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  1. #1

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    Gedankenchaos Kinderwunsch

    Liebe Alle,
    schon lange lese ich hier mit, nun möchte ich mich auch zu Wort melden. Der Beitrag wird vermutlich recht lang, ich hoffe, dass dennoch einige von euch mitlesen und mir mit ihren Gedanken und Fragen vielleicht helfen, Ordnung in mein Gedankenchaos zu bekommen.
    Ich bin 29 Jahre, verheiratet, in einer sehr glücklichen Partnerschaft. Seit ca. 2 Jahren hat sich der KiWu in meinen Kopf geschlichen und führt immer wieder zu Grübelphasen. Bislang habe ich mich leider nicht entscheiden können - Kind ja, nein, wann?
    Hier erstmal was dafür spräche: Ich liebe meinen Partner sehr und es wäre wunderschön so ein kleines Etwas zu haben, was Teile von ihm und mir vereint. Mein Partner mag Kinder sehr, er geht vollkommen darin auf, wenn er mit Kindern unserer Freunde Kontakt hat. Beruflich ist es wohl nicht die optimale Zeit, aber es passt schon und könnte schlechter sein. Stelle mir das Leben zu dritt teilweise sehr schön vor (zu idealisiert), habe Lust auf all die Dinge, die man mit Kindern machen und erleben kann. Halte das Leben mit Kind für sehr sinnerfüllt. Thematisch bin ich immer wieder am Nachdenken darüber, wenn Freundinnen/Bekannte schwanger werden, werde ich traurig, neidisch und gerate aber auch sehr unter Druck, weil ich das Gefühl habe, durch mein ganzes Grübeln und mich nicht entscheiden, mir etwas vorzuenthalten.
    Nun die lange Liste der Dinge, die mich zweifeln lassen:
    1) Will ich wirklich ein Kind oder habe ich das Gefühl, dass es dazu gehört, lasse mir das von den äußeren Erwartungen einreden?
    2) Ein bisschen Angst um die Qualität unserer Beziehung (Stress, weniger Zeit zu zweit, die uns sehr wichtig ist,...)
    3) Bin beruflich noch nicht wirklich sicher, ob mein Job wirklich das "wahre" ist, evtl. entscheide ich mich noch mal umzusatteln, ist mit Kind sicher nicht so einfach
    4) Zweifel, ob ich eine gute Mutter sein kann - mein Partner mein "absolut", ich selber hatte recht komplizierte Eltern unter deren MAcken ich tw. echt gelitten habe und habe nun auch psychisch so meine Ecken und KAnten (kleiner Selbstwert, Angst vor Fehlern u. Fehlentscheidungen [siehe dieser Beitrag], manchmal launisch) und habe Sorge, meinem Kind das Leben auch schwer zu machen
    5) Angst vorm Pille absetzen - habe sehr schlimmen Haarausfall der deutlich sichtbar ist und befürchte durch die hormonellen Veränderungen des Pille absetzens eine Verschlechterung, fühle mich jetzt schon sehr unohl mit meinem Äußeren (ganz wichtiger Punkt gerade, auch wenn ich mich dabei oberflächlich fühle, komm ich einfach nicht dahin, die Pille abzusetzen [nicht unbedingt um gleich schwanger zu werden]
    6) Angst vor möglichen Komplikationen, Angst vor der Angst vor solchen während der Schwangerschaft und Angst vorm Geburtsschmerz
    7) BEdenken bezüglich der Gestaltung der Beziehung zu den Großeltern des Kindes (habe zu meinen Eltern sehr wenig Kontakt, weil sie mir nicht gut tun, wie soll das dann werden, mag dem Kind auch nicht die Großeltern vorenthalten)
    8) Sorge ob ich mit meiner Angst vor Fehlern und meinem Perfektionismus die Doppelbelastung Beruf/Mutter gut händeln kann
    9) Traue meinem eigenen Wunsch nach einem Kind nicht wirklich, habe Sorge mich eigentlich nach etwas anderem zu sehnen (aktuell zB eine Pause vom tw. frustrierenden Job - wobei mir eigentlich klar ist, dass das Leben mit Kind langfristig mehr Stress macht)
    ...
    Das sind vermutlich nicht alle Bedenken aber erst mal ein Anfang. Ich habe halt einerseits diese Sehnsucht nach einem Kind in mir (ziemlich starkes Gefühl) und andererseits all diese Zweifel. Ich habe wie unter Punkt 9 beschrieben halt Sorge, dass ich mir etwas vormachen könnte. Dazu muss ich aber anfügen, dass ich dieses Problem habe, immer die richtige Entscheidung treffen zu wollen und meinen Gefühlen schwer über den Weg traue. Resultat meiner Erziehung, ich arbeite da schon dran. Andererseits weiß ich sogar, dass ich wenn wirklich mal was nicht optimal läuft, eigentlich recht gut mit Schwierigkeiten umgehen kann. Das Hin- und Hergerissensein ist anstrengend, das Thema ständig in meinem Kopf, ich will endlich zu einer Entscheidung kommen. Hinzu kommt nämlich, dass ich an Hashimoto und Hyperprolaktinämie leide und es vielleicht nicht ganz einfach werden könnte, schwanger zu werden. Mein PArtner sieht das ganze sehr gelassen und optimistisch. Er meint, ich wäre sicher eine tolle Mutter, er liebt mich und das Leben mit mir und für ihn wäre es mit und ohne Kind ok, hps. wird sind zusammen.
    Jetzt habt ihr einen kleinen Ausschnitt meines Gedankenchaos. Über Rückmeldungen, Erfahrungen, Tipps würde ich mich total freuen. Lieben Dank, Schneck

