Mein Mann (jetzt 44 J.) und ich (jetzt 41 J.) haben vor 5 Jahren entschieden, dass wir gern ein Baby hätten.
Mein Wunsch war hier immer größer, mein Mann sagte, dass er gern dieses Abendteuer mit mir eingehen möchte.
Und wie viele dachten wir, dass es schon irgendwann klappt, schließlich hat man Jahre lang versucht, es zu verhindern, schwanger zu werden…
Wir haben ca. 3 Jahre so vor uns hingelebt, ich wollte nicht zu den Panischen gehören, auch wenn man rückblickend schon denkt, dass man manches früher hätte machen sollen, natürlich. Dafür wurden 8 Kinder in meinem engsten Umfeld geboren.
Ich wurde aber einfach nicht schwanger. 2 Ärzte waren nicht so ergiebig, mein „alter“ Arzt ging leider zeitgleich in den Ruhestand. Dann hatte ich Glück, bei dem richtigen zu landen, wir versuchten erst kleinere Dinge. Dann wurde festgestellt, dass ich ein Durchlässigkeitsproblem hatte, das leider 2 Ärzte nicht festgestellt hatten. Ohne Worte, aber zum Glück zu beheben – außerdem wollte ich vorwärts gucken.
Später haben wir 3 x Insemination gemacht, erfolglos.
In der ganzen Zeit haben wir als Paar recht gut diese Krisen gemeistert, die mit dem wachsenden „Technisch-werden“ natürlich kommen. Da ich selbst diese Spritzen nicht setzen konnte (da stell ich mich einfach an), musste ich meinem Mann manchmal auf seine Baustellen folgen. Irgendwie verrückt…
Von Anfang an war es so, dass ich dachte, dass eine künstliche Befruchtung nichts für mich ist. Wir waren uns aber einig, dass sich diese Meinung ändern kann. Bei uns beiden.
Nun haben wir Anfang des Jahres entschieden, wir machen das doch mit der kü/Be mit max. Versuchen.
Wir wollten einen Fahrplan, damit wir einen Endpunkt haben.
Bevor es aber dazu kam, kamen alte (körperliche) Schmerzen zurück bei meinem Mann. Er hatte vor ca. einem Jahr eine OP. An einem Abend lag er auf dem Sofa, hatte Schmerzen, wir sprachen und plötzlich brach er in Tränen aus. Richtig schlimm, ich konnte ihn erst gar nicht beruhigen. Er war richtig klein mit Hut. Furchtbar.
Er erklärte, dass er merkt, dass er sich und seiner Man-Power nicht mehr gleichermaßen traut wie noch vor seiner OP. Auch, wenn es schon vorher in ihm gärte, heute wurde es ihm erst bewusst. Er hatte echte Angst. Vor der Verantwortung und vor der Versorgungsaufgabe.
Wir sind beide selbstständig, er im Handwerk und ich noch nicht so lange, als dass ich schon auf ganz sicheren Beinen stehe. Er hat Angst, dass er es nicht schafft. Zumal eine erneute OP bedeuten kann, dass er (wieder) einige Monate ausfällt.
Ich habe ihn an diesem Abend angesehen und ich habe diesen großen Kinderwunsch vor mir gesehen und ÜBER diesen Wunsch setzte sich – wie ein Bild – meine Liebe zu ihm. So doof es klingt, so war es.
Es folgten viele tränenreiche Abende, wir haben eine sehr intensive Zeit hinter uns und eigentlich dauert sie auch noch an.
Wir überlegten, welches Leid denn größer ist, seine Angst oder meine möglichen Gefühle, nicht alles versucht zu haben.
Wir haben vor einigen Wochen entschieden, dass wir kein Kind bekommen werden.
Und das ist kein „Opfer“, sondern ein sicheres Gefühl, dass es so besser ist.
Für uns und unser Leben jedenfalls.
Und trotz der Tatsache, dass ich seit über 10 Jahren sehr glücklich mit meinem Mann bin, ist es eine echte Aufgabe, mit der Entscheidung jetzt zu leben. Da möchte ich nichts beschönigen.
Aber ich wünsche jedem Paar, dass es es schafft, offen miteinander umzugehen. Grad bei diesem Thema. Auch, wenn man weiß, dass so ein Wunsch sicher nie ganz weg sein wird.
Aber ich merke, mein Mann ist hier und er ist mir wichtiger.
Alles Liebe













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