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  1. #1
    Avatar von Shaun78
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    Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Hallo an alle!
    Habe hier schon ein bisschen gestöbert und viele schöne Einträge zum Thema Hochzeit gelesen.
    So happy wie viele da klingen bin ich leider nicht im Moment...und ich weiß nicht warum!

    Also von vorne: Ich bin 29, mit meinem Freund seit 5 Jahren zusammen, seit 4 Jahren wohnen wir zusammen und sind ein sehr "eingeschweisstes Team", verbringen sehr viel Zeit miteinander usw. Er ist ein toller Mann, hat einen sehr guten Charakter und es gibt nichts an ihm auszusetzen. Wir hatten einige Probleme in Sachen Job in den letzten Jahren aber auch da scheint es bergauf zu gehen, wir haben halt bisher zusammengehalten auch wenn es teilweise sehr schwierig war.

    Wir haben schon oft das Thema heiraten angesprochen und da er schon sehr früh davon angefangen hat, habe ich seine bisherigen "Spontananträge" nie so wirklich ernst genommen. Trotzdem war ich auch der Meinung, daß wir auf jeden Fall heiraten werden und ich Kinder von ihm haben möchte.

    Letztes Wochenende hat er mir dann einen "richtigen" Antrag gemacht mit Ring und seitdem ist irgendwie alles anders...

    Mir wird auf einmal klar, was für eine enorme Entscheidung das ist und es will sich bei mir kein richtiges Glücksgefühl einstellen. Anstatt dessen sind da Zweifel...ist er wirklich der Richtige, liebe ich ihn wirklich tief genug oder ist da zu viel Gewohnheit dabei? Mache ich mich zu abhängig, bzw. bin ich schon zu abhängig von ihm und möchte einfach nicht allein sein?
    Gibt es vielleicht noch jemand, der noch besser zu mir passt?

    Ich hasse diese Gedanken aber im Moment würde ich lieber davon laufen und habe sogar schon an Trennung gedacht! Und das obwohl ich sehr sehr gerne mit ihm zusammen bin, ich fühle mich wohl und geborgen bei ihm. Aber reicht das?
    Alleine wegen der Angst vor einer falschen Entscheidung laufe ich Gefahr mich tatsächlich zu trennen. Und dann? Dann habe ich ihn verloren. Dann gibt es kein zurück und das nur, weil ich es noch mal ausprobieren wollte wie es sich anfühlt, auf sich allein gestellt zu sein.

    Ich merke, daß es sich nicht so anfühlt wie es sollte nach einem Antrag. Oder kennt jemand diese Gefühle? Ich habe den Eindruck, dass sich bei anderen einfach ein Gefühl von Glück und Sicherheit einstellt und das ist ja wahrscheinlich auch die Grundvoraussetzung fürs Heiraten. Fest daran zu glauben, daß es mit dieser einen Person tatsächlich für immer hält, trotz aller Scheidungsstatistiken.
    Oder?

    Eine verzweifelte Shaun...
    P.S. Mein Freund war schon mal verheiratet, er scheint sich trotzdem sicher zu sein und ich beneide ihn darum...

  2. #2

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    558

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Hallo Shaun,

    ich kann Dich beruhigen. Bei mir war es ähnlich.
    Ich war einfach erstmal geschockt. Muss ich ganz ehrlich sagen. Auch wenn ich auch "schon" 29 Jahre alt bin, also nicht zu jung zum heiraten. Ich denke, dass sich Gedanken, die sich Viele einfach machen.
    Es hat ein bisschen gedauert und seit dem freue ich mich richtig. Wir wollten eventuell erst in 2 Jahren heiraten, jetzt wird es wohl doch schon nächstes Jahr soweit sein.

    Und, mal ganz ehrlich. Wenn es bei Euch gut passt, dann handelst Du nach bestem Wissen und Gewissen. Es kann trotzdem immer schief gehen.
    Ich sage mir, dass das Schlimmste, was einem passieren kann ist, dass dann halt "geschieden" im Lebenslauf steht.
    Das hilft mir, das Ganze relaxt zu sehen.
    Auch wenn ich meinen Schatz liebe weiß ich nicht, was in 20 Jahren sein wird. Das weiß aber niemand von sich, wenn er ehrlich ist.

