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  1. #1
    Linwen2
    gelöscht

    smile Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    ..das ernste leben eines lächerlichen mannes.

    Diese Retrospektive Erwin Wurm sah ich an Freitag in den Deichtorhallen in Hamburg

    http://www.deichtorhallen.de/539.html

    "Herr Krause kommt nach Hause nach der Sause " sah ich

    hier ein Dokumentarvideo zur Ausstellung ( auf das Bild klicken )

    http://vernissage.tv/blog/2007/07/30...mburg-part-12/

    ihn sah ich u.a auch :


    "Der Künstler, der die Welt verschluckt hat, als sie noch eine Scheibe war..

    http://www.persche.com/images/big/wurm1.jpg


    manchem sind einige der Wurm -One-Minutes-Skulptures durch das Musikvideo der Red Hot Chilli Peppers zu dem Song ‚’Can’t stop’ bekannt..

    http://www.youtube.com/watch?v=f7iiF8U6y_U

    Diese Deichtorhallen sind ein wunderbarer Ort für diese Retrospektive, finde ich..
    Geändert von Linwen2 (28.08.2007 um 09:47 Uhr)

  2. #2
    Geisterfahrer2
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Ich habe die Hamburger Wurm-Ausstellung mit zwei Jugendlichen besucht, einem 16-jährigen Jungen und einem 14-jährigen Mädchen. Beide waren begeistert, das blieb bei mir haften. Die One-Minute-Skulptures, also die Möglichkeit, sich mit allerlei Krimskrams kurzzeitig selbst als „Kunstwerk“ in Szene zu setzten, hatte es ihnen besonders angetan. Die Requisiten dafür waren unter anderen ein Stuhl mit Löchern in der Sitzfläche zum Durchstecken der Beine, ein ähnlich durchlöchertes Sofa oder auch nur eine Plastikflasche der Marke WC-Ente.

    Durch die Halle läuft ein Fotograf. Für fünf Euro kann man sich als One-Minute-Skulpture von ihm ablichten lassen. Den Ausdruck kann man mit nach Hause nehmen. Eine Wand einer Seitenbox ist überdies mit Duplikaten dieser Besucher-Fotos tapeziert.

    Auch die imposant leere Halle, in der die großen Werke, das auf dem Kopf stehende Haus, das sprechende Haus oder die aufgeblasenen (Porsche) oder verbogenen (VW-Bus) Autos herumstehen, vermittelt einen schönen Eindruck für das Gemüt, fand ich.

  3. #3
    Linwen2
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    a propos Wurm..

    Kardinal Meisner wurmt was :

    Gerade erst vor kurzem wurde das von Gerhard Richter entworfene Dom-Fenster im Südquerhausdes Kölmer Doms feierlich eingeweiht, nun liest man heute auf der Titelseite der Rheinischen Post in großen Lettern von Kardinal Meisner :
    "Das Fenster passt eher in eine Moschee "
    http://www.wdr.de/themen/kurzmeldung...lner_dom.jhtml


    http://www.art-magazin.de/kunst/1236...piel_im_ma_wer

    http://www.art-in.de/incmeldung.php?id=1469

    Lustig finde ich die Bemerkung des Kölner Museumsdirektors Kaspar König, dass es sich bei Meisners Äußerung nicht um einen Beitrag zur kuturpolitischen Diskussion handele, sondern

    " Meisner wurmt nur, dass er im Kölner Dom nichts zu kamelle hat "

    Den Ausdruck kannte ich noch nicht.. passt natürlich gut zu Köln..

    Meisner hält sich jedoch für einen Kunstkenner, hat viel Sendungsbewusstsein und hielt auch in der Thomas-Morus-Akademie gestern wohl einen Vortrag zum Thema : Wie viel künstlerische Avantgarde verträgt die Kirche " Olala..

    Bisher blieb es aber ruhig, wenn " Eingriffe " am Kölner Dom von Künstlerhand vorgenommen wurden, wie durch die Bronzeportale an der südlichen Querfassade mit den bunten Glasmosaiken..geschaffen von Ewald Mataré

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ewald_Matar%C3%A9
    Geändert von Linwen2 (31.08.2007 um 10:18 Uhr)

  4. #4
    Moderation
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    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    " Meisner wurmt nur, dass er im Kölner Dom nichts zu kamelle hat "
    @Linwen
    Auch Kardinäle sind Menschen!

    Unser Kardinal sagte mal auf einem privaten Fest (wurde mir von einer Zeugin erzählt) anlässlich einer Diskussion über abstrakte Kunst: "Kunst kommt von Können", und an ein paar Strichen und einer Mixtur von Farben könne man kein Können erkennen!

