Hallo,
ich war vor ein, zwei Jahren schon einmal in einem anderen Unterforum mit 1, 2 Themen aktiv, habe aber blöderweise den gleichen Nick verwendet wie bei Ebay, so dass man von dort aus leicht Rückschlüsse auf meine Identität ziehen konnte. Aber das tut jetzt nichts zur Sache, das Thema ist diesmal ein ganz anderes. Ich werde dieses Jahr 40 (vielleicht hat das auch was damit zu tun, das mich das Kinderthema so beschäftigt), lebe seit 3,5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Er möchte ebenfalls keine Kinder (er hat die beiden Kinder seiner Ex-Partnerin vom Kleinkindalter bis zur Pubertät mit großgezogen und hat alles schon mal durch).
Ich hatte noch nie in meinem Leben den Wunsch nach einem Kind. Warum? Ich bin, im landläufigen, laienhaften Sinn - bitte nicht zu ernst nehmen - etwas "autistisch". D. h. es strengt mich an, unter Menschen zu sein. Ich treffe gerne Freunde, unterhalte mich und lache gerne mit Ihnen und quatsche auch gerne lange am Telefon, aber dann muss ich mich wieder zurückziehen.
Ich habe keine Geschwister und hatte noch nie soo viel mit Kindern zu tun, die Kinder meiner Freunde sehe ich ab und zu, aber da finden die Treffen auch eher ohne Kinder statt.
Außerdem fühle ich mich ziemlich leicht überfordert, vor allem, wenn jemand ständig um mich herum ist oder etwas von mir fordert. In meiner eigenen Kindheit musste ich sexuellen Missbrauch durch einen Nachbarsjungen erleben, was evtl. auch eine Rolle spielt - ich hätte einfach enorme Probleme damit, dass jemand mein Leben so bestimmt, und das tut ein Kind ja zunächst einmal, auch wenn es einem dafür viel Freude bringt. Das würde bei mir schon anfangen damit, dass ich Probleme hätte, wenn sich das Baby in der Schwangerschaft in meinem Körper breitmachen würde.
Und wenn ich mir überlege, ob ich jetzt lieber 2 Std. mit einem Kind spielen oder ein gutes Buch lesen würde, siegt fast immer das Buch.
Andererseits bekomme ich neuerdings immer so ein warmes Gefühl, wenn ich ein kleines Kind lächeln sehe usw. und finde es zum Knuddeln, naja, das ist aber auch schon alles.
Wenn man das so liest, klinge ich wirklich nicht sehr kindertauglich, oder?
Und trotzdem betrauere ich es, dass ich es nie erleben werde, wie es ist, ein Kind zu haben. Es sind diese Sätze von Freunden, die mich manchmal zweifeln lassen: "Meine Kinder sind das Beste, was ich je zustande gebracht habe", "Ich fühle mich nie einsam, denn im Herzen bin ich immer zu dritt", "Meine Kinder werde ich bis in alle Ewigkeit lieben". Da tut es mir dann weh, dass ich diese Komponente, diese "ewige" Liebe vielleicht nicht spüren werde, obwohl ich das dann bestimmt viel zu romantisch sehe. Oder der Fall, wie im Bekanntenkreis, dass bei den ersten Freunden die Eltern krank werden oder sterben und am Ende doch die Familie zählt, die dem Kranken beisteht. Wer wird sich da mal um mich kümmern?
Ich liebe meinen Partner sehr und hoffentlich auch noch für sehr, sehr lange Zeit, aber es scheint mir auch irgendwie riskant, mich so auf einen einzigen Menschen zu stützen. Natürlich habe ich Freunde, aber ich bin da leider oft zu zurückhaltend und es würde mir schwerfallen, sie um Hilfe zu bitten, wenn es mir nicht gut geht o. ä. Und ja, ich weiß sehr wohl, dass das Quatsch ist und es völlig falsch wäre, deswegen Kinder zu bekommen!!!
Mein "Verdacht" mir selbst gegenüber ist aber, dass ich nur versuche, irgendwo eine Garantie gegen künftige Einsamkeit zu finden. Ich kenne dieses Gefühl ziemlich gut, da ich lange niemanden so recht an mich rangelassen habe, und fürchte mich trotz meiner Rückzugstendenzen davor, wieder einmal so einsam zu sein, es ist ein ständiger Balanceakt für mich.
Habt ihr irgendwelche Gedanken, Erfahrungen hierzu? Kann irgendwer meine Gedankengänge verstehen? Ich weiß, dass ihr mir hier auch nicht sagen könnt, was das Beste für mich ist, aber man kriegt hier ja doch oft andere Perspektiven oder auch Gegenwind.
Liebe Grüße
Schnurrhaar







, so dass man von dort aus leicht Rückschlüsse auf meine Identität ziehen konnte. Aber das tut jetzt nichts zur Sache, das Thema ist diesmal ein ganz anderes. Ich werde dieses Jahr 40 (vielleicht hat das auch was damit zu tun, das mich das Kinderthema so beschäftigt), lebe seit 3,5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Er möchte ebenfalls keine Kinder (er hat die beiden Kinder seiner Ex-Partnerin vom Kleinkindalter bis zur Pubertät mit großgezogen und hat alles schon mal durch).
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- formerly known as marimekko


. Ich finde es überhaupt schwer, meiner Wahrnehmung zu trauen - mit zunehmendem Alter ist es zwar einerseits viel leichter geworden, da das Bauchgefühl und die innere Stimme viel klarer und lauter sind als früher. Aber manchmal weiß ich immer noch nicht so recht, wo ich hin will.
