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  1. #11
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Es scheint ein allgemein menschlicher Zug zu sein, sich von Unglück distanzieren zu wollen. Vielleicht steckt da Hilflosigkeit hinter (man will helfen und kann nicht/weiß nicht wie, und erträgt die eigene Machtlosigkeit nicht), oder Angst vor starken Emotionen (wirken leicht bedrohlich, befinden sich außerhalb dessen, wovon man weiß, wie man reagieren soll), oder eine Art von Angst vor "Ansteckung".

    Jemands Unglück erinnert daran, daß wir alle lauter arme kleine Würstchen sind, das Universum groß und gleichgültig ist und Mutter Natur eine böse alte Schachte. Und kann jederzeit selber das Unglück treffen kann. Und das ist kein schöner Gedanke, und ehe man sich um den Schlaf bringen läßt davon, findet man Gründe, warum man selber sicher verschont bleiben wird. Man muß nur alles richtig machen!
    Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich denke, so ist es!

    Nein... wenn du ehrlich wärest, würdest du ihr, denke ich, sagen, "Es tut mir leid, ich weiß, daß du gerade jemanden brauchst, aber ich kann das nicht sein, ich bin selber noch angeschlagen und kann dir weder Stütze noch Hilfe sein."
    Ja, das wäre wirklich ehrlicher. Es macht aber auch verletzlicher und ich habe offensichtlich schon ein Gefühl, wie die Reaktion ausfallen würde.
    Aber ich kann es ja mal in der einfachsten und kleinsten Form versuchen.

    In der Wirtschaft wäre das eine klassische Krise. Niemand hat mehr Geld, was zu kaufen, deswegen wird nichts mehr produziert, deswegen hat niemand Arbeit, deswegen hat niemand Geld. Irgendwann geht gar nichts mehr und der Karren rasselt gegen die Wand.
    Aus diesem Grund finde ich das ja so furchtbar oder ärgerlich. Es ist einfach nicht die Richtung, in die es meiner Meinung nach gehen sollte. Alles geben immer weniger oder nur, wenn sie zuvor etwas bekommen haben.

    Nichts zu geben finde ich selbstzerstörerisch, aber zu geben, was man sich nicht leisten kann, zu geben, oder in ein schwarzes Loch von Problemen zu werfen... das tut einem auch nicht gut.
    Genau! Und das eine vom anderen zu unterscheiden, ist nun die große Aufgabe!

    Kraft erwirbt man nicht dadurch, daß man sie spart, sondern dadurch, daß man Dinge und Menschen hat, die einem Kraft geben.
    Ja!

    Woran ich immer versuche zu denken, wenn Freunde im Schlamassel sitzen und ich meine Machtlosigk: Worte sind billig. Ich kann genau so leicht sagen "ach Mensch, das ist ja blöd für dich" wie ich sagen kann "selber schuld." Oft macht das schon einen großen Unterschied. Aber dazu muß erst einmal der Instinkt, sich von Unglück zu distanzieren, überwunden werden...
    Toll! Das sollte man sich hinter die Ohren schreiben! *nachschau* Upps, da stand es ja schon einmal …
    Das heißt ja nichts anderes als: "Ich bin nicht für alles verantwortlich, ich muss nicht die (oder alle) Probleme der anderen lösen. ich tue mir und dem anderen nichts Gutes, wenn ich immer gleich bewerte."

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Das ist vielleicht ein Knackpunkt. Wieso müssen Dir Deine Freunde bestätigen, daß Deine Gefühle ihre Richtigkeit haben?
    Da hast du Recht! Das ist meine Baustelle.

    Der Haken: Manchmal erwähne ich ja nur etwas, muss es gar nicht groß ausführen oder eine bestimmte Reaktion erwarten - und schon bricht der Sturm los.

    Du kannst das ganz allein für Dich entscheiden: die schroffe Ansage der Verwandten fand ich blöd. Punkt. Was Deine freundin dazu denkt, ist wurscht. Total wurscht. Mach Dich nicht davon abhängig, ob sie es auch blöd findet oder nicht. Du scheinst mir recht klug - Du weißt alleine, ob das verhalten einer anderen arschig war oder nicht. Du brauchst im Grunde keine Bestätigung von Deinen Freunden.
    Auch da gebe ich dir tendenziell Recht.
    Allerdings: Man möchte sich doch austauschen, nicht nur einfach fertige Meinungen vor sich aufstellen und verteidigen.

