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  1. #1
    Avatar von Fenimi
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    Unter guten Freundinnen …

    Die Vorgeschichte: In diesem Jahr hatte ich ernsthafte Probleme in verschiedenen Bereichen. Ich war überrascht, als ich feststellte, dass sich viele Verwandte und Freundinnen dafür wenig interessierten, sondern sich zurückzogen. Als ich akzeptiert hatte, dass mir diese Menschen nicht so nahe stehen, wie ich es bisher gedacht hatte, ging es mir besser, denn das bedeutete auf der anderen Seite, dass auch ich frei bin!

    Aber ganz durch bin ich mit dem Thema offensichtlich noch nicht …

    Darum nun diese Frage:
    Warum neigen gute Freundinnen dazu, der anderen oft die "Schuld" für ihre Misere in die Schuhe zu schieben?

    Wenn ich einer Freundin berichte, dass mich die unsensible Reaktion einer außenstehenden Person gekränkt hat, heißt es: "Du hättest dieser Person davon auch gar nicht erzählen sollen!" Oder: "Wie konntest du ihr diese Frage stellen?" = Selbst Schuld!

    Oder: "Der andere kann doch reagieren wie er will! Das ist doch vollkommen okay. DU darfst eben ÜBERHAUPT nichts erwarten!" = Selbst Schuld!

    Nein, ich finde nicht, dass jede Reaktion vollkommen okay ist (ich kann sie vielleicht nicht verhindern, aber das ist etwas anderes). Manches Verhalten sollte auch Konsequenzen nach sich ziehen!
    Sprich: Ich darf auch mal gekränkt oder verärgert sein und sagen: "Das möchte ich so nicht mehr haben." Wohlgemerkt: Dies bezieht sich ja alles auf nicht anwesende Dritte. Nicht auf die Freundin (erst einmal).
    Gewünscht wird von dieser aber eine interessierte, unterhaltsame Fenimi, die sich nicht ärgert, nicht gekränkt ist und nicht aufregt. Darüber rege ich mich auf!

    Das kommt auch gerne vor:
    "Dir geht es jetzt doch wieder besser, dann ist jetzt ja wieder alles wie vorher und du kannst xyz machen."

    Derartige Gespräche haben dazu geführt, dass ich mich zur Zeit besser mit den Männern meiner Freundinnen verstehe als mit Ihnen. Mit denen kann ich nämlich ganz "normal" reden, deren Kommentare helfen mir oft sogar. Zwischen uns gibt es keine "Befindlichkeiten".

    Ich habe mich schon versucht, damit zu trösten, dass die harten, abweisenden Reaktionen der Frauen vielleicht auch ein Zeichen dafür sind, dass meine Freundinnen mit sich selbst auch so harsch umspringen.

    Konkret habe ich heute noch ein artverwandtes Problem:
    Eine Freundin, die sich in diesem Jahr, als es mir sehr schlecht ging, weitestgehend zurückgezogen hat, bat mich um ein Treffen am morgigen Tag. Ihr geht es nicht gut und sie möchte etwas mit mir besprechen.
    Und nun ertappte ich mich bei genau der gleichen Reaktion, die sie mir gegenüber vor ein paar Monaten gezeigt hat.
    Mein innerer Monolog: "Ich habe sehr anstrengende Arbeitstage hinter mir und wenn ich mich morgen nach der Arbeit mit ihr treffe, dann würde ich gern etwas Nettes erleben. Auf eine problembeladene, emotionale Freundin habe ich an sich wenig Lust! Dafür bin ich selbst an sich noch viel zu lädiert."

    Diese Reaktion von mir hat mich ganz schön geschockt. Wenn Ich ehrlich wäre, müsste ich ihr sagen: "Tut mir leid, es passt morgen nicht."

    Ich glaube nicht, dass es eine Retourkutsche von mir ist.
    Ich frage mich eher, ob diese Abneigung nicht vielleicht sogar "gesund" ist. Wenn man mir zur Zeit so gut wie keine Unterstützung und Aufmunterung gibt, dann muss ich ja auch sehen, wie ich mit meinen Kräften haushalte.