    Soweit zu meinen Erfahrungen.

    Viele Grüße

    Felina
    Man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.

  3. #3
    Avatar von bausy
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    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Hallo Shaun,

    das ist ja witzig, dachte ich lese meine Geschichte Auch 29, 5 Jahre zusammen, 4 Jahre zusammenleben, ein paar Krisen, Jobgeschichten auch auf und ab (endlich gefestigt jetzt), Heiratsantrag dieses Jahr, Hochzeit bald.

    Die Gedanken sind völlig normal, die du hast. Jede Braut bekommt vorher noch mal ne Panikattacke. Bei mir wars beim Ringekauf - uff, jetzt ist es endgültig. Und da das am WE war, bin ich auch noch in so einer merkwürdigen Stimmung

    Aber letztendlich klingt bei dir alles, als wenn es passt. Und wenn nicht, hey, wir sind doch nicht mehr in der Steinzeit, man kann sich immer noch scheiden lassen, wenn es sich auseinanderlebt.

    Ich finde es nicht schlimm, wenn alles passt und es auch mal langweilige Phasen in einer Beziehung gibt. Und sicherlich sind auf den ersten Blick andere Männer/Beziehungen aufregender, aber das wird a) früher oder später auch mal langweilig und b) wer weiß schon, wie die wirklich im Alltag sind

    Wenn du zufrieden und glücklich bist, dann lass dich drauf ein und versuch dich einfach mal als Ehefrau/Braut zu sehen. Da kommt sicher irgendwie ein klein bißchen Freude auf - bin mir sicher

    grüße und nicht soviel grübeln,
    bausy

  4. #4
    Avatar von maryquitecontrary
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    720

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    hmmm..da sieht meine Einschætzung ja doch anders aus. Es ist ja doch ein Unterschied, eine gut funktionierende Beziehung zu unterhalten - oder zu heiraten.
    Ich halte eine Ehe fuer ein Wagnis, das man nur eingehen sollte, wenn es sich um eine ganz grosse Liebesbeziehung handelt (und vielleicht dann erst recht nicht, kommt auf die Perspektive an).

    Wenn es vor der Ehe nicht auch noch nach einigen Jahren knistert und prickelt und sich reibt usw. dann ist es nach der Trauung auch nicht anders. Aber das Eheversprechen ist ja auf lange Sicht angelegt, und das kann nur gluecken, wenn viel Leben in der Sache ist (vom Fall der Vernunftehe jetzt mal abgesehen).

    Also ich bin jetzt 10 Jahre verheiratet und hætte den Schritt nie getan, wenn es nicht eine/die grosse Liebe wære. (Vorher war ich einige Jahre in einer eingefahrenen lauwarm-Beziehung, da hætte ich nie an Ehe gedacht).

    Fuer den speziellen Liebes-Fall kann ich es also empfehlen, aber fuer eingefahrene Beziehungen, die sich zwar gern haben, aneinander gewøhnt sind und aneinander zwar viele gute Eigenschaften, aber eher weniger Leidenschaft finden, wuerde ich davon abraten.

    (was natuerlich keinen davon abhælt...aber die Scheidungsraten sind ja auch nicht niedrig).

    Maryqc
    that was the river - this is the sea

  5. #5
    Leonie60
    gelöscht

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Shaun,

    ich finde so eine "Zweifelsphase" gut - hattest Du die schon einmal?

    Das ist ja das genaue Hinschauen, ob Du diese Entscheidung treffen willst, ob Du mit diesem Mann Dein Leben verbringen willst, ob Du begründetes Vertrauen hast, mit diesem Mann jede Situation meistern zu können.

    Es gibt beides: Langzeitbeziehungen, die so dahinplätschern, und in denen tatsächlich die Gefahr besteht zu denken, dass alleine die Länge der vorherigen Beziehung Grundlage für eine Ehe ist.
    Da ist gut, wenn einer rechtzeitig die Notbremse zieht.

    Und eben Zweifelsphasen, die Teil des bewussten Entscheidungsprozesses sind. Und wenn dann am Ende ein JA steht, ist das viel besser, als wenn es immer wie eitel Sonnenschein aussah, aber eben gar nicht richtig hingeschaut wurde.

