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  1. #11
    Avatar von Britt Buergel
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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Liebe BJP,

    ich freue mich über Ihre Anfrage!

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, möchten Sie nach der Geburt Ihrer kleinen Tochter gerne den Wiedereinstieg ins Lernen fürs Fernstudium finden.

    Sie schreiben, dass Ihnen das Lernen gut tut. Das ist die beste Voraussetzung dafür, um Ihr Fernstudium jetzt wieder aufzunehmen, denn an diese positiven Gefühle können Sie anknüpfen! Eine kleine Übung aus dem Mentaltraining kann Ihnen dabei helfen, wieder den ersten Schritt ins Lernen zu machen. Erinnern Sie sich möglichst konkret an das gute Gefühl, das Sie mit dem Lernen verbinden. Wie würden Sie dieses Gefühl beschreiben? Wo in Ihrem Körper können Sie es besonders deutlich wahrnehmen? Verbinden Sie dieses gute Gefühl mit einem inneren Lächeln und freuen Sie sich daran!

    Wo haben Sie in der Zeit vor der Entbindung Ihrer Tochter gelernt? Suchen Sie nach Möglichkeit genau diesen Ort wieder auf! Wenn es der Schreibtisch in Ihrem eigenen Zuhause ist, kann ein erstes Aufräumen und Sortieren der Schreibfläche ein guter Impuls sein. Richten Sie sich Ihren Ort zum Lernen möglichst ansprechend und gemütlich her. Erinnern Sie sich an frühere Rituale, die Sie mit dem regelmäßigen Lernen verknüpft haben. Das können Kleinigkeiten sein, die im Laufe der Zeit eine symbolhafte Bedeutung bekommen haben und jetzt gewissermaßen mit dem Lernen „verankert“ sind. Der Tee, den Sie immer aus einer bestimmten Tassen getrunken haben? Die bequeme Hose, damit Sie auf dem Schreibtischstuhl angenehm sitzen? Eine Hintergrundmusik, die Sie beim Lernen gerne gehört haben? Nutzen Sie die Kraft dieser „Anker“, und tauchen Sie wieder in Ihre Lernwelt ein.

    Lernen lebt von den kleinen Schritten: Jede Minute, die Sie am Tag in das Lernthema investieren, bringt Sie Ihrem Ziel näher. Manchmal ist der Grund, warum wir etwas nicht beginnen, aber der, dass wir uns ein zu großes Ziel vor Augen halten. Die Aussicht auf den erfolgreichen Studienabschluss kann ungemein beflügeln – aber auch blockieren. Geht es Ihnen auch so? Dann nutzen Sie das „Kleine-Schritte-Prinzip“, und nehmen Sie sich nur Dinge vor, die gerade eben so groß sind, dass Sie sie mit Leichtigkeit bewältigen können. Die Unterlage, an der Sie zuletzt gearbeitet haben, aus dem Schrank holen und auf den Tisch legen, kann ein solcher Mini-Schritt sein. Die Unterlage aufschlagen und noch mal das letzte Kapitel anschauen, wäre ein nächster Schritt. Die zuletzt beantworteten Lernkontrollfragen noch mal ansehen und schauen, welche davon Sie noch beantworten könnten, ein nächster.

    Wenn der Anfang erst gemacht ist, entwickelt sich dann oft eine ganz eigene, positive Dynamik: Sie werden das, was Ihnen Spaß macht, wieder Schritt für Schritt in Ihr Leben zurückholen wollen, und dabei auch neue Ideen entwickeln, wie sich das zeitlich mit Ihrer kleinen Tochter am besten vereinbaren lässt.

    Zum Thema Lern-Zeiten noch einige Tipps von mir: Starre Lernpläne sind für Mütter eher ungeeignet, weil es dann besonders frustrierend ist, wenn etwas Ungeplantes dazwischen kommt. Nutzen Sie stattdessen unverhoffte „Baby-Pausen“ und lernen Sie, wenn Sie sich selbst ausgeruht und guter Stimmung fühlen. So verankern Sie das Lernen weiterhin mit positiven Gefühlen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie auch künftig mit Spaß ans Lernen gehen. Notieren Sie jede absolvierte Lerneinheit im Kalender – das motiviert! Und am Ende des Monats sehen Sie dann schwarz auf weiß, was Sie schon alles geschafft haben.

