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  1. #1

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    Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Liebes Forum,

    unsere Tochter ist 4 Jahre alt. Seit 2 Jahren ist das Thema Geschwisterkind bei uns immer mal wieder besprochen worden. Richtiger: Ich habe das Thema angesprochen.
    Nun ist es zum Problem geworden, denn ich bin eindeutig bei "Ja, bitte versuchen!" er hingegen bei "Nein, ich kann mir das nicht vorstellen.".
    Wir waren/sind deswegen auch bei einer Beratung/Paartherapie gewesen. Dort hat die Beraterin unsere beiden Wünsche "festgestellt" und uns mehr oder weniger gesagt, dass sie uns erst helfen kann, wenn ich sein Nein akzeptiere. Wir waren mehrmals dort und hatten uns - naiverweise ? - mehr davon versprochen.

    Seine Einstellung ist eher rational & auf die Frage, was denn wäre, würde ich durch eine Verhütungspanne schwanger werden, antwortete er, dass das dann so sei und er mich natürlich nicht verlassen würde. Für die Verhütung ist er zustandig. Das hat er in der Vergangenheit ein paar Mal nicht so ernst genommen...

    Ich bin völlig emotional/hormongesteuert (aber nicht alles Rationale wegschiebend). Das Alter? Jahrgang 76...
    Es ist ja auch in unserem Alter nicht selbstverständlich, dass es noch einmal klappt.

    Er hat Gründe, die ich auch so bzw. anders gelagert sehe. Zum Beispiel - Unser Alter: Er: Ich fühle mich zu alt. Ich: Wenn unsere Tochter bei uns "alten" Eltern ein Geschwisterkind hätte, fände ich das für später schön/beruhigend...

    Nun ja, beide Wünsche zu erfüllen geht ja eben nicht. Ich werde verzichten müssen. Es belastet aber unsere Beziehung sehr. Hat hier jemand Ideen, was ich außer Zeit noch machen könnte. Ich werde gerade "wahnsinnig" mit all diesen Gedanken und dem schlimmen Bauchgefühl. Dieser Zwiespalt zwischen "Ich liebe ihn!" und "Er tut mir durch seinen Wunsch so weh!"
    ist völlig nervenaufreibend.

    Wie kann ich damit (besser?) leben?
    Geht es hier jemandem genauso? Was macht ihr damit?

    Liebe Grüße


  2. #2
    Avatar von SurvivingMother
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    1

    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Hallo Alexandra,
    ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die ganze Situation einen belastet. Besonders wenn das Alter auch eine Rolle spielt und man diese Entscheidung nicht ewig vor sich herschieben kann.

    Warum möchtest du denn ein zweites Kind haben?
    Stimmst du einigen Argumenten (du hattest oben nur eins genannt) deines Mannes zu? Oder er einigen von deinen?

    LG
    https://survivalblogformomsblog.wordpress.com/

  3. #3

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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Zitat Zitat von SurvivingMother Beitrag anzeigen
    Hallo Alexandra,
    ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die ganze Situation einen belastet. Besonders wenn das Alter auch eine Rolle spielt und man diese Entscheidung nicht ewig vor sich herschieben kann.

    Warum möchtest du denn ein zweites Kind haben?
    Stimmst du einigen Argumenten (du hattest oben nur eins genannt) deines Mannes zu? Oder er einigen von deinen?

    LG
    Guten Abend SurvivingMother,

    ich empfinde es so, dass wir beide durchaus die Argumente des anderen nachvollziehen können, aber sie jeweils anders gewichten/bewerten.
    Keines seiner Argumente ist für mich gar nicht nachvollziehbar oder an den Haaren herbeigezogen. Ich kann schon verstehen, dass er vor dem ersten Jahr Resepkt hat - habe ich auch. Dass er vor der Veränderung Resepkt hat, das habe ich auch.... Usw. Es gibt ja nun viele Gründe, warum man kein zweites Kind will.

