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  1. #1
    vanilla_cookie
    gelöscht

    Alkoholkranker Partner

    Hallo,ihr Lieben.

    Ich habe mich gefragt,ob ich hier vielleicht andere treffe,dessen Partner auch alkoholkrank ist. Ich bin schon seit 24 Jahren mit meinem Lebensgefährten zusammen und er kämpft schon etliche Jahre gegen die Sucht - war im Laufe der Jahre dreimal in einer Therapie aber leider nie mit langem Erfolg. Seine Arbeit hat er noch aber ich frage mich,wie das wohl mal werden soll,wenn er sie verliert. Vielleicht ist das dann endlich mal ein grösserer Anreiz (oder Druck),trocken zu werden und zu bleiben,aber vielleicht geht dann auch alles endgültig den Bach runter. Das kann ich bloss abwarten. Wäre natürlich schön,wenn es gar nicht erst soweit kommt.

    Na,jedenfalls will ich gar nicht so tief in SEINE Geschichte hineingehen sondern bin eigentlich auf der Suche nach Leidensgenossen und -genossinnen. Ich versuche halt,es mir soweit wie möglich gut gehen zu lassen was auch oft ganz gut klappt aber manchmal eben auch nicht. Dann zieht mich die Situation doch wieder runter und ich frage mich,ob das jemals ein Ende hat. Ich dachte schon an eine Selbsthilfegruppe für mich aber dafür habe ich meinen "Boppes" noch nicht hochbekommen,deswegen schreibe ich jetzt erstmal hier. Vielleicht findet sich ja jemand,mit dem ich mich ein bischen austauschen kann,das wäre schön. Wer nicht öffentlich schreiben mag,kann mir gerne eine private Nachricht schicken. Ich würde mich sehr freuen.

    Liebe Grüsse,
    vanilla_cookie

  2. #2
    stynalotta
    gelöscht

    AW: Alkoholkranker Partner

    Hallo, Vanilla_cookie!

    Erst einmal herzlich willkommen hier und es ist gut, dass Du Dich hier mitteilen und austauschen möchtest.
    Dieser erste Schritt ist unglaublich wichtig und wird Dir hoffentlich ein wenig die Last erleichtern, die Dich bedrückt.
    Ich kann Dir empfehlen, im Forum "Sucht, Gewalt und Missbrauch" ganz in Ruhe die Stränge zum Thema Alkoholsucht zu lesen. Dort schreiben Betroffene, manchmal auch Angehörige von Alkoholikern und Du kannst dort sicher den einen oder anderen guten ratschlag finden. Sicher auch Mitgefühl und Unterstützung, Du bist mit dieser Co- Abhängigkeit nicht allein.
    Manchmal geht es dort hoch her, dann ist es wieder ruhiger, in jedem Fall aber grundsätzlich respektvoll und mit viel Empathie.
    Du findest diese Stränge etwas weiter unten im Gesundheitsforum.

    Liebe Grüße
    Stynalott

  3. #3
    vanilla_cookie
    gelöscht

    AW: Alkoholkranker Partner

    Ach,super,danke,da gucke ich mal rein ! Und danke für die lieben Worte. Ich weiss nicht,ob ich das sagen darf aber ich sag's jetzt einfach mal trotzdem: ich hatte vorher mal in einem Forum geschrieben,das speziell für Suchtkranke und deren Angehörige war aber statt Unterstützung gab's da fast nur Anfeindungen. Man konnte sich auch über andere Themen austauschen (alltägliches eben),das habe ich auch getan zwei-,dreimal. Dann wurde ich da angemacht,was das soll und ob ich überhaupt schon ein "ordentliches" Thema beigetragen hätte (sie meinten ein Thema über meine Probleme). Das hatte ich schon aber selbst wenn nicht ist es doch immer noch ein Forum in dem man in der Kategorie schreiben kann,in der man möchte.

    Naja,egal. Leider konnte man sich da nicht abmelden,also habe ich es einfach ignoriert und bin da nicht mehr hingegangen. Ich fand´s schrecklich. Und natürlich hat man dann Angst,dass es wieder so wird,wenn man sich wieder irgendwo ein bischen öffnet.

  4. #4
    Avatar von Opelius
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    Beiträge
    10.401

    AW: Alkoholkranker Partner

    Hier in der Bricom ist das nicht so.
    Und ich empfehle dringend sich einer Angehörigengruppe anzuschlie0en. z.B. Al-Anon. Da ist dann persönlicher Austausch möglich und gelegentlich ein Tipps, wie man im konkreten Fall reagieren sollte.
    Das wichtigste ist aber, sein eigenes Leben weiterzuführen. Nicht für den Partner lügen und beschönigen. Denn raus aus der Sucht muss ER.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. #5

