Eine gute Freundin wünscht sich sehr ein zweites Kind, und während sie keinerlei Schwierigkeiten hatte, das erste Mal schwanger zu werden, will es jetzt wohl einfach nicht klappen. Und das schon seit längerem.
Der Wunsch nach einem (weiteren) Kind ist immer häufiger auch Thema unserer Gespräche und Telefonate und ich merke, daß ich unsicher bin, wie ich reagieren soll.
Ich möchte in keinem Fall ihren Leidensdruck verharmlosen, indem ich auf ihr schon existierendes Kind hinweise. Kognitiv ist mir klar, daß das wahrscheinlich den unerfüllten Wunsch nicht wirklich schmälert.
Allerdings kann ich ihr emotional schlecht folgen.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, auf ein Kind zu warten, wenn man noch keines hat. Aber ich kann die absolute Dringlichkeit des Wunsches nach einem zweiten Kind nicht so wirklich nachvollziehen.
Ich versuche, zuzuhören und für sie da zu sein, befürchte aber immer, daß irgendwie durchscheint, daß ich finde, daß ein gesundes, fröhliches kleines Mädchen zu haben (was bei ihr der Fall ist) ein Riesenglück ist. Ich kann nachvollziehen, daß ein weiteres Kind ein wunderschönes zusätzliches Geschenk wäre aber die große Verzweiflung, die ich bei ihr erlebe, verwirrt mich- immer bedenkend, daß sie bereits ein Kind hat.
Wenn ich sie frage, bekomme ich zur Antwort, daß sie sich sehr wünscht, ihrem Kind ein Geschwisterkind an die "Seite zu stellen".
Gibt es hier Bri Comlerinnen, die mir helfen können, diesen Wunsch zu verstehen? Gibt das Kind, daß man bereits hat, einem keinen Trost in dieser Situation? Warum nicht? Ist es die Tatsache, daß man Schwangerschaft, Geburt usw schon einmal erlebt hat, die den Wunsch so stark werden lässt?
Ratlos,
Mrs. Hall![]()











Zitieren

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Ob wir sie im Einzelfall nachvollziehen können oder nicht (bezieht sich auch auf andere dringliche Wünsche, nicht nur auf die nach einem Kind): ich lese bei dir heraus, dass es dir schwerfällt, den Wunsch deiner Freundin wirklich ernst zu nehmen, weil du ihn nicht nachempfinden kannst. Das finde ich schade, denn beurteilen, was im Leben wirklich wichtig ist, können wir ja immer nur für uns selbst.
(27.05.2011)