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Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    Avatar von tiger74
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    Frage Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Wir bewohnen seit einigen Jahren ein Haus mit Keller, wozu auch ein Anbau gehört, der nicht unterkellert ist und damit eine halbe Etage unter/über EG und OG liegt.

    Vom Eingang / Treppenhaus muss man also eine halbe Treppe runter und dann durch eine Tür, dann gelangt man in den Anbau (EG). Hier ist ein Vorraum, links geht ein kleines und vor allem uraltes Bad ab, schräg rechts liegt ein Mini-Abstellraum (3 qm) und schräg links geht's in die Waschküche mit Fenster zur Garage.

    Das OG des Anbaus ist von den Vorbesitzern nur teilweise ausgebaut worden. Dazu geht man eine halbe Etage nach oben. Vom Treppenhaus geht eine Tür ab, die in ein kleines Duschbad führt. Dahinter wurde der Raum (schräge Wände) nicht weiter ausgebaut. Zu diesem gelangt also nicht über das Duschbad, sondern nur über eine alte Holztreppe zum Herunterlassen über die Waschküche (wie man das von alten Dachböden kennt).

    Wir überlegen nun schon seit längerem wie wir den Anbau besser nutzen können.

    Die Waschküche ist natürlich sehr praktisch, allerdings nervt mich da diese Wand, die die Waschküche vom Mini-Abstellraum trennt. Die Wand verläuft nicht geradlinig, sondern trennt den Mini-Abstellraum wie ein Rechteck von der Waschküche ab. Mit anderen Worten: In der Waschküche existiert dadurch eine Nische, die ebenfalls nur unpraktisch ist.
    Da diese Wand nur im EG des Anbaus existiert, überlege ich, ob man die einreißen kann, bevor man sich das OG "zur Brust nimmt", um aus dem Duschbad ein großes Badezimmer mit Wanne und angrenzendem Ankleideraum macht.

    Mein Mann hätte gern einen Teil des EG vom Anbau umgebaut in eine Sauna. Ob das möglich ist bzw. was so ein Sauna-Einbau kostet, weiß ich aber nicht. Vor allem bin ich bei den steigenden Preisen (Gas, Strom, Öl) unsicher, ob wir uns mit der Sauna nicht ein "Fass ohne Boden" ins Haus holen.

    Hat jemand von euch mit solchen baulichen Veränderungen Erfahrungen? Kann mir jemand sagen, woran ich erkennen kann, ob diese Wand in der Waschküche tragend ist? Wo finde ich ggf. einen Statiker / (Innen-)Architekten? Was kostet so eine Planung vom Fachmann? Wie kann ich die Kosten möglichst niedrig halten? Und was könnte ich bei unseren Überlegungen noch alles vergessen haben?

  2. #2
    Avatar von Mimi07
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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    So aus der Ferne kann man schwer sagen, ob die Wand tragend ist.
    Gibt es noch Bauunterlagen von eurem Haus? Wenn nicht, lohnt es sich, beim Landkreis mal nachzufragen, ob sie noch Unterlagen haben,die Statik ist wichtig.

    In der Statik erkennt man, wo die Decke aufliegt, die Wand wo irgendwas aufliegt, ist tragend

    Wenn die Wand den Abstellraum von der Waschküche trennt, ist sie massiv? Wenn sie nur aus Gipskarton besteht, ist sie nicht tragend.

    Vom Sauna-Bau habe ich leider keine Ahnung.

    Einen guten Architekten oder Statiker findet man am besten durch Mund-zu Mund-Propaganda: kennst du Nachbarn oder Freunde, die gebaut oder umgebaut haben?
    Geändert von Mimi07 (06.02.2013 um 13:05 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. #3
    zio
    zio ist offline
    Avatar von zio
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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Hallo Tiger!

    Ich hatte mir aufgrund Deiner Angaben versucht,eine Skizze des Anbaues zu machen, leider vergeblich, denn Du schreibst schräg links und schräg rechts, da kann ich nicht viel damit anfangen.

    Zuerst geht man Treppen hinunter in den Zubau, dann wieder Treppen hinauf zum Zimmer mit der Dachschräge.

    Schräg rechts wäre dann am anderen Ende des Zubaues? Gibt es dazwischen einen Gang?

    Wenn die Abteilung innerhalb der Waschküche ist, würde es sich anbieten, dort eine Sauna zu errichten und die kleine Nische als Dusche zu nützen?

    Liebe Grüße
    Zio

  4. #4
    Avatar von Antje3
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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Generell findet man einen Architekten über die Kammer - und die haben auch online ein Verzeichnis, wo Du z.B. nach Postleitzahlen googlen kannst.

    Die Kosten für einen Architekten bestimmen sich nach der Honorarordnung - und die hängt von des Kosten des Bauvorhabens ab.

    Je nachdem was Du beauftragst (die Arbeit des Architekten bei einem Bauvorhaben unterteilt sich in 9 Leistungsphasen) ist der Prozentsatz von seinem Gesamthonorar festgelegt.

    Bei Umbauten ist zu beachten, daß 20 % Umbauzuschlag üblich sind.