    Ich freue mich, wenn einige passende Tipps für Sie dabei waren und wünsche Ihnen viel Spaß beim Lernen!

    Herzliche Grüße!
    Britt Bürgel

  2. #12

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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Liebe Frau Bürgel,

    zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre professionellen Tipps an die anderen Teilnehmerinnen, die ich mit großem Interesse verfolgt habe. Mein Anliegen ist eng an dem meiner "Vor-Fragerinnen" dran, enthält aber noch eine zusätzliche Dimension.

    Kurz zum Hintergrund: Ich bin seit 2 1/2 Jahren getrennt, seit kurzem geschieden, meine Kinder sind 9 u. 11 Jahre alt. Der Vater der Kinder lebt weit entfernt, so dass die Kinder nur rund jedes 3. Wochenede bei ihm sind. Berufstätig, alleinerziehend - da bleiben wenig Freiräume. Dennoch versuche ich immer einmal wieder Zeiten für mich zu nehmen, insbesondere an den kinderfreien Wochenenden. Jetzt beschäftigt mich aber vor allem das Thema Aufbau einer neuen Beziehung. Wie schaffe ich es, ohne schlechtes Gewissen, auch an meine Bedürfnisse als Frau zu denken, an das Kennenlernen eines neuen Partners. Die Sehnsucht danach ist da, dennoch habe ich den Kindern gegenüber häufig ein diffuses Schldgefühl. Ich möchte ihnen "das" nicht zumuten. Bisherige Dates habe ich ihnen nicht erzählt, sondern Verabredungen mit Freundinnen vorgeschoben. Vom Kopf her weiß ich, dass ich auch das Recht auf eine Beziehung habe, aber diese Konstellation finde ich sehr schwierig. Haben Sie einen Rat für mich, wie ich - auch den Kindern gegenüber - vernünftig damit umgehen kann?

    Vielen Dank im Voraus

  3. #13
    Avatar von Meeresblume
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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Hallo Frau Bürgel,

    ich bin gerade über das Thema hier gestolpert und habe mit Interesse Ihre Beiträge gelesen. Ich gehöre auch zur Gruppe der "verheiratet-alleinerziehenden" Mütter. Wir haben 3 Kinder im Alter von 4 J., 2 J. und 7 Monaten und im Januar 2013 erwarten wir unser 4. Kind. Mein Mann ist in der Regel von 08:00 bis 22:30 Uhr außer Haus, oft auch noch morgens früher weg, wenn er zu Terminen in anderen Städten fliegen muss. Seine Arbeitszeiten waren mir schon von Beginn unserer Beziehung an als ziemlich unabänderlich bewusst. In seiner Branche ist das normal und er geht in seiner Tätigkeit auch auf. In meinem Tagesablauf habe ich mich auch damit einigermaßen arrangiert. Aber ich merke, wie der stete Dauereinsatz mit den kleinen Kindern und den miserablen Nächten an mir zehrt. Jetzt haben mir mein Mann und befreundete (berufstätige) Mütter dazu geraten, mir mehr Hilfe in Form von Babysittern zu holen - z. B. abends, wenn ich die Kinder ins Bett bringe, um mehr Ruhe für jedes einzelne zu haben. Oder auch, damit ich mal zu einer Yogastunde gehen kann. Aber ich kann mich nicht dazu überwinden. Nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil ich denke, dass die Kinder doch jetzt mein Job sind und ich den gut machen will und mich meine eigenen Kinder -ohne dass ich derzeit berufstätig bin- doch nicht derartig überfordern dürften. In meinem früheren Job (leitende Position in einem großen Unternehmen) hat mich auch nicht so schnell etwas aus der Ruhe gebracht, im Gegenteil, richtig viel Arbeit hat mich noch mehr motiviert. Ich weiß im Grunde, dass es albern ist, aber ich würde mich wie ein Versager fühlen, wenn ich mir Babysitter zu Hilfe hole, um meinen normalen Alltag zu meistern. Ich sehne mich deshalb richtig wieder nach meiner Berufstätigkeit zurück, weil ich, wenn ich arbeite, eher das Recht zu haben glaube, mir noch weitere Unterstützung bei der Kinderbetreuung holen zu dürfen. Zusammenfassend fällt es mir einfach schwer, mein Muttersein von meinem Frausein zu trennen, eigene Bedürfnisse vor mir selbst zu rechtfertigen. Wie kann ich aus dieser gedanklichen Zwickmühle herausfinden, haben Sie ein paar Tipps?