    Brisant wird das Ganze dadurch, dass ich normalerweise souverän und gelassen bleiben kann. Die Anfrage der Freundin brachte aber meine Verletztheit und Enttäuschung nach meiner diesjährigen schlechten Erfahrung ins Spiel, au weia! Die möchte ich an sich gar nicht sehen und spüren, diese Gefühle.

    In jedem Fall gefällt es mir gar nicht, dass ich mich am liebsten genauso verhalten würde wie sie während meiner Krise.
    Was fällt euch zu diesem Thema ein?

    Sorry, für die Überlänge meines Beitrages!!!!
    Ein Verliebter sieht eine Blume anders als ein Kamel.

    Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, fühlt sich sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. Chinesische Weisheit

    Eine Lösung habe ich nicht, aber das Problem finde ich interessant :)
    Geändert von Fenimi (06.12.2012 um 20:28 Uhr)

  2. #2

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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Liebe Fenimi,

    tja, das hört sich nicht gut an, deine Erfahrungen mit deinen Freundinnen, aber meine sind ähnlich, vielleicht liegt es am Alter? Darf ich fragen wie alt du bist?

    Ich bin auch immer voll und ganz für meine Freundinnen da gewesen, ob es mir zeitlich passte oder nicht und immer ohne Schuldzuweisungen, wie du sie hier erfahren hast. Doch hielt sie das nicht davon ab, mit mir ähnlich umzuspringen, wie du es hier beschreibst. Warum das so ist und Frauen, ob im Beruf oder privat, zu solchen Giftsprizen und Furien werden? Ich kann es nicht beantworten. Vielleicht ist es Neid auf etwas was Sie auch gerne hätten oder erreicht hätten im Leben. Und darum gönnen sie uns diese negative Erfahrung?

    Auch ich verstehe die männliche Sichtweise bei weitem besser als die weibliche und mir ist gerades Denken auch viel lieber. Männer gehen ein Bier trinken, Frauen basteln Voodoo-Zauber.

    Ein Witz mit einem Körnchen Wahrheit, den mir eine Bekannte erzählte: Drei Männer stranden auf einer einsamen Insel, was tun sie zusammen? Wahrscheinlich spielen sie Karten, die jemand zufällig in der Hosentasche hatte. Und was machen drei Frauen auf der einsamen Insel? Zwei verbünden sich gegen die Dritte!

  3. #3
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von susanne_50 Beitrag anzeigen
    Ein Witz mit einem Körnchen Wahrheit, den mir eine Bekannte erzählte: Drei Männer stranden auf einer einsamen Insel, was tun sie zusammen? Wahrscheinlich spielen sie Karten, die jemand zufällig in der Hosentasche hatte. Und was machen drei Frauen auf der einsamen Insel? Zwei verbünden sich gegen die Dritte!
    Da ist wahrscheinlich wirklich was dran. Traurig irgendwie, oder ?
    .

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  4. #4

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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Da ist wahrscheinlich wirklich was dran. Traurig irgendwie, oder ?
    Ja, ich finde es auch total traurig, doch warum sind Frauen so? Lernt man das in der Kindheit und was hat Frau davon? Das kann doch nicht glücklich machen?

  5. #5
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Darum nun diese Frage:
    Warum neigen gute Freundinnen dazu, der anderen oft die "Schuld" für ihre Misere in die Schuhe zu schieben?
    Alle ? Immer ? Meine tun das GsD nicht.

    Wobei es natürlich trotzdem mal vorkommt, daß sie auch eine andere Meinung zu einem Thema haben. Wer ausser einer wirklich guten freundin soll einem denn sagen, wenn man mal wirklich selber auf dem Holzweg ist oder was verbockt hat ?



    Wenn ich einer Freundin berichte, dass mich die unsensible Reaktion einer außenstehenden Person gekränkt hat, heißt es: "Du hättest dieser Person davon auch gar nicht erzählen sollen!" Oder: "Wie konntest du ihr diese Frage stellen?" = Selbst Schuld!
    Also, die erste reaktion versteh ich ganz und gar nicht. Wenn ich aber der Meinung bin, jemand hat eine blöde Reaktion durch eine saublöde Frage quasi "provoziert", würde ich das einer guten Freundin auch vorsichtig sagen. Ich will ihr ja helfen, und ihr nicht einfach nur pauschal recht geben.