  2. #2
    Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Ich habe hier letztlich die Anregung gelesen, dass man sich nicht nur fragen soll, ob man sich ein Leben mit Kindern vorstellen kann, sondern dass man sich fragen soll, kann ich mir vorstellen nie ein Kind zu haben.



    Ich wollte nie Kinder und bin mit dieser Entscheidung auch immer noch voll mit mir im Reinen und zufrieden.
    Bei mir kam eine gewisse Nagelprobe als ich mit 25 eine Unterleibs-OP hatte und vor der OP unterschreiben sollte, dass mir unter Umständen nicht nur die Zyste, sondern auch auch der Eierstock entfernt werden kann.

    Es war auch für mich ein Unterschied, ob ich keine Kinder bekommen will oder kann. Aber nach längerem Nachdenken war das damals für mich kein Problem. Ich habe dann zwar meine Eierstöcke behalten, aber ich denke nicht, dass ich ein Problem damit gehabt hatte, wenn es anders gewesen wäre.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  3. #3

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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Wir sind uns ein bisschen ähnlich, ich wäge auch immer alles und jedes zu einer entscheidung ab. bauchentscheidungen sind nicht so meins.
    ich lese aus deinem post: mach es!
    o.g. frage,ob du dir ein leben ohne kind vorstellen kannst, finde ich wichtig. falls du das aber nur sehr sehr ungern tust (wenn mans nicht ändern kann ist ja alles anders..), dann spricht alles nur dafür. ich persönöich habe die erfahrung gemacht. das mir mein sohn sogar geholfen hat, etwas lockerer zu werden und mehr vertrauen in schnellere entscheidungen zu bekommen! du hast weniger zeit zu grübeln und merkst häufig, das dus aus dem bauch raus gar nicht so falsch machst. ein kind gibt denke ich selbstvertrauen und bestätigung. weil du für jmd. emtscheiden musst,der dir einfach blind vertraut.
    klar, alle zweifel argumente haben ihre berechtigung und manche, wie das die partnerschaft anfangs weniger zweisam ist, treffen auch ganz sicher zu. bei diesem punkt allerdings steht dagegen das ein kind euch auch noch mehr verbindet..und die babyzeit dauert nicht ewig :) ihr habt ja geheiratet, weil ihr noch länger zusammen bleiben wollt :)
    dei partner klingt wie jmd. der alle möglichen schwierigkeiten mitträgt und der seinen part sicher leisten wird.
    angst vor behinderung, geburt etc. sind normal und werden nie weg sein. da du kommst aber nur raus, wenn du kein kind bekommst und daher: man muss versuchen. so gut wie möglich gelassen zu bleiben. alles was kommt könnt ihr gemeinsam meistern, der gedanke hat auch was schönes, es ist ja ein echtes abenteuer das nur ihr beide erlebt und das euch verbindet.
    ich glaube übrigens auch, das dich die schwangerschaft deinem körper gegenüber toleranter und stolzer werden lässt. während einer schwangerschaft fühlen sich fast alle frauen schön,auch wenn sie es vielleicht nicht sind. es ist ein wunder das man selbst 'vollbringt' und leistet, das ist toll. nach der schwangerschaft ist man ( mehr oder weniger )gezeichnet aber vielleicht was das angeht erstens gelassener und zweitens nagt die zeit auch an menschen, die das nicht hinter sich haben.
