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  1. #1

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    Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht so recht, ob das Thema hier hinpasst, aber dann kann man es ja ggf. verschieben.
    Eigentlich geht es nur um die Frage, was mit einem geerbten Haus passieren soll, damit man versteht, was mein Problem ist, muss leider mit meiner Lebensgeschichte anfangen...

    Ich bin tausendmal umgezogen und habe nirgendwo richtig Fuß gefasst. Schon als Kind bin ich von meinem Heimatdorf weg in eine andere Stadt gezogen. Dabei war ich doch immer so gerne draußen und in den Bäumen klettern oder mit meinen Großeltern im Garten usw. Auch als Erwachsene lebte ich 10 Jahre lang in allen Teilen der Republik, am Anfang freiwillig, weil ich auch mal was anderes sehen wollte, zum Studium und so, später immer unfreiwilliger wegen befristeter Stellen.

    Seit einigen Jahren habe ich einen guten Job. Die Arbeit macht mir viel Spaß und die Kollegen und ich verstehen uns super, wir helfen uns auch mal privat beim Werkeln. Am Wochenende bin ich meistens bei meinen Eltern. Diese sind inzwischen wieder in ihr/mein Heimatdorf zurückgezogen (2 Autostunden von meinem Job entfernt, werktags habe ich dort eine Wohnung). Auf meine Mutter ist immer Verlass, wir sind viel draußen und lachen und singen zusammen. Weiteres Sozialleben wird über die Arbeit abgedeckt, und so ist mein Leben seit einigen Jahren endlich super! Ich bin in meinem Werktags-Wohnort in ein paar Vereinen, aber wider erwarten lernt man dort keine Leute kennen. Das keine Freunde finden trotz div. Aktionen ist leider immer noch so.

    Jetzt ist mein jüngster Onkel mit Anfang 60 gestorben, nach einer jahrelangen fiesen Krankheit (meine Mutter und ein bisschen auch ich haben uns um ihn gekümmert). Ich hab so Angst, was ist, wenn meine Mutter auch mal stirbt. Sie ist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Wir haben immer so viel Spaß zusammen. Sie war immer da, wenn alles andere scheiterte. Ich glaub, dann schieß ich mir ein Loch in den Kopf, das halte ich nicht aus. Zum Glück erfreut sie sich bester Gesundheit, aber sie ist halt um die siebzig. Jetzt wo der Onkel gestorben ist, hat sie das Haus geerbt, in dem sie groß geworden ist. Es ist seit 5 Generationen in der Familie, ein historisches Haus im Ortskern. Da wir davon ausgegangen sind, dass mein Onkel noch 20 Jahre lebt, haben meine Eltern ein eigenes Haus gebaut, das sehr schön ist und eine traumhafte Lage mit viel Aussicht hat. Ich bin ja theoretisch weg. Alle in der Familie haben Häuser oder wohnen aus beruflichen Gründen weit weg. Keiner braucht das Haus zum selbst drin wohnen. Es hat keine Heizung (nur veraltete extrem stromfressende Elektroöfen) und in der mittleren von 3 Etagen können Menschen die größer sind als 1,70 m nicht aufrecht stehen. Deshalb kann man nicht viel Miete verlangen. Außerdem müsste mein Vater sich um alles kümmern (Mieter rufen an wenn das Klo verstopft ist usw.), und er will das auf keinen Fall. Ich bin nicht vor Ort, ich kann es auch nicht. Außerdem müsste in den nächsten Jahren die Fassade gestrichen und Holz ausgebessert werden, wie das bezahlen aus dem bisschen Mieteinnahmen? Mein Vater will das Haus so schnell wie möglich verkaufen, er hasst das Ding als Eingeheirateter sowieso. Meine Mutter und ich wollen das nicht, aber wir sehen keine Alternative. Meine Mutter, dieses Haus in dem wir seit unserer Geburt immer ein- und ausgehen, die Geschichte, das alles war und ist immer mein Anker, die Konstante in meinem Leben gewesen. Jetzt droht alles wegzubrechen. Im Moment beschäftigt mich vor allem das Haus. Wenn ich nur irgendeine Möglichkeit sähe, das Haus zu behalten!!! Andererseits, wenn Mieter drin sind, ist das Haus auch in fremden Händen, da kann man es auch gleich verkaufen. Eigentümer behandeln das Haus bestimmt besser als Mieter. Wenn vielleicht eine junge Familie einzöge... Vielleicht könnten sie das Haus besser mit Leben füllen als wir sozialunverträgliches Geschlecht es je konnten... Es ist so schlimm, ich will das Haus nicht verlieren!!!
    Ich weiß, es wäre wahrscheinlich alles halb so schlimm, wenn ich einen Freundeskreis oder eine eigene Famile (Mann + Kinder) hätte, aber sagt trotzdem erst mal was zu Haus und Heimat bitte, es macht mich gerade so fertig!
    Danke!