    Oder: "Der andere kann doch reagieren wie er will! Das ist doch vollkommen okay. DU darfst eben ÜBERHAUPT nichts erwarten!" = Selbst Schuld!
    Ein typisches Thema heutzutage - immer ist es ein Empfängerproblem. Da kann ich mich ja jederzeit benehmen wie die Axt im Walde, näch ?
    Seh ich nicht so. Wenn der Sender eine arschige Ansage rauslässt, liegt es imho NICHT am Empfänger, wenn dieser das scheisse findet



    Sprich: Ich darf auch mal gekränkt oder verärgert sein und sagen: "Das möchte ich so nicht mehr haben." Wohlgemerkt: Dies bezieht sich ja alles auf nicht anwesende Dritte. Nicht auf die Freundin (erst einmal).
    Absolut



    Derartige Gespräche haben dazu geführt, dass ich mich zur Zeit besser mit den Männern meiner Freundinnen verstehe als mit Ihnen. Mit denen kann ich nämlich ganz "normal" reden, deren Kommentare helfen mir oft sogar. Zwischen uns gibt es keine "Befindlichkeiten".
    Was machen die denn anders ? Was sagen die zB ?



    Ich habe mich schon versucht, damit zu trösten, dass die harten, abweisenden Reaktionen der Frauen vielleicht auch ein Zeichen dafür sind, dass meine Freundinnen mit sich selbst auch so harsch umspringen.
    Oft ist das so. Richtig erkannt




    Und nun ertappte ich mich bei genau der gleichen Reaktion, die sie mir gegenüber vor ein paar Monaten gezeigt hat.
    hm, da kann man schwer was dazu sagen, so als völlig Aussenstehender. Du kannst es jetzt entweder besser machen, und ihr zeigen, wie Freundin wirklich geht = für sie da sein. Oder Dir sagen, daß sie eh keine besonders gute freundin war/ist, und einen netten Abend ohne sie verbringen.

    Es kommt auch ein wenig auf die Umstände an - was war damals genau bei Dir. hast Du sie auch explizit um hilfe gebeten ? Warum hat sie sich zurückgezogen - überfordert, eigene Probleme ?



    au weia! Die möchte ich an sich gar nicht sehen und spüren, diese Gefühle.
    Sie sind aber nunmal da und sie wollen jetzt beachtet werden. Lass sie ruhig mal hochkommen und spür mal richtig in Dich rein, was dahinter steckt. Was genau hat Dich so verletzt an ihrem Verhalten ?
    Was denkt das kleine Kind in Dir darüber ? Wie fühlt es sich ? Kann die erwachsene fenimi vielleicht eine andere Perspektive dazu einnehmen ?



    In jedem Fall gefällt es mir gar nicht, dass ich mich am liebsten genauso verhalten würde wie sie während meiner Krise.
    tja, jeder hat seine dunklen Seiten und macht mal was, was er an sich eigentlich gar nicht mag. Du bist trotzdem ok, so wie Du bist.

    => Vielleicht sind auch Deine Freundinnen im grunde ok, so wie sie sind ?


    Hast Du mal mit ihnen darüber gesprochen ? Daß Du Dir eher ein wünschst, nicht eine Antwort wie oben von Dir beschrieben ?

    ?
    .

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  6. #6
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von susanne_50 Beitrag anzeigen
    Ja, ich finde es auch total traurig, doch warum sind Frauen so? Lernt man das in der Kindheit und was hat Frau davon? Das kann doch nicht glücklich machen?

    naja, alle sind ja GsD nicht so
    .

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  7. #7
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Erst einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass ihr euch durch meinen schrecklich langen Beitrag gekämpft habt!!!

    Mein Alter? Ich bin der 50 langsam näher als der 40. Und kann darüber immer wieder staunen.

    Ich glaube nicht einmal, dass sie neidisch sind …

    Ich glaube, es sind eingespielte Rollen. Sie wissen, dieses und jenes, dafür ist die Fenimi gut und dieses und jenes lässt sie sich gefallen, das kann man ihr ruhig sagen.
    Gleichzeitig frage ich mich, ob ich zu anspruchsvoll, zu sensibel, zu empfindlich oder zu selbstmitleidig bin.
    Vielleicht gehe ich ihnen einfach auf die Nerven?