    Vielen Dank und herzliche Grüße,
    Meeresblume
    Es gibt Wahrheiten, die gelten weder für alle Menschen noch für alle Zeiten. <Voltaire>

  4. #14
    Avatar von Britt Buergel
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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Hallo „einfach_so“,

    vielen Dank für Ihre Anfrage!

    Sie schreiben, dass Sie als alleinerziehende Mutter gern wieder eine neue Beziehung eingehen würden. Allerdings haben Sie Ihren beiden Kindern gegenüber ein diffuses Schuldgefühl und möchten ihnen „das“ nicht zumuten.

    Wenn wir uns in meiner Coachingpraxis über Ihre Situation unterhalten würden, wäre es mir ein Anliegen, mit Ihnen gemeinsam zu ergründen, wofür „das“ eigentlich steht: Was genau ist Ihre Sorge? Was befürchten Sie, würde die neue Beziehung bei Ihren Kindern auslösen? Welche Situationen sehen Sie da auf sich zukommen?

    In diesem Zusammenhang finde ich es auch wichtig, wie Sie selbst über Ihre Trennung von Ihrem früheren Ehemann denken: Wie gut haben Sie und Ihre beiden Kinder die Geschehnisse verarbeitet? Gibt es noch irgendwelche „offenen Rechnungen“ in diesem Zusammenhang? Haben Sie möglicherweise das Gefühl, Ihren Kindern gegenüber in der Schuld zu stehen? Und wie würden Sie Ihre Beziehung zu den Kindern beschreiben?

    Viele allein erziehende Eltern machen die Erfahrung, dass ein neuer Partner bei den Kindern zunächst Eifersucht oder sogar Ablehnung hervorruft. Diese Gefühle treten vor allem dann auf, wenn die Kinder die Beziehung zur Mutter durch den neuen Partner bedroht sehen.

    Daraus können Sie für sich eine nützliche Erkenntnis ableiten: Es macht Sinn, dass Sie Ihr Leben mit den Kindern möglichst wenig ändern, wenn ein neuer Mann in Ihr Leben tritt. Lassen Sie sich Zeit, Ihren neuen Partner gut kennen zu lernen, bevor Sie die Kinder „mit ins Spiel bringen“ (ein Geheimnis sollen die beiden natürlich nicht sein!). Bevor Sie den ersten Kontakt zwischen den Kindern und dem Partner herstellen, hat die Beziehung zwischen Ihnen beiden idealerweise schon eine gewisse Tragfähigkeit erreicht. Natürlich entscheiden Sie selbst, wie Sie die Situation gestalten werden! Für die Kinder ist es aber erfahrungsgemäß leichter, wenn Sie mit den Dates der Mutter (die ja auch auf einem sehr unverbindlichen Niveau bleiben können) nicht so viele Berührungspunkte haben.

    Sie haben mich um meinen Rat gebeten, wie Sie „vernünftig“ mit Ihrem Wunsch den Kindern gegenüber umgehen können. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, führt das diffuse Schuldgefühl dazu, dass Sie Ihre Dates gegenüber den beiden verheimlichen bzw. Treffen mit Freundinnen vorschieben. Wie geht es Ihnen denn damit? Haben Sie den Eindruck, Ihren Kindern gegenüber Rechenschaft ablegen zu müssen? Und was bedeutet „vernünftig“ n diesem Zusammenhang für Sie?

