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  1. Avatar von Amelie63
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Zitat Zitat von emdi Beitrag anzeigen
    Ja, kenne ich leider auch so, ich habe die ersten zwanzig Jahre meines Lebens quasi an jeder Ecke ungefragt Ratschläge oder Ermahnungen bekommen in Richtung "sei nicht so empfindlich/leg nicht alles auf die Goldwaage/sei nicht so ruhig/komm mal aus dir raus".
    ja, das sei-nicht-so-empfindlich-Dingens ist schon lästig, aber auch schon für Stinknormaldurchschnittssensible. Wahrscheinlich unterschätzen die meisten von uns das, was den ganzen Tag auf sie einprasselt. Es sind ja nicht nur die Sinnesreize, sondern auch die psychischen Belastungen durch Druck und vor allem durch Unsicherheiten usw.

    Feste Termine für Rückzug sind gut. Ich will, wenn ich im Januar mit neuer Wohnung und neuer Arbeitsstelle durchstarte, auch nach Feierabend Yoga machen, wahrscheinlich mit online-Anleitung (hab allerdings Vorkenntnisse, dann geht das schon mal ne Weile so) Außerdem werde ich meinen Arbeitsweg nur noch per Rad bewältigen können. Allein das wird schon einiges an Spannungen abbauen.

    Das mit dem Abgrenzen ist wirklich wichtig zu lernen. Das ist ein Akt der Selbstfürsorge. Ich glaube, das ist vor allem ein Frauendingens, das lernen zu müssen. Wir sind halt zu nett

    Was mir übrigens auch gut hilft abzuschalten: Therme und Sauna. Ist halt vll nicht grad für jeden Tag was.

    Zitat Zitat von sundays
    Entschuldigt bitte, dass ich diesen Gedanken geäußert habe.
    Ich habe es eben erlebt, dass es Menschen geholfen hat, wenn sie das zuordnen konnten,
    wie sie sind. Das sie erleichtert waren. Nur deshalb habe ich das geschrieben.
    das stimmt ja auch sundays. Aber das ist nicht nur ein HSP-Problem. Generell leiden viele Menschen darunter, weil sie nicht zu 100 % leistungsfähig sind, weil sie eben Menschen sind. Es gibt zwischen HSP und "Maschine" eben auch noch eine ganze Bandbreite an Veranlagungen und Befindlichkeiten. Und generell ist es für Menschen eine Erleichterung von irgendwo her die Bestätigung zu bekommen, dass sie schon richtig sind, so wie sie sind. Auch das ist nicht nur ein HSP-Bedürfnis.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
    Geändert von Amelie63 (17.12.2014 um 18:59 Uhr)

  2. Avatar von ilazumgeier
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    ich kann dir leider nichts raten: meine größte Kraftquelle ist der Rückzug. Mit Einzelhaft könnte man mich belohnen; strafverschärfend wäre Gesellschaft
    Welche Mengen Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbringen, gehe die Bevölkerung im Grunde nichts an, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU)

  3. Flann67
    gelöscht

    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Was mir überhaupt nicht bewußt war: daß es introvertierte Menschen wirklich Kraft kostet unter Menschen, speziell größeren Gruppen zu sein, das habe ich erst in letzter Zeit in einigen Büchern gelesen.

    Ich ziehe mich deshalb in letzer Zeit auch wieder stark zurück, lese, höre Musik, spiele Gitarre, versuche Zeit in der Natur zu verbringen.

    Allerdings ist das nicht wirklich zielführend unter dem Aspekt daß ich mir auch wieder eine Partnerin und neue Freunde wünsche, bin deshalb in den letzten drei Jahren relativ viel unter Menschen gegangen - fühle mich damit im Moment aber total überfordert, deshalb siehe oben.

  4. wurstsalate
    gelöscht

    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Es ist nämlich auch so, dass das bloße "Alleinsein" nicht das Nonplusultra ist. Ich mache mir dann manchmal zu viele Gedanken und komme in so eine leicht depressive Stimmung.