    Aber erhellender scheint es mir momentan zu sein, auf die anderen zu schauen. Ich habe mich in den letzten Monaten verändert, bin selbstständiger und "erwachsener" geworden. Sie spielen vermutlich noch immer das "gleiche Spiel". Oder versuchen es zumindest.

    Es kann auch sein, dass ich mich mit lauter Menschen befreunde, die selber Baustellen haben und sich als bedürftig empfinden.

    Wie stelle ich mich nun zu dem Treffen, das für morgen ansteht, und zu den Wünschen meiner Freundin?

  8. #8
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Wenn ich einer Freundin berichte, dass mich die unsensible Reaktion einer außenstehenden Person gekränkt hat, heißt es: "Du hättest dieser Person davon auch gar nicht erzählen sollen!" Oder: "Wie konntest du ihr diese Frage stellen?" = Selbst Schuld!
    Das gleiche beobachstest du in jedem Forum -- auch hier!

    Es scheint ein allgemein menschlicher Zug zu sein, sich von Unglück distanzieren zu wollen. Vielleicht steckt da Hilflosigkeit hinter (man will helfen und kann nicht/weiß nicht wie, und erträgt die eigene Machtlosigkeit nicht), oder Angst vor starken Emotionen (wirken leicht bedrohlich, befinden sich außerhalb dessen, wovon man weiß, wie man reagieren soll), oder eine Art von Angst vor "Ansteckung".

    Jemands Unglück erinnert daran, daß wir alle lauter arme kleine Würstchen sind, das Universum groß und gleichgültig ist, und Mutter Natur eine böse alte Schachtel. Es kann einen jederzeit selber das Unglück treffen. Das ist kein schöner Gedanke, und ehe man sich um den Schlaf bringen läßt davon, findet man Gründe, warum man selber sicher verschont bleiben wird. Man muß nur alles richtig machen! Man macht alles richtig! Und das heißt, der vom Unglück getroffene hat was falsch gemacht! Könnte einem niiiieee passieren!

    So entsteht aus Angst und Unbehagen eine grausige Mitleidslosigkeit.

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Wenn Ich ehrlich wäre, müsste ich ihr sagen: "Tut mir leid, es passt morgen nicht."
    Nein... wenn du ehrlich wärest, würdest du ihr, denke ich, sagen, "Es tut mir leid, ich weiß, daß du gerade jemanden brauchst, aber ich kann das nicht sein, ich bin selber noch angeschlagen und kann dir weder Stütze noch Hilfe sein."

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Wenn man mir zur Zeit so gut wie keine Unterstützung und Aufmunterung gibt, dann muss ich ja auch sehen, wie ich mit meinen Kräften haushalte.
    In der Wirtschaft wäre das eine klassische Krise. Niemand hat mehr Geld, was zu kaufen, deswegen wird nichts mehr produziert, deswegen hat niemand Arbeit, deswegen hat niemand Geld. Irgendwann geht gar nichts mehr und der Karren rasselt gegen die Wand.

    Wenn was nicht geht, geht es nicht, klar. Aber für seine Freunde da zu sein, etwas Nützliches zu tun, Menschen zu helfen, das kann einen ja auch aufbauen. (Deswegen sind Leute, bei denen sich nie was zum Besseren wendet, solche Energieräuber... man kann ihnen nicht helfen, und spürt nie die Zufriedenheit, etwas verbessert zu haben.)

    Nichts zu geben finde ich selbstzerstörerisch, aber zu geben, was man sich nicht leisten kann, zu geben, oder in ein schwarzes Loch von Problemen zu werfen... das tut einem auch nicht gut.

    Letztendlich ist es schwierig, und es hilft oft, sich zumindest selber klar zu machen, was vorgeht und warum. Dann kann man besser entscheiden, wie man seine Kräfte sinnvoll nutzt, ohne mitleidslos oder ein Gutwetterfreund zu werden. Kraft erwirbt man nicht dadurch, daß man sie spart, sondern dadurch, daß man Dinge und Menschen hat, die einem Kraft geben.