    Sie merken es sicher schon: Die Antwort auf Ihre Frage hängt entscheidend davon ab, wie Sie sich in der Situation erleben und welche Anforderungen Sie an sich selbst stellen. Mit meinen (sicher nicht ganz bequemen) Fragen möchte ich Sie gerne einladen, einen etwas anderen Blick auf Ihre Situation zu werfen. Dabei kommen Ihnen sicher einige interessante Erkenntnisse und Ideen! Und ich möchte Ihnen gerne Mut machen: Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht, sich auch um Ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern! Wenn es Ihnen gut geht, werden davon auch Ihre Kinder profitieren.

    Ich finde es wichtig, wenn Sie mit anderen Erwachsenen über Ihre Wünsche und Fragen sprechen. Der Austausch mit anderen Alleinerziehenden kann Ihnen dabei weitere Anregungen liefern. Vielleicht gönnen Sie sich auch die professionelle Begleitung durch einen Coach?

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Weg mit Mut und Freude weitergehen und sende Ihnen
    herzliche Grüße!

    Britt Bürgel

  5. #15

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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Liebe Frau Bürgel,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie haben mir einige Impulse gegeben, mit denen ich mich einmal näher auseinandersetzen werde, danke dafür. Insbesondere die Fragestellung, warum ich denn das Gefühl habe, Rechenschaft ablegen zu müssen.

    Ihre einfach_so

    PS: Noch eine kleine Anmerkung zu den anderen "Mitschreiberinnen" und dem Aspekt "verheiratet alleinerziehend". Ich habe auch in einer Ehe gelebt, in der mein Exmann beruflich stark eingebunden und wenig zu Hause präsent war. Zwischen diesem "Zustand" und der Situation, tatsächlich alleinerziehend zu sein, liegen noch einmal Welten...

  6. #16

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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Liebe Frau Buergel
    ich habe nun lange gezögert ob ich hier schreiben soll oder nicht, aber ich traue mich nun einfach mal und hoffe auf einige gute Gedankenanstösse.

    Ich bin Mama von 3 kleinen Kindern von denen das Jüngste krank ist. Wir sind die letzten Monate zwischen Krankenhaus und zu Hause hin und her gependelt und haben schwere Zeiten durchgemacht. In dieser Zeit haben mein Mann und ich einfach nur funktionniert, es war selbstverständlich zu 200 % für unseren kranken Sohn da zu sein und daneben noch zu probieren einen einigermassen geregelten Alltag für unsere beiden anderen Kinder aufrecht zu erhalten. Nun ist unser Sohn seit ein paar Wochen stabil und wir haben einen normalen Lebensrythmus wiedergefunden.

    Mir fällt es jedoch unendlich schwer zu mir selbst zurückzufinden, zu entspannen, und loszulassen, so wohl von der Situation als auch von meinen Kindern. Das Wissen um die grosse Zerbrechlichkeit unseres Glücks hindert mich daran einfach nur normal zu leben und führt zu einem chronisch schlechten Gewissen bei mir. Wenn mir mal an einem Tag die Decke auf den Kopf fällt, ich ein Kind zur Oma gebe um einen Termin wahrzunehmen oder ein Kind anmotze, fühle ich mich schlecht und undankbar. Ich habe an unseren schwärzesten Tagen viele Pakte mit Gott und mit mir selbst geschlossen und fühle mich nun «verpflichtet» dazu zu stehen und die beste und aufopferungsvollste Mama der Welt zu sein, sprich immer zu 100 % für meine Kinder da zu sein und nie an mich zu denken. Und wenn ich dann mal einen Einbruch habe, kommt gleich das schlechte Gewissen und ich glaube dass ich mich unserem Glück nicht würdig genug erweise und nicht dankbar genug bin und ich habe Angst dass die Situation wieder kippt und ich sozusagen «bestraft» werde. Hm, klingt wohl ziemlich blöd, und eigentlich weiss ich auch von der Logik her dass es doof ist, dass ich auch Rechte habe und eine gute Mama bin auch wenn ich mal einen schlechten Tag habe oder mal an mich denken will und mir was Gutes tun will. Aber in meinem Kopf oder besser in meinem Herz will das doch nicht so ganz ankommen.