    Man kann die Kosten nicht einfach als "immer xy Prozent" benennen - denn je nach Bausumme verändert sich der Prozentsatz und auch je nach Schwierigkeitsgrad.
    Mal als Beispiel: Bei 100.000 € Bausumme kostet das Architektenhonorar bei mittlerem Schwierigkeitsgrad 14.000 € brutto.

    Leistungsphasen
    1. Grundlagenermittlung 3%
    2. Vorplanung 7%
    3. Entwurfsplanung 11%
    4. Genehmigungsplanung 6%
    5. Ausführungsplanung 25%
    6. Vorbereitung der Vergabe 10%
    7. Mitwirkung bei der Vergabe 4%
    8. Objektüberwachung 31%
    9. Objektbetreuung und Dokumentation 3%

    Wenn Du wissen willst, was bei den einzelnen Leistungsphasen inkludiert ist, google einfach nach HOAI und Leistungsphasen. (der Umfang umfaßt komplett meist über 5 Jahre - also die komplette Gewährleistung auch, Ausschreibungen für die Arbeiten, Prüfungen usw.), Bauleitung usw.

    Du wirst also vermutlich nicht alles brauchen.

    Für das Geld ist es also nicht nur ein paar Skizzen machen....

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  5. #5
    Avatar von Mimi07
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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Ja, Adressen von Architekten, Planer und Statiker bekommt man über die Kammer.
    Trotzdem würde ich mich in der Nachbarschaft umhören, wer mit welchem Planer gute Erfahrungen gemacht hat.
    Es stimmt, dass nach HOAI abgerechnet wird, aber eine Sauna in den Anbau planen hört sich für mich nach einem kleineren Vorhaben an, welches vermutlich nicht nach HOAI abgerechnet wird.

  6. #6

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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Hallo,

    wir hatten bei unserem Umbau vor 1.5Jahren auch die Frage: Können wir diese Wände einreissen oder nicht? Wir haben dann einen Statiker engagiert, der mittels Ortsbesichtigung und der alten Baupläne entschieden hat: Das und das kann weg, der Pfosten muss bleiben oder es muss ein Stahlträger eingezogen werden.
    Kostenpunkt: 80€, war ca. 45min Beratung vor Ort plus Anfahrt.

    Saunen gibt es ja auch schon als "Bausatz" zum frei stellen - wenn also der Platz im Haus reicht, braucht man da meines Wissens nach keine Umbaugenehmigung. (Nach meiner Meinung wäre ein Architekt für den nachträglichen Einbau einer Sauna ein bisschen übertrieben - aber das muss jeder nach eigenem Können/Wollen entscheiden.)

    Ich würde also erstmal einen Statiker kommen lassen um abzuklären, ob das platztechnisch überhaupt machbar wäre, bzw welcher Mehraufwand ggf auf einen zukommt. Um mir danach dann Gedanken zu machen, wie ich den Rest gestalten kann.

  7. #7

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    13

    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Oh, das kann man wirklich nicht pauschal sagen. Das ist eigentlich eine Frage an einen Fachmann. Die Faustregel ist jedoch, dass Außenwände immer tragend sind und bei großen Räumen gerne auch mal eine innenliegende Wand. In der Regel sind tragende Wände auch viel dicker. Aber es ist unbedingt nötig, dass du einen Architekten/ Bauingenieur befragst. Denn wenn etwas schief geht, ist nichts versichert. Wenn dir aber der Fachmann einen Rat gibt, dann kannst du dich darauf verlassen. Wenn es ein falscher Rat ist, dann trägt er das Risiko. Denn schnell entstehen Risse in der Wand und die Statik ist hinüber. Entweder du gehst zur Architektenkammer oder nimmst die Gelben Seiten. Eine Umfrage in der Bekanntschaft kann nichts schaden.

    LG
    Tinkalein
    Geändert von Tinkalein (23.05.2013 um 17:17 Uhr)

  8. #8
    jofi
    gelöscht

    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Wir haben mal in einem Haus eine tragende Wand einreißen lassen. War möglich, wir mussten nur einen T-Träger einziehen.

  9. #9
    Avatar von Mimi07
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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Ja, das geht, der T-Träger überträgt die Lasten nach links und rechts ins Mauerwerk.
    Aber die Größe des T-Trägers legt der Statiker fest.
    Ich würde im Bekannten/Kollegenkreis jemanden fragen der gebaut oder umgebaut hat, mit welchem Statiker oder Bauingenieur er zufrieden war.
    Das ganze Bauvorhaben hört sich nicht besonders groß an, das läßt sich sicherlich nach Zeitaufwand abrechnen.

  10. #10

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    AW: Wand einreißen: tragend oder nicht tragend?

    Wir haben es ebenfalls mit einem T-Träger gelöst. Ist die beste Lösung, wenn es sich um eine tragende Wand handelt. Wie meine Vorredner schon sagten, erkennst du tragende Wände an ihrer massivität. Sonstige Wände sind meist aus Spannplatte oder gipskarton. Schon beim Gegenklopfen ist dies leicht zu erkennen. Die Garantie gibts jedoch nur vom Fachmann.

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