommierten Wochenzeitschrift ZEIT ist, andererseits seltsame Verbindungen nach Washington pflegt und der zwielichten "Achse des Guten" nahe steht.
    ....und ausserdem ist er Bilderberger.....

  3. #3

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Mit Hilfe von landeskundigen und sprachkundigen Exilanten kann man in den Zielländern eine unterschwellig vorhandene Unzufriedenheit anheizen und zur "Oppositionsbewegung" organisieren. Diese kann der internationalen Öffentlichkeit dann als Bürgerrechtsbewegung präsentiert werden, so dass am Ende einer Bewaffnung von Freischärlern nichts mehr im Wege steht ...
    Und genau das sehen wir derzeit in Syrien.
    Stimmt. Komplizierend kommt aber hinzu, dass 3-4 andere Interessensgruppen die gleiche Taktik wie die USA anwenden. In Syrien gibt es nicht eine Bürgerrechtsbewegung, sondern viele. Erst wenn Assad weg ist wird man sehen wer sich dann weiter bekriegt.

    Wenn sich die USA zurück zögen, gingen die Kämpfe trotzdem weiter.

  4. #4

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von Frank13 Beitrag anzeigen
    Stimmt. Komplizierend kommt aber hinzu, dass 3-4 andere Interessensgruppen die gleiche Taktik wie die USA anwenden. In Syrien gibt es nicht eine Bürgerrechtsbewegung, sondern viele. Erst wenn Assad weg ist wird man sehen wer sich dann weiter bekriegt.

    Wenn sich die USA zurück zögen, gingen die Kämpfe trotzdem weiter.
    Der Anfang ist gemacht. Der Ball rollt. Die Menschen sind aufeinander gehetzt.
    Die USA können sich jederzeit zurückziehen. Es ist völlig egal, welche Gruppe siegreich aus dem Bürgerkrieg hervorgeht, denn das Ziel der Schwächung Assads ist bereits erreicht.
    Die USA haben auch gar nicht den Fehler gemacht sich zu exponieren. Das besorgen andere:

    Avigdor Lieberman hat beispielsweise gedrängt die syrischen Aufständischen militärisch zu unterstützen. Wer weiß, ob Israel den Worten nicht längst Taten folgen ließ.

    Und Michael Wolffsohn, der Befürworter von Folter gegen islamistische Terroristen, forderte kürzlich bei Anne Will "Menschenrechte auch für Islamisten", konkret: die tatkräftige Unterstützung der syrischen Aufständischen durch Deutschland.

    Laut Peter Scholl-Latour werden die syrischen Aufständischen mit Waffen aus Türkei, Katar und Saudi-Arabien versorgt, aus Ländern also, die in der Region zuverlässige Verbündete der USA sind. In den Grenzregionen Syriens spielen sich auch die meisten Kämpfe ab.

    Avigdor Lieberman - Michael Wolffsohn - Türkei, Katar, Saudi-Arabien ...
    wie man sieht auch hier alles aufrechte Demokraten, die in Syrien "die Demokratie fördern".

    Ach übrigens: Saudi-Arabien will die Bestellungen für Panzer massiv aufstocken. Laut n-tv will das saudische Königshaus nicht 300, sondern 600-800 Panzer haben, denn wer weiß, wann die USA auch Saudi-Arabiens Regierung stürzen wollen. (siehe Zitat aus dem Spiegel im Eröffnungsposting).
    Geändert von BT_auf_Besuch (20.06.2012 um 18:30 Uhr)

  5. #5

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    ...zuverlässige Verbündete der USA...
    Von Verbündeten würde ich nicht reden. Das sind vorübergehende Interessensgemeinschaften. Diese Länder haben durchaus Eigeninteressen und machen das nicht, weil sie die USA so sehr mögen.

    Die Player Russland und Al Kaida hast du noch nicht erwähnt.

  6. #6
    gesperrt Avatar von Streuner
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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    .

    Und genau das sehen wir derzeit in Syrien.
    .
    Das vermute ich auch in Griechenland und anderswo.

