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  1. #1

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    Frage Zu zweit und doch allein

    Zu zweit und doch allein

    Hallo,
    zunächst zu mir:
    bin männlich, Mitte 30, beruflich als Führungskraft unterwegs, zum 2ten Mal verheiratet, 1 Kind aus erster Ehe und ein weiteres hat meine jetzige Frau mit in die Ehe gebracht.

    Mein Problem besteht darin, dass ich weder Bekannte noch Freunde habe, außer meinem Arbeitsumfeld. Ich habe täglich mit meinen Mitarbeitern zu tun, mit denen ich auch lachen kann, doch für weiter privates reicht es nicht. Im Betrieb ist es nett, diese Leute mal um sich zu haben, doch die Vorstellung, diese Menschen privat sehen zu müssen…da stellen sich mir die Nackenhaare hoch.
    Privat habe ich keinerlei Bekannte oder Freunde. Meine Frau hat lediglich eine Freundin, die jedoch am anderen Ende von good old Germany lebt. Diese beiden korrespondieren dennoch regelmäßig und ich erlebe sie sehr herzlich, wenn ich sie bei Telefonaten beobachte.
    Ich selber habe keinen, mit dem ich mich austauschen könnte.
    Ich habe weder Kontakt zu meiner eigenen Familie (komplett zerstritten oder bereits gestorben), noch habe ich Kontakt zu meiner eigenen Tochter aus erster Ehe.
    Die einzigen Menschen, mit denen ich außerhalb meines Berufes und meiner Ehe spreche sind meine Schwiegereltern und max 2 Nachbarn, mit denen ich max. das übliche flache Gelaber übers Wetter, Garten etc. erquäle.
    Nun ist es aber so, dass ich früher mal einen riesen Bekanntenkreis hatte und heute dennoch allein bin. Ich habe keinen von „Früher“ mehr. Und wenn ich ehrlich bin, will ich das auch nicht mehr.
    Neue Freunde gibt und gab es nie.
    Mir war das bis vor kurzem noch gar nicht so bewusst, doch ist nun – fast plötzlich- der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich plötzlich einsam und verflucht leer fühle.

    Vielleicht hat ja jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt sich mit so etwas aus und kann mir mein „Leben“ erklären? -> Ich selber kann es mir nicht mehr erklären, ich weiß nur, dass es mir schlecht geht.

    Woran kann es liegen?

  2. #2

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    AW: Zu zweit und doch allein

    Hallo froop,
    das klingt sehr traurig.
    Du schreibst, dass Du früher einen riesigen Bekanntenkreis hattest. jetzt keinen von "Früher" mehr (und diese Bekannten auch nicht mehr möchtest).
    Mit Deiner Familie und zu Deinem Kind hast Du auch keinen Kontakt mehr.
    Ist Deine Scheidung denn unschön abgelaufen? Waren das gemeinsame Bekannte aus Deiner ersten Ehe?

  3. #3

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    221

    AW: Zu zweit und doch allein

    Du solltest dir vielleicht mal überlegen, wo Freunde denn herkommen sollten. Mit der Familie hast du keinen Kontakt mehr, mit den Kollegen willst du nicht befreundet sein, mit deinen "alten" Freunden hast du auch keinen Kontakt mehr und könntest es dir auch nicht vorstellen.

    Was denkst du, wo man Freunde kennenlernt? Meine Erfahrung ist da so, dass es 1. über die Familie geht, d.h. man hat z.B. Geschwister, ist dort eingeladen und lernt über sie wieder neue Leute kennen. Dann ist es ja durchaus nicht verboten, auch Kollegen zum Freund zu haben, muss halt passen.
    Der wichtigste Punkt bei mir ist: alte Freundschaften am Leben zu erhalten. Das sind bei mir einfach die Freunde, die mich schon z. T. mein Leben lang begleiten oder zumindest seit vielen Jahren oder Jahrzehnten (bin 46). Wenn ich heute den einen oder anderen von ihnen neu kennenlernen würde, würde ich mich bestimmt nicht mehr mit ihm befreunden, aber die langen Jahre schweißen zusammen und ich sehe über einige Dinge einfach hinweg und sie bei mir auch, weil wir uns mögen.