    wie gesagt: für mich liest sich das wie ein normaler innerer konflikt bei einem besonders kontrollierten menschen. positiv gesehen siehst du die dinge realistisch. alles im leben hat vor und nachteile, das ist leider so. auch das kinderkriegen:) lass dir sagen das die vorteile überwiegen, wenn man sich ein kind wünscht und soviel passt wie bei dir. machs! Alles Gute
    sorry wg. der fehler, schreibe mit tablet!
    übrigens sind wir gleich alt, beide verheiratet und ich habe das gefühl, jd. deiner gedanken zum thema zu kennen:) wobei mein kinderwunsch so stark war, das ich ihn nie wirklich in frage gestellt habe. habe mehr oder öfter all diese zweifel während der schwangerschaft gehabt.
    Geändert von Konya83 (10.02.2013 um 16:08 Uhr)

  4. #4
    Avatar von Brombeerkatze1
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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Ganz spontan und aus dem Bauch heraus würde ich auch sagen "trau dich"!
    Vorallem was du von dir und deinem Mann schreibst klingt sehr gut..

    Ich kann deine Ängste gut verstehen, hatte sie so oder so ähnlich.. bis ich mir irgendwann gedacht habe dass ich mein Leben nicht vom "alten Affen Angst" abhängig mache.
    Mein Kind ist jetzt zwei Jahre alt und mittlerweile wird mir eher Angst und Bange wenn ich mir vorstelle ich hätte darauf verzichtet - aus Angst.

    Keines der "Angstszenarien" ist eingetreten, auch unsere Ehe ist trotz erheblich geschrumpfter Zweisamkeit sehr glücklich, die gemeinsame Freude über unser Kind ist auch eine große Bereicherung.

    Nur Mut!
    You can find me if you want me in the garden....

  5. #5

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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Liebe Schnecke83,

    du kommst mir sehr sympathisch vor mit deinen Überlegungen und Gedanken; und sehr viele davon kann ich gut nachvollziehen. Ich war genauso alt wie du, als mir diese Fragen durch den Kopf gingen. Daher gehe ich mal auf deine geschilderten Ängste ein...

    1) Will ich wirklich ein Kind oder habe ich das Gefühl, dass es dazu gehört? Rückfrage: Spielt das eine Rolle? Du beschreibst deinen Kinderwunsch sehr emotional, instinktiv. Wichtig finde ich: Ein "echter" Kinderwunsch heisst nicht, dass man nachher - wenn man schwanger ist oder wenn das Baby da ist - immer alles super finden und immer glücklich sein muss! Ein Leben mit Kind wird irgendwann ganz normal, dann kommt es immer wieder vor, dass dich alles nervt oder dass du sogar denkst "Ach, es wäre doch ganz schön ohne..." Trotzdem hattest du einen berechtigten Kinderwunsch!

    2) Ein bisschen Angst um die Qualität unserer Beziehung - Ist ein wichtiger Punkt. Da werden dir alle erfahrenen Mütter dasselbe sagen: Die Beziehung verändert sich. Ob die Qualität steigt oder sinkt, hängt ganz allein von euch beiden ab. Das Kind bringt Dynamik - was ihr draus macht, ist eure Sache. Wenn es Probleme gibt, könnt ihr euch Unterstützung suchen! - wird gerade jungen Eltern oft und zu Recht empfohlen.