    Ich hatte nach 2 Jahren eine massive Zweifelsphase. Das war anlässlich des konkreten Planes zusammen zu ziehen, und ich habe das erst einmal platzen lassen.
    Ein Jahr später haben wir dann geheiratet (ohne vorher zusammenwohnt zu haben) - und seitdem habe ich nie wieder gezweifelt, dass das der Richtige für mich ist. Und das ist alles über 20 Jahre her.

    Wie ist denn der Stand der Dinge?
    Was hast Du denn geantwortet?
    Weiß Dein Freund, wie es um Dich steht?

    Gruß, Leonie

  6. #6
    Avatar von Shaun78
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    18.07.2007
    Beiträge
    176

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Hallo Ihr Lieben,
    danke für Eure raschen Antworten!

    Felina und Bausy, Eure Worte haben mich sehr beruhigt. Allerdings kann ich die Worte zum Thema "man kann sich ja immer noch scheiden lassen, wenn es nicht klappt, was soll's" so nicht unterzeichnen! Genau das sind nämlich die Gedanken die mich zweifeln lassen.
    Ich denke wenn man realistisch ist, sieht man, dass viele Beziehungen/Ehen nicht ein Leben lang halten. Aber das bringt einen nicht weiter, eine Portion Romantik und die Gefühle gehören dazu sonst würde ja niemand mehr heiraten!

    Um überhaupt eine Ehe einzugehen sollte man zumindest beim "Ja-Wort" wirklich fest davon überzeugt sein, daß es dieses eine Mal mit diesem einen Menschen für immer hält! Das ist mein Anspruch und den finde ich auch richtig...

    @Mary, Dein zweiter Satz ist so richtig, genau das merke ich gerade auch - ich möchte mich nicht von ihm trennen, weil es ja schön ist mit ihm zusammen. Aber zwischen der Beziehung die so vor sich hinplätschert und der Heirat/Ehe besteht doch noch mal ein großer Unterschied, und das nicht nur auf dem Papier! Ich hätte nie gedacht, daß es sich so ernst anfühlen würde.

    Natürlich kann und möchte ich ihn nicht hinhalten, verlieren möchte ich ihn aber auch nicht. Ehrlich gesagt - und das sage ich ihm natürlich NICHT - würde ich es am liebsten ausprobieren, wie es ohne ihn ist! nur um mir über meine Gefühle klar zu werden! Ich habe das Gefühl, in der jetzigen Situation (wir sehen uns ja auch täglich wegen gemeinsamer Wohnung usw.) habe ich ein Brett vor dem Kopf, ein große Nebelwolke um mein Hirn und kann mir meiner Gefühle nicht klar werden.

    @Leonie, ich habe ja gesagt, weil ich vorher schon oft genug sagte, daß ich ja nur noch auf den "richtigen" Antrag mit Ring usw. warte...und dann fühlte sich alles anders an als ich es mir erhoffte! Eigentlich war das Ja eine logische Schlussfolgerung...

    Und ja, mein Freund weiß wie es um mich steht ! Ich kann so was schlecht für mich behalten oder in mich reinfressen. Er ist natürlich einigermaßen verwirrt und durch den Wind.

    Ob es eine Möglichkeit gibt zu sagen, ok wir verschieben das Thema Heiraten erst mal?
    Oder ist es dafür jetzt schon zu spät...und es würde ihm wahrscheinlich wirklich dann wie ein "hinhalten" vorkommen. Schließlich hatte ich ja so lange Zeit mir Gedanken zu machen. Er versteht nicht, warum ich jetzt auf einmal Zweifel habe-
    und ich auch nicht!!!

    Es gab auf jeden Fall Phasen, da hielt ich ihn für die große Liebe. Oder wollte ich halt einfach, daß er es ist und habe mir was vorgemacht? Ojeoje...