    Unser inneres Kind ist unsicher. Sucht Bestätigung. Will sich nicht allein fühlen mit seiner Meinung und seinen gefühlen. Die erwachsene Fenimi weiß aber doch, was höfliches, freundliches, anständiges und mitfühlendes verhalten ist. Sie braucht dafür keine Bestätigung.
    *kratz*denk* Ja!

    Warum ist es so wütend ? Was fühlt es ? Sich allein gelassen ? sich nicht wertgeschätzt ?
    Ja, es fühlt sich schlecht und ungerecht behandelt. Als Mensch nicht gewürdigt. Stattdessen ist es nur wichtig, wenn es eine Funktion erfüllt.

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Und die andern sind andere Menschen, leben ein anderes Leben und dürfen ihrer Wege gehen. Und sollen mich aber bittschön in Ruhe lassen.
    hm ...
    Wirklich ?
    "In Ruhe lassen" nicht im Sinn von "Haut alle ab!", sondern im Sinne von … "Zerrt nicht an mir! Bei mir ist gerade nichts zu holen!"

    Vielen Dank für eure Antworten

  2. #12

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    AW: Unter guten Freundinnen …

    erstmal schließe ich mich wildwusel an, was die distanzierung vom unglück anderer angeht... es ist ja zum verzweifeln manchmal, machtlos zu sein. grade wenn man jemanden mag, wünscht man sich, dass es handlungsspielraum zum verbessern der situation gäbe!

    aber ich habe auch noch einen anderen gedanken, und ich hoffe, du verkraftest meine zugespitzte formulierung: kann es vielleicht sein, dass
    - du über einen längeren zeitraum deinen freundinnen immer was "vorgejammert" hast?
    - deine probleme in den mittelpunkt gestellt hast?
    - auf ihre - vielleicht positiveren themen - nicht oder nur wenig eingegangen bist?
    - sie sich mit ihren themen in der kommunikation nicht mehr wiederfinden konnten?

    unglück und probleme können sehr raumgreifend sein. manche menschen stellen sie sehr in den mittelpunkt und okkupieren die gesamte aufmerksamkeit. als "glücklicherer" mensch kommt man dann kaum noch vor. wenn es eine zeitlang so ist, lässt sich das ertragen, aber wenn es zu lange so bleibt, wird es halt irgendwann schwierig.

    ich hab natürlich keine ahnung, wie es bei dir war, will dir auf keinen fall was unterstellen... aber vielleicht ist es eine anregung. du könntest dich ja vielleicht mal fragen, ob es eventuell so eine dynamik gab.

  3. #13
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Da hast du Recht! Das ist meine Baustelle.

    Meine auch - drum weiß ich so gut darüber Bescheid



    Der Haken: Manchmal erwähne ich ja nur etwas, muss es gar nicht groß ausführen oder eine bestimmte Reaktion erwarten - und schon bricht der Sturm los.
    Meine völlig abgefahrene Meinung dazu: weil Du das eben nicht nur am rande erwähnst, sondern Dein inneres Kind diese Bestätigung braucht, sucht, sich wünscht. Vielleicht will Dir das Leben grad beibringen, daß Du das eben gar nicht brauchst.




    Allerdings: Man möchte sich doch austauschen, nicht nur einfach fertige Meinungen vor sich aufstellen und verteidigen.
    Schon. Austausch ist ok. Sich selber ab und an mal hinterfragen auch.

    ABER () : ich glaube, Du traust Deinen gefühlen nicht. Du gestehst Dir nicht wirklich zu, eine feste Meinung zu haben. Du brauchst diese Bestätigung, daß Du richtig empfindest. Deswegen ist es eben nicht nur Austausch, sondern Du machst Duích abhängig davon, daß man Dir zustimmt. Deine gefühle als "richtig beurteilt".

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    Ja, es fühlt sich schlecht und ungerecht behandelt. Als Mensch nicht gewürdigt. Stattdessen ist es nur wichtig, wenn es eine Funktion erfüllt.
    Nächster Schritt: Du bist wertvoll. Du bist liebenswert. Du bist es wert, geschätzt zu werden. Sei davon überzeugt und mach Dich nicht davon abhängig, daß andere Dir das bestätigen oder durch ihr Verhalten geben. Denn dann gehts Dir heute gut, weil einer höflich und nett zu Dir war, und morgen schlecht, weil Dich einer blöd angeredet hat. Und wichtig: der redet Dich ja nicht blöd an, weil Du keine Wertschätzung verdienst. Sondern nur, weil er einen blöden tag hat, oder schlecht geschlafen hat, oder seine Frau ihn nicht rangelassen hat.

