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  1. #1
    Avatar von Hutzlbrutzl
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    Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Hallo Ihr Lieben,

    ich möchte mich heute mal mit einem Thema an euch wenden, welches mich schon eine Weile beschäftigt.
    Ich lese immer wieder in Foren, dass viele danach fragen, wie sie ihre Freizeit besser gestalten können, wie sie sich besser und sinnvoller beschäftigen können. Dazu gibt es dann immer ganz wundervolle Tipps, die zum Teil so toll kreativ sind, dass ich sie mehr als gerne lese und auch selbst ausprobiere, wenn ich die Zeit dafür finde.

    Nun habe ich aber ein etwas anderes Problem - ich habe kaum Zeit für etwas weil ich sehr viel und vor allem sehr lange arbeite, neben dem Beruf mache ich derzeit noch ein berufsbegleitendes Studium.
    In den Zeiten in denen ich dann mal für mich bin, lese ich sehr gerne, höre Hörspiele, Schreibe viel, Male, bin mit Freunden oder Familie zusammen - seltener seh ich mal einen Film (bin nicht wirklich am TV interessiert).

    Das alles ist wunderbar ausgefüllt (man einer würde sagen ausgestopft) - dennoch fühle ich mich oft einsam und leer. Versteht mich nicht falsch, meine Familie und meine Freunde sind wundervoll, liebe Menschen, die alle ganz besonders sind und die ich mir nicht anders wünschen würde. Die Themen, mit denen ich mich beschäftige sind alle für mich interessant und ich achte auch sehr darauf, was mir gut tut und was nicht. Hin und wieder meditiere ich auch und nehme mir Pausen... Aber es erfüllt mich alles nicht. Mein Beruf ist abwechslungsreich und ich kann mich nie beschweren zu wenig zu tun zu haben, aber er erfüllt mich nicht. Das Studium mache ich bewusst zur beruflichen Weiterentwicklung - es ist nicht aus meinem persönlichen höchsten Interesse an diesem Thema entstanden - es ist einfach das einzige was mich in meinem Beruf weiter bringen kann. Der Aufwand ist aber für mich okay und daher nicht extrem belastend - aber auch hier natürlich nicht erfüllend.

    Ich habe immer wieder das Gefühl, undankbar zu sein, für all das, was ich habe und erlebe - ich fühle vieles davon einfach nicht... Und das lässt mich leer fühlen.

    Habt ihr vielleicht konkrete Tipps, was man tun kann, um dieser Leere entgegen zu wirken? Um all das wieder fühlen und spüren zu können, was man hat und das auch wertzuschätzen?

    Ich hoffe es war nicht allzu wirr geschrieben...
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  2. #2
    Avatar von Marta-Agata
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Kannst du dich an Zeiten erinnern, wo das anders war?
    Wo du dich nicht leer gefühlt hast, wo du für etwas begeistert warst?

    Warum hast du den Beruf gewählt, wenn er dich nicht ausfüllt?

  3. #3
    Avatar von 2believe
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Liebe Hutzelbrutzel,

    Ich kenne das z. T. auch. Mal mehr mal weniger.
    Ich kann dir mal schreiben, was mir dazu einfällt oder auch schon geholfen hat.

    Du stellst sehr klar heraus, dass du eigentlich kein Grund zu klagen hast. Alles gut, Familie, Freunde, Beruf, Studium. Jedoch scheint dich das alles nicht so richtig zu erfüllen. Erst mal kannst du doch mal akzeptieren, dass es keine Schande ist so zu fühlen. Es hilft einem auch nicht weiter, wenn man sich undankbar fühlt. Natürlich gibt es viele Menschen, die haben keinen Job oder sind nicht Gesund ect. Aber man kann nicht auf Knopfdruck anders empfinden. So viel dazu.

    Eigentlich ist es gar kein Wunder, dass du gerade durch dein Pensum nicht so richtig zu dir findest. Also ich fühle mich immer sehr weit weg von mir selbst, wenn ich nur noch durchs Leben hetze und von morgens bis abends beschäftigt bin. Mal gibt es Zeiten, da fühlt genau das sich gut an. Aber bei dir scheint das gerade nicht so zu sein. Würde es dir helfen mehr Zeit für dich zu haben, mal einen Tag zu vertrödeln ohne schlechtem Gewissen? Das hilft mir oft mich wieder zu erden.