    Wie kann ich vo diesem permanenten Pflichtgefühl und den daraus resultierenden Schuldgefühlen loskommen? Wie kann ich guten Gewissens manchmal was für mich tun, ohne dabei das Gefühl zu haben dass ich dazu kein Recht habe, bzw ich weiss ja dass ich das Recht habe, aber kann es trotzdem nicht ganz akzeptieren.

    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Skippy

  7. #17
    Avatar von Meeresblume
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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Zitat Zitat von einfach_so Beitrag anzeigen

    PS: Noch eine kleine Anmerkung zu den anderen "Mitschreiberinnen" und dem Aspekt "verheiratet alleinerziehend". Ich habe auch in einer Ehe gelebt, in der mein Exmann beruflich stark eingebunden und wenig zu Hause präsent war. Zwischen diesem "Zustand" und der Situation, tatsächlich alleinerziehend zu sein, liegen noch einmal Welten...
    Liebe einfach_so,

    Du hast natürlich vollkommen recht, das das tatsächliche "alleinerziehend sein" etwas völlig anderes ist, als unsere Situation. Ich kann ja die gut gemeint kund getanen Meinungen Dritter auch nicht ausstehen, die unserer Familie ein "normales" Familienleben absprechen wollen, weil man Mann so wenig anwesend ist. In unseren gemeinsamen Stunden und auch zwischendurch am Telefon kann ich alle die Familie und uns betreffenden Dinge mit ihm besprechen und er trägt genauso zu Erziehungsfragen bei usw. Das fühlt sich auch wie "ganz normal" verheiratet sein an :-) Insofern ist die Formulierung "verheiratet alleinerziehend" etwas unglücklich. Ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem weiteren Weg.

    Meeresblume
    Es gibt Wahrheiten, die gelten weder für alle Menschen noch für alle Zeiten. <Voltaire>

  8. #18

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    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Hallo Frau Bürgel,

    ich hatte mal eine ähnliche Frage hier ins Forum gestellt:
    Leben mit Beziehung und Baby einfacher machen

    hier noch mal der Anfang:

    Hallo liebes Forum,
    ich fand den Strand "Leben mit Kindern einfacher machen" vor einiger Zeit so gut und bereichernd und hoffe auf gleichen konstruktiven Input bei der Frage:
    Wie lebt (reaktiviert) Ihr die Beziehung vor allem beim ersten Kind.

    Zu mir: ich bin Mama eines 10Monate alten Goldstückchens, der Vater engagiert sich,
    ich gehe wieder ein bissl arbeiten, wir versuchen uns Freiräume zu gewähren...sind ein tolles Team, als Eltern. Aber als Paar??? auch die schönste Nebensache der Welt ist zeitlich schwierig aber mir fehlts auch an der Lust dazu. Was kann man da machen? Ich will halt nach so einem Tag manchmal nur meine Ruhe...Ich versuchs mit Entspannung, etc aber...
    wir waren auch schon einen Abend weg das war fast wie früher aber dann haben wir halt noch mit dem Babysitter geredet weil sie bei Ihr halt nicht einschlafen wollte und zack...alles wieder weg.

    tja, wie geht/ging es Euch damit und wie überwindet man das? Ein Tipp bisher war nur das erste Jahr noch mal einfach rum gehen zu lassen ..
    ich weiss ich sollte auch froh sein um dass was wir schon erreicht haben, aber die ersten Bekannten haben sich schon getrennt...und man hat halt sein Leben selbst in der Hand..
    ===========
    Wenn ich die vorangegangen Posts lese weiss ich ja schon dass das "vergleichsweise" ein kleines Problem ist, dennoch sehe ich jetzt diese ganz grossen Themen vor mir: Frau bleiben, Partnerschaft erhalten, Schuldgefühlen keinen Raum lassen.....nur wie...

    Sie hatten in einer anderen Antwort davon gesprochen den Körper bei zu viel verkopftheit wieder zu aktivieren, zb durch heisse Duschen...aber gerade dann merke ich wie die Gedanken nur so rasen...