    Mach Dir klar: Du bist wertvoll - egal, ob ein anderer sich daneben benimmt.

    Der benimmt sich daneben - das hat nichts mit Dir zu tun, sondern nur mit ihm. Wenn Du das verinnerlichst, wird Dich eine blöde Antwort oder Bemerkung oder eine schroffe Ansage nicht mehr so verletzen. Weil sie nicht mehr daran kratzt, ob Du was wert sein könntest. Du bist in Deinem Wert nicht davon abhängig, wie sich andere Dir gegenüber verhalten !
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  4. #14
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Da hast du Recht! Das ist meine Baustelle.
    Ich denke, die Angemessenheit der eigenen Gefühle oder des eigenen Lebens herauszufinden ist eine häufige Baustelle. Wir sehen uns eben nur im Spiegel der anderen und erkennen uns nur an ihnen.

    Ein Gedanke von Alice Miller hat mich als Jugendliche schwer beeinddruckt, als sie schrieb, wie es die ganze Welt eines Kindes ändern kann, wenn ihm ein Erwachsener bestätigt, "Das, was mit dir getan wird, ist nicht richtig und nicht recht, und du hast das Recht, wütend und traurig und verletzt zu sein." Diese Validierung einer unmittelbaren emotionalen Bewertung der eigenen Situation lehrt erst, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, und schützt davor, von außen vorgegebene Gefühlsreaktion als die eigenen zu betrachten.

    Wenn man das eben nicht bekommen hat und immer im Konflikt ist zwischen dem, was man fühlen sollte und dem, was man fühlt, hilft es manchmal, das Gefühl komplett wertfrei als gegeben zu nehmen. Die Debatte, die man mit sich selber führt, ist dann nicht, "fühle ich wirklich X?" oder "habe ich ein Recht, X zu fühlen?" sondern "Was mach' ich damit?"
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
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  5. #15
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    kann es vielleicht sein, dass
    - du über einen längeren zeitraum deinen freundinnen immer was "vorgejammert" hast?
    - deine probleme in den mittelpunkt gestellt hast?
    - auf ihre - vielleicht positiveren themen - nicht oder nur wenig eingegangen bist?
    Das habe ich auch überlegt.

    Es stimmt insofern, dass ich immer irgendwelche Sorgen habe. Aber gerade in diesem Jahr, als es so dicke kam, habe ich davon wenig erzählt.

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Meine völlig abgefahrene Meinung dazu: weil Du das eben nicht nur am rande erwähnst, sondern Dein inneres Kind diese Bestätigung braucht, sucht, sich wünscht. Vielleicht will Dir das Leben grad beibringen, daß Du das eben gar nicht brauchst.
    "… gar nicht brauchst …"
    Gut möglich!

    Du gestehst Dir nicht wirklich zu, eine feste Meinung zu haben. Du brauchst diese Bestätigung, daß Du richtig empfindest. Deswegen ist es eben nicht nur Austausch, sondern Du machst Duích abhängig davon, daß man Dir zustimmt. Deine gefühle als "richtig beurteilt".
    Kann schon sein.

    Sei davon überzeugt und mach Dich nicht davon abhängig, daß andere Dir das bestätigen oder durch ihr Verhalten geben. Denn dann gehts Dir heute gut, weil einer höflich und nett zu Dir war, und morgen schlecht, weil Dich einer blöd angeredet hat.
    Ja!

    Mach Dir klar: Du bist wertvoll - egal, ob ein anderer sich daneben benimmt.
    Oh ja, das ist das hüpfende Komma!

    Der benimmt sich daneben - das hat nichts mit Dir zu tun, sondern nur mit ihm. Wenn Du das verinnerlichst, wird Dich eine blöde Antwort oder Bemerkung oder eine schroffe Ansage nicht mehr so verletzen. Weil sie nicht mehr daran kratzt, ob Du was wert sein könntest. Du bist in Deinem Wert nicht davon abhängig, wie sich andere Dir gegenüber verhalten !
    Hm, genau.