    Woran ich immer versuche zu denken, wenn Freunde im Schlamassel sitzen und ich meine Machtlosigkeit hasse: Worte sind billig. Ich kann genau so leicht sagen "ach Mensch, das ist ja blöd für dich" wie ich sagen kann "selber schuld." Oft macht das schon einen großen Unterschied. Aber dazu muß erst einmal der Instinkt, sich von Unglück zu distanzieren, überwunden werden...
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (07.12.2012 um 01:10 Uhr) Grund: copypastefehler repariert

  9. #9
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Alle ? Immer ?
    Nein … Nicht alle immer, du hast ja recht.
    Aber es kommt schon häufiger Mal vor, diese Haltung "Ich kenn' dich doch mit deinen Macken! Du bist doch auch selber Schuld!"
    Weil man sich nicht auseinandersetzen möchte, weil man andere Bedürfnisse hat und das Thema abkürzen möchte, weil man kein Mitgefühl entwickeln möchte. Die Erkenntnis, dass die Welt nicht immer rosig und gerecht ist, will manche sich ersparen. (Ich mir manchmal auch.)

    Was machen die denn anders ? Was sagen die zB ?
    Wie war das gestern? Ich saß mit einem Ehepaar zusammen und das Gespräch kam auf eine nahe Verwandten von mir, die sich mir gegenüber schroff und unhöflich verhalten hatte.
    Meine Freundin ereiferte sich sofort: "Du darfst keinerlei Erwartungen haben! Die andere war halt gerade mit etwas anderem beschäftigt und dann verhält man sich eben so schroff. Warum auch nicht?"
    Ihr Mann dagegen blieb ruhig und konstruktiv, nahm das, was ich berichtet hatte, ernst und überlegte mit mir gemeinsam, wie man das Problem lösen könnte. Ich fand diese Reaktion wirklich KONSTRUKTIV. Ich kann es nicht anders sagen.

    Vereinfacht könnte man sagen, der Mann war der Ansicht "Es gibt ein Problem, wie könnte man es lösen?", während ich das Verhalten der Freundin deutete als: "Fenimi ist das Problem!" Und irgendwoher kenne ich diesen Satz. Was ich fühle, stimmt ja alles nicht. Ich kann ja keine Probleme haben …

    Da überrascht es, wenn ein Mann mich mit meinen Gefühlen ernster nimmt als eine Freundin. Ähnlich passierte mir das auch schon mit zwei anderen Partnern von Freundinnen.
    Aber das ist natürlich nicht immer so!! Ich würde auch nie sagen, dass Männer die besseren Freundinnen sind! Von ihnen erwarte ich allerdings sicherlich weniger Empathie und Interesse als von einer Frau. Das gebe ich zu … Dann ist das Verhältnis vielleicht entspannter.

    Du kannst es jetzt entweder besser machen, und ihr zeigen, wie Freundin wirklich geht = für sie da sein.
    Echt wäre das vermutlich nicht …

    hast Du sie auch explizit um hilfe gebeten ?
    Nur so ein ganz, ganz kleines Bisschen …

    Warum hat sie sich zurückgezogen - überfordert, eigene Probleme ?
    Sie hat so getan, als hätte sie es gar nicht gehört, was bei mir los war, dabei habe ich es drei/ vier Mal gesagt. Sie hat es einfach "verdrängt". Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und sie ist selbst eher ein Typ, der sich als bedürftig empfindet.
    Au weia, ich bin etwas wütend auf sie.

    Was denkt das kleine Kind in Dir darüber ? Wie fühlt es sich ?
    Es ist wütend und will Konsequenzen sehen. Es ist auch etwas trotzig.

    Kann die erwachsene fenimi vielleicht eine andere Perspektive dazu einnehmen ?
    Ja, mein neuer Glaubenssatz: Abstand, Abstand, Abstand. Ich bin allein, aber frei!
    Und die andern sind andere Menschen, leben ein anderes Leben und dürfen ihrer Wege gehen. Und sollen mich aber bittschön in Ruhe lassen.

    tja, jeder hat seine dunklen Seiten und macht mal was, was er an sich eigentlich gar nicht mag.
    Ja.

    => Vielleicht sind auch Deine Freundinnen im grunde ok, so wie sie sind ?
    Irgendwie vielleicht schon.