    Registriert seit
    04.03.2011
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    406

    smile AW: Alkoholkranker Partner

    Hallo vanilla_cookie,

    wie geht es Dir denn in eurer langen Beziehung? Es müssen doch trotz des Alkproblems für Dich die positiven Seiten Deines Partners überwiegen, wenn Du nie an Trennung gedacht hast.
    So wie Du es schilderst Dein Partner ist sozial integriert hat eine Arbeitsstelle und schafft es den Job offensichtlich verantwortlich auszuüben, der Anreiz zu langfristiger Verhaltensänderung dürfte bei ihm gering sein.
    Und er hat Dich als Rückhalt.
    Ich selbst habe drei Jahre mit einem Alkoholiker verbracht.
    Anfangs war ich total hin und weg von seinem Charme, seinen Späßen und seinem Humor. Aus seinem Alkoholkonsum machte er keinen Hehl, er trank nach der Arbeit so gegen 16.00 Uhr circa. 10 Halbliterflaschen Bier.
    Er zeigte keine Ausfallerscheinungen, nichts, stand morgens um 7.00 auf, fuhr in die Versicherung. Er hatte erfolgreich Wirtschaftswissenschaften studiert und einen gut dotierten Job bei einem großen Versicherungsunternehmen im Innendienst.
    Ich glaube auch nicht, dass er in der Firma selbst Alkohol konsumiert hat. Es war aber schon so, dass er mir sagte ab 15.00 Uhr, denke er nur noch an Bier.
    Schließlich hatte er keine Lust mehr etwas zu unternehmen, was in seine "Trinkzeit " von 16.00- 23.00 Uhr passte.
    Habe ich es versucht hatte er miese Laune, die er an mir ausgelassen hat. Schließlich fasste er den Entschluß aufzuhören. Da er keinen Hausarzt hatte, ging er zu meiner Hausärztin. Diese sagte ihm auf den Kopf zu, dass er ein Alkoholproblem habe. Leberwerte etc. waren aber alle noch ok.
    Er musste noch zum Vertrauensarzt der KK, Reha genehmigten die. Er sollte in die Fachklinik Münchwies.
    Ein paar Tage vor genehmigten Rehaantritt telefonierte er mit der Klinik und sagte alles ab.
    Nach seiner Aussage waren die Angestellten dort so unfreundlich zu ihm am telefon.
    Ich glaube aber, dass er in Wahreheit Angst hatte, vor der Zeit ohne Alk.
    Da er schon 17 Jahre in dieser Versicherung in seinem Job tätig war, kam es wohl auch nicht mehr so auf seine Arbeitsleistung an.
    Ich hab ihm immer zugehört und alle Unterstützung angeboten. Er hätte auch in eine Privatklinik gehen können, war privat versichert. Und ein Sabbatjahr nehmen in der Firma.
    Es wurde nichts.
    Ich habe die Beziehung dann beendet, ich war damals 27 Jahre alt, er 14 Jahre älter als ich.
    Die Beziehung habe ich beendet, weil ich seine Launen und depressiven Zustände nicht mehr ausgehalten habe.
    Wir wohnten nicht zusammen und er hat häufig Verabredungen kurzfristig mit " ich bin müde und depressiv, ich muss jetzt ins Bett" abgesagt.
    Zum Beispiel Sonntag mittags bei strahlendem Sommerwetter. Und tatsächlich er lag dann stundenlang im Bett, leere Bierflaschen kullerten durchs Schlafzimmer.
    Seine Wohnung grenzte auch schon ziemlich an eine Messie Wohnung, außer dem Job hat er alles vernachlässigt. Er hatte auch keine Freunde mehr, saß dann alleine zuhause beim Bier.

    Kurze Zeit nach unserer Beziehung hatte er dann wohl eine neue Freundin, die ebenfalls sehr dem Alkohol zugetan war. Dann hatte ich keinen Kontakt mehr.

    Dein Mann hat es ja schon mehrmals geschafft, auch wenn er rückfällig wurde. Ich glaube, dass solche Phasen bei Abhängigen leider immer wieder auftreten.
    Da hilft nur erneuter Entzug und evtl. eine Therapie. Ein Patentrezept gibt es wohl leider nicht.
    Du musst auf Dich selbst achten, dass es Dir gut geht. Oder eine Trennung in Erwägung ziehen.
    Ich weiß, dass es schwer ist.
    Vielleicht hilft Dir eine Angehörigengruppe wie z.B. Al-Anon.
    Wünsche Dir viel Kraft.

    Elixia

  6. #6
    vanilla_cookie
    gelöscht

    AW: Alkoholkranker Partner

    Opelius,ja,über eine Selbsthilfegruppe denke ich auch nach,hatte aber bisher noch nicht den richtigen Antrieb dafür. (Deswegen schreibe ich jetzt erstmal hier.) Aber natürlich ist das immer eine Option für später.
    Lügen muss ich Gott sei Dank nicht,alle in unserem Umfeld wissen es.

    Exilia,ja,natürlich überwiegen die positiven Dinge - von seiner Krankheit abgesehen haben wir eine sehr schöne Beziehung; wir sind halt auch schon sehr lange zusammen und haben uns "trotzdem" immer noch was zu sagen. Wie viele Paare können das schon von sich behaupten? Wir passen auf,dass wir nicht nebeneinander her leben aber so hin und wieder brauche ich natürlich den nötigen Abstand zur Problematik. Denn irgendwann muss ich ja meine Batterien auch mal aufladen.