    In Deutschland nennt er sich Sarrazin.
    Aber der hat's nicht drauf.

  7. #7
    gesperrt Avatar von Streuner
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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von micheline49 Beitrag anzeigen
    ....und ausserdem ist er Bilderberger.....
    Sind doch alles nur Verschwörungstheorien [Ironie aus]

  8. #8
    Bae
    Bae ist offline

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    ja, es scheint eine häufige menschliche Unart zu sein, die schrecklichsten Taten mit den höchsten Idealen zu legitimieren.

    Allerdings, dem Assad ist auch keine Träne nachzuweinen. Es ist ja wohl kein Deut besser, ein "ehrlicher" Diktator zu sein, der ganz offen Leute foltert, ins Gefängnis wirft und metzelt.

    grüsse, barbara

  9. #9

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Assad ist in gewisser Weise wohl mit Sadam Hussein zu vergleichen: viele waren froh, als er weg war, aber jetzt ist die Situation in Irak schlimmer denn je:
    Das Land ist zerstört. Die einstige Sicherheit im Alltag unter Sadam Hussein hat der ständigen Gefahr blutiger Anschläge Platz gemacht. Und die Folterer und Henker stehen nun im Dienste der neuen Herrn.
    Hauptsache, es war gewährleistet, dass sich ausländische Mächte an dem Land bereichern konnten. Erinnere dich daran, wie nach dem Einmarsch der US-Truppen in Bagdad das Museum mit Altertumsschätzen von Euphrat und Tigris geplündert wurde. Das Erdölministerium wurde sofort von Panzern umstellt und „geschützt“. Die USA haben das Land mit Panzern und Gewehren gezwungen "USA-freundliche" Erdöl-Lieferverträge abzuschließen.
    Darum ging es im Irakkrieg, und nicht um Menschenrechte.

    Oder schau mal nach Ägypten.
    Nachdem der Westen so begeistert vom demokratischen Frühling in Kairo war, interessiert sich nun kein Schwein mehr dafür, dass die Militärs sich anschicken die Macht zu übernehmen, dass den gewählten Abgeordneten verboten ist das Parlamentsgebäude zu betreten und dass bei Demonstrationen das Kriegsrecht gilt.
    Wo sind jetzt all die, die für Ägypten die Demokratie gefordert haben? Warum hört man sie jetzt nicht mehr? Oder ging es auch in Ägypten nie um Demokratie, sondern nur um eine Destabilisierung?
    Na, die ist ja gründlich gelungen. Mission accomplished.

    Und jetzt Syrien.
    Ausgerechnet diejenigen, die noch nie durch ein Eintreten für Bürgerrechte in Erscheinung traten (siehe oben), ausgerechnet die unterstützen nun den syrischen Bürgerkrieg.
    Du sagst, dass man Assad keine Träne nachweinen werde. Bist du so sicher? Also ich nicht.
    Assad war der Garant eines „modernen“, säkularen, wenn auch autoritären Systems.
    Was auch immer nach ihm kommt – ich wage die Wette, dass nichts Besseres nachkommen wird. Im Gegenteil.
    Denn die Voraussetzung für echte Verbesserungen sind nicht gegeben. Es wird gezielt aufgehetzt, Chaos verbreitet. Hier kochen eine Reihe von ausländischen Mächten ihr eigenes Süppchen – angefangen bei den Israelis über Saudi-Arabien bis zu den USA. Die Menschen in Syrien sind nur Spielball deren Interessen.
    .
    Geändert von BT_auf_Besuch (21.06.2012 um 10:40 Uhr)

  10. #10

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    AW: Demokratie-Förderung als Instrument der Machtpolitik

    Zitat Zitat von BT_auf_Besuch Beitrag anzeigen
    Assad ist in gewisser Weise wohl mit Sadam Hussein zu vergleichen: viele waren froh, als er weg war, aber jetzt ist die Situation in Irak schlimmer denn je...
    Interessantes Statement. Als kürzlich Russland von der gesamten deutschen Presse für genau diese Position zerrupft wurde, ging mir das gleiche durch den Kopf.

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