    3) Job für ewig? Umsatteln ist auch mit Kind noch gut möglich. Keine Angst. Ich habe z.B. gerade durch die anstrengende und fordernde Zeit mit meinem Kind gemerkt, was mir bei meiner Arbeit def. NICHT gefällt, dass ich langfristig diese und jene Kompromisse nicht mehr machen möchte, und unternehme die Schritte, um in 10 Jahren in einem ganz anderen Bereich zu arbeiten. Klar, ein "Umsatteln" - wenn es mit Arbeitsreduktion und einer möglichen Zweitausbildung zusammenhängt - muss mit dem Partner abgesprochen und gemeinsam getragen werden.

    4) Zweifel, ob ich eine gute Mutter sein kann - da finde ich es wichtig, dass du dich unabhängig davon machst, wie dein Umfeld eine "gute Mutter" interpretiert. Wenn dein Umfeld meint, dass du "zuviel" arbeitest und zu wenig für dein Kind da wärst - lass es meinen. Es zählt nur die Beziehung zwischen dir und deinem Kind - und die gestaltet ihr beide, sonst niemand. Ich kann z.B. gar nicht besonders gut mit Kindern spielen, bin sehr unflexibel, habe wenig Fantasie und auch wenig Geduld - dafür bin ich die ideale "Vorlese-Mama", die v.a. für die unangenehmen Dinge (Arztbesuch, Kind wickeln, Zähne putzen, nachts aufstehen) zuständig ist - und lange habe ich mich sehr defizitär gefühlt, wenn ich andere Mütter mit ihren Kindern beobachtet habe. Aber das kann man lernen, abzulegen ;-)

    5) Angst vorm Pille absetzen - das kenne ich auch gut ;-) Ich habe die Pille immer gut vertragen und gerne genommen. Tipp: Wenn ihr euch sicher seid mit dem Kinderwunsch, dann legt es am besten gleich drauf an, schwanger zu werden. Dann bist du schnell wieder im "Hormonrausch". Das hat zwar den Nachteil, die Beziehung zu stressen, aber vielleicht kannst du ohne grosses Aufhebens "nachhelfen" - z.B. durch Temperaturmessung oder Ovulationstests - und dann am Eisprungtag deinen Schatz verführen... Nur leider bin ich auch für die üblen Wahrheiten: Rechne mit schlimmem Haarausfall NACH der Schwangerschaft. Muss nicht bei jeder kommen, kann dich aber gut treffen (Kurzhaarschnitt zulegen?).

    6) Angst vor möglichen Komplikationen bei der Geburt: Lass dir nix einreden, sondern gehe nach deinem Gefühl. Wenn du während der Schwangerschaft wirklich immer noch grosse Angst hast - dann denk in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen über eine PDA oder einen Wunschkaiserschnitt nach. Da wäre ich wirklich sehr pragmatisch.

    7) Bedenken bezüglich der Gestaltung der Beziehung zu den Großeltern des Kindes - da kann ich aus eigener Erfahrung nicht viel sagen, aber meine beste Freundin erlebt so etwas: Auch hier gab die Geburt ihrer Tochter den Auslöser, "ungute" Beziehungsmuster klar zu erkennen und auch abzustellen. Sie ist jetzt ziemlich alleine auf der Welt, weil sie die Bez. zu den Eltern auf's Minimum eingeschränkt hat, einfach weil es 1. ihr nicht gut tut und sie 2. der Meinung ist, es habe keinen guten Einfluss auf das Kind. Schade für die Grosseltern, aber es gibt kein "Recht" auf Enkel-Kontakt, so einfach ist das... Wenn dir Familienanschluss wichtig ist, freunde dich mit deiner Schwiegerfamilie an ;-)

    8) Sorge ob ich mit meiner Angst vor Fehlern und meinem Perfektionismus die Doppelbelastung... Das ist schon ernst zu nehmen: Eine Doppelbelastung wird es v.a. dann, wenn man in beidem "perfekt" sein will - wobei das "Perfekte" ja meist von aussen definiert wird. Wenn du z.B. weiterhin die Mitarbeiterin mit den meisten Überstunden sein willst, aber gleichzeitig deinem Kind nur selbst gebackene Brötchen vorsetzen und alle Stoffwindeln selbst waschen willst, kann wirst du scheitern. Und zwar sehr schnell. Vielleicht hilft es dir, in einer ruhigen Minute zu überlegen: Wie und Was will ich im Job sein? Wie will ich wahrgenommen werden? Was ist mir wichtig, auch weiterhin zu leisten? Wo kann ich Abstriche machen?