    Dein Unterbewusstsein gibt dir schon eine klare Botschaft dich mit dem Thema zu beschäftigen. Hast du dich mal in Ruhe gefragt wie dein "optimales Leben" aussehen würde? Also wenn es keine Grenzen und Tabus geben würde. Da kommst du vielleicht dem Näher was dich wirklich ausfüllt. Und vielleicht gibt es ja dann Möglichkeiten einige Dinge davon nach und nach in dein Leben einzubauen.

    Liebe Grüße

  4. #4
    Avatar von hexe-38
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Für mich liest sich das ein weing wie "jetzt mach ich alles nach Gebrauchsanweisung und es funktioniert trotzdem nicht",,,

    Mit anderen Worten, du tust beruflich viel für dich, dein Privatleben scheint mir vordergründig gut zu laufen und finanziell ist wohl auch alles in ordnung. Gesundheitliche Probleme erwähnst du nicht, also denke ich da ist auch alles im Lot.

    Wenn es dennoch "nicht funktioniert" gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. es ist zwar das Leben/der Lebensstil, den du für dich gewählt hast, aber nicht der, den du eigentlich BRAUCHST. Vielleicht wäre etwas weniger Planung und "aufs Weiterkommen schauen" und etwas mehr "oooh, mal gucken, was hinter der nächsten Ecke auf mich wartet" mehr deinen Bedürfnissen entsprechend.

    2. Es ist tatsächlich so, dass wir Menschen Glück und Zufriedenheit unterschiedlich empfinden. Nicht immer ist der "Himmelhochjauchzend"-Typ glücklicher als der weniger extreme Typ, der nach aussen eher gleichmütig wirkt - er ist einfach nur lauter, demonstrativer. WARST du jemals ein super glückliches, strahlendes jauchzendes Kind - oder hast du auch in der Kindheit schon eher das stille Glück empfunden?

    Das "leer" in deiner Beschreibung stört mich weniger als das "einsam". Ein Gefühl der Leere kommt auch mal auf, wenn man - wie du - das Gefühl hat mehr oder weniger im Hamsterrad zu rödeln. Einsam ist was anderes, Es deutet darauf hin, dass dein Umfeld eben doch nicht das ist, was du brauchst. Inwieweit du das ändern kannst und willst kannst nur du entscheiden.

    Vielleicht tröstet es ein wenig, dass diese Gefühle uns alle hin und wieder überfallen. Ich kenne jedenfalls keinen in meinem Freundeskreis, bei dem das nicht der Fall ist.
    Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne oder ich lerne.

  5. #5
    Avatar von Hutzlbrutzl
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Kannst du dich an Zeiten erinnern, wo das anders war?
    Wo du dich nicht leer gefühlt hast, wo du für etwas begeistert warst?

    Warum hast du den Beruf gewählt, wenn er dich nicht ausfüllt?
    Um ehrlich zu sein - nicht so richtig... Irgendwie war ich glaube ich schon immer eher jemand der alles so weit hinterfragt bis nur noch die Hülle übrig bleibt.

    Ich habe den Beruf als Einstiegsstelle in die Firma gewählt in der ich arbeite - wollte aber von Beginn an nicht für immer in dem Beruf bleiben. Daher auch das Studium um mich weiter zu entwickeln.
    Ich habe schon viel ausprobiert und irgendwie war bisher nie das eine dabei , das mich wirklich ausfüllt.
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  6. #6
    Avatar von Hutzlbrutzl
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen


    Erst mal kannst du doch mal akzeptieren, dass es keine Schande ist so zu fühlen.

    Würde es dir helfen mehr Zeit für dich zu haben, mal einen Tag zu vertrödeln ohne schlechtem Gewissen?

    Hast du dich mal in Ruhe gefragt wie dein "optimales Leben" aussehen würde?



    Ich habe da wirklich ein schlechtes Gewissen... Auch bei dem "Nichts-Tun" - ich konnte das früher ganz gut, inzwischen werde ich schrecklich hibbelig wenn ich eine Zeit lang nichts zu tun habe.