    Sport ist für mich auch wirksam, aber wie, wenn ich gleichzeitig so schnell wie möglich nach der Arbeit zum Kind will...da sind sie wieder die Schuldgefühle...ich habe das Gefühl ich finde die Schnur nicht und kann nicht zwischen Ursachen und Symptomen unterscheiden.

    Ich hoffe ich war jetzt nicht zu durcheinander.
    ich finde dieses Angebot von Ihnen toll

    liebe Grüsse Gardenie

  9. #19
    mujmuj
    gelöscht

    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Hallo Frau Bürgel,

    ich stelle hier auch einfach mal meine Frage ein. Sie beschäftigt mich immer mal wieder und auch aus dem Freundeskreis kenne ich das Phänomen.

    Es geht um Folgendes:
    Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder (2 und 4) und arbeite 20 Stunden die Woche verteilt auf vier Tage. Meine Kinder sind bis 14 Uhr in Krippe und Kindergarten betreut. Daneben arbeite ich auch noch an meiner Dissertation. Beide Betreuungseinrichtungen liegen dicht beieinander und sind fußläufig in 5 Minuten von unserer Wohnung zu erreichen. Mein Arbeitsplatz ist 20 Minuten entfernt. Mein Mann arbeitet 30 Stunden die Woche. Sein Arbeitsplatz liegt zwei Minuten von unserer Wohnung entfernt und demnach 7 Minuten von den Betreuungseinrichtungen.

    Nun begegnet mir häufiger das Problem, dass mein Mann das morgendliche Herrichten der Kinder und das Wegbringen als ungemein stressig empfindet und auf Nachfrage, wenn ich ihn darum bitte, gestresst und bisweilen auch genervt reagiert mit dem Argument: "Das ist zeitlich aber eng"
    Ich bin dann vor den Kopf gestoßen, denn wenn ich morgens beide Kinder mache und pünktlich bei der Arbeit sein will, dann ist es für mich natürlich auch Stress - zumal mein Arbeitsweg auch länger ist. Ich habe dann den Eindruck, er nimmt meinen Stress nicht wahr bzw. denkt, es fällt mir leichter.
    Wir haben nun die Abmachung, dass er zwei Mal die Woche morgens die Kinder macht, ich ihn dabei aber oft unterstützen soll. Ich hingegen muss es an den übrigen drei Tagen, wenn ich pünktlich los will, meist allein bewältigen.
    Hinzu kommt, dass er morgens sehr langsam in Gang kommt und eigentlich ein Langschläfer ist. Ich hingegen komme morgens besser in Tritt.

    Allerdings zieht sich dieses Phänomen nicht nur durch die Morgende, sondern auch durch andere Situationen, dass er in Situationen, die für mich völlig normal sind (einkaufen mit zwei Kindern o.ä.) eher überfordert reagiert, nach dem Motto: "Das lass uns doch mal lieber zusammen machen"

    Mir fällt es in dieser Konstellation schwer, eigene Freiräume durchzusetzen. Meine Dissertation rangiert demnach aktuell auch nur noch unter "fernen liefen". Andere Aktivitäten sind da auch schwierig. Ich habe kein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber, sondern eher meinem Mann, denn ich will nicht, dass er missgestimmt ist.

    Zur zeitlichen Entzerrung gönne ich mir mittlerweile eine Babysitterin, die einmal die Woche nachmittags die Kinder abholt und betreut, so dass ich länger arbeiten kann. Das ist eine gute Maßnahme, löst aber trotzdem nicht das Grundproblem, dass mein Mann sich mit zwei Kindern bisweilen überfordert fühlt.

    Haben Sie vielleicht Anregungen für mich, wie ich diesem Problem langfristig konstruktiv begegnen kann?

    Viele Grüße,
    mujmuj

  10. #20
    centralreservation
    gelöscht

    AW: Experten-Beratung: Mutter sein, Frau bleiben - wie geht das?

    Liebe Frau Bürgel,

    bereits aus Ihren Antworten an die anderen Fragestellerinnen konnte ich etwas für mich mitnehmen. Vielen Dank dafür.

    [...]
    Geändert von centralreservation (25.06.2012 um 13:14 Uhr) Grund: irrelevant

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