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  1. #151
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von PetitPois Beitrag anzeigen
    Doch sie wirft natürlich folgende Frage auf: Wie arrangiere ich es, dass ich mein Umfeld nicht vor den Kopf stoße?
    Meine Entwicklung bzw. mein neues Verhalten könnte vielleicht auf fremde Reaktionen stoßen, womit ich wiederum nicht zurechte komme.......also ein Kreislauf?

    .......

    Was mir nicht und da liegt der Hase im Pfeffer im Vertrieb: Machtkämpfe durch grobes, lautes, hämisches Auftreteten.
    Doch gerade in manchen Vertriebssparten sichert man sich so die Beliebtheit beim "Volk". Phrasen Dreschen, Sprüche klopfen, Witze über Schwächen anderer machen, liegt mir einfach nicht und muss jetzt auch bitte nicht unbedingt mit dem Ettiket "Extrovertiert" versehen werden.

    Ich hab auch mal im Vertrieb gearbeitet, 5 Jahre lang in leitender Position. War nicht meins, ich hab mir dann was anderes gesucht.
    Bei mir waren es andere Aspekte wie bei dir: Aussendienst, mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung und last, but not least: ich war vom Produkt nicht überzeugt.

    Ich fand deinen Beitrag sehr interessant, denn genau dein Problem hatte ich gerade nicht. Obwohl ich deine Schilderung sehr gut nachvollziehen kann.
    Den von dir beschriebene Typus "Vertriebler" - den kenne ich auch. Zumindest in der Aussenwirkung. Ich kann aber nichts darüber sagen, wie diese Menschen privat sind. Vieles erscheint mir da aufgesetzt, eine Rolle, die gespielt wird.

    Ich will damit sagen: es ist möglich, im Vertrieb sein Ding zu machen, auch als eher introvertierter Mensch.
    Meine Abschlußleistung war immer sehr gut, weil ich meine Zeit mit den Kunden in intensive Gespräche investiert habe und ihnen dadurch passgenaue Angebote machen konnte.

    Kollegen respektieren einen, wenn man entweder ist wie sie (das hast du schon erkannt) oder wenn man überzeugend sein eigenes Ding macht (das wäre noch ein Schritt für dich). Mit überzeugend meine ich vor allem: von sich selbst überzeugt sein. Dann werden dich auch Neckereien oder ähnliches weniger ankratzen.

    Mach dein eigenes Ding - und lass die anderen ihres machen.

    Der zweite Punkt: mir war und ist es nicht wichtig, im Job beliebt zu sein. Ich wollte respektiert werden, Beliebtheit kommt dazu oder eben auch nicht. Sie für erstrebenswert zu halten oder gar herbeiführen zu wollen halte ich für eine Falle.
    Weil man in das Fahrwasser kommen kann, Dinge zu tun, von denen man selbst nicht überzeugt ist, nur um von einer Gruppe akzeptiert zu sein.
    Ich hab mich konsequent, so gut wie möglich, aus Machtspielchen rausgehalten, so wohl aktiv als auch passiv.
    Manchmal ging das nicht - wenn ich mal selber betroffen war - aber ich hab meine Linie gefahren.

  2. #152
    Johannaclara
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von mondmaid Beitrag anzeigen
    Kollegen respektieren einen, wenn man entweder ist wie sie (das hast du schon erkannt) oder wenn man überzeugend sein eigenes Ding macht (das wäre noch ein Schritt für dich). Mit überzeugend meine ich vor allem: von sich selbst überzeugt sein. Dann werden dich auch Neckereien oder ähnliches weniger ankratzen.

