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  1. #1

    Registriert seit
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    268

    Introvertiert ... und unglücklich

    Nachdem ich mich viele Jahre lang "verbogen" habe und nichts als verpuffte Energie übriggeblieben ist, wurde mir endlich klar, wie ich wirklich ticke. Ich bin ein "leiser" Mensch. Jemand, der ruhig ist, sich in größeren Gruppen nicht behaupten kann (stehe sehr ungern im Mittelpunkt) und schon als Kind eher nachdenklich war. Das Oberflächliche hat mich immer sehr traurig gemacht. Ich gehörte einfach nicht dazu. Um dem zu entkommen, habe ich viele Jahre Selbstverleugnung betrieben und mich offener gegeben, als ich bin.
    Das Ergebnis ist heute: ich bin unglücklich.
    Ich sehne mich nach Geborgenheit und Tiefe, nach Aufgehobensein. Das alles kann ich mir nur bedingt selbst geben.
    Ironischerweise bin ich in einem sozialen Beruf tätig und erziehe mein Kind allein. Ganz allein, ohne Wochenend-Vater. Dazu führe ich eine Fernbeziehung, die noch ganz jung ist und zusätzliche Organisation und Kraft erfordert. Ich bin also immer am "Tun". Vielleicht mehr, als es meinem eigentlichen Wesen zuträglich wäre.
    Durch den Raubbau an meiner Psyche habe ich auf Dauer nicht mithalten können mit dem Bild, das ich nach außen abgegeben habe und abgeben wollte. Kontakte sind verpufft, 2 sehr enge Freundschaften haben sich auseinander entwickelt. Nun, mit über 30, frage ich mich, frage ich euch:

    Wie gehe ich damit um, eben kein Kontaktmensch zu sein, der beliebt und toll ist und wahnsinnig viele Leute kennt? ( ich wollte mich immer so sehen und habe mich immer wieder gewundert, weshalb das nicht so funktionierte...) Wie erfülle ich mein Bedürfnis nach warmen, haltbaren Kontakten? Wie kommuniziere ich es?
    Ich möchte der Einsamkeit entkommen, die ich mir selbst geschaffen habe.

  2. #2
    sina-lei
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich finde, das sind die interessanteren Menschen.
    Wegen dem Tiefgang. Feinfühlig.
    Ich will gar nicht anders sein.
    Eine für dich.
    Eine für mich.

    Ich meine: das macht doch das Leben aus.
    Warum willst du oberflächlich sein?
    Was willst du denn mit vielen Leuten?

  3. #3

    Registriert seit
    22.10.2012
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    268

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich wollte irgendwo dazugehören. Nicht spüren, dass ich "anders" bin. Denn das macht auch einsam, und darunter leide ich gerade sehr.
    Wie lebst Du glücklich mit Dir selbst, sina-lei?

  4. #4

    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    549

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von Halbmondin Beitrag anzeigen
    Wie gehe ich damit um, eben kein Kontaktmensch zu sein, der beliebt und toll ist und wahnsinnig viele Leute kennt? ( ich wollte mich immer so sehen und habe mich immer wieder gewundert, weshalb das nicht so funktionierte...) Wie erfülle ich mein Bedürfnis nach warmen, haltbaren Kontakten? Wie kommuniziere ich es?
    Ich möchte der Einsamkeit entkommen, die ich mir selbst geschaffen habe.
    Diese Fragen kenne ich leider nur zu gut . Und habe für mich noch keine endgültigen Antworten gefunden. Ich bin gerade in der Situation, dass ich mich in einer ganz neuen Umgebung integrieren muss (Umzug + Jobwechsel) und verfluche mal wieder meine Introvertiertheit, weil ich sie als "Behinderung" erlebe.

  5. #5
    sina-lei
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich bin hochsensibel.
    Nehme also viel mehr wahr als Andere.
    Brauche natürlich dann mehr Zeit um das wieder zu verarbeiten.
    Zu viele Menschen strengen mich an.
    Die Gespräche. Geräuschkulisse.
    Manchmal finde ich das schade.
    Aber man, ich bin so.
    Und ich finde mich gut so.

