London's burning, London's burning. Fetch the engines, fetch the engines. Fire fire, Fire Fire! Pour on water, pour on water.
Ausgewogen und nicht sehr begeistert:
FAZ.NET-Fernsehkritik: Wir sind doch nicht seine Mailbox - Politik - FAZ
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Kari Bremnes
So, nun habe ich mir zur besten Sendezeit beguckt, was der Präsident dieser Republik nach vielen verschwiegenen Tagen noch zu sagen hat.
Richtig überzeugend fand ich es wahrlich nicht. Ich fand, dass vielen seinen Aussagen die von ihm gedachte Opferrolle, die Rolle der beleidigten Knackwurst noch anhaftete.
Wahrhaftig und glaubwürdig entschuldigt hat er sich für meine Begriffe an keiner Stelle.
Fehlende Ernsthaftigkeit und mangelnde Wahrnehmung der Bedeutung seiner Stellung fehlte mir insbesondere im Kontext folgender Aussagen bzw. an folgenden Aussagen habe ich mich gestoßen:
- er habe im Zuge der Affäre NIE an Rücktritt gedacht (gelogen),
- die Amtszeit eines Bundespräsidenten sei erst nach abgeschlosseneer Amtszeit zu bewerten, d.h. nach 5 Jahren (schlicht falsch, die Kompetenz eines BP kann man auch nach 1,5 Jahren bemessen),
-es sei im Wesentlichen berechtigt familiäre Hintergründe zurückzuhalten, dies u.a. im Zusammenhang mit der Halbschwester und dem Druck, dem seine Familie unterliege (Warum? Was gibt es da zu verbergen? Wer diesbezüglich keine Leiche im Keller hat, kann doch drüber sprechen. Wofür "schämt" er sich da?),
- man müsse sich ohnehin fragen, WER eigentlich vor dem Hintergrund solcher Hinterfragung persönlicher Angelegenheiten noch politisch aktiv sein wolle (oh ja, wir müssen wohl rasend dankbar sein, dass er im Amt ist und sich solchen Strapazen aussetzt...),
- er Frau Geerkens immer noch als die Initiatorin der Kreditgebung ausgibt (die Frau ist eigentlich Verkäuferin, hat null Eigenkapital, und auch wenn sie Wulff sehr lieb hat, ist es immer noch ihr Mann, der die Chose bezahlt hat),
- er wolle nicht Präsident in einem Land sein, in dem man sich als Präsident nicht Geld von Freunden leihen dürfe (warum und woher hat er denn diese "reichen" Freunde - doch sicher nicht, weil er so ein netter Kerl ist),
- der BW-Kredit sei 2008 zu normal-üblichen Konditionen erfolgt (längst widerlegt),
- als Beispiel für seine vielzähligen luxuriösen Urlaube ausgerechnet die minderbemittelsten Freunde ausgibt (nämlich die Freunde mit dem Süßwarengeschäft auf Norderney, deren bescheidene Ferienwohnung sich ausgerechnet über dem Laden befindet, die Fincas und Feriendomizile in Florida und Co, die er auch nicht bezahlt hat, finden keine Erwähnung),
- er auch noch - wie ein provinzieller evangelischer Pfarrer - die Bibel zitiert: "Wer keine Schuld auf sich geladen habe, der werfe den ersten Stein." (Jou!),
- er angibt, dass die Bürger der BRD wollen, dass er als BP bleibt (Nach gestrigen und heutigen Umfragen eine glatte Lüge!).
Ich bin echt durch mit dem Mann. Hätte man nur mal den Gauck gewählt!
Geändert von Schnuppiline (04.01.2012 um 21:37 Uhr)
Wenn der Anruf bei Bild nur dazu diente, einen Aufschub von einem Tag zu erreichen, weil in einem Artikel "Privates nach aussen gekehrt wird, und Freunde und Familie betroffen sind, und er sich schützen muss", warum muss er dann mit Krieg, einer Anzeige drohen und die Chefin des Hauses damit belästigen?
Um es ganz genau zu machen: Am Sonntag, 11. Dezember 2011, ging die Email mit den Fragen der „Bild“-Redaktion an Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker raus. Der Bitte, noch einen Tag mit der Veröffentlichung zu warten, wurde entsprochen und die Geschichte für die Ausgabe vom folgenden Dienstag verschoben. Am Montag kamen die Antworten auf die Fragen zu Wulffs Kredit bei der Frau des Unternehmers Egon Geerkens und bei der BW-Bank. Doch wurden diese Antworten kurz vor Redaktionsschluss zurückgezogen. Und erst danach, es war Montag, 12. Dezember, 18.19 Uhr, sprach Wulff auf Diekmanns Mailbox. Allein schon durch diese zeitliche Abfolge wird die Einlassung des Bundespräsidenten, er habe die Berichterstattung nicht verhindern wollen, einigermaßen erschüttert.
