Liebe Schlaflos,
ich bin 35 und jetzt seit etwas mehr als 2 Jahren Single. Ich habe hier eigentlich schon alle Phasen durch, kann daher jede nachvollziehen.
Das erste Jahr nach der Trennung wollte ich ganz bewusst alleine bleiben. Ich wollte ein Jahr Beständigkeit nach Jahren der Ungewissheit und Achterbahnfahrt. Das Jahr hat mir auch gut getan. Dazu muß ich sagen, dass ich ein Mensch bin, der immer gut allein sein konnte. Ich habe es mir in dem Jahr bewusst für mich allein schön gemacht, gut für mich gesorgt, die Energie in mich gesteckt, die ich sonst in meinen Partner und die Beziehungserhaltung gesteckt hatte. Ich habe es genossen, meine Wohnung für mich zu haben, ordentlich sein zu dürfen, ohne dass es einen stört... Es war wie eine Befreiung.
Ich habe in der Zeit auch oft gedacht, wie es wäre, für immer allein zu bleiben und fand den Gedanken gar nicht sooo schlimm. Dazu muß ich aber sagen, dass ich mir immer Familie und Kinder gewünscht habe. Zwangsläufig habe ich mich aber mit dem Gedanken befasst: Was, wenn nicht und wie sähe ein Plan B aus.
Das 2. Singlejahr lief dann nicht so gut. Ich wollte wieder ein bißchen mehr nach einem Partner schauen, zumindst signalisieren, dass ich offen bin dafür. Aber "mann" sah mich einfach nicht. Und auf einmal waren auch alle verpartnert, in meinem Freundes- und Kollegenkreis zum Beispiel. Ich verliebte mich in einen Mann (heimliche Schwärmerei) bei dem sich dann herausstellte, dass er verheiratet ist (obwohl er gerade Anfang 30 ist). Das tat weh... ich fühlte und fühle mich auf einmal so "übrig geblieben".
Mittlerweile hat sich das alles so gewendet: Ich genieße es überhaupt nicht mehr, in meine leere Wohnung zu kommen. Es läuft nur noch das Radio oder der Fernseher, damit ich irgendetwas höre und die Wohnung "belebter" wirkt. Ich sehne mich so sehr nach einem Partner! Aber ich sehne mich nicht nach irgendeinem...sondern nach dem Menschen, der zu mir passt. Ich möchte gern "nach Hause kommen", "ankommen". Das bedeutet nicht, dass ich mich mit mir selber nicht wohlfühle oder "erst lernen muß, mir selber genug zu sein" (das sind ja so Dinge, die man als Single gern vorgehalten bekommt...meist auch noch von Leuten, die seit Jahren in einer Partnerschaft leben). Nein. "ER" fehlt mir einfach.... und ich wünsche mir von Herzen, dass er bald in mein Leben tritt.
Ich lese immer hier von ganz vielen Singles, die eine Ehe hinter sich haben und vor allem schon Kinder haben.
Da kann ich den Wunsch, nicht mehr fest in einer Wohnung/einem Haus zusammenzuleben, vielleicht eher nachvollziehen.
Aber darf ich Euch denn mal fragen, wie es Euch erginge, wenn Ihr nie verheiratet gewesen wärt und keine Kinder hättet?? Wie wäre es dann für Euch? Würdet Ihr dann immer noch gern alleinleben wollen...vielleicht für immer?
Ich möchte unbedingt mit einem Mann zusammenleben...mir gemeinsam mit ihm ein zu Hause schaffen, zusammen kochen, essen, ins Bett gehen, reden, spazieren, kochen... "Unbedingt"...ja, ich weiß. "Man darf es nicht zu sehr wollen".

Aber den Wunsch schaffe ich nicht, mir aus dem Herzen zu reißen.
Dummerweise lerne ich keine netten Männer kennen... Die meisten sind vergeben. In der Singlebörse sind zu viele, die nicht zu mir passen oder mir nicht gefallen (wenn ich so manche Profilfotos sehe, bin ich dann DOCH froh, Single zu sein

). Ich empfinde die Welt gerade als extrem verpartnert. Und dann zu der Jahreszeit... *seufz*
Ich wünsche Euch allen einen schönen Nikolaus