    Interessante links, besonders der zu Ewald Mataré! Danke

    Colonna
    Die Zukunft ist hier, sie ist nur noch nicht richtig verteilt.
    W.F.Gibson

    Mitmoderatorin Community weltweit, Politik und Tagesgeschehen

  5. #5
    DerMarkgraf
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Der eigentlich skandalöse Eingriff am Dom ist, dass hier Personen mit Düsseldorfer Hintergrund zu Werke sind.

    Von Matar&#233; gibt es ganz reizende Kleinskulpturen, noch im Budget von Normalverdienern. Eine Galerie namens <Gedächtnisschwund> vertickert behutsam, aber Stück für Stück seinen Nachlass.

  6. #6
    Linwen2
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Oh ja ein Agnostiker mit Düsseldorfer Hintergrund : das ist der Skandal..

    Diesen Türgriff an der Kapelle „Johannes XXIII.“ finde ich auch so schön :
    http://tagen.erzbistum-koeln.de/expo...ntuer_hand.jpg

    " Wenn Du Dich in ein Naturobjekt vertiefst, entdeckst Du ein kleines Stückchen Welt " sagte die Mataréschülerin, meine Kunstlehrerin in der Oberstufe..und fasste damit in Worte, was ich wohl auch gerade bewusster erlebte, durch Naturstudien..

  7. #7
    Geisterfahrer2
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Alfred Manessier hat in meiner Heimatstadt Bremen Kirchenfenster gestaltet und dies war der Anlass dafür, dass meine Mutter und einige andere aus der Kirchengemeinde austraten und sich einer Gemeinde in einem anderen Stadtteil anschlossen.

    Also auch in der norddeutschen Provinz ein handfester Streit um Kirchenfenster, die Sache liegt allerdings schon 40 Jahre zurück.

    Der Streit spaltete die Gemeinde der Kirche "Unsere lieben Frauen", eine der tradionsreichsten Kirchen der Stadt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liebfra...e_%28Bremen%29

    Es ging wie gesagt um die Kirchenfenster und es ging auch um eine Würstchenbude. Diese ist auf dem zweiten Foto des Wikipedia-Artikels (links, etwas verdeckt) zu sehen.

    Alfred Manessier war damals, Mitte der sechziger Jahre, ein bedeutender zeitgenössischer Künstler, Teilnehmer der documentas von 1955, 1959 und 1964.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Manessier

    Dass man ihn mit den Fenstern beauftragte, war eine positive Sensation. Dennoch stieß die Aktion auf Ablehnung. Nicht etwa weil die Fenster zu gewagt oder zu modern waren, sondern weil das Geld dafür von der Würstchenbude kam, besser der Martin Kiefert GmbH. Wer Bremen kennt, kennt Kiefert Bratwürste. Sie sind unerreicht gut.

    Kiefert wollte eine Filiale an diesem Standort und das marode ehemalige Pfarrhaus bot sich an. Sie boten viel Geld und die Kirche hat es in die Fenster gesteckt, anstatt es nach Biafra zu spenden. Das löste damals die Empörung der Kritiker aus....

    Nun ja, heute, vier Jahrzehnte später, sind die Fenster einfach nur wunderschön.

    http://www.akademie-oldenburg.de/ind...9&reporeid=278

    Und dass dort eine Bude ist, hat mich auch noch nie gestört. Im Gegenteil, ich habe dort schon häufig eine Bratwurst mit Kartoffelsalat (der ist auch super!) gegessen.

  8. #8
    Linwen2
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Auch Kardinäle sind Menschen!
    jetzt wird Kardinal Meisner aber völlig " jeck "..

    http://www.wdr.de/themen/kultur/3/ko...n/070914.jhtml

    und im Domradio verteidigt er seine Wortwahl..

    vielleicht sollte er zusammen mit Eva Herman eine Talkshow anbieten
    zu den Themen : Kunst, Kirche, Küche , Kinder..

    anschließend :


    Kochen und Malen mit Joachim und Eva..

    Boulevard Bizarre
    Geändert von Linwen2 (17.09.2007 um 18:20 Uhr)

  9. #9
    tom57
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Ich war diese Woche auf zwei Vernisagen:

    1. Galerie Heidelbergerleben www.hderleben.de

    Eva Clemens mit einem Zyklus "Nice to meet you". In/Mit diesem Zyklus hat die Künstlerin zwei Tänzer begleitet, eine Japanerin und einen New Yorker. Wunderbare Bilder, handwerklich sehr gut. Man verzeihe mir meine Worte, ich bin kein Kunstexperte. Aber ich war von den Bildern sehr angetan und brauche gelegentlich Abwechselung zu den Bildern meines Bruders. In den Werken von Eva Clemens spiegelte sich der Gegensatz "asiatisch" / "westlich". Mischtechnik mit Holzschnittelementen, auf Leinwand und Papier, geprägt, Bütten. Meistens im Effekt wie ein Bild mit Weichzeichner. Zum Beispiel "YOSHIKO : wie meinst du das / how do you actually mean that ?" Mischtechnik auf Hartfaser, 80 x 110 cm, 2007.