    Mein optimales Leben wäre ein anderes, das ist klar - ich habe immer ein wenig den Traum von einem eigenen kleinen Café, aber das ist leider finanziell nicht möglich. Ob ich eine eigene Familie, eigene Kinder, hätte, das weiß ich nicht, da bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das wirklich zu meinem Glück gehören muss - ich kann mir mein Leben gut mit Kindern aber auch gut ohne Kinder vorstellen.
    Meine Ursprungsfamilie ist leider etwas zerrissen, da würde ich mir mehr Frieden wünschen - wobei ich akzeptiert habe, dass das nicht erzwingbar ist und versuche das Beste aus der Situation zu machen, lösen kann ich sie nicht (mein Verhältnis zu allen ist ein sehr gutes - untereinander sind sich nicht alle grün...).
    Ich würde gerne mehr reisen, verreise auch gerne alleine - das ist durch das Studium zeitlich eingeschränkt aber ich versuche es zu tun wenn machbar.

    Ach manchmal weiß ich auch nicht so recht was mir denn eigentlich fehlt zum zufrieden sein - das macht die Sache nicht leichter weil ich somit nirgendwo richtig ansetzen kann...
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  7. #7
    Avatar von Jedimeisterin
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Zitat Zitat von Hutzlbrutzl Beitrag anzeigen
    Meine Ursprungsfamilie ist leider etwas zerrissen, da würde ich mir mehr Frieden wünschen - wobei ich akzeptiert habe, dass das nicht erzwingbar ist und versuche das Beste aus der Situation zu machen, lösen kann ich sie nicht (mein Verhältnis zu allen ist ein sehr gutes - untereinander sind sich nicht alle grün...).
    Ach manchmal weiß ich auch nicht so recht was mir denn eigentlich fehlt zum zufrieden sein - das macht die Sache nicht leichter weil ich somit nirgendwo richtig ansetzen kann...
    Liebe Hutzlbrutzl,

    vielleicht liegt hier der Knackpunkt mit der inneren Leere. In der Familie sind sich alle nicht grün und du sitzt mitten drinne.
    Bist du hier die Kummerkastentante? Man macht sich viele Gedanken, um die Familie, warum können die nicht untereinander auskommen. Kann ich durchaus verstehen. Du hast viel um die Ohren, ganz klar, ist vielleicht auch zwischen durch eine Ablenkung. Aber man kommt wieder zum Ausgangspunkt hinaus, die innere Leere, weil du nirgendswo ansetzten kannst. Auch wenn es schwerfällt, grenze dich da bitte ab, weil es nicht dein Problem sein sollte.

    LG Jedi

  8. #8
    Avatar von Hutzlbrutzl
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Zitat Zitat von hexe-38 Beitrag anzeigen

    1. es ist zwar das Leben/der Lebensstil, den du für dich gewählt hast, aber nicht der, den du eigentlich BRAUCHST. Vielleicht wäre etwas weniger Planung und "aufs Weiterkommen schauen" und etwas mehr "oooh, mal gucken, was hinter der nächsten Ecke auf mich wartet" mehr deinen Bedürfnissen entsprechend.

    2. Es ist tatsächlich so, dass wir Menschen Glück und Zufriedenheit unterschiedlich empfinden. Nicht immer ist der "Himmelhochjauchzend"-Typ glücklicher als der weniger extreme Typ, der nach aussen eher gleichmütig wirkt - er ist einfach nur lauter, demonstrativer. WARST du jemals ein super glückliches, strahlendes jauchzendes Kind - oder hast du auch in der Kindheit schon eher das stille Glück empfunden?

    Das "leer" in deiner Beschreibung stört mich weniger als das "einsam". Ein Gefühl der Leere kommt auch mal auf, wenn man - wie du - das Gefühl hat mehr oder weniger im Hamsterrad zu rödeln. Einsam ist was anderes, Es deutet darauf hin, dass dein Umfeld eben doch nicht das ist, was du brauchst. Inwieweit du das ändern kannst und willst kannst nur du entscheiden.

    Vielleicht tröstet es ein wenig, dass diese Gefühle uns alle hin und wieder überfallen. Ich kenne jedenfalls keinen in meinem Freundeskreis, bei dem das nicht der Fall ist.