Im Interview bei ARD und ZDF bleibt die Behauptung stehen. Abnehmen muss man sie Christian Wulff nicht. Wer hier den Rubikon überschritten hat, von dem auf der Mailbox die Rede ist, ist eigentlich keine Frage mehr.
FAZ
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Eine Lüge würde ich ihr nicht unterstellen.
Im meinem Umfeld ist es teilweise üblich, für die Nutzung von Ferienhäusern oder Wohnungen auch Freunden Geld zu zahlen, die sonst ihre Ferienimmobilien gegen Entgeld vermieten.
Aber Herr Wulff sprach ja von Gästezimmern
BTW: Hatte Herr Wulff nicht mal geäußert, er hätte für die Maschmeyer-Villa und den Urlaub auf Mallorca bezahlt?
Deppendorf und Schausten haben das Interview m.E. vorbildlich geführt. Man merkte ihnen an, dass sie nicht bereit waren sich "belabern" und duch schöne Worte "einwickeln" zu lassen. Dass Schausten ihre Ferienwohnungen durchweg bezahlt, glaube ich ihr gern.
Ganz Deiner Meinung!
Vor allem die Stelle wo von "Bewährung" die Rede war.
Da es viele mit den Gesetzen gar so genau nehmen und ihnen dabei "allmählich" der Sinn für Anstand und Menschlichkeit verloren geht,
möchte ich mal auf eine Grenze hinweisen, die bezüglich der Freien Meinungsäußerung besteht.
Wann, wenn nicht spätestens jetzt ist der Zeitpunkt, an dem endlich ein Schlussstrich zu ziehen ist?Beschränkungen der Meinungsfreiheit dürfen in den meisten Demokratien keine abweichende Meinung unterbinden, sondern nur zum Staatsschutz oder zum Schutz anderer wichtiger Interessen wie dem Jugendschutz eingesetzt werden.
__________________________________________________ _
Allgemein verbreitete Einschränkungen der Meinungsäußerungsfreiheit sind (nicht abschließend):
...
die übermäßige Kritik an eigenen oder ausländischen höchsten Staatsvertretern wie Staatsoberhaupt, Gerichten oder manchmal selbst einfachen Beamten,...
Quelle: Meinungsfreiheit Grenzen
Sind wir wirklich noch neugierig auf die Beantwortung der noch offenen "400 Fragen"?
Dürfte beschämender werden für die Fragesteller als für den Befragten.
Geändert von Streuner (04.01.2012 um 21:42 Uhr)
Das hätte ich mich fast weggeschmissen. Als wenn irgendjemand auf der Welt, bei Übernachtungen bei Freunden im Gästezimmer Geld bezahlen würde. Ihrer Physiognomie konnte man m. E. auch gut entnehmen, dass ihr die Antwort relativ kopflos rausgerutscht war. Das dürfte ihr in der Rolle eigentlich nicht passieren.
Mittlerweile empfinde ich das Ganze ohnehin als Farce. Offensichtlich scheint sich die Presse aufzuschwingen es den Ratingagenturen nachzumachen. Letztere wollen die Wirtschaft steuern, die Presse die Politik und Judikative.
Mit lauterer Pressearbeit hat das m. E. nichts mehr zu tun. Wenn man will, kann man jeden Menschen so derartig in die Enge treiben und argumentativ auseinander nehmen, dass er als potenzieller Massenmörder und Kinderschänder und damit Gefahr für die Menschheit lebenslang weggesperrt werden muss. Und manch ein guter Bürger vergißt dann vor lauter Bildzeitungniveau, dass es in Deutschland eine Unschuldsvermutung gibt. Derzeit wird geklärt, wie was gelaufen ist und danach kann man auch be-/ver- und -urteilen.
Der Sinn des Lebens ist das Glück.
(russisches Sprichwort)
Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe-?
Ich sah niemanden, der in die Enge getrieben wird. Zwischen der konkreten Nachfrage über Drohanrufe bei der Presse und Privatkredite bei einem Bundespräsidenten sehe ich schon einen Unterschied zu einer medialen Verurteilung als Massenmörder.
Eventuell ist dieser Unterschied für Dich nur marginal, aber ich bin sicher, dass Du ihn erkennen kannst.
Sollte Deine Bemerkung ganz allgemein gehalten, nichts mit dem Fall Wulff zu tun haben, warum schreibst Du hier davon?
Sollte es eine allgemeine Kritik an den Medien sein, dann ist gerade die Causa Wulff herzlich wenig dazu geeignet. Denn hier wurden nur Dinge aufgedeckt, die so stattgefunden haben, wie uns der Bundespräsident eben gerade in groben Zügen mitteilte und sich erbot alles ins Netz zu stellen.
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