    Will da ja nicht oberlehrerhaft rüberkommen, aber für Freundschaften muss man schon selbst etwas einbringen und nicht zu kritisch sein, man muss sie ja nicht heiraten oder mit ihnen zusammen wohnen. Mit dem einen Freund geht man vielleicht gern was trinken, mit dem anderen ins Kino oder ins Konzert usw.

    Also, mach dir vielleicht mal Gedanken, wo d e i n Anteil sein könnte.
    Liebe Grüße
    Fels

  4. #4

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    AW: Zu zweit und doch allein

    Ich finde es ehrlich gesagt schwierig, bei all den Aufgaben als "Erwachsener" Freundschaften zu pflegen.

    Vielleicht ist Dein Problem eine Definitionssache. Viele von meinen Freunden sehe ich nur 1-4 Mal im Jahr, das wäre für manchen keine Freundschaft.
    Kommt drauf an. Ich bin zufrieden, weil ich nicht ständig jemanden brauche, der für mich da ist etc.


    Ansonsten unternehme ich gerne etwas mit Menschen, die meine Interessen teilen. Was für Interessen hast denn Du? Gäbe es da eine Möglichkeit, jemanden zu suchen?

    Sofern Du nun festgestellt haben solltest, dass Du Bedarf an Freunden hast, würde ich einfach da anknüpfen.

    Gibt ja genug Kontaktbörsen aka "Wer geht mit mir joggen" o.ä.
    Oder man geht selber irgendwo hin, macht, was einen interessiert und bestenfalls lernt man dann da andere, nette Leute kennen. Z.B. VHS-Kurse, Kurse generell, ehrenamtliches Engagement (und wenn auch nur 1x im Monat), Sportkurse usw.

    Freunde lauern überall!
    Man darf die Nettigkeit nicht zugunsten der Ehrlichkeit vernachlässigen - die Ehrlichkeit jedoch auch nicht zugunsten der Nettigkeit.

  5. #5
    Avatar von KHelga
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    AW: Zu zweit und doch allein

    Hallo Froop,

    ich frage mal: Würde denn Deine Frau auch - mit Dir zusammen - einen Freundeskreis haben wollen?

    Falls ja, wäre es doch einfach, eine Kleinanzeige in der Samstag-Ausgabe eurer Tageszeitung aufzugeben, z.B. für einen Abend in der Woche einen Spieleabend, eine sportliche Aktivität oder auch gemeinsam Essen zu gehen.

    Was meinst du?

    FG von Helga

    „Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
    Konrad Adenauer

  6. #6
    Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Zu zweit und doch allein

    Du schreibst gar nicht, was ihr im Privatleben so treibt... Fußball, Kirche, Jäger, Golf, Schützenverein? Habt ihr keinen Übernachtungsbesuch (Kind deiner Frau, das bei euch lebt): Was ist mit den Eltern?
    Wieso hast du keinen Kontakt zu deinem Kind? Auch nicht alle 14 Tage?

    Was macht deine Frau so? Keine beruflichen Kontakte, vielleicht ergeben sich da nette Paare?

  7. #7
    Lichtkrieger
    gelöscht

    AW: Zu zweit und doch allein

    Hallo Froop,

    mich würde auch interessieren:
    Wo steht Ihr (Deine Frau und Du) denn in Eurer Ehe? Genügt Ihr Euch?
    Was glaubst Du: wie empfindet Deine Frau? Habt Ihr schon einmal darüber geredet?
    Und:
    Meinst Du in Deinem Titel tatsächlich "allein" oder vielleicht doch "einsam"?

