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  1. #1

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    Eierstockentfernung und die Folgen

    Hallo Leute, bin hier neu in diesem Forum und habe nun eine Frage: vor knapp 2 Monaten wurde mir meine Gebärmutter entfernt. Ich konnte mich lange Zeit dazu nicht entschließen, die Beschwerden waren jedoch so groß, dass ich zustimmte. Es verlief alles super. Ich vermisste nach der OP nichts und es ging mir sehr gut. Leider ergab die Untersuchung des Gewebes ein Adenocarzinom in der Gebärmutterschleimhaut im Anfangsstadium. Nun sollen mir neben dem Gebärmutterhals auch noch die Eierstöcke entfernt werden. Und jetzt möchte ich mich wieder so für meine Eierstöcke einsetzen wie damals für meine Gebärmutter, die ich absolut nicht hergeben wollte. Ich habe einfach Angst, dass man mir damit meine Weiblichkeit entfernt und habe panische Angst vor dem Hormonmangel und der plötzlich einsetzenden Postmenopause. Habe die Vorstellung, dass ich im Zeitraffer zur 70jährigen Frau werde. Ich bin 49 Jahre alt, schlank und befürchte nun auch dick zu werden. Habe jetzt schon Probleme, wenn ich junge Frauen sehe, weil sie noch vollständig sind.

    Von meiner GM-Entfernung weiß ich, dass meine Ängste unbegründet waren und heute kann ich über meine vorherigen Ängste nur schmunzeln. Immerhin hat mich das lange Zögern wahrscheinlich auch erst in diese Situation gebracht. Hätte ich die GM eher entfernen lassen, so hätte sich dieser Krebs erst gar nicht entwickeln können...
    Kann mir jemand etwas weniger Schlimmes über die Folgen der Eierstockentfernung berichten? Oder einfach Tipps geben, wie ich aufkommende Beschwerden in den Griff bekommen kann? Körperlich geht es mir im Moment super. Aber meine Angst macht mich total fertig. Mir graut es richtig vor der OP. Vielen Dank für Antworten im Voraus.
    Betty49

  2. #2
    cella65
    gelöscht

    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Du solltest keine zu große Angst haben, Weiblichkeit hängt
    nicht nur von "Organen" ab
    Gesundheit geht vor, ganz klar.
    Ohne Hormonersatztherapie wird es jedoch kaum gehen,
    da "verblüht" eine Frau ohne Eierstöcke in Rekordzeit, die Libido
    verschwindet usw, aber das alles muß heute nicht mehr sein !

  3. #3

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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Liebe Betty,

    ich musste mich vor ein paar Wochen auch mit der Frage einer Ovarektomie bds. wegen großer Zysten herumschlagen. Ich bin 56 Jahre und in der Postmenopause.

    Ich habe mich, nachdem ich schon den Op.-Termin hatte, letztendlich dagegen entschieden, nachdem ich noch einen weiteren Arzt konsultierte. Außerdem habe ich mich intensiv mit der Problematik der beidseitigen Ovarektomie, die nichts anderes als eine Kastration ist, auseinandergesetzt.

    Zwar stellen die Eierstöcke in der Menopause ihre reproduktiven Fähigkeiten ein, jedoch wird die Testosteronbildung von 10% auf 50% gesteigert. Der Rest wird im Fettgewebe und in der Nebenniere gebildet. Dieses Testosteron wird im Fettgewebe zu Östron, dem Östrogen der Menopause, umgebildet. Werden die Eierstöcke entfernt, entfällt diese 50%ige Testosteronproduktion.

    Die Ovarien sind auch in der Postmenopause nicht funktionslos!!! und erfüllen für den Körper und Dein Wohlbefinden wichtige Aufgaben!!!!

    Leider ist es sehr schwierig, nach einer Kastration, Frauen hormonell richtig einzustellen. Eine einfache HET mittels eines Östrogenpräparats, Du hast ja keinen Uterus mehr, funktioniert nicht so einfach.

    Du musst mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:
    - sehr starke nicht beherrschbare Gewichtszunahme in kurzer Zeit
    - Osteoporose
    - Zucker- und Fettstoffwechselstörungen
    - metabolisches Syndrom
    - schnelle Hautalterung und trockene Schleimhäute (Augen, Mund, Vagina)
    - Haarausfall
    - Libidoverlust, Depressionen, Antriebsschwäche

    Solltest Du Dich für eine Ovarektomie entscheiden, solltest Du vorher Kontakt zu einem guten Endokrinologen aufnehmen und Dich genau informieren, wie Du behandeltst werden kannst und auch dort auf die richtige Hormondosis einstellen lassen. Die Gynäkologen können das in den meisten Fällen nicht!!!!