    Wenn ich selber so dafüber nachdenke, dann fallen mir eigentlich nur zwei Sachen ein:
    - Schlafen
    und
    - extrem schöne (Geschmackssache) Filme gucken

    Vielleicht habt ihr bessere Tipps?


    Daneschön und viele Grüße

    Susisa
    Der Absatz macht mich ein wenig stutzig - irgendwie denke ich auch, dass sich viele für introvertiert halten, weil sie einfach nen anstrengenden kommunikativen Job haben und auch mal Ruhe brauchen, gleichzeitig aber doch nicht so gern was alleine unternehmen. Denn wenn du das nicht als Nonplusultra siehst, bist du evtl. gar nicht sooo introvertiert, sondern eher normal reizüberflutet.
    Ich musste sofort an den Artikel denken

    Vom Schwattlappen zum stillen Wasser

    Ich vermute mal, ich bin extrem introvertiert.

    Ich arbeite daher auch in der Stadt und lebe auf dem Land, weil es für mich nichts schöneres gibt, als nach Hause ins Nichts zu kommen, keine Freizeitangebote, etc. einfach nur Ruhe und Natur. So einen Tag in der Woche allein und mit niemanden reden, find ich wundervoll. Ansonsten gibt es etlich Dinge, die man ohne Menschen bzw. ohne Kommunikation mit Menschen machen kann, da sind dann natürlich andere anwesend, aber eben nur anwesend, man ist dann nicht zu einer energieraubenden Interaktion verpflichtet - alleine reisen, Städtetrips in die nähere Umgebung, die eigene Reiseplanung visualisieren, Kinobesuch, Onlinekurse, vhs Kurse, bei denen man nicht reden muss - Qi Gong, Tai Chi, Meditation oder Yoga, kann man aber auch alleine anhand von Videos machen, Sprachen online lernen, zur ner Ausstellung gehen, sich eine Software besser beibringen, Bildbearbeitung, Fotographieren, Spazieren gehen, Radtour durch die Wälder, im Sommer zu irgendwelchen Umsonstveranstaltungen, Konzerte besuchen, alleine frühstücken gehen, Wellnessbad oder -hotel, einen Serienmarathon machen, Wände streichen, Wohnung verschönern, etc. Und vieles davon, mach ich auch lieber alleine. Ich fühl mich auch gestört, wenn mich jemand in meinen Gedanken unterbricht, daher erschrecke ich auch immer. Manchmal hab ich Probleme mit mir selbst schon so ausführlich besprochen, dass ich, wenn ich mich entscheide doch noch mit jemanden zu reden, der auch nur wiederholt, was ich zu mir selbst schon Tage zuvor gesagt habe.


    Ich unternehme gerne was alleine mit mir selbst und finds immer toll, wenn ich dann auch in Ruhe gelassen werde - ich strahle wohl auch ne große Distanz auf andere Menschen aus. Von mir hält man sich gerne erstmal fern, das kommt mir allerdings ganz recht. Die meisten Leute sagen mir nach, ich wirke so, als würde ich nicht besonders viel reden. Wenn man sich mit mir dann über bestimmte Themen unterhält, merkt man zwar, dass ich viel reden kann, aber ich hab schon ein großes Ruhebedürfnis und kann mit Smalltalk nicht viel anfangen. Ich brauche auch Langeweile und Nichts, da werd ich immer kreativ. Ab und an gibts dann immer ein paar Leute, die sich mir annehmen möchten und mir helfen wollen, schließlich bin ich ja so ängstlich und muss aus mir herauskommen. Na klar hab ich Angst vor denen, schließlich rücken die mir auf die Pelle und sehen was in mir, was ich nicht bin. Dann fühlen die sich bestätigt und ich mich auch :)
    Geändert von wurstsalate (17.12.2014 um 21:19 Uhr)

  5. Avatar von ilazumgeier
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Welche Mengen Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbringen, gehe die Bevölkerung im Grunde nichts an, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU)

  6. Moderation
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    ja, das sei-nicht-so-empfindlich-Dingens ist schon lästig, aber auch schon für Stinknormaldurchschnittssensible.
    Was daran liegt, daß das normalerweise eine Frechheit ist. "Oh, ich hab dir wehgetan? Wie schön, anstatt mich zu entschuldigen, pampe ich dich an und mach das alles zu deinem Problem." Kann man für Nachlässigkeit genaus brauchen wie für's Zähneausschlagen.