    Ich sehne mich nach einem weiteren Kind. Ich finde, wir haben hier noch einen Platz frei für eine Seele, die kommen möchte. Ich habe auch so Gedanken, dass ich beim ersten Kind "die Ausbildung" gemacht habe und nun bei einem zweiten Kind von den Lehrjahren profitieren könnte.

    Die Babyzeit inklusive Mutterschutz unserer Tochter war überschattet vom Sterben meines Vaters. Einen Monat vor ihrer Geburt bekam er die Diagnose an einer unheilbaren Krankheit zu leiden. Neun Monate danach starb er. So ist das Leben, ja, aber eine etwas ungetrübtere - hoffentlich Garantien gibt es ja keine - und "leichtere" Anfangszeit zu erleben, wäre auch schön.

    Ich sehe schon auch die neuen Herausforderungen, die dann mit einem weiteren Kind kommen: z.B. Um wen kümmert man sich zuerst, wenn Bedarf ist? Und Bedarf wird wohl oft sein. Wir würden ja schon noch mal "von vorne" anfangen....




  4. #4
    Avatar von Maggie74
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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Ich versteh das sehr gut

    Und zwar aus Sicht eines Einzelkinds

    Meine Eltern sind Jetzt auch alt und ich muss alles alleine regeln
    Bei meinem Mann sind es mehrere Geschwister, die Dinge die geregelt werden müssen sind halt verteilt
    (Ja ich weiß läuft auch immer nicht so gut ab bei vielen aber ich hab noch nicht mal andere Optionen)

    Und ich finde es traurig wenn ich daran denke wenn meine Oma und meine Eltern mal nicht mehr da sind kann ich mich mit niemandem mehr austauschen wie es War früher als ich ein Kind War etc

    War für mich ausschlaggebend 3 Kinder zu bekommen
    Hätten auch gern noch mehr sein können sollte aber nicht sein

    Ich meine dein mann ist doch selbst mit Geschwistern aufgewachsen

    Versuch doch mal ihn darauf anzusprechen
    Würde es ihm gefallen wenn er seine Geschwister heute nicht hätte

    Und sie in seiner Kindheit nicht gehabt hätte

    Gibt bestimmt einige die das anders sehen aber Einzelkind zu sein hat für mich wenig Vorteile

  5. #5

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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Zitat Zitat von Maggie74 Beitrag anzeigen
    Ich versteh das sehr gut

    Und zwar aus Sicht eines Einzelkinds

    Meine Eltern sind Jetzt auch alt und ich muss alles alleine regeln
    Bei meinem Mann sind es mehrere Geschwister, die Dinge die geregelt werden müssen sind halt verteilt
    (Ja ich weiß läuft auch immer nicht so gut ab bei vielen aber ich hab noch nicht mal andere Optionen)

    Und ich finde es traurig wenn ich daran denke wenn meine Oma und meine Eltern mal nicht mehr da sind kann ich mich mit niemandem mehr austauschen wie es War früher als ich ein Kind War etc

    War für mich ausschlaggebend 3 Kinder zu bekommen
    Hätten auch gern noch mehr sein können sollte aber nicht sein

    Ich meine dein mann ist doch selbst mit Geschwistern aufgewachsen

    Versuch doch mal ihn darauf anzusprechen
    Würde es ihm gefallen wenn er seine Geschwister heute nicht hätte

    Und sie in seiner Kindheit nicht gehabt hätte

    Gibt bestimmt einige die das anders sehen aber Einzelkind zu sein hat für mich wenig Vorteile


    Schon geschehen.

    Es ist bitter, aber ich denke, es ist alles gesagt.
    Da hilft kein Gedanke, kein Anstoß mehr.

    Er fühlt es (=den Wunsch) nicht. Und ich fühle es zu sehr.


  6. #6
    Avatar von Maggie74
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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Es geht ja nicht nur um ihn

    E sollte an seine Tochter denken
    Ich wünschte ich könnte mit ihm mal reden wie man sich oft einsam fühlt als Einzelkind

    Und wie man dauernd Kameraden sucht und trotzdem immer Zuhause alle anderen halt erwachsen sind.