    Desweiteren gibt es im Netz eine österreichische Selbsthilfegruppe: femica. Lies Dir die Erfahrungsberichte von kastrierten Frauen durch!! Außerdem findest Du dort auch die neueste medizinische Fachliteratur zum Thema.

    Viel Glück!
    Gruß Nipperdey

    "Man lacht nicht, weil du alt, glaub mir, man lacht allein, weil du, die doch so alt, durchaus nicht alt sein willst."

    Andreas Gryphius (1616-1664)
    Geändert von Nipperdey (06.01.2011 um 10:22 Uhr)

  4. #4

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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Hallo Cella65,

    vielen Dank für die aufmunternden Worte!


    Hallo Nipperdey,

    auch dir danke ich für die Antwort. Ich habe diese Seiten gelesen. Mir sind diese Berichte von "kastrierten Frauen" bekannt. Aber was soll ich tun? Ich hatte in der Gebärmutter Krebs und ich kenne auch die medizinischen Erläuterungen dazu und die besagen nun mal, dass man nicht ausschließen kann, dass auch schon Krebszellen in den Eierstöcken sind. Ich habe jetzt also die Wahl zwischen meiner vollständigen Weiblichkeit und damit verbundenen Attraktivität, aber dem Risiko, dass in den nächsten Jahren der Krebs wieder auftaucht und dann eine Krebsbehandlung mit allen Konsequenzen (Bestrahlung, Chemo) mit sich bringt oder aber der ziemlichen Sicherheit, dass ich wirklich krebsfrei bin, aber dafür die Nachteile der chirurgischen Postmenopause.... Es ist wirklich sehr sehr schwer, denn ich möchte auch kein Risiko eingehen.

    Liebe Grüße
    Betty49

  5. #5
    Avatar von Dharma09
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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Ist die Entscheidung wirklich schwer?

    Krebs ja oder nein?

    Es gibt wirklich gute Hormone - mir ist meine Gesundheit wichtig mit so einer Zeitbombe im Körper wollte ich nicht leben und könnte ich auch nicht.

    Was ist mit Mestasten? Die bleiben doch nicht nur in den Eierstöcken...



    Eine Freundin von mir war auch so zögerlich - sie ist seit 2 Jahren tot. Und nur 33 Jahre alt geworden.
    Wenn besser möglich ist, ist gut nicht genug!

    "Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein"




    :Benjie meine Hundemaus - wir werden dich nie vergessen (27.05.2011)

    Sam mein liebster Kater - du wirst mir immer fehlen- wir sind schrecklich traurig (01.11.2014)

  6. #6

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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Liebe Betty,
    bei mir wurde 2005 Eierstock-Krebs festgestellt und behandelt, damals war ich 47 Jahre alt, natürlich wurden die Eierstöcke, Gebährmutter usw. entfernt. Meine letzte Regel hatte ich eine Woche vor der ersten OP und das Klimakterium bekam dann halt zu allem noch dazu. Allerdings habe ich keine Beschwerden, keine Hitzewallungen, nichts.
    Ich empfehle dir, die Seite Eierstockkrebs-Selbsthilfegruppe (mit www. davor) anzusehen und u. U. Kontakt aufzunehmen, die Leiterin ist sehr erfahren und kompetent, die Gruppe heißt zwar Eierstockkrebs, es treffen sich dort aber Frauen mit allen möglichen gyn. Tumoren im Bauchraum.
    Alles Gute!
    58

  7. #7

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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Liebe Betty,

    mir ist schon klar, warum Du Deine Gebärmutter verloren hast. Wenn die Gefahr, dass der Krebs auf die Eierstöcke übergreifen wird, so groß ist, warum hat man Dir nicht die Eierstöcke gleich mit entfernt?

    Interessant ist auch die Frage, ob der Krebs hormonabhängig ist, dann dürftest Du nämlich nach einer Ovarektomie gar keine Hormone nehmen.