    Hast Du mal mit ihnen darüber gesprochen ?
    Andeutungsweise, allgemein wie es mir ging im letzten dreiviertel Jahr mit den Kontakten, dass ich ziemlich allein da stand. Sofort kam Gegenwind, dieses Thema war unerwünscht.

    Daß Du Dir eher ein wünschst (…)


    (…), nicht eine Antwort wie oben von Dir beschrieben ?
    Hmhm… Ja, das sofort zu sagen fällt mir oft schwer. Aber nicht immer!
    Geändert von Fenimi (06.12.2012 um 22:07 Uhr)

  10. #10
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Weil man sich nicht auseinandersetzen möchte, weil man andere Bedürfnisse hat und das Thema abkürzen möchte, weil man kein Mitgefühl entwickeln möchte.
    Oder weil man wirklich der meinung ist, daß da eine Macke ist, die es den anderen manchmal schwer macht ? Muss nicht so sein - versteh mich nicht falsch !

    Signora hat so eine schöne Signatur: "Bevor man sich selber Depressionen oder ein schlechtes Selbstwertgefühl attestiert, sollte man sicher stellen, daß man nicht evtl. von lauter Arschlöchern umgeben ist" (oder so ähnlich, ist vielleicht nicht wortgetreu - aber der Sinn ist klar, oder ?)

    Man muss sich beides angucken - ob in der Aussage des anderen vielleicht ein wahrer Kern steckt auf der einen Seite... und dann, ob der andere vielleicht einfach kein guter Freund ist... oder grad einen ganz arg schlechten Tag hat.... oder einfach nicht weiß, was Mitgefühl ist... oder Empathie...


    Was ist fühle, stimmt ja alles nicht. Ich kann ja keine Probleme haben …
    Das ist vielleicht ein Knackpunkt. Wieso müssen Dir Deine Freunde bestätigen, daß Deine Gefühle ihre Richtigkeit haben ? Traust Du ihnen vielleicht selber nicht ?
    Du kannst das ganz allein für Dich entscheiden: die schroffe Ansage der Verwandten fand ich blöd. Punkt. Was Deine freundin dazu denkt, ist wurscht. Total wurscht. Mach Dich nicht davon abhängig, ob sie es auch blöd findet oder nicht. Du scheinst mir recht klug - Du weißt alleine, ob das verhalten einer anderen arschig war oder nicht. Du brauchst im Grunde keine Bestätigung von Deinen Freunden. Verstehst Du den Punkt ? Wie ich das meine ?

    Unser inneres Kind ist unsicher. Sucht Bestätigung. Will sich nicht allein fühlen mit seiner Meinung und seinen gefühlen. Die erwachsene Fenimi weiß aber doch, was höfliches, freundliches, anständiges und mitfühlendes verhalten ist. Sie braucht dafür keine Bestätigung.





    Echt wäre das vermutlich nicht …
    Dann lass es. Tu das, was sich für Dich grade richtig und echt anfühlt. TRAU DEINEN GEFÜHLEN



    Nur so ein ganz, ganz kleines Bisschen …
    Versuch das nächste mal, deutlicher zu sein. Es kann auch daran liegen, daß Du etwas unklare Botschaften sendest. Mir geht es heute dreckig. Ich möchte nicht alleine sein. Können wir reden ? Uns sehen ?




    Es ist wütend und will Konsequenzen sehen. Es ist auch etwas trotzig.
    Warum ist es so wütend ? Was fühlt es ? Sich allein gelassen ? sich nicht wertgeschätzt ?



    Ja, mein neuer Glaubenssatz: Abstand, Abstand, Abstand. Ich bin allein, aber frei!
    Und die andern sind andere Menschen, leben ein anderes Leben und dürfen ihrer Wege gehen. Und sollen mich aber bittschön in Ruhe lassen.
    hm ...

    Wirklich ?






    Hmhm… Ja, das sofort zu sagen fällt mir oft schwer. Aber nicht immer!
    Du kannst es immer noch ansprechen. Was Du Dir gewünscht hättest. Wie Du Dich gefühlt hast. Daß Du damit nicht gut umgehen kannst.
    .

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