    Kannst du vielleicht mal mit seinen Geschwistern reden, das sie mal mit ihm reden

    Und ihr fangt eigentlich nicht mehr von vorne an

    Meine große War 5 als ihre sehnlichst erwünschte Schwester geboren wurde
    (Ja auch sie wollte unbedingt Geschwister)

    Von Anfang an War es "ihr baby"

    Gefüttert, gewickelt, wagen geschoben, bespasst, als sie in de Schule War de kleinen vorgelesen etc

    Und drei jahre später als der kleine Bruder kam War ich eigentlich komplett abgemeldet

    Man hat ja auch selber MEHR Zeit weil die Kinder sich miteinander beschäftigen

    Wäre vielleicht eine mediation hilfreich?
    Denn die Argumente deines Mannes finde ich fadenscheinig, also zumindest das was du geschrieben hast

    Er ist jetzt auch nicht viel älter als vor 4 Jahren
    Viele Kinder haben doch ältere Eltern

    Meine Freundin ist 45 und hat vor 4 Monaten ihr erstes Kind bekommen

    Wenn er andere ernste bedenken hat muss er das auch artikulieren
    Hat er das getan kannst du es mal schreiben wenn du möchtest damit man den ganzen Hintergrund vielleicht anders anschauen kann.

  7. #7

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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Zitat Zitat von Alexandra76 Beitrag anzeigen

    Er fühlt es (=den Wunsch) nicht. Und ich fühle es zu sehr.
    Schreckliche Situation.

    Ich kann nur von mir sprechen: ich könnte das meinem Partner nicht verzeihen. Wenn jemand gar kein Kind haben will, ok, das kann ich nachvollziehen, das Leben ohne Kind ist ein anderes. Aber ein zweites Kind stellt doch das Leben nicht so sehr auf den Kopf? Das ist für mich was anderes, da so strikt nein zu sagen, wenn ich doch weiß es ist der Herzenswunsch meines Partners oder meiner Partnerin.

    @Maggie74: ich versteh dich sehr gut. Ich bin selbst auch ein Einzelkind, was ich heute mit Ü50 immer noch sehr bedauere, und ich hab auch deshalb selbst 3 Kinder.
    Alle sehen in dir den, als der du erscheinst. Wenige sind es, die dich als den fühlen, der du bist.

    Niccolò Machiavelli (1469-1527)

  8. #8

    Registriert seit
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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Zitat Zitat von hilfskonstruktion Beitrag anzeigen
    Schreckliche Situation.

    Ich kann nur von mir sprechen: ich könnte das meinem Partner nicht verzeihen. Wenn jemand gar kein Kind haben will, ok, das kann ich nachvollziehen, das Leben ohne Kind ist ein anderes. Aber ein zweites Kind stellt doch das Leben nicht so sehr auf den Kopf? Das ist für mich was anderes, da so strikt nein zu sagen, wenn ich doch weiß es ist der Herzenswunsch meines Partners oder meiner Partnerin.

    @Maggie74: ich versteh dich sehr gut. Ich bin selbst auch ein Einzelkind, was ich heute mit Ü50 immer noch sehr bedauere, und ich hab auch deshalb selbst 3 Kinder.
    Danke Hilfskonstruktion.

    Mit dem Verzeihen habe ich eben auch so meine Probleme.

    Momentan fühle ich mich völlig handlungsunfähig: Ich "muss" jetzt dadurch oder ich mache auf Dauer vermutlich unsere Familie kaputt. Dieser Druck ist enorm.

    Und unsere Tochter spricht oft aus, dass sie sich Bruder oder Schwester wünscht. "Mama, warum schenkt der liebe Gott mir keine Schwester oder Bruder?" Das macht es für mich nicht einfacher... Klar, sie kann sicher noch nicht abschätzen, was das bedeutet, aber sie thematisiert das oft (=täglich).