    9) Du traust dem Wunsch nicht wirklich... Es ist gut möglich, dass sich der Wunsch nach Veränderungen in anderen Bereichen (Jobwechsel) auf ein Kind überträgt. Auch das war bei mir so. Nur - wenn dann das Kind da ist, ist der Job immer noch xxx und es nervt dich noch mehr. D.h. du kommst normalerweise um die Lösung des eigentlichen Problems nicht herum. Ein Kind kann dir aber - gerade aufgrund des Drucks, den es verursacht (Zeitnot, knappere Finanzen) solche Entscheidungen leichter machen. Denn du hast du nur ein Leben!

    Alles Gute und nur Mut zur Entscheidung!

  6. #6
    Avatar von Couchpotatoe
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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Liebe Schneck,

    ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an - ich kann mir gut vorstellen, dass du gemeinsam mit deinem Mann das Abenteuer Kind sehr gut meistern (und bestimmt genießen) würdest.

    Deine Überlegungen finde ich allesamt nachvollziehbar und auch vernünftig, blauäugig scheinst du nicht zu sein.

    Der Tipp von Promethea ist Goldes wert, finde ich!

    Und was Konya sagt, kann ich bestätigen: Ein Kind hilft dabei, Entscheidungen rasch zu treffen, weil das manchmal gar nicht anders geht. Und man wird jeden Tag ein wenig lockerer. Ich bin ein eher ängstlicher Typ, aber ich werde immer sicherer im Umgang und traue meinem Urteilsvermögen auch einiges zu

    Dornenblume verheimlicht dir auch das mit dem Haarausfall nicht - und mir ging's wie ihr, hatte ich auch. Dafür habe ich während der Schwangerschaft kein einziges Haar verloren. Ich hatte mein Leben kein schöneres Haar als zu der Zeit. Aber ich glaube, dieser Ausfall nach der Schwangerschaft kann auch damit zusammenhängen, dass eben während der Schwangerschaft kaum was ausfällt - dann sammelt sich das an, sozusagen. Nach einigen Monaten hat sich das aber wieder auf den Prä-Schwangerschaftszustand normalisiert. Aber da macht vielleicht jede andere Erfahrungen ... du kannst ja diesbezüglich vielleicht mal mit deiner/deinem Gyn sprechen?

    Oh, und wegen den Großeltern/deinen Eltern: Ich glaube, grundsätzlich haben auch Großeltern ein Recht auf Kontakt zum Enkel - allerdings nur, wenn es zum Kindswohl ist. Und fürs Kindswohl dürfte eine gute Atmosphäre wichtig sein. Und "Kontakt" muss ja jetzt nicht heißen: 24 x im Jahr. Ich bin sicher, du und dein Mann werdet eine Lösung finden, die lebbar für dich ist.

    Ich schließe mich übrigens Dornenblume auch in puncto Geburt an: Du kannst dir eine PDA legen lassen - selbst wenn du die Schmerzmittel nicht brauchen solltest, könntest du sie dann jederzeit kriegen, das beruhigt dich sicherlich. Hier würde ich mich von deiner/deinem Gyn und vielleicht auch einer Hebamme beraten lassen. Bei mir war der Schmerz zwar durchaus deutlich vorhanden, aber ich hab's mir schlimmer vorgestellt. Mir hat geholfen, mir in den Wochen vor der Geburt immer mal wieder zu sagen: Mein Körper ist dafür gemacht, ich kann das. Aber auch hier findest du für dich sicher den richtigen Weg!

