Liebe Alle,
schon lange lese ich hier mit, nun möchte ich mich auch zu Wort melden. Der Beitrag wird vermutlich recht lang, ich hoffe, dass dennoch einige von euch mitlesen und mir mit ihren Gedanken und Fragen vielleicht helfen, Ordnung in mein Gedankenchaos zu bekommen.
Ich bin 29 Jahre, verheiratet, in einer sehr glücklichen Partnerschaft. Seit ca. 2 Jahren hat sich der KiWu in meinen Kopf geschlichen und führt immer wieder zu Grübelphasen. Bislang habe ich mich leider nicht entscheiden können - Kind ja, nein, wann?
Hier erstmal was dafür spräche: Ich liebe meinen Partner sehr und es wäre wunderschön so ein kleines Etwas zu haben, was Teile von ihm und mir vereint. Mein Partner mag Kinder sehr, er geht vollkommen darin auf, wenn er mit Kindern unserer Freunde Kontakt hat. Beruflich ist es wohl nicht die optimale Zeit, aber es passt schon und könnte schlechter sein. Stelle mir das Leben zu dritt teilweise sehr schön vor (zu idealisiert), habe Lust auf all die Dinge, die man mit Kindern machen und erleben kann. Halte das Leben mit Kind für sehr sinnerfüllt. Thematisch bin ich immer wieder am Nachdenken darüber, wenn Freundinnen/Bekannte schwanger werden, werde ich traurig, neidisch und gerate aber auch sehr unter Druck, weil ich das Gefühl habe, durch mein ganzes Grübeln und mich nicht entscheiden, mir etwas vorzuenthalten.
Nun die lange Liste der Dinge, die mich zweifeln lassen:
1) Will ich wirklich ein Kind oder habe ich das Gefühl, dass es dazu gehört, lasse mir das von den äußeren Erwartungen einreden?
2) Ein bisschen Angst um die Qualität unserer Beziehung (Stress, weniger Zeit zu zweit, die uns sehr wichtig ist,...)
3) Bin beruflich noch nicht wirklich sicher, ob mein Job wirklich das "wahre" ist, evtl. entscheide ich mich noch mal umzusatteln, ist mit Kind sicher nicht so einfach
4) Zweifel, ob ich eine gute Mutter sein kann - mein Partner mein "absolut", ich selber hatte recht komplizierte Eltern unter deren MAcken ich tw. echt gelitten habe und habe nun auch psychisch so meine Ecken und KAnten (kleiner Selbstwert, Angst vor Fehlern u. Fehlentscheidungen [siehe dieser Beitrag], manchmal launisch) und habe Sorge, meinem Kind das Leben auch schwer zu machen
5) Angst vorm Pille absetzen - habe sehr schlimmen Haarausfall der deutlich sichtbar ist und befürchte durch die hormonellen Veränderungen des Pille absetzens eine Verschlechterung, fühle mich jetzt schon sehr unohl mit meinem Äußeren (ganz wichtiger Punkt gerade, auch wenn ich mich dabei oberflächlich fühle, komm ich einfach nicht dahin, die Pille abzusetzen [nicht unbedingt um gleich schwanger zu werden]
6) Angst vor möglichen Komplikationen, Angst vor der Angst vor solchen während der Schwangerschaft und Angst vorm Geburtsschmerz
7) BEdenken bezüglich der Gestaltung der Beziehung zu den Großeltern des Kindes (habe zu meinen Eltern sehr wenig Kontakt, weil sie mir nicht gut tun, wie soll das dann werden, mag dem Kind auch nicht die Großeltern vorenthalten)
8) Sorge ob ich mit meiner Angst vor Fehlern und meinem Perfektionismus die Doppelbelastung Beruf/Mutter gut händeln kann
9) Traue meinem eigenen Wunsch nach einem Kind nicht wirklich, habe Sorge mich eigentlich nach etwas anderem zu sehnen (aktuell zB eine Pause vom tw. frustrierenden Job - wobei mir eigentlich klar ist, dass das Leben mit Kind langfristig mehr Stress macht)
...
Das sind vermutlich nicht alle Bedenken aber erst mal ein Anfang. Ich habe halt einerseits diese Sehnsucht nach einem Kind in mir (ziemlich starkes Gefühl) und andererseits all diese Zweifel. Ich habe wie unter Punkt 9 beschrieben halt Sorge, dass ich mir etwas vormachen könnte. Dazu muss ich aber anfügen, dass ich dieses Problem habe, immer die richtige Entscheidung treffen zu wollen und meinen Gefühlen schwer über den Weg traue. Resultat meiner Erziehung, ich arbeite da schon dran. Andererseits weiß ich sogar, dass ich wenn wirklich mal was nicht optimal läuft, eigentlich recht gut mit Schwierigkeiten umgehen kann. Das Hin- und Hergerissensein ist anstrengend, das Thema ständig in meinem Kopf, ich will endlich zu einer Entscheidung kommen. Hinzu kommt nämlich, dass ich an Hashimoto und Hyperprolaktinämie leide und es vielleicht nicht ganz einfach werden könnte, schwanger zu werden. Mein PArtner sieht das ganze sehr gelassen und optimistisch. Er meint, ich wäre sicher eine tolle Mutter, er liebt mich und das Leben mit mir und für ihn wäre es mit und ohne Kind ok, hps. wird sind zusammen.
Jetzt habt ihr einen kleinen Ausschnitt meines Gedankenchaos. Über Rückmeldungen, Erfahrungen, Tipps würde ich mich total freuen. Lieben Dank, Schneck











Zitieren