    Ich bin eigenbrödlerisch.
    Will nirgends dazu gehören.
    Mich nervt eher, wenn Leute zu mir gehören wollen
    Einsam gerne. Ich fühl mich nicht allein.

    Du kannst mir extrovertiert nicht vorspielen.
    Ich durchschau das.
    In deiner Körpersprache.

    Die meisten interessanten Leute sind doch introvertiert.
    Das ist was attraktives.

  6. #6
    sina-lei
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Das Zugehörigkeitsgefühl.
    Das sind so Momente.
    Darum geht es dir irgendwie, oder?

  7. #7
    sina-lei
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Laute Leute sind toll?
    Sicher? Die um sich kreisen?
    Sich ständig in den Mittelpunkt stellen?
    Monologe führen?
    Erzählen, wie toll sie sind?
    Och nö.

  8. #8
    Moderation
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    14.936

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Die Lösung ist, die richtigen Leute kennezulernen.

    Das ist aber natürlich gleichzeitig das Problem.

    Was man vielleicht tun kann:
    * In Gruppen die Stillen suchen, die sie aussehen, als würden sie sich lieber mit einem Buch irgendwohin zurückziehen. Oft bemerkt man die nicht, weil man sowieso die Extrovertierten mehr sieht, und die einen oft mehr anziehen, weil sie das haben, was man in sich selber vermißt.
    * Gruppen und Hobbies suchen, die die Stillen und Beharrlichen anziehen.
    * Transitive Freundschaften. Man wird in einer Gruppe zuerst meist an einen Extrovertierten geraten, aber der hat dann vielleicht wieder introvertierte Freunde, die man kennenlernen kann, wenn man auf sie achtet.
    * Und dann, wenn man die Leute hat, ruhig und distanzlassend dranbleiben. Gemeinsame Themen finden, daß man nicht nur nebeneinander herschweigt. Nach meiner Erfahrung stellen Introvertierte lieber eine Sache als sich selbst in den Mittelpunkt, also sollte man sich in der Welt der Dinge heimisch fühlen. (Ideen sind Dinge...)
    * Tolerant und geduldig sein.

    Es gibt natürlich kein Patentrezept, aber irgendwie sollte man vorgehen, warum dann nicht so.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. #9

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    1.329

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Der erste Schritt ist vermutlich erstmal zu akzeptieren wie man ist. Ich denke Introvertiertheit bedeutet nicht, dass man nicht selbstbwusst sein kann, es bedeutet nicht, dass man nicht seine Meinung behaupten kann, nicht auf Leute zugehen kann etc. Man muss vielleicht mehr fürs Selbstbewusstsein aufwenden wie Extrovertierte, weil es einem die Umwelt schwerer macht und vieles erstmal Überwindung kostet. Aber wie bei allem ist auch hier Selbstakzeptanz und Selbstliebe das Stichwort und wo Schwächen sind, sind auch Stärken. Warum nach etwas streben, wonach einem garnicht der Sinn steht... Im Weg steht ja eigentlich nur die Angst vor Ablehnung.

    Und auch Extrovertierte machen sich Gedanken darüber was andere von ihnen denken... sie leben das nur anders aus. Ich denke das Problem liegt darin, dass das eine von der Gesellschaft positiv gesehen wird und das andere negativ... Dabei schlummert da soviel Potential.
    Geändert von TellMeWhy (28.11.2012 um 23:01 Uhr)

  10. #10
    Moderation
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    14.936

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von TellMeWhy Beitrag anzeigen
    Ich denke Introvertiertheit bedeutet nicht, dass man nicht selbstbwusst sein kann,
    Introvertiertheit bedeutet ja eigentlich, daß man sich selbst nicht im Spiegel der anderen findet, sondern im Spiegel der eigenen Gedanken. Und daß es einen Energie kostet sich mit Leuten abzugeben, während es Extrovertierten Energie bringt.

    Das heißt, man *braucht* auch weniger Leute. Und das ist m.E. eine Stärke. Nur braucht man eben nicht gar keine, also muß man sich auf was einlassen, was einen Energie kostet, und was man in keinem einzelnen Moment wirklich braucht (aber in der Summe der Momente), nämlich sich mit Leuten abgeben...
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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