Die Vorgeschichte: In diesem Jahr hatte ich ernsthafte Probleme in verschiedenen Bereichen. Ich war überrascht, als ich feststellte, dass sich viele Verwandte und Freundinnen dafür wenig interessierten, sondern sich zurückzogen. Als ich akzeptiert hatte, dass mir diese Menschen nicht so nahe stehen, wie ich es bisher gedacht hatte, ging es mir besser, denn das bedeutete auf der anderen Seite, dass auch ich frei bin!
Aber ganz durch bin ich mit dem Thema offensichtlich noch nicht …
Darum nun diese Frage:
Warum neigen gute Freundinnen dazu, der anderen oft die "Schuld" für ihre Misere in die Schuhe zu schieben?
Wenn ich einer Freundin berichte, dass mich die unsensible Reaktion einer außenstehenden Person gekränkt hat, heißt es: "Du hättest dieser Person davon auch gar nicht erzählen sollen!" Oder: "Wie konntest du ihr diese Frage stellen?" = Selbst Schuld!
Oder: "Der andere kann doch reagieren wie er will! Das ist doch vollkommen okay. DU darfst eben ÜBERHAUPT nichts erwarten!" = Selbst Schuld!
Nein, ich finde nicht, dass jede Reaktion vollkommen okay ist (ich kann sie vielleicht nicht verhindern, aber das ist etwas anderes). Manches Verhalten sollte auch Konsequenzen nach sich ziehen!
Sprich: Ich darf auch mal gekränkt oder verärgert sein und sagen: "Das möchte ich so nicht mehr haben." Wohlgemerkt: Dies bezieht sich ja alles auf nicht anwesende Dritte. Nicht auf die Freundin (erst einmal).
Gewünscht wird von dieser aber eine interessierte, unterhaltsame Fenimi, die sich nicht ärgert, nicht gekränkt ist und nicht aufregt.Darüber rege ich mich auf!
Das kommt auch gerne vor:
"Dir geht es jetzt doch wieder besser, dann ist jetzt ja wieder alles wie vorher und du kannst xyz machen."
Derartige Gespräche haben dazu geführt, dass ich mich zur Zeit besser mit den Männern meiner Freundinnen verstehe als mit Ihnen.Mit denen kann ich nämlich ganz "normal" reden, deren Kommentare helfen mir oft sogar. Zwischen uns gibt es keine "Befindlichkeiten".
Ich habe mich schon versucht, damit zu trösten, dass die harten, abweisenden Reaktionen der Frauen vielleicht auch ein Zeichen dafür sind, dass meine Freundinnen mit sich selbst auch so harsch umspringen.
Konkret habe ich heute noch ein artverwandtes Problem:
Eine Freundin, die sich in diesem Jahr, als es mir sehr schlecht ging, weitestgehend zurückgezogen hat, bat mich um ein Treffen am morgigen Tag. Ihr geht es nicht gut und sie möchte etwas mit mir besprechen.
Und nun ertappte ich mich bei genau der gleichen Reaktion, die sie mir gegenüber vor ein paar Monaten gezeigt hat.
Mein innerer Monolog: "Ich habe sehr anstrengende Arbeitstage hinter mir und wenn ich mich morgen nach der Arbeit mit ihr treffe, dann würde ich gern etwas Nettes erleben. Auf eine problembeladene, emotionale Freundin habe ich an sich wenig Lust! Dafür bin ich selbst an sich noch viel zu lädiert."
Diese Reaktion von mir hat mich ganz schön geschockt. Wenn Ich ehrlich wäre, müsste ich ihr sagen: "Tut mir leid, es passt morgen nicht."
Ich glaube nicht, dass es eine Retourkutsche von mir ist.
Ich frage mich eher, ob diese Abneigung nicht vielleicht sogar "gesund" ist. Wenn man mir zur Zeit so gut wie keine Unterstützung und Aufmunterung gibt, dann muss ich ja auch sehen, wie ich mit meinen Kräften haushalte.
Brisant wird das Ganze dadurch, dass ich normalerweise souverän und gelassen bleiben kann. Die Anfrage der Freundin brachte aber meine Verletztheit und Enttäuschung nach meiner diesjährigen schlechten Erfahrung ins Spiel, au weia! Die möchte ich an sich gar nicht sehen und spüren, diese Gefühle.
In jedem Fall gefällt es mir gar nicht, dass ich mich am liebsten genauso verhalten würde wie sie während meiner Krise.
Was fällt euch zu diesem Thema ein?
Sorry, für die Überlänge meines Beitrages!!!!![]()











Darüber rege ich mich auf! 
Mit denen kann ich nämlich ganz "normal" reden, deren Kommentare helfen mir oft sogar. Zwischen uns gibt es keine "Befindlichkeiten".
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