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  1. #51

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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen
    Das finde ich auch. Und ich mache mir darüber auch viele Gedanken. Könnte ich damit umgehen, wenn ein Kind bestimmte Charaktereigenschaften hätte, oder auch nur mit der Phase der Pubertät?
    Ich möchte nicht einfach eine Kopie von mir bzw. uns oder ein Kind, das nur Erwartungen entsprechen soll.

    Ich glaube mir geht es einfach grundsätzlich um Kind ja oder nein - das mit der Familie ist einfach nur einer von einigen Gesichtspunkten...
    Ich bin mir so gut wie sicher, dass du damit umgehen könntest :-)
    Es ist ja nicht so, dass du einen fertigen Menschen bekommst. Sondern da ist ein winziges Baby, welches erstmal sehr wenig kann, alles noch lernen muss.
    Man wächst zusammen (auf) und du wächst da von Anfang an hinein.
    Der Charakter wird einem ja nicht nur durch Gene mitgegeben, sondern er wird dadurch geprägt, wie ein Kind aufwächst und dafür kann man ja ganz schön viel tun :-)
    Bis das Kind dann in der Pubertät ist, wirst du viele Phasen durchhaben und mit ihnen gewachsen sein.
    Klar ist die Pubertät anstrengend, aber es gibt schlimmeres. Außerdem ist es nicht bei jedem Kind gleich und deine Eltern haben es ja auch geschafft.
    Ich finde es ganz spannend, Kinder zu haben, sie aufwachsen zu sehen, zu sehen, wie sie sich entwickeln und ihnen das bestmögliche mitzugeben. Ich habe gelernt, sehr flexibel zu reagieren und zu organisieren. Das konnte ich zwar schon vorher gut, aber nachher noch um einiges besser.
    Anstrengend ist es auch, beim einen mehr, beim anderen weniger. Das ist nicht nur bei Kindern so.

  2. #52

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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen

    Das Problem liegt aber eher in mir drin. Ich komme einfach mit der Entscheidung nicht weiter. wso
    Ich bin genauso alt wie du und hatte auch nie einen starken Kinderwunsch (und auch bis heute kein Kind) und kann die Gedanken grundsätzlich nachvollziehen. Meine Lebenserfahrung ist aber: wenn ich mich nicht "für" etwas entscheiden kann, dann hat sich mein Bauch halt "dagegen" entschieden. Und das ist auch gut so.

    Allerdings teile ich deine Ansicht, dass man den Aspekt "Partner" da rauslassen sollte, eigentlich nicht; ich glaube nämlich schon, dass das zusammen mit vielen anderen Bereichen des persönlichen Umfelds eine wichtige Komponente bei der Entscheidung pro oder contra Kind ist, und zwar gerade dann, wenn man von sich heraus keinen oder zumindest keinen starken Kinderwunsch hat.

    Beispiel: ich habe eine Weile in den USA gelebt, dort ist das Umfeld sehr kinderfreundlich (fast jeder hat Kinder, es ist kein riesiges Problem, als Mutter wieder in den Job zurückzugehen, es gibt gute Betreuungsmöglichkeiten etc.). Hätte ich dort einen Partner mit sehr positiver Einstellung zum Thema Familie gehabt, bin ich mir relativ sicher, dass ich heute mindestens ein Kind hätte und insgesamt mit meinem Leben nicht unglücklich wäre, obwohl ich wie gesagt nie einen dezidierten Kinderwunsch hatte.

    In Deutschland sieht die Welt dagegen (gefühlt oder real) anders aus, und mein langjähriger Partner hatte ebenfalls keinen ganz konkreten Familienwunsch (ohne aber völlig "dagegen" zu sein); weiterhin hatten wir beide wenig Lust auf den tagtäglichen Kampf mit KiTa-und Hortöffnungszeiten sowie auf Zurückstecken im Job (das wollte keiner von uns beiden, und ein 50/50-Modell kam daher nicht in Frage). Und so hatte sich das Thema auch mangels Großeltern am Ort schnell erledigt. Da ich wie gesagt keinen ganz konkreten Kinderwunsch hatte/habe, habe ich das auch nicht zum Anlass genommen, mir einen anderen Partner zu suchen, der für mich das Thema Kinder einfacher gemacht hätte ( z.B. einen "Hausmann" oder jemanden, der so exorbitant viel verdient, dass mein eigener Job eher ein Hobby gewesen wäre).