    .
    alles was du geschrieben hast, sehe ich genau wie du. Nur eben kann ich nicht bestätigen, dass es einen weniger ankratzt, wenn man geneckt oder kritisiert wird, obwohl man von sich selbst und dem was man tut überzeugt ist. Denn wenn man sich auf seine Arbeit einläßt und mit aller Energie, dem eigenen Wissen und Können dabei ist, kostet das auch viel Kraft. Sogar dann , wenn man davon begeistert ist wie es läuft, was geschafft wird und sich darüber freut, wenn man schlicht gesagt, mit Herzblut dabei ist. In dem Moment wo andere, die nicht gesehen haben, welcher Einsatz nötig war, wieviel Mühe sich alle am Prozeß einer Entwicklung gegeben haben, von außen draufschauen und quasi nur eine Oberfläche bewerten, weil sie den persönlichen Geschmack nicht trifft oder anderen oberflächlichen Ansprüchen nicht gerecht wird, tut es weh und wirkt kräftezehrend. Denn dann fragt man sich nach dem Sinn des Aufwands, wenn nicht gesehen wird, was an Arbeit drin steckt und was von den am Prozeß beteiligten Personen an Leistung, an Fähigkeit, an gutem Willen und dem Einsatz der vorhandenen Möglichkeiten gegeben und hineingelegt wurde. Wieviel es vielleicht für die Einzelnen gekostet hat, sich mitzuteilen und sich einzubringen damit etwas gelingt.

    Okay, mach dein Ding wird sicher nicht überall und immer möglich sein und ist evtl auch gar nicht gut. Zusammenarbeit ist schon effektiver und sinnvoller. Es ist nur die Frage, ob es machbar ist oder ob die Arbeit so angelegt ist, dass sich eine Zusammenarbeit schwierig wegen ihrer Aufgabe gestaltet.
    Geändert von Johannaclara (16.12.2012 um 19:00 Uhr)

  3. #153
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Johannaclara,

    ja, das ist natürlich blöd - ein positives Feedback ist natürlich gut und wichtig, und wer immer nur geneckt oder kritisiert wird, geht irgendwann auf dem Zahfleisch....

    Steckst du soviel Energie in den Job? Soviel Herzblut? Das ist vermutlich auch so ein Faktor, der einen in Gefaht bringt, sich zu verausgaben. Dann wird man anfälliger für negativen Stress, glaub ich.

    Ich will das jetzt auch nicht kritisieren, nur aufzeigen.

  4. #154
    Avatar von PetitPois
    Registriert seit
    03.08.2008
    Beiträge
    14.953

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Eure Sichtweisen gefallen mir gerade sehr gut und setzen auch wieder einiges in Gang in meinem Oberstübchen. Noch kann ich nichts neues beitragen, auser dass beide Seiten durchaus verständlich sind.
    Danke für den anregenden Austausch !!!
    Sei Du selbst!
    Denn alle anderen gibt es schon.

    Echte Shopping Queens triffst Du bei - !The Real Shopping Queen -

  5. #155

    Registriert seit
    23.10.2010
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    206

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich habe den Thread heute entdeckt und bin über diesen Satz gestolpert:

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Mit den Jahren traue ich mich immer mehr, dazu zu stehen, dass ich nicht automatisch dazugehöre, wie andere, weil ich einfach Ecken und Kanten habe. Ich liebe ein tiefgründiges Gespräch mit jemandem, allein bei einem Kaffee oder Bierchen, da fühle ich mich wohl, wenn ich merke, der Mensch lässt mich an sich heran und es geht nicht nur um Blabla. Das heißt aber auch, dass man eben oft nicht zur privaten Kolllegenfeier eingeladen wird (hatte ich gestern erst wieder), weil man nie wirklich "dazu gehört" hat. Da gibt es mir oft noch einen Stich. Ich denke nicht, dass die Leute mich nicht mögen. Aber ich bin eben etwas unbequem.
    Mit diesem Thema beschäftige ich mich schon länger, da ich auch die bin, die nicht gleich in eine Runde/Gruppe aufgenommen wird. Die auch nicht gefragt wird, ob sie sich einer Gruppe anschließen möchte und zum Beispiel mit ins Kino kommt oder zum Fußball schauen. Die einfach immer irgendwie übersehen/vergessen wird

    Und ich weiß nicht an was es liegt..