    Mein Leben ist anders geworden, seit mein Kind da ist. In vieler Hinsicht besser. In mancher Hinsicht anstrengender. In mancher Hinsicht unflexibler. In vieler Hinsicht wesentlich spannender. Und: Man kann sich davor gar nicht vorstellen, was sich nicht alles doch regeln lässt. Mit was man selbst nicht doch umgehen kann. Also ich persönlich habe mich oft überrascht (im besten Sinn).

    Wie du dich auch entscheidest: Ich wünsche dir alles Gute!
    +++ Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann niemand helfen. (Johann Heinrich Pestalozzi) +++

  7. #7

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    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Hallo, vielen Dank für eure ausführlichen Antworten, die mir echt geholfen und Mut gemacht haben. Ich versuche mal der Reihe nach ein paar Antworten zu geben...
    @prometheatoll dass du deinen weg gefunden hast und damit zufrieden bist. genau das ist auch mein wunsch: eine entscheidung hinter der ich stehen kann. ich habe mir deinen rat zu herzen genommen und versucht über die frage "könnte ich ohne kinder leben" nachzudenken. irgendwie habe ich da von anfang an so einen inneren widerwillen gespürt überhaupt drüber nachzudenken. wo immer der herkommen mag. na ja, letztlich könnte ich das sicher schon, wenn nicht wäre ich mir ja sicher, dass ich alles daran setzen muss ein kind zu kriegen. hmm. so richtig weitergebracht hat mich das nachdenken nicht, vielleicht braucht es noch ein bisschen zeit.
    @konyadein beitrag hat mir mut gemacht. ein bisschen hoffe ich auch, dass ich mit kind, wenn ich denn erst eins hätte, lockerer werden würde, letztlich traue ich mir schon zu, prioritäten zu setzen und da stände das kind einfach ganz weit oben. auch was du über meinen partner gesagt hast stimmt und hat mir einfach noch mal vor augen geführt, was für ein toller mann er ist. er ist schon ein bisschen hibbelig seit ich das kinderthema wieder so offensiv begrüble und hat tatsächlich schon nach büchern für papas recherchiert:-) und ja, es wäre ein abenteuer, ich bin schon ein bisschen aufgeregt und kribbelig wenn ich nur drüber nachdenke...es tut übrigens auch total gut zu hören, dass du ähnliche gedanken hattest, sie also nicht so abwegig sind:-) wie alt ist dein kind denn jetzt, wenn ich fragen darf?
    @brombeerkatze danke für deinen spontanen zuspruch. genau das wünsche ich mir auch manchmal von mir, so ein spontanes, überzeugtes "machs". letztlich ist dein satz, dass du dein leben nicht von angst bestimmen lassen wolltest, der satz den ich gern unterschreiben mag. bin aktuell auch schon ganz nah am pille absetzen (pause nach einem blister eingelegt obwohl ich eigentlich langzyklus mache, mit der idee, pille gar nicht mehr zu nehmen, obwohl leider noch zum grübeln animierende vorräte hier rumliegen) trotz der ganzen ängste die ich diesbezüglich habe, einfach weil ich mich nicht aus angst von dingen abhalten lassen will, die ich eigentlich möchte. beim kinderwunsch bin ich noch nicht ganz so sicher wie beim pille absetzen was ich will, aber doch schon deutlich mehr auf der pro-seite als noch vor einer woche:-)
    @dornenblume danke für deinen langen beitrag. deine tipps haben mich total beruhigt...dass man dann nicht zu dauerglück "verpflichtet" ist, dass man seine mutterrolle individuell gestalten kann (bin auch nicht so der geduldsheld;-)), dass auch pda/kaiserschnitt notfalls ok sind. ich setze mich bei solchen dingen halt sehr unter druck. vom haarausfall nach der schwangerschaft habe ich schon gehört, u.a. auch von meiner eigenen mutter, bin also vermutlich genetisch prädisponiert, aber das wäre ja noch solang hin dass ich daran nicht wirklich denke und da wäre ich ja vermutlich auch erstmal ein wenig dahein, während ich jetzt leider mit der "haarpracht" auf arbeit und unter leute muss...
    couchpotatoauch dein beitrag und deine erfahrungen machen mut. wahrscheinlich fehlt mir einfach ein bisschen urvertrauen und an so sätze wie deinen ("mein körper ist dafür gemacht") sollte ich mich ab und an mal erinnern:-)