    Ich frage mich allerdings auch,wie viel Grund er hat,trocken zu werden/bleiben. Es ist ja noch alles da: Arbeit,Führerschein,Wohnung,Freundin... Als Nicht-Alkoholiker versteht man es nicht so richtig,selbst nach all den Jahren nicht: er bekommt jegliche Unterstützung,die er braucht und dennoch wird es nix. (Ich meine jetzt wenn er trocken werden/bleiben will,wir besorgen ihn keinen Alkohol oder so oder lügen für ihn etc.) Vielleicht sollte er doch mal seine Arbeit verlieren... Ich weiss es nicht.

    Allerdings ist er auch nicht so ganz unwillig. Immerhin hat er sich alleine für seine Therapien entschieden und geht auch immer in die Entgiftung,wenn er merkt dass er es mal wieder übertrieben hat. Man muss ihn also nicht "zwangseinweisen" oder so und die Polizei musste noch nie kommen. Will sagen,er ist in keinster Weise ausfallend oder gewalttätig.

    Frage mich nur,wie lange das sein Körper noch mitmacht. Sein Papa hat jahrelang getrunken und ist körperlich noch gesund,vielleicht hat er das ja geerbt... (Alkohol konserviert wohl.... ein bischen Galgenhumor....bitte nicht übel nehmen.)


  7. #7
    Avatar von Opelius
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    Beiträge
    10.401

    AW: Alkoholkranker Partner

    Du kannst Dich hier natürlich über das Alkoholproblem Deines Mannes austauschen, aber es wird nur irgendwie "außen" vorbleiben. Es gibt im Netz ein Haufen Seiten, in denen Du Dich über das Alkproblem reinlesen kannst.
    Zum Beispiel das Jellinek-Prinzip.

    Nur eines ist völlig klar: das eigentliche Alkoholproblem muss Dein Mann lösen. Da hilft weder Gutzureden noch Schimpfen. Du stützt ihn ja, aber die Gefahr, dass Du in die Co-Abhängigkeit mit hinein geräst, ist gewaltig. Das wird Dein Selbstbewußtsein stark beeinträchtigen.

    Für den Erkrankten gibt es tausend Gründe, sich nicht bewußt mit seiner Problematik auseinander zu setzen. Er macht ja schon Entgiftungskuren. Was ihn aber nur befähigt, vorübergehend sich körperlich zu erholen, um dann wieder auf dem alten Pegel weiterzusaufen. Und Du kannst daran nichts ändern.

    Das musst Du aushalten können. Und dafür gibt es die Angehörigengruppen. Und noch ist er nicht gewalttätig und, soweit ich das verstanden habe, auch noch nicht (völlig grundlos) eifersüchtig.

    Dass Du schon in der Co-Abhängigkeit bist, zeigt die Entschuldigung, dass auch sein Vater säuft. Du redest Dir die Problematik schön!
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. #8
    vanilla_cookie
    gelöscht

    AW: Alkoholkranker Partner

    Also,über das Alkoholproblem im Allgemeinen weiss ich mittlerweile (nach all den Jahren) Bescheid (Verlauf,Co-Abhängigkeit,etc etc). Nur den Austausch mit den Betroffenen hatte ich noch nicht so intensiv. Deswegen wollte ich es ja mal hier versuchen für den Anfang. Wenn's hilft,schön,wenn nicht,kann ich ja mal eine Selbsthilfegruppe ins Auge fassen. Aber jetzt möchte ich erstmal hier schreiben.

    Ja,da hast Du Recht,weder gut zureden noch schimpfen/drohen bringt irgendetwas. Das weiss er schon auch selbst,dass ER das machen muss,ich kann ja schlecht für ihn trocken werden. Und nein,er ist nicht grundlos eifersüchtig.

    Das mit seinem Vater war keine Entschuldigung,damit wollte ich eigentlich nur sagen,dass sein Vater eine stabile Gesundheit hat die sein Sohn (mein Lebensgefährte) scheinbar geerbt hat.

  9. #9
    Avatar von julila82
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    Beiträge
    1.057

    AW: Alkoholkranker Partner

    hallo vanilla_cookie,

    ich kann recht gut nachvollziehen, wie es dir damit geht. ich habe selber erst vor ein paar wochen meinen freund verlassen, in erster linie wegen seines alkoholproblems. wir waren knapp 6 jahre zusammen, davon haben wir 3 jahre zusammen gewohnt. schon seit ich ihn kennengelernt habe, hatte er das problem (also auch vorher schon). aber es ist ähnlich wie bei dir, er hat keinen druck, hat einen guten job, freunde, wohnung, bis vor kurzem eine freundin...und auch bei ihm wissen es alle, seine eltern, seine freunde, aber vielen ist wohl nicht ganz bewusst, wie groß das problem eigentlich wirklich ist.

    ich dachte ja, wenn ich mich trenne, gibt ihm das vielleicht auch einen schubs in die richtige richtung, aber ich habe mich getäuscht. der alkohol war halt auch nur die eine hälfte des trennungsgrundes, die andere war, dass wir schon sehr lange im prinzip wie zwei singles in einer wg nebeneinander herleben - gut, dass ihr da besser auf euch achtet. wir