    Vielleicht können die Ärzte Dir Eierstockgewebe entnehmen und histologisch untersuchen lassen. Auch wenn man Dir von Seiten der Ärzte Druck macht, würde ich mir einen solch weitreichenden Eingriff sehr gut überlegen.

    Bei jungen Frauen ist man heute sehr viel zurückhaltender mit einer Op.-Indikation. Aber bei älteren Frauen kurz vor und nach der Menopause wird meiner Meinung sehr vorschnell operiert.

    Die Eierstöcke regeln in unserem Körper viel mehr, als bisher angenommen wurde. Die Endokrinologie steht mit ihren Erkenntnissen erst am Anfang. Wie ich bereits sagte, mit einer schlichten HET sind die Probleme oft nicht zu bewältigen, auch wenn die Gynäkologen die Probleme gerne klein reden.

    Bei gleichem Befund würde ich erst einmal alle Diagnosemöglichkeiten ausschöpfen und die Eierstöcke im dreimonatigen Intervallen per Sonographie kontrollieren lassen.
    Gruß Nipperdey

    "Man lacht nicht, weil du alt, glaub mir, man lacht allein, weil du, die doch so alt, durchaus nicht alt sein willst."

    Andreas Gryphius (1616-1664)

  8. #8
    Avatar von neurosia
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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Zitat Zitat von Betty49 Beitrag anzeigen
    Hallo Cella65,

    vielen Dank für die aufmunternden Worte!


    Hallo Nipperdey,

    auch dir danke ich für die Antwort. Ich habe diese Seiten gelesen. Mir sind diese Berichte von "kastrierten Frauen" bekannt. Aber was soll ich tun? Ich hatte in der Gebärmutter Krebs und ich kenne auch die medizinischen Erläuterungen dazu und die besagen nun mal, dass man nicht ausschließen kann, dass auch schon Krebszellen in den Eierstöcken sind. Ich habe jetzt also die Wahl zwischen meiner vollständigen Weiblichkeit und damit verbundenen Attraktivität, aber dem Risiko, dass in den nächsten Jahren der Krebs wieder auftaucht und dann eine Krebsbehandlung mit allen Konsequenzen (Bestrahlung, Chemo) mit sich bringt oder aber der ziemlichen Sicherheit, dass ich wirklich krebsfrei bin, aber dafür die Nachteile der chirurgischen Postmenopause.... Es ist wirklich sehr sehr schwer, denn ich möchte auch kein Risiko eingehen.

    Liebe Grüße
    Betty49
    Über die hier aufgezeigten Horrorszenarien bin ich doch sehr erstaunt.

    Vor vier Jahren wurde bei mir (damals 57) Eierstockkrebs diagnostiziert, frühes Stadium. Für mich stellte sich die Frage gar nicht, ob ich nun nur den einen eindeutig befallenen Eierstock entfernen lasse oder eben beide. Nachgewiesene Krebszellen sind Krebszellen. Punkt. Und eine einzige genügt, um die Verheerung in Gang zu setzen. Somit wurden bei mir beide Eierstöcke, das Bauchnetz sowie Teile der Lymphknoten entfernt. Im Anschluss an die Operation folgte eine adjuvante Chemotherapie.

    Niemals würde ich, wäre ich in deiner Situation, zögern, die Eierstöcke entfernen zu lassen; eine abgesiedelte Krebszelle bedeutet im Extremfall wesentlich schlimmeres als etwaige Nebenwirkungen.

    Für mich sind Zysten einfach nicht vergleichbar mit einem Krebsbefall; eine Zyste ist in der Regel gutartig, eine Krebszelle dagegen nicht. Mit Zystenbefall habe ich eine andere Wahlmöglichkeit als bei Krebsdiagnose.

    @Nipperdey
    Der Befund hat sich erst nach der OP durch Gewebeuntersuchung herausgestellt, so habe ich es zumindest verstanden. Das war im übrigen bei mir auch so, zunächst wurde der eine verdächtige Eierstock minimalinvasiv entfernt und untersucht, ob die per Ultraschall festgestellte Vergrößerung gut- oder bösartig ist; nach diesem Befund erst erfolgte die "große" Bauchoperation.

    jetzt, mit 61 Jahren, also vier Jahre danach, stelle ich fest, dass kein einziges dieser Horrorszenarien bei mir aufgetreten ist, weder habe ich Gewicht zugelegt, noch all die anderen fiesen Veränderungen festgestellt. Diabetes hatte ich bereits vor der OP.
    - Nie rechtfertigen -