  2. #2

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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen


  3. #3
    Avatar von Marta-Agata
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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Ich kann das alles nachvollziehen - aber schließlich ist doch der Punkt, dass keiner von euch in dem Haus wohnen möchte.
    Sooo groß ist die Verbindung zu dem Haus dann doch nicht.

    Da wird dem Haus doch tatsächlich eher gerecht, wenn sich das jemand/eine Familie für sich selbst zurechtmacht.

  4. #4
    Avatar von schafwolle
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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Zitat Zitat von Dauerkultur123 Beitrag anzeigen
    Jetzt wo der Onkel gestorben ist, hat sie das Haus geerbt, in dem sie groß geworden ist.

    Es ist so schlimm, ich will das Haus nicht verlieren!!!
    Liebe Dauerkultur,

    Deine Mutter hat das Haus geerbt und nicht Du.
    Es ist einzig ihre Entscheidung, es zu behalten oder zu verkaufen.

    Klar fühlt es sich seltsam an, wenn etwas Vertrautes wegbricht.
    Aber Dein Elternhaus, in welchem Deine Eltern leben, gibt es ja nach wie vor.

    Ein Haus ist auch kein Ersatz für fehlende Freundschaften und
    Sozialkontakte. Also was genau versprichst Du Dir davon, wenn dieses
    Haus in der Familie bleibt?

  5. #5

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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Das, was du gerade erlebst, nennt man Erwachsenwerden . Ich würde dir raten, dir schnellstmöglichst ein eigenes Leben aufzubauen. Wenn du praktisch jedes Wochenende bei deinen Eltern bist, hast du ja sowieso nie Zeit, was mit anderen zu machen. Für das Haus wird sich eine praktische Lösung finden, das ist immer so.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
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  6. #6
    Avatar von mazi
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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Zitat Zitat von Dauerkultur123 Beitrag anzeigen
    aber sagt trotzdem erst mal was zu Haus und Heimat bitte, es macht mich gerade so fertig!
    Danke!
    Mir fiel als Erstes ein, dass Du bereits die ganze Problematik sehr gut reflektiert hast.

    Nun wäre nur noch nötig, dass Du Dich entsprechend verhälst.

    Ich wünsche Dir eine für Dich gute Entscheidung.
    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

  7. #7
    Avatar von Torun
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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Wie ist denn Deine finanzielle Situation? Könntest Du das Haus von Deiner Mutter für eine ortsübliche Miete mieten, zusätzlich zu Deiner Wohnung? Die Mieteinnahmen könnte Deine Mutter für Instandhaltungsarbeiten verwenden, das könnte auch steuerlich vorteilhaft sein. Du hättest dann Deine eigenen vier Wände, wenn Du am Wochenende nach Hause fährst.
    ~ Torun. ~

    Seht Ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. (Matthias Claudius)

  8. #8

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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    okay es gibt keine verwandten die das haus übernehmen würden, aber vielleicht bekannte von deiner verwandtschaft? habt ihr da mal gefragt? dann würde euch das verkaufen doch leichter fallen.
    und es wäre doch schade wenn das haus jetzt jahrelang leer stehen würde wenn ihr nicht wisst was damit tun.
    vermieten...wie du selber siehst wäre das doch eher ein klotz am bein.
    ich würde dem haus neue besitzer gönnen die es wieder mit leben füllen. am anfang sicher ein eigenartiges gefühl, aber auf dauer vermutlich das beste :)

  9. #9

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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Heimat ist kein Ort.

  10. #10
    Avatar von Marta-Agata
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    AW: Heimat, Konitnuität, Geborgenheit ist am wegbrechen

    Zitat Zitat von ThirdThought3 Beitrag anzeigen
    Heimat ist kein Ort.
    Das ist mir zu plump ausgedrückt.
    Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr Heimat "Ort" ist.
    Ich verstehe das Dilemma sehr gut - rate aber trotzdem zum Verkauf des Hauses.

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