    2. Galerie Sacksofsky www.galerie-sacksofsky.de (Galerie für konkrete und konstruktive Kunst)

    Vernisage mit Skulpturen von Hermann Böning und frühen Radierungen von Emil Schumacher. Mich beeindruckten vor allem die Skulpturen von Böning, und hier die neueren Arbeiten, die mich so ein wenig an ursprüngliche Kunst aus Afrika oder Süd- und Mittelamerika oder der Indianer erinnerte. Menschliche Körper mit vier Füßen, bunt bemalt. Beispiel aus der Ausstellung (aber kein neueres Werk): Sitzende Vierergruppe.

  10. #10
    DerMarkgraf
    gelöscht

    AW: Ausstellungen, Kunstfundstücke , z.B. das lächerliche leben eines ernsten mannes

    Phoebe Washburn, Regulated Fool’s Milk Meadow

    Phoebe

    Phoebe hat eine Fabrik gebaut. Mitten in einer Bank, in der Ausstellungshalle der Deutschen Bank unter den Linden.

    Die Fabrik ist eher klein, etwa 15 Meter lang und 4 breit, ein großes Holzhaus mit steil abfallendem Pultdach.

    Man muss einmal um die Fabrik herumgehen, dann kann man hinten über zwei Treppen einsteigen.

    Durch Plexiglasfenster schaut man ins Innere. Spannend sieht es da aus. Holzbehälter mit Gras stehen auf einem Förderband. Diese Fabrik produziert nämlich Rasen.

    Rasen

    Auf den Holzwänden liest man ‚fragile’ oder ‚handle with care’ oder einen Bestimmungsort. Es sind Reste von Holzkisten aus Kunsttransporten. Phoebe wirft nichts weg.

    Um die dreißig Rasenbehälter stehen auf dem Förderband in einem großen Oval. Alle zehn Minuten gibt es einen lauten Klack in der Steuereinheit, dann klappern die Rasenkisten über das Förderband, bis eine scheinbar zufällig unter dem Duschkopf zu stehen kommt und die Tagesration Wasser herunter tröpfelt.

    Förderband

    Kreuz und quer durch die Fabrik laufen orange Wasserrohre, oben hängen Elektrokabel und orange Spannschnüre, gehalten von orangen Sicherungsbändern.

    Den Kontrast zu dem natürlichen Material der Installation, Holz und Rasen, bilden runde Sticker in neongelb, rosa und giftgrün, große gelbe Bleistifte, rote Radierer und gelb gefärbte Golfbälle.

    Sticker

    Im Inneren der Fabrik ist es feucht und warm. Die Rasenkästen werden von Neonröhren bestrahlt. Jeden Tag bringt eine Gärtnerin sechs neue Rasenbehälter und wirft sechs vertrocknete auf das Dach, was so im Laufe der Ausstellung zuwächst.

    An der Holzdecke, dort, wo Schrauben durchgebohrt wurden, hat Phoebe die Spitzen mit gelben Stickern umklebt. Es sieht aus, als hingen dort hundert Schmetterlinge.

    In jedem Behälter steckt ein gelber Bleistift, der an einer Schranke vorbei läuft. Darüber ermittelt der Computer, welche Kiste als nächste begossen wird. Zerbrochene Bleistifte kommen in einen Extrakarton. Phoebe wirft nichts weg.

    Bleistift

    Bei manchen Einzelheiten rätselt man, wozu sie gut sind. Kleine, an die Wand geschraubte Regale bergen hinter Plexiglas Dinge, die sie vielleicht nur nicht wegwerfen wollte.

    Regal

    In den Zwischenräumen der Holzwand stecken bunte Steinchen, in Pastelltönen gefärbt. Die sind aus einer älteren Installation. Phoebe machte die Erfahrung, dass man alles noch mal gebrauchen kann. Es ist ein Prozess, ein Kreislauf. Wegwerfen wäre eine Sünde.

    Eigentlich ist diese Fabrik kindisch. Rasen wächst viel besser draußen.

    Doch Phoebe ist ein kluges Kind. Sie adaptiert die Prozesse der Gesellschaft und gibt ihnen eine andere Richtung. Sie sammelt, forscht, spielt und verwirrt.

    Irgendwo hing noch ein Band mit rosa Stickern. Die waren wohl über.

    Ich habe mir einen gemopst –
    und auf meine Sitzungsunterlagen gepappt.

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