  7. #7
    Avatar von Levade
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    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Zitat Zitat von Shaun78
    Ob es eine Möglichkeit gibt zu sagen, ok wir verschieben das Thema Heiraten erst mal?
    Oder ist es dafür jetzt schon zu spät...und es würde ihm wahrscheinlich wirklich dann wie ein "hinhalten" vorkommen. Schließlich hatte ich ja so lange Zeit mir Gedanken zu machen. Er versteht nicht, warum ich jetzt auf einmal Zweifel habe-
    und ich auch nicht!!!
    Selbstverständlich ist es nicht zu spät mit dem Thema zu warten. Und so verwirrt, wie du momentan bist, will dich dein Freund sicher auch nicht heiraten.

    Bleibe bei dir und im Gespräch mit deinem Partner. Ich bin sicher, du findest die richtigen Worte um ihm deutlich zu machen, dass es dir keineswegs ums Hinhalten geht, sondern du einfach mehr Zeit brauchst, deine Vorstellung von deiner Zukunft zu sortieren. Und es hört sich für mich so an, als hättest du einfach noch ein paar sehr persönliche Baustellen, ganz unabhängig von ihm und deiner Beziehung.

    Es ist völlig legitim und ein Zeichen von Ernsthaftigkeit, erst zu sich selbst finden zu wollen um sich nicht aus "falschen Motiven" hinter einer Beziehung zu verstecken.

    Ich wünsche dir alles Gute.
    Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.

  8. #8
    Avatar von Levade
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    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Zitat Zitat von Shaun78
    Es gab auf jeden Fall Phasen, da hielt ich ihn für die große Liebe. Oder wollte ich halt einfach, daß er es ist und habe mir was vorgemacht? Ojeoje...
    Wille ist ein starker Antrieb.
    Ich finde, man sollte diese Leidenschaft nicht so verteufeln.
    Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.

  9. #9
    Avatar von Hopscotch07
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    1.923

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    Hallo Shaun,

    nicht hinhalten, aber die Zweifel zulassen und ernst nehmen. Schau Dir Leonies Posting noch einmal an und bleibe im Gespräch mit Deinem Freund.

    Z.B. über eure jeweiligen Vorstellungen von Ehe und was es euch jeweils bedeutet, sich für immer für einen Menschen zu entscheiden. Über eure Zukunftspläne, Hoffnungen und Ängste. Darüber, wie ihr mit Krisen umgeht und umgegangen seid.

    Und schau Dir auch für Dich eure Beziehung und Deinen Freund nochmals genauer an. Hältst Du es für tragfähig; gibt es Gründe, die dafür sprechen, dass Du mit diesem Mann Dein Leben verbringen kannst und gibt es Gründe dagegen. Und gestaltet ihr eurer (Zusammen)leben so, dass es Dir gefällt oder gibt es doch eigentlich Änderungswünsche oder -phantasien? Geh in Dich, wie stellst Du Dir Dein Leben in 10, 20 Jahren vor?

    Undsoweiter.

    Dass Dein Freund durch den Wind ist, ist verständlich. Aber da es um eine wirklich grosse Entscheidung geht, ist es ebenfalls gut für ihn, wenn Du jetzt zweifelst (und nicht erst nach dem Ja-Wort): dann wird Deine Entscheidung Hand und Fuss haben und nicht aus Verliebtheit+Gewohnheit/schon lange Beziehung getroffen.

    "Ohne ihn" ausprobieren im Sinne von echter Trennung auf Zeit würde ich persönlich nicht; aber nichts spricht dagegen, sich ein wenig Distanz zuzugestehen.

    Gruss
    hopscotch

  10. #10

    Registriert seit
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    166

    AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag

    eine gute ehe kann man nicht nur mit träumen aufbauen, es ist harte arbeit von beiden seiten. für mich wäre wichtig zu wissen:

    ist dieser mann ein verlässlicher partner, auch wenn es mir mal schlecht geht. nimmt er mich ernst oder will er immer im vordergrund stehen, mich klein halten oder sogar verändern. wie geht er mit seiner familie, seinen freunden um. Mag er kinder oder empfindet er sie als lästig. sind interessen vorhanden, die beide mögen, werden andere interessen akzeptiert. für mich wäre unheimlich wichtig, dass ich mit diesem mann lachen kann, dass er mich einfach so nimmt wie ich bin, mit all meinen fehlern und macken. kann er sich vorstellen, dass ich trotz ehe und kinder arbeiten werde.

    I:-))

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