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    ich kann dir leider nichts raten: meine größte Kraftquelle ist der Rückzug. Mit Einzelhaft könnte man mich belohnen; strafverschärfend wäre Gesellschaft
    Ich habe letzte Jahr ein altes Karthäuserkloster besichtigt. Die konnten den ganzen Tag in Ruhe und Einsamkeit in ihren drei Zimmer mit Garten werken, und kriegten das Essen gebracht, ohne mit dem Essensbringer reden zu müssen. Ein Traum von einem Leben.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  7. Avatar von ilazumgeier
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    auch noch DAS ESSEN GEBRACHT? ich zieh da hin!
    Welche Mengen Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbringen, gehe die Bevölkerung im Grunde nichts an, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU)

  8. emdi
    gelöscht

    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Zitat Zitat von wurstsalate Beitrag anzeigen
    Der Absatz macht mich ein wenig stutzig - irgendwie denke ich auch, dass sich viele für introvertiert halten, weil sie einfach nen anstrengenden kommunikativen Job haben und auch mal Ruhe brauchen, gleichzeitig aber doch nicht so gern was alleine unternehmen. Denn wenn du das nicht als Nonplusultra siehst, bist du evtl. gar nicht sooo introvertiert, sondern eher normal reizüberflutet.
    Ich musste sofort an den Artikel denken
    Introvertiert heißt doch aber nicht, dass man keinerlei soziale Kontakte haben möchte. Es gibt halt immer Abstufungen.

    Die Definition aus dem verlinkten Artikel finde ich eher fragwürdig, z.B. hat Introversion meines Erachtens nichts damit zu tun, ob man führen kann oder will, oder ob man Whistleblower wird. Und den Verweis auf autistische Tendenzen finde ich auch eher abwegig. In dem Artikel klingt es so, als müssten sich Introvertierte als spezielle Gruppe auf Teufel komm raus abgrenzen von Möchtegern-Introvertieren, die ihnen irgendwas wegnehmen?

    Aber es ist wahrscheinlich auch müßig, darüber zu diskutieren, denn eine "wasserdichte" Definition von Introvertiertheit gibt es wohl nicht.

  9. Avatar von ilazumgeier
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    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Natürlich gibt es die, wie überall. Als vermutlich hardcore intro hatte ich beim Eröffnungsposting auch den Eindruck, dass es sich hier auch eher um ein temporäres Bedürfnis handelt.
    Ich bin über die Bemerkung gestolpert, das Alleinsein sei auch nicht das Wahre.
    Welche Mengen Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbringen, gehe die Bevölkerung im Grunde nichts an, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU)

  10. wurstsalate
    gelöscht

    AW: An die Introvertierten: Woher bezieht ihr Energie?

    Zitat Zitat von emdi Beitrag anzeigen
    Introvertiert heißt doch aber nicht, dass man keinerlei soziale Kontakte haben möchte. Es gibt halt immer Abstufungen.

    Die Definition aus dem verlinkten Artikel finde ich eher fragwürdig, z.B. hat Introversion meines Erachtens nichts damit zu tun, ob man führen kann oder will, oder ob man Whistleblower wird. Und den Verweis auf autistische Tendenzen finde ich auch eher abwegig. In dem Artikel klingt es so, als müssten sich Introvertierte als spezielle Gruppe auf Teufel komm raus abgrenzen von Möchtegern-Introvertieren, die ihnen irgendwas wegnehmen?