    Und unter den gegebenen Umständen war das wohl auch richtig so - wie gesagt: wer nicht "dafür" sein kann, ist am Ende halt "dagegen". Nicht mehr und nicht weniger.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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    Geändert von Kara_Thrace (23.04.2017 um 15:31 Uhr)

  3. #53
    Avatar von Sugarnova
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Ich kenne einen Fall, in dem ein Kind sozusagen als Stammhalter in die Welt kam. Ist auch nicht wirklich ... normal fuer ein Kind, staendig den Overkill an Aufmerksamkeit von den Erwachsenen zu bekommen, kaum oder gar keine Gleichaltrige Cousins oder Cousinen.

    Nur mal so als Beobachtung - die meisten Familien bekommen immer weniger Kinder, Einzelkinder waren als ich aufwuchs sehr selten, jetzt kenn ich viele Frauen, die sich nach ein, zwei Kindern sagen: Nee, mehr ist nicht drin. Auch aufgrund der Vereinbarkeit von Beruf. Und das sind wirklich tolle Muetter, die gerne Mutter sind. Aber die einfach nicht mehr die Power haben zu diesem Spagat.

  4. #54
    Avatar von guerteltier
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Ich kenne einen Fall, in dem ein Kind sozusagen als Stammhalter in die Welt kam. Ist auch nicht wirklich ... normal fuer ein Kind, staendig den Overkill an Aufmerksamkeit von den Erwachsenen zu bekommen, kaum oder gar keine Gleichaltrige Cousins
    Ja, das ist bei uns leider auch so. Aber deshalb auf Kinder verzichten?

    Ich habe ja auch ganz lange "rumgehirnt", letztendlich kam bei mir die Entscheidung, als ich die ganzen Sachgründe außen vor gelassen habe und mir überhaupt mal erlaubt habe, gefühlsmäßig an die Sache heranzugehen.

  5. #55

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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen

    Und unter den gegebenen Umständen war das wohl auch richtig so - wie gesagt: wer nicht "dafür" sein kann, ist am Ende halt "dagegen". Nicht mehr und nicht weniger.
    Stimmt vielleicht für andere Bereiche, ich finde es hier aber genau umgekehrt. Man kann schwer gegen etwas sein, was man gar nicht kennt. Es gibt aber Menschen, die sich wirklich sicher sind, dass sie keine Kinder haben wollen. Das ist hier nicht der Fall.

    Das Problem ist eher, dass man früher automatisch Kinder bekommen hat, heute muss man sich aktiv dafür entscheiden, die Pille oder sonst was abzusetzen. Es erfordert Mut, aber "natürlich" ist es nicht und die ganzen "Hirnspinnereien" sind oft hausgemacht und haben mit der Realität nichts zu tun.

    Was ich, vereinfacht, sagen möchte: wir sind psychologisch und physiologisch so gebaut, dass wir uns (eventuell) ganz deutlich gegen das Kinder kriegen entscheiden müssen. Aber nicht dafür, denn das kommt von alleine, spätestens wenn das Kind da ist .

  6. #56
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Ich kann die Gedanken gut nachvollziehen. Auch ich hatte immer den Stammbaum vor Augen, die lange Kette von Menschen, die Kinder bekamen und Kinder großzogen trotz Krieg, Flucht, Hunger und Krankheit. Und dann kam eine Generation gut ausgebildeter, in Frieden lebender Menschen (also meine Generation) - und auf einmal hört die Reihe auf. Ein merkwürdiges und auch für mich bedrückendes Bild. Als ob Frieden und Sicherheit ein Irrweg der Evolution wäre ...