    Hmmmm - ich versuche schon immer viel zu planen, mein Leben hat mir aber auch ummer mit aller Macht gezeigt, dass es seinen ganz eigenen Charakter hat und ich gerne so viel planen kann wie ich möchte - es kommt ja doch alles anders

    Zu 2. Ich möchte gar nicht dieser ständig aufgeregt glückliche Mensch sein - ich strebe eher nach einer warmen, wohligen inneren Zufriedenheit. Vielleicht auch nach einer inneren Ruhe. Meine letzten Jahre waren zwischenmenschlich sehr anstrengend (Trennungen von Partner und Freunden, das Einstehen für mich hat mich viel gekostet), ich habe mich beruflich entwickelt und auch örtlich verändert (bin wieder in meinen Heimatort zurück gegangen).
    Als Kind war ich unruhig - (vor)laut, frech, mutig, sicher auch nervig , ich habe viel Aufmerksamkeit gefordert und gebraucht - Irgendwie so ein kleiner Chaoskopf. Das hat sich sehr gelegt, ich bin viel mehr in mich gekehrt als ich das früher war.

    Vielleicht hakt es wirklich an dem Begriff einsam - ich habe sehr enge Verbindungen zu meiner Familie und meinen Freunden - alle sind mir sehr wichtig und sehr nah (ich habe in den letzten Jahren wirklich strikt aussortiert und mich auf die Menschen konzentriert, die mit mir in guter Beziehung sind). Ich finde es selbst etwas zum schmunzeln wenn ich das nun anführe, da es mich weder stört noch belastet, aber alle davon sind in Beziehung oder Familie. Ich nicht - aber ich fühle mich auch nicht danach dass ich nur mit Partner "ganz" wäre. Und ich weigere mich auch strikt, das Denken anzunehmen, dass ich einen Mann bräuchte um mich nicht mehr leer zu fühlen.
    Ich hab eher ein bisschen das Gefühl, dass ich vielleicht die Beziehung zu mir selbst verloren habe...
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  9. #9
    Avatar von Hutzlbrutzl
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Zitat Zitat von Jedimeisterin Beitrag anzeigen
    Liebe Hutzlbrutzl,

    vielleicht liegt hier der Knackpunkt mit der inneren Leere. In der Familie sind sich alle nicht grün und du sitzt mitten drinne.
    Bist du hier die Kummerkastentante? Man macht sich viele Gedanken, um die Familie, warum können die nicht untereinander auskommen. Kann ich durchaus verstehen. Du hast viel um die Ohren, ganz klar, ist vielleicht auch zwischen durch eine Ablenkung. Aber man kommt wieder zum Ausgangspunkt hinaus, die innere Leere, weil du nirgendswo ansetzten kannst. Auch wenn es schwerfällt, grenze dich da bitte ab, weil es nicht dein Problem sein sollte.

    LG Jedi
    Ja das war ich wirklich sehr sehr lange, habe aber angefangen mich klar und deutlich davon abzugrenzen, diese Aufgabe nicht mehr wahrzunehmen.
    Gut möglich, dass ich mich auch deswegen so leer fühle, weil die Aufgabe, die ich so lange innehatte nun nicht mehr von mir bedient wird. Es ist auch schwer für mich, mich abzugrenzen, da ich immer denke es wird mir sicher übel genommen...
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  10. #10
    Avatar von 2believe
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    AW: Innere Leere trotz turbulentem Alltag

    Mir ist jetzt nicht so ganz klar geworden, fühlst du dich eher leer oder einsam?

    Nach deinen Ausführungen hast du in jüngster Vergangenheit durchaus einige Turbulenzen in deinem Leben gehabt. Du hast einen Kraftakt hinter dir mit Abgrenzungen und Umzug in die Heimat. Und nun das Studium. Das ist nicht zu unterschätzen. Vielleicht fühlst du dich auch leer im Sinne von ausgepowert.

    Was deine Lebensträume angeht kann es sich eventuell lohnen da mal genauer hinzuschauen. Du musst die Antwort ja auch nicht gleich finden und wissen was du willst. Aber lass es doch ruhig in dir arbeiten.

    Beobachte z. B. deinen Wunsch mit dem Cafe. Eventuell gibt es ja doch eine Möglichkeit darauf hinzuarbeiten. Oder der Wunsch verschwindet wieder. Das kann passieren, wenn man den Wunsch mal mit allen Konsequenzen durchdenkt, ihn wirklich zulässt und nicht z. B. wegen Geldmangel abwürgt. Dann kann er sich auch auflösen und schwelt nicht weiter im Hintergrund.

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