  6. #156
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Alina,

    weil du das jetzt hier in diesem Strang geschrieben habe, frage ich: würdest du denn gerne gefragt werden, dabei sein wollen?

    Ich meine: geht es dir mehr um das Gefühl, anerkannt, angenommen und Teil einer Gruppe zu sein, oder würden dir die gemeinsamen Aktivitäten mit bestimmten Leuten Spaß machen?

  7. #157

    Registriert seit
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    206

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Zitat Zitat von mondmaid Beitrag anzeigen
    Alina,

    weil du das jetzt hier in diesem Strang geschrieben habe, frage ich: würdest du denn gerne gefragt werden, dabei sein wollen?

    Ich meine: geht es dir mehr um das Gefühl, anerkannt, angenommen und Teil einer Gruppe zu sein, oder würden dir die gemeinsamen Aktivitäten mit bestimmten Leuten Spaß machen?
    ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem, wobei das Gefühl annerkannt, angenommen und Teil einer Gruppe zu sein schon überwiegt..

    Selbstverständlich tut es weh, wenn eine Freundin weiß, das man zuhause alleine sitzt und nicht gefragt wird, ob man sich einer Gruppe zum Fußball schauen anschließen möchte.

    Auch weil es sich so oder so ähnlich ständig wiederholt. Ich werde meistens irgendwie vergessen. Wobei ich jetzt nicht jammern möchte, sondern verstehen an was es liegt, damit ich mich entweder ändern kann oder mich besser verstehen kann.

    Hier in diesem Strang, haben ja viele ähnliches berichtet, zumindest habe ich es so herausgelesen.

    Ich habe auch beobachtet, dass viele sich einfach besser darstellen können und es so natürlich einfacher haben, das aus einem kennenlernen ein bleibender Kontakt entsteht. Da die anderen Leute auf diese Personen eher wieder zukommen.

    Bei mir erkennt man, vielleicht auch wie bei vielen Mitschreiberinnen in diesem Strang, erst auf dem zweiten und/oder dritten Blick, wie ich so ticke und wie ich so bin. Trotzdem schaffe ich es nicht mich besser darzustellen und eigentlich möchte ich es nicht, weil das mir irgendwie viel zu anstrengend wäre.

    Dieses Widersprüchliche ist glaub gerade mein Problem. Könnt ihr das nachvollziehen?
    Geändert von Alina80 (26.12.2012 um 21:20 Uhr)

  8. #158
    mondmaid
    gelöscht

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Diese Ambivalenz - einerseits, dabei sein wollen - andererseits die Sorge, es könnte alles zuviel werden - macht es schwierig,nicht gerade einfach, einen Weg zu finden und Energien sinnvoll einzusetzen.

    Mir fällt eines ein: du hast deine Lage ganz gut analysiert, wie mir scheint. Du siehst, dass es für andere schwierig ist, dich zu erkennen. Kannst du das einfach mal so stehen lassen und "kleine" Lösungen versuchen?

    Z.B. dir sagen: o.k., so wie ich bin, bin ich bei den anderen nicht so präsent - ich kann mich aber einbringen und fragen, ob mal was geplant ist. Also: nicht warten, bis dich jemand auffordert, sondern fragen: steht was an? Ich hätte Lust, was zu unternehmen (natürlich nur, wenn dir danach ist).
    Damit hast du die Chance, dabei zu sein - aber gleichzeitig die Kontrolle, wann und wo du dabei bist.
    Und du musst dich nicht komplett verändern in Richtung Selbstdarstellung.

  9. #159

    Registriert seit
    23.10.2010
    Beiträge
    206

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Klar könnte und kann ich nachfragen. Teilweise mache ich dies auch, aber immer möchte ich es auch nicht. Mir kommt es dann oft vor, dass ich mich aufdränge...

    Auf der anderen Seite bin ich auch alleine, kann gut mit mir alleine sein. Ausserdem treffe ich mich auch gerne nur mit 1 oder 2 Personen und mag lieber ruhigere Locations.