  6. #16
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Diese Validierung einer unmittelbaren emotionalen Bewertung der eigenen Situation lehrt erst, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, und schützt davor, von außen vorgegebene Gefühlsreaktion als die eigenen zu betrachten.
    Ja, ist das so? Bzw. bleibt das dann für immer so? Wird das nicht automatisch ab einem gewissen Alter durch die vielen Einflüsse, denen man ausgesetzt ist, "verwachsen oder bereinigt"?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn man das eben nicht bekommen hat und immer im Konflikt ist zwischen dem, was man fühlen sollte und dem, was man fühlt, hilft es manchmal, das Gefühl komplett wertfrei als gegeben zu nehmen. Die Debatte, die man mit sich selber führt, ist dann nicht, "fühle ich wirklich X?" oder "habe ich ein Recht, X zu fühlen?" sondern "Was mach' ich damit?"
    Hoffentlich ist noch Platz hinter den Ohren.
    "Was mache ich mit dem Gefühl, was mache ich mit diesem Konflikt, was mache ich mit diesem Erlebnis …?" So?

  7. #17
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Ja, ist das so? Bzw. bleibt das dann für immer so? Wird das nicht automatisch ab einem gewissen Alter durch die vielen Einflüsse, denen man ausgesetzt ist, "verwachsen oder bereinigt"?
    Das ist, wenn ich mich richtig erinnere, so etwas "was Hänschen nicht lernt". Wenn man als Kind die Gelegenheit hatte, ein Urvertrauen in die eigene Gefühlswelt aufzubauen, bleibt dieser Kompaß einem normalerweise erhalten. Wenn man die Gelegenheit nicht hatte, muß man das aufwendig nacharbeiten, und es wird nie so gut. Denn ein Einfluß, dem man immer ausgesetzt ist, ist ja der eigene... Kann natürlich auch sein, daß hinter der Theorie nur die Vorliebe einer Psychoanalytikerin für Kindheitsprägungen steckt

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    "Was mache ich mit dem Gefühl, was mache ich mit diesem Konflikt, was mache ich mit diesem Erlebnis …?" So?
    Ja, einmal, Wo stecke ich es hin, wie gehe ich damit um? Aber auch, Was mache ich mit der Situation, auf die ich so reagiere?

    Wenn ich mich von jemandem nicht respektiert fühle, kann ich damit umgehen, indem ich mir sage, "dieser Mensch und sein schlechtes Benehmen interessieren mich nicht" -- das ist ein innerliches Einsortieren. Ich kann aber auch sagen, "Dieser Mensch ist nicht gut für mich, ich werde ihm aus dem Weg gehen", oder "Dieser Mensch behandelt mich respektlos und das stört mich. Kann ich sein Verhalten mir gegenüber ändern?" -- also das Gefühl als Handlungsmotivation nehmen.
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  8. #18

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    AW: Unter guten Freundinnen …

    hallo femini,

    habe jetzt hauptsächlich dein eingangspost gelesen, nicht den ganzen strang.

    ich kenne das, was du beschreibst, auch extrem gut, und zwar auch nur von weiblichen personen. nicht alle frauen sind so, aber manche scheinen nicht gut damit umgehen zu können, wenn jemand anders ein problem hat.

    die einzige konsequenz die ich daraus für mich gezogen habe, ist, mich in bestimmten (problembehafteten) situationen an gewisse personen zu wenden und an andere nicht mehr. das hat so manche freundschaft leider sehr oberflächlich werden lassen, aber mir geht's damit besser.
    und ich ertappe mich auch ab und an dabei, genau dieses verhalten zu zeigen was mich bei anderen stört, aber ich bemühe mich für meine freundinnen da zu sein, auch wenn ich mich mal nicht so fühle. wer hat schon "lust" auf negatives? aber darum darf es eben nicht gehen.

    man kann das auch hier in der bri finde ich öfter mal beobachten. dass bei einem problem von manchen seiten immer lieber erstmal schuldzuschiebung stattfindet, anstatt eine konstruktive lösung zu finden versucht.