    Gruß,
    Lichtkrieger

  8. #8
    Avatar von Feenzauber197
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    AW: Zu zweit und doch allein

    Froop, worum geht es Dir genau? Freunde, mit denen Du Dich über persönliche Themen oder intellektuell anspruchsvolle Sachthemen unterhalten kannst? Kannst Du das mit Deiner Frau nicht? Worüber sprecht Ihr in Eurer Beziehung: Alltag, Kinder, wie es im Job war?
    Männer sind auch Menschen

  9. #9
    Moderation
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    AW: Zu zweit und doch allein

    Hallo Froop,

    womit verbringst du denn deine Zeit? Bei welchen Aktivitäten hättest du gerne andere Leute dabei? Freunde und Bekannte existieren ja nicht in einem abstrakten Kontinuum, sondern sind Leute, mit denen man zusammen was macht und mit denen man eben Zeit verbringt.

    All meine Freundschaften haben sich aus gemeinsam verbrachter Zeit entwickelt. Die wiederum da war, weil es Gemeinsamkeiten gab, und Zeit, die Gemeinsamkeiten zu pflegen. Freundschaften entwickelten sich dann, wenn genug Sympathie hinzukam, um neue Gemeinsamkeiten zu schaffen.

    Wo sind deine Bekannten hin? Weswegen graust es dir vor deinen Mitarbeitern und deinen Nachbarn? Warum willst du einerseits keine Freunde und Bekannten mehr (oder wie meinst du "will ich das auch nicht mehr"), sagst aber andererseits, daß es dir damit schlecht geht?

    (Die Fragen brauchst du nicht mir oder dem Forum zu beantworten -- aber wenn du sie dir selber beantworten kannst, hast du vielleicht den Beginn einer Erklärung am Wickel.)
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. #10

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    3

    AW: Zu zweit und doch allein

    Hallo und vielen lieben Dank, für Eure Posts.

    @Feenzauber197
    genau darum geht es mir häufig. Mit meiner Frau kann ich das nicht (leider). Die meisten unserer Gespräche enden in einem Streit. Alltag, Job und Kinder sind natürlich Tagesthemen, doch leben wir in vielen Dingen und in genauso vielen Denkweisen auf verschieden Planeten.
    Mir fehlt dann oft eine recht neutrale Meinung. Ihr müsst Euch vorstellen, dass Ihr keine Person habt, mit der ihr euch austauschen könnt. So ist mein Bauchgefühl. (Oder besser Würgegefühl)


    @wildwusel
    Ich verbringe die meiste Zeit mit meiner Arbeit und wenn ich mal zu Hause bin, dann wartet noch ein wenig Hausarbeit etc. auf mich. Alleine unternehme ich derzeit nichts.
    "Weswegen graust es dir vor deinen Mitarbeitern und deinen Nachbarn?" : kann ich nicht erklären, ich habe nur das Gefühl, dass die Menschen in meinem unmittelbarem Umfeld einfach nicht "passen".


    @Lichtkrieger
    Wir genügen uns nicht. Meine Frau hat ja auch noch Personen, mit denen sie sich unterhalten kann.
    "Allein" ist schon das richtige Synonym für meine gefühlte Lage

    @Margali62
    Übernachtungsbesuch gibt es keinen, Kontakt zu anderen Eltern besteht nur am Rande und dann nur Zweckgebunden. Die Eltern, mit denen ich Kontakt hatte, mit den kann ich leider nichts anfangen. Das klingt überheblich und extren doof, aber ich kann nunmal nichts für mein Empfinden. Sorry

    @Susisa
    Definitionssache in der Hinsicht, dass ich vieleicht doch Leute kenne und mit denen nur so selten zu tun habe, dass ich behaupte keinen zu haben? Nein, ich habe tatsächlich niemanden, nichtmal jemanden mit dem ich auch nur "quartalsmäßig" etwas unternehme.

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