Sukkot gilt als das größte Freudenfest des jüdischen Jahres. Der Name stammt von folgendem Brauch: In Erinnerung an die Wüstenwanderung (Exodusbezug erst in der Exilszeit, zuvor reines Erntefest) bauen Juden aus Ästen, Blättern und Stoffplanen zu diesem Fest eine Laubhütte unter freiem Himmel – im Garten, auf dem Hof oder auch auf dem Balkon. In dieser Hütte werden die Mahlzeiten abgehalten, es wird gefeiert und evtl. werden auch jüdische Texte gelernt. Falls das Klima es zulässt, kann in dieser Laubhütte auch übernachtet werden.
Das Bauen der Laubhütte soll daran erinnern, dass die Menschen sich in der Welt auf Materielles wenig verlassen können, weil es jederzeit verloren gehen kann. Gott hingegen könne unbedingt vertraut werden, er sei unvergänglich.
Zu den Gottesdiensten in der Synagoge bringen die Teilnehmer Feststräuße aus vier Pflanzenarten mit: ein Palmzweig (hebr. Lulaw), drei Myrtenzweige (hebr. Hadassim), zwei Bachweidenzweige (hebr. Arawot), und den Etrog (eine Sorte der Zitronatzitrone). Diese „Vier Arten“ werden einmal täglich geschüttelt (mit Ausnahme des Schabbat).
Da zu Sukkot Salomo den Tempel in Jerusalem geweiht hat, wird an Sukkot aus der Bibel das Buch Kohelet, das Weisheitsbuch des Königs Salomo, gelesen. Am letzten Tag von Sukkot findet das Fest der Tora-Freude (Simchat Tora) statt. Im Reformjudentum dauert Sukkot auch in der Diaspora nicht acht, sondern nur sieben Tage.