    euch allen vielen dank für die mühe euch in meine komplexen grübeleien reinzulesen und zu denken. die antworten und mutzusprüche haben mir viel mut gemacht, irgendwie bin ich gerad weniger am grübeln und eher am "fühlen". um ehrlich zu sein - am liebsten würde ich sofort loslegen - ein bisschen vermutlich auch um endlich nicht mehr grübeln zu müssen. leider geht es nicht so spontan. ich werde wohl erstmal die pille absetzen und dann schauen müssen, was kommt. muss dann erstmal die schilddrüse wieder richtig einstellen und kontroll-mrt wegen prolaktinom machen lassen. vorher ist kein schwangerwerden erlaubt und laut endokrinologen könnte es leider auch schwierig werden, ist wohl nicht abzusehen:-(
    euch allen ein schönes wochenende,
    schneck

  8. #8
    Kathi77
    gelöscht

    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Hallo Schneck,

    ich kann Dir mal von mir erzählen! Für mich war immer klar, das ich keine eigenen Kinder möchte, weder hörte ich eine innere Uhr ticken, noch entwickelte sich bei mit mit den Jahren ein Kinderwunsch.
    Letztes Jahr bin ich dann mit meinerm Parnter zusammengekommen und konnte mir nach kurzer Zeit schon vorstellen evtl. doch ein eigenes Kind zu haben. 2 bis 3 Jahre hatte ich mir so vorgestellt

    Anfang Dezember dann hatte ich es schwarz auf weiß- ich bin schwanger. Völlig überraschend, ungeplant und ich muss sagen- mir hätte nichts besseres passieren können. Jetzt gab es kein Überlegen mehr, kein Abwegen, keine Planung, kein unter Druck setzen. Es war ganz einfach Tatsache...
    Natürlich war es Anfangs nicht ganz einfach, viele Fragen gab es zu klären, man wächst aber mit der Sache und bei vielem vertraue ich einfach meinem Körper und meiner Intuition.

    Die einzige Angst die ich habe, ist den Geburtsschmerz nicht aushalten zu können. Hier sage ich mir aber auch, eine Geburt ist das normalste auf der Welt, mein Körper weiß genau was er zu tun hat und soviele Frauen vor mir haben es geschafft und ausgehalten- warum ich nicht?
    Ich kann mir momentan sogar eine Hausgeburt vorstellen, ob ich mich letzlich auf für diese entscheiden werde, kann ich noch nicht sagen.

    Ich wünsch Dir auf jedenfall alles Gute und Mut zur Entscheidung

  9. #9

    Registriert seit
    11.05.2008
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    13

    AW: Gedankenchaos Kinderwunsch

    Deine Gedanken sind ganz sicher nicht abwegig. Ich lese aber in deinem Post schon, das dir bewusst ist, das du manchmal zuviel grübelst oder sagen wir: das es dich eher behindert als weiterbringt :-) Aber ganz grundsätzlich ist es doch positiv wenn man überlegt durchs Leben geht. Solltest du aufgrund deiner Vorgeschichte nicht ganz einfach schwanger werden, dann hast du ja Gott sei Dank noch viel Zeit es zu versuchen. Das hat mich persönlich beruhigt, weil ich da immer ein wenig Panik hatte (auch zuviel Grübelei). Versuch dir das immer wieder zu sagen.
    Mein Sohn ist knapp acht Monate. Alles ist ein Abenteuer und es ist total schön, das das ab jetzt für immer so bleiben wird. Ein Kind macht mir das Leben lebenswerter, weil man soviele Dinge nochmal bewusster erlebt. Und das alles ist und bleibt ein Wunder..:-)
    Wie ich und andere schon erwähnt haben: du wirst immer wieder Zweifel haben. Und Ängste. Aber ich finde man muss sich so annehmen wie man ist und so bist du nunmal. Das ist einfach nur Typsache und in Ordnung.

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