    Wieviel ich zu seinen Gründen schreiben möchte, muss ich noch überlegen.


  9. #9

    Registriert seit
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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Zitat Zitat von Maggie74 Beitrag anzeigen
    Es geht ja nicht nur um ihn

    E sollte an seine Tochter denken
    Ich wünschte ich könnte mit ihm mal reden wie man sich oft einsam fühlt als Einzelkind

    Und wie man dauernd Kameraden sucht und trotzdem immer Zuhause alle anderen halt erwachsen sind.

    Kannst du vielleicht mal mit seinen Geschwistern reden, das sie mal mit ihm reden

    Und ihr fangt eigentlich nicht mehr von vorne an

    Meine große War 5 als ihre sehnlichst erwünschte Schwester geboren wurde
    (Ja auch sie wollte unbedingt Geschwister)

    Von Anfang an War es "ihr baby"

    Gefüttert, gewickelt, wagen geschoben, bespasst, als sie in de Schule War de kleinen vorgelesen etc

    Und drei jahre später als der kleine Bruder kam War ich eigentlich komplett abgemeldet

    Man hat ja auch selber MEHR Zeit weil die Kinder sich miteinander beschäftigen

    Wäre vielleicht eine mediation hilfreich?
    Denn die Argumente deines Mannes finde ich fadenscheinig, also zumindest das was du geschrieben hast

    Er ist jetzt auch nicht viel älter als vor 4 Jahren
    Viele Kinder haben doch ältere Eltern

    Meine Freundin ist 45 und hat vor 4 Monaten ihr erstes Kind bekommen

    Wenn er andere ernste bedenken hat muss er das auch artikulieren
    Hat er das getan kannst du es mal schreiben wenn du möchtest damit man den ganzen Hintergrund vielleicht anders anschauen kann.

    Ich kann nur; Ja, ja, ja sagen, wenn ich deine Zeilen lese.

    Zum Rest mache ich mir noch Gedanken!


  10. #10
    Avatar von Nokabo
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    AW: Er möchte nicht und ich möchte - 2. Kind

    Hallo Alexandra,

    ich bin zwar nicht in einer ähnlichen Situation, aber ich möchte trotzdem etwas dazu schreiben. Ich selber bin als Einzelkind aufgewachsen, und ich fand und finde es überhaupt nicht schlimmer oder nachteilig. Als Kind haben mir Geschwister nicht gefehlt und auch jetzt vermisse ich sie nicht. Ich habe eine Freundin, die ich seit dem Babyturnen kenne, die seit mehr als 10 Jahren mehrere hundert km von mir entfernt lebt - und ich habe mehr und engeren Kontakt zu ihr als mein Mann zu seinem Bruder (der auch nur 2,5 Jahre älter ist als er).

    Ich habe eine kleine Tochter (1,5 Jahre) und habe schon vor der Schwangerschaft und Geburt gesagt, dass ich noch nicht weiß, ob ich mehrere Kinder haben möchte, erstmal sehen, wie es mit einem geht. Also "wenn man Kinder bekommt, dann auf jeden Fall mehrere" stimmt für mich nicht, warum auch?

    Naja, und die Entscheidung für oder gegen Kinder (egal ob das 1. oder 2. Kind) ist in meinen Augen immer eine Bauchentscheidung, bei der rationale Gründe in unserer Gesellschaft und Lage eine untergeordnete Rolle spielen. Es gibt Argumente für und gegen das Eine oder Andere, aber am Ende muss es sich gut und richtig anfühlen. Und das ist bei deinem Mann anscheinend nicht der Fall. Da hilft wenig Überredung, denke ich. Wenn er dazu bereit ist könnte es hilfreich sein, eine gemeinsame Paartherapie zu machen und den tiefer liegenden Gründen für die jeweiligen Wünsche auf die Spur zu kommen und vielleicht die Lage des Anderen noch mehr zu verstehen. Wäre das etwas für Euch?

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