    Aber es ist wahrscheinlich auch müßig, darüber zu diskutieren, denn eine "wasserdichte" Definition von Introvertiertheit gibt es wohl nicht.
    Natürlich gibt es Abstufungen und auf denen bewegt man sich dann ja auch noch mal. Und natürlich hat man als Intro nichts gegen soziale Kontakte, ich hab die gern, aber eben nur, wenn ich Ruhephasen hatte. Ich treff mich gern mit Freunden, aber ich brauch davor oder danach meine Ruhe. Es gibt Menschen, die ich gerne mag und mit denen ich mit treffe - ok lieber mit einen, als mit fünf. Aber doch, ich genieße auch die Zeit alleine mit mir. Ich genieße die nicht nur, ich brauch die und wenn ich die nicht habe, werde ich sehr unausgeglichen, maulig und teilweise aggressiv. Das lasse ich nicht nach außen raus, ich bin da wohl zu introvertiert dazu, aber innerlich ist es dann kaum aushaltbar.

    Ich hatte neulich auch ein Gespräch darüber mit Arbeitskollegen und die glauben nun auch, dass ich Menschen nicht mag. Dem ist nicht so, ich hab nur ein anderes Bedürfnis als sie. Und die mag ich übrigens auch, aber trotzdem muss ich mich nicht abends mit ihnen treffen und wenn dann reicht einmal im halben Jahr. Und auf Arbeit arbeite ich lieber, als zu smalltalken. Ich zwing mich aber aus Anpassungsgründen schon dazu, mal irgendwas zu erzählen, weil ich inzwischen einfach weiß, dass das in Teams nicht gut ankommt - einfach stur zu arbeiten.

    Als Intro kann man durchaus führen, aber doch, ich als Hardcore-Intro will das eigentlich gar nicht, ich hasse auch nichts mehr, als geführt zu werden - ob das was mit Introversion zu tun hat, sei dahingestellt. Und ich geb auch online nicht gern was über mich preis, selbst Foren sind mir zu wenig "anonym".

    Abwegig find ich das mit autistischen Zügen bei extremen Varianten nun mal nicht. Das liegt aber evtl. auch daran, dass ich bei mir selbst auch leichte autistische Züge erkenne und dadurch Gemeinsamkeiten sehen kann.

    Ich habe den Artikel gar nicht so empfunden wie du - Ich habe eher den Eindruck, dass sich jeder abgrenzen möchte, indem er sich als introvertiert bezeichnet, aber auch das ist normal. Hat nicht jeder intro- und extrovertierte Züge an sich? Schließlich ist es ja ein Spektrum kein Kontinuum. Selbst ich kann schauspielern, ich kann auch offen und freundlich rüberkommen, nicht nur verschlossen.

    Wenn man sehr sehr sehr introvertiert ist, merkt man aber eher schon, dass man in manchen Punkten anders ist. Jeder ist ja in bestimmten Punkten anders als der Rest, daher gleicht sich das meiner Meinung eh wieder aus. So nen Prototyp Normal gibts ja nicht.

    Jeder kann sich natürlich als was auch immer bezeichnen und soll damit natürlich glücklich werden. Da wird niemanden was gegeben oder genommen dadurch, aber man fühlt sich so ner Gruppe von Intros eben auch nicht zugehörig nur weil man sich selbst als Intro bezeichnet.

    Unabhängig davon, ist es gar nicht so wichtig, was man denn nun tatsächlich ist. Hat man ein Ruhebedürfnis sollte man dem nachgehen. Fühlt man sich alleine unwohl, muss man das irgendwie anders stillen oder nach anderen Tätigkeiten suchen, die man zuvor evtl. nicht in Erwägung gezogen hat. Wenn man sich dann irgendwann wohl fühlt, weiß man, dass es das richtige für einen ist. :)
    Geändert von wurstsalate (18.12.2014 um 09:04 Uhr)

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