    Zu einem Kumpel habe ich mal aus Spass gesagt, dass ich nicht Massenkompatibel bin.

    Momentan finde ich mich selbst kompliziert. So wie ich gerne vielleicht wäre und ich tatsächlich bin liegt auseinander. Ich muss hier versuchen einen gesunden Mittelweg zu finden und/oder mich einfach so zu akzeptieren wie ich bin....

  10. #160
    Avatar von Latona
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    13.983

    AW: Introvertiert ... und unglücklich

    Ich will hier weder Extrovertierte abwerten noch Introvertierte in den Himmel loben. Beide Temperamente haben ihre Berechtigung. Das wird leider nicht immer so gesehen, Introvertierte gelten öfters als defizitär.

    Malina hat es schon sehr gut beschrieben:
    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Allerdings macht man als Introvertierter oft die Erfahrung, dass Extraversion gesellschaftlich anerkannter ist als Introversion. Ein Extravertierter muss sich in unserer Gesellschaft deutlich seltener rechtfertigen als ein Introvertierter. ...

    Du wirst Dich auf einer Party selten rechtfertigen müssen, wenn Du noch bleibst (es sei denn, Du merkst nicht, dass der Gastgeber morgens um fünf langsam müde wird und ins Bett möchte ), aber die Frage "warum gehst Du denn schon?" muss man sich als Introvertierter schon oft anhören. Und leider gibt es keine wirklich sozial verträgliche ehrliche Antwort darauf, also redet man sich mit Müdigkeit o.ä. heraus, fühlt sich aber immer in so einem Rechtfertigungsmodus. Ich würnschte mir manchmal, jemand würde mal zu mir sagen, toll, dass Du so lange geblieben bist!

    Deshalb fühlen sich Introvertierte wohl oft ein wenig missverstanden und geringgeschätzt, weshalb es dann in einem Strang wie hier schnell mal ins Gegenteil umschlägt
    Auch im Berufsleben gilt der zupackende, immer freundliche Extrovertierte oft als kompetenter als der nachdenklichere und ohne Ablenkung konzentriert arbeitende Introvertierte, der dann eben nicht immer für andere zugänglich ist bzw. sein will.

    Deshalb habe ich es für nötig gehalten, der allgemein spürbaren Abwertung für Introvertierte etwas entgegen zu setzen.

    Natürlich gibt es auch angenehme Extrovertierte, die warmherzig sind und nicht nur ständig ihre Umgebung mit ihrer Selbstdarstellung nerven, und es gibt unangenehme, muffelige Introvertierte, denen man alles, aber auch alles aus der Nase ziehen muss.

    Ich habe zwar einige extrovertierte Seiten, bin aber im Grunde introvertiert:

    Ich kann zwar in manchen Situationen gut auf Leute zugehen und sie für etwas gewinnen, habe allerdings Probleme damit, wenn es darum geht, sie für mich gewinnen zu wollen. Mit Flirten tue ich mich sehr schwer. Ich kann laut und öffentlich reden, und es macht mir nichts aus, von der Mehrheitsmeinung abzuweichen. Ich habe kein Problem mit auffälligen Outfits an meiner Person, so lange ich mich darin wohlfühle.

    Aber ich kann sehr gut mit mir allein sein und brauche andere Menschen nicht unbedingt als geistige Anregung oder als Lieferanten von Bestätigung. Ich weiß selbst, wenn ich gut bin. Ich brauche Zeit, um meine Eindrücke verarbeiten zu können. Den ganzen Tag mit vielen Menschen reden zu müssen, ihnen zuhören zu müssen und darauf zu achten, dass ich mich immer angemessen verhalte, stresst mich sehr. Ich kann lange Zeit über konzentriert arbeiten, ohne nach Abwechslung suchen zu wollen. Unterbrechungen nerven mich dann.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
    Geändert von Latona (03.01.2013 um 12:03 Uhr)

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