  9. #9

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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Hallo neurosia,

    eine Frau ist keine mathematische Gleichung, die überall das gleiche Ergebnis liefert. Frauen reagieren ganz unterschiedlich.
    Die einen fühlen sich in der Schwangerschaft sehr wohl, die anderen kotzen sich zu Beginn die Seele aus dem Leib.
    Die einen spüren das Klimakterium kaum oder gar nicht. Die anderen haben starke Beschwerden. Und jede erlebt eine Kastration anders. Nichts ist schlimmer als eine Op., die sich im nachhinein als überflüssig erweist.

    Ich respektiere sowohl die Erfahrung der glücklichen als auch der unglücklichen Frauen.

    Würde die Diagnose eindeutig Ovarialkarzinom heißen, dann würde ich mit der Op. nicht zögern. Ich bin nicht dämlich. Aber ich glaube auch nicht alles, was ein Arzt mir erzählt.

    Mir wurde aber aufgrund meines Alters und ohne Beschwerden die beidseitige Ovarektomie angeraten. Es könnte ja mal Krebs entstehen. Dabei habe ich einkammerige Funktionszysten, deren Malignität bei 0,25% liegt. Die Ärzte sind oft sehr vorschnell mit einer Op., besonders bei älteren Frauen. Ich bin aber kein altes Auto, dass man einfach so ausschlachten kann.

    Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass Ärzte, dies gilt auch für Gynäkologen, einem Frauenkörper wenig Respekt entgegen bringen.
    Gruß Nipperdey

    "Man lacht nicht, weil du alt, glaub mir, man lacht allein, weil du, die doch so alt, durchaus nicht alt sein willst."

    Andreas Gryphius (1616-1664)

  10. #10
    Avatar von neurosia
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    AW: Eierstockentfernung und die Folgen

    Zitat Zitat von Nipperdey Beitrag anzeigen
    Hallo neurosia,

    eine Frau ist keine mathematische Gleichung, die überall das gleiche Ergebnis liefert. Frauen reagieren ganz unterschiedlich.
    Die einen fühlen sich in der Schwangerschaft sehr wohl, die anderen kotzen sich zu Beginn die Seele aus dem Leib.
    Die einen spüren das Klimakterium kaum oder gar nicht. Die anderen haben starke Beschwerden. Und jede erlebt eine Kastration anders. Nichts ist schlimmer als eine Op., die sich im nachhinein als überflüssig erweist.

    Ich respektiere sowohl die Erfahrung der glücklichen als auch der unglücklichen Frauen.

    Würde die Diagnose eindeutig Ovarialkarzinom heißen, dann würde ich mit der Op. nicht zögern. Ich bin nicht dämlich. Aber ich glaube auch nicht alles, was ein Arzt mir erzählt.

    Mir wurde aber aufgrund meines Alters und ohne Beschwerden die beidseitige Ovarektomie angeraten. Es könnte ja mal Krebs entstehen. Dabei habe ich einkammerige Funktionszysten, deren Malignität bei 0,25% liegt. Die Ärzte sind oft sehr vorschnell mit einer Op., besonders bei älteren Frauen. Ich bin aber kein altes Auto, dass man einfach so ausschlachten kann.

    Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass Ärzte, dies gilt auch für Gynäkologen, einem Frauenkörper wenig Respekt entgegen bringen.
    Eben, du sagst es, jede Frau reagiert anders, was ja bedeutet, dass die von dir weiter oben aufgeführten "Nachwehen" nicht bei jeder (!) Frau auch auftreten müssen.

    Selbstredend ist es kreuzdämlich, einer Frau eine vorauseilende Ovarektomie zu empfehlen. Ein Krebszellen(be)fund ist aber nunmal etwas anderes, zumal hormoniduzierter Krebs sehr oft zu den sehr schnell wachsenden gehört.

    @Betty
    Wenn du Zweifel hast: Zweitmeinung einholen oder sogar Drittmeinung. Mach dich mal schlau, wo in deiner Nähe ein Krebszentrum ist und versuche, Beratung zu bekommen.

    Wirklich raten kann dir - glaube ich niemand - lediglich eigene Erfahrungen und Meinungen beisteuern; du bist der Regisseur in deinem Leben.
    - Nie rechtfertigen -

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