    wo ich jetzt so schreibe, fällt mir ein, aktuell habe ich da auch genau so ein problem mit einer freundin. wir kennen uns erst zwei jahre und haben uns aber relativ schnell gut angefreundet. da waren wir aber beide in "guten" lebensphasen und richtig positiv und optimistisch drauf. im vergangenen halben jahr sind mir ein paar sehr schlimme dinge passiert, und da musste ich leider feststellen, dass diese freundin so ähnlich reagiert wie du es beschreibst. zwar nicht mit schuldzuweisung, aber wenn ich über diese probleme spreche, schweigt sie beharrlich, sagt höchstens ein paar kurze allgemeinplätze dazu. es ist kein schweigen im sinne von gutem zuhören, sondern sehr unbehagliches schweigen. oft wechselt sie das thema auch zu sich selbst indem sie sätze beginnt mit "ja, das kenne ich auch, bei mir war das so..." und dann geht es die nächste stunde nur um sie und ihre probleme. und wenn bei mir am montag was blödes passiert ist, hat sie am dienstag auf jeden fall was viel dramatischeres parat...
    ich frage mich da auch, warum ist sie so? bei ihr denke ich wirklich, sie KANN nicht für jemanden da sein/jemanden trösten; in den wenigen momenten, in denen sie es versucht hat, kam es sehr hölzern und unbeholfen rüber.
    (sorry, dass ich diese meine angelegenheit in deinen strang gepackt habe, aber es passte so gut dazu. )

    ich finde es immer wieder enttäuschend, festzustellen dass manche freundschaften wohl nicht tiefgehend genug sind. ich bin immer froh darüber, wenn jemand mir seine ehrliche meinung sagt (manchmal muss man ja wirklich durch jemand anders auf etwas hingewiesen werden, und das am besten von einer freundin), aber manchmal ist es definitiv so dass man jetzt selber keine große schuld hat (wenn jemand sehr schroff zu einem ist, ist man zurecht gekränkt finde ich), und da erwarte ich von einer guten freundin irgendwie was anderes als "du hast zu hohe erwartungen!". ich denke, auf diese weise soll so ein unangenehmes thema dann möglichst rasch abgefertigt werden; es fehlt der wille/der tiefgang/die empathie, sich eingehend und konstruktiv mit dem problem zu befassen.

  9. #19
    Avatar von Fenimi
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Denn ein Einfluß, dem man immer ausgesetzt ist, ist ja der eigene...
    Stimmt …

    Wenn ich mich von jemandem nicht respektiert fühle, kann ich damit umgehen, indem ich mir sage, "dieser Mensch und sein schlechtes Benehmen interessieren mich nicht" -- das ist ein innerliches Einsortieren. Ich kann aber auch sagen, "Dieser Mensch ist nicht gut für mich, ich werde ihm aus dem Weg gehen", oder "Dieser Mensch behandelt mich respektlos und das stört mich. Kann ich sein Verhalten mir gegenüber ändern?" -- also das Gefühl als Handlungsmotivation nehmen.
    Das Gefühl als Handlungsmotivation … das verstehe ich.
    Aber das Einsortieren …? Ich gucke, wie wichtig mir dieser Mensch oder dieser Konflikt ist?

    Sicher ist es auch gut, darauf zu achten, ob das … ich nenne es jetzt mal Kränkungspotential aus der Gegenwart stammt oder eine alte Geschichte ist. Ich habe hier im Strang ja auch festgestellt, dass das "Kränkungspotential" meiner aktuellen Freundinnenerlebnisse, die Wiederholung des Altbekannten war. ("Du kannst doch gar keine Probleme haben. Was du fühlst ist falsch.")

  10. #20
    Avatar von Jolanda_40
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    AW: Unter guten Freundinnen …

    Zitat Zitat von Fenimi Beitrag anzeigen
    Aber das Einsortieren …? Ich gucke, wie wichtig mir dieser Mensch oder dieser Konflikt ist?
    Im Endeffekt läuft es darauf raus....
    Wenn Dir jemand als Mensch / Freund sehr wichtig ist, wirst Du wohl nicht umhin kommen, das auszusprechen, daß Du damit nicht gut umgehen kannst, wie da reagiert wird.
    Ist Dir jemand weniger wichtig, wird derjenige vielleicht nach und nach eher zur Bekanntschaft. Mit der man ab und an nett was macht - aber eine richtige Freundschaft ist es dann halt vielleicht irgendwann nicht mehr. Wer will schon nur "Gut-Wetter-Freunde".. ? Und - wie bei Dir im aktuellen Fall - macht man dann auch keine großen Anstrengungen, wenn es umgekehrt ist, also der andere Probleme hat.
    .

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