    Allerdings ging es bei uns dann anders weiter. Meine Eltern haben sehr spät und in sehr rascher Schlagzahl noch vier Enkel bekommen.
    Meine Großmütter haben das leider nicht mehr mitgekriegt, aber ich weiß, wie sehr sie sich gefreut hätten. Beide sind einfach fest davon ausgegangen, dass ein Kind niemals ein Unglück ist und dass es schön ist, Kinder zu haben.
    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  7. #57

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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Scharada Beitrag anzeigen
    Stimmt vielleicht für andere Bereiche, ich finde es hier aber genau umgekehrt. Man kann schwer gegen etwas sein, was man gar nicht kennt. Es gibt aber Menschen, die sich wirklich sicher sind, dass sie keine Kinder haben wollen. Das ist hier nicht der Fall.

    .
    Nein, das finde ich für meinen Teil anders. Nehmen wir z.B. die Analogie zum Bungee-Springen: Ich habe keinen ausgeprägten Wunsch danach, aber auch keine absolute Aversion. Trotzdem würde ich nicht freiwillig zu einer Bungee-Anlage bewegen, einfach, weil das Interesse nicht da ist. Also habe ich mich ja doch faktisch dagegen entschieden.

    Oder das Ganze mal umgedreht: Dinge, die ich persönlich nicht kennengelernt habe, vermisse ich auch nicht. Ich weiß nicht, wie sich das anfühlt, Mutter zu sein, und ich hätte da auch nie ein überbordendes Interesse danach, das herauszufinden. Also vermisse ich das nicht.

    Und dass man automatisch 1.000% happy ist, nur weil man Kinder hat, halte ich für ein mittlerweile gut widerlegtes Gerücht.
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  8. #58
    Avatar von silberklar
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    ... die lange Kette von Menschen, die Kinder bekamen und Kinder großzogen trotz Krieg, Flucht, Hunger und Krankheit. Und dann kam eine Generation gut ausgebildeter, in Frieden lebender Menschen (also meine Generation) - und auf einmal hört die Reihe auf. ...
    Frieden und Sicherheit sind mit Sicherheit kein Irrweg der Evolution. Aber sie bilden den Grundstein zu guter Ausbildung der Menschen, also erweitertem Wissen, und damit die Möglichkeit nicht biologischen Vorgängen unterworfen zu sein sondern ein Leben frei wählen zu können.

    Ich finde es nicht erstrebenswert in Hunger, Krankheit oder auf Flucht ständig schwanger zu sein und vielen neuen Kindern ein potentiell schwieriges Leben zuzumuten. Die Kindersterblichkeit spielt dabei eine andere Rolle, als wir es heute bei uns erwarten und psychisch gesund überstehen würden.

    Es sollte keine Frau unter widrigen Bedingungen wie Flucht und Krieg Kinder bekommen. Sie müßte dafür Sorge tragen dass keine Kinder auf die Welt kommen solange die persönlichen Umstände kein Aufwachsen in Ruhe bieten und sie in der Lage ist das Kind aus eigener Kraft zu versorgen.
    Es sollten keine Babys zur Welt kommen, weil die Frau keine andere Versorgungsquelle hat als an einen Mann zu geraten der sie versorgt und diese Versorgung mit Kindern noch abgesichert werden muß. Kinder als Lebensberechtigung einer ansonsten wertlosen Frau innerhalb einer Familie und Gesellschaft. Kinder, die, so sie es schaffen zu überleben, einen hoffentlich einmal mit durchfüttern wenn man selbst alt und nicht mehr arbeitsfähig ist. Und so weiter.

    Da finde ich eine Gesellschaft von Menschen die in der Lage sind jeder für sich die eigene Lebensgrundlage zu schaffen
    und nicht auf Versorgung und Unterstützung durch andere hoffen müssen/abhängig sind keinen schlechten Entwurf. .

    Darüber hinaus brauchen wir uns leider keine Sorgen machen, dass auf dieser Welt zu wenige Menschen wären. Wir alle sollten wissen, dass da Gegenteil der Fall ist! Wo auch immer du hinschaust es ist zu voll, es ist zu viel Verkehr, es wird zu viel ge-und verbaut. Menschen schieben und drängen sich über die Welt. Es gibt zu viele Systeme, in denen mit der Geburt eines neuen Kindes nicht verantwortungsvoll umgegangen wird.


    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Und dass man automatisch 1.000% happy ist, nur weil man Kinder hat, halte ich für ein mittlerweile gut widerlegtes Gerücht.
    Das betrifft die Luxusvariante des Kinderkriegens, wie es bei uns üblich ist. Das Kind weil es die Mutter/Eltern glücklich macht und das Leben perfekt. Und auch das stimmt nur bedingt .
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  9. #59
    Avatar von herbstblatt7
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Gibt es auch keine Cousins oder Cousinen mit Kindern?

    Ich habe die Tage mal meine Ahnenreihe rausgesucht, das Internet macht es möglich, und bin bis zum Jahr 1614 gekommen. Dazwischen liegen zehn Generationen und dieser dsmals geborene Mann ist Vorfahr von bestimmt sehr vielen heute lebenden Menschen.

    Da komme ich mir recht unbedeutend vor und finde es nicht so schlimm, keine Kinder in die Welt gesetzt zu haben.
    Ich bin jetzt mal so frei, den gesamten Beitrag zu zitieren. Ich sehe dies grundsätzlich genauso.

    Liebe Gini77,

    ich bin mir jedoch bewusst, dass ich dies vielleicht locker sehen kann, da ich zweifache Mutter und schon Großmutter bin.
    Das erste Mal wurde ich mit über 30 Mutter und dachte eigentlich, ich würde nie Mutter und das hat mich damals nicht bedrückt - würde es vielleicht heute tun. Ich weiß es nicht.

    Jedenfalls hier mal mein Mitgefühl für Dich. Ich verstehe, dass dies schwer für Dich ist

    P.S. Das ist wahrscheinlich eitel und spinnert, aber irgendwie bin ich froh, dass ich das blonde, hellhäutige und blaugrauäugige Gen, das leider entwicklungsgeschichtlich auf dem rezessiven Ast sitzt, weitergegeben habe , in diesem unserem Fall offensichtlich noch dominant beziehungsweise noch öffentlich auftretend.

    Denn ich finde Blond einfach schön.
    herbstblatt > herbstblatt7 ... Aus des Schicksals dunkler Quelle rinnt das wechselvolle Los heute bist du stark und groß morgen wankst du auf der Welle (Hölderlin)
    Geändert von herbstblatt7 (30.04.2017 um 12:02 Uhr)

  10. #60
    Avatar von Raratonga
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    AW: Meine Familie wird aussterben

    Wenn man unentschlossen ist, kann man sich auch fragen, ob man sich vorstellen kann, im Alter die eigenen Freunde nach und nach wegsterben zu sehen und immer weniger Kontakt zur jungen und ganz jungen Generation zu haben.

    Immerhin können Frauen nach Renteneintritt mit über 20 Jahren Lebenszeit rechnen. Wie will ich die verbringen?
    Irgendwann im Altersheim und die Freunde können einen nicht mehr besuchen weil sie selbst zu alt sind?

    Wenn Du Dich gar nicht entscheiden kannst, kannst Du auch einfach das Schicksal entscheiden lassen. Lass die Verhütung weg und dann siehst Du ja ob es noch klappt. Das wäre mein ganz pragmatischer Ratschlag.

    Man kann sowieso nicht alles planen. Weder kann man planen, ob man selbst oder das Kind gesund bleibt, und ein behindertes Kind kann man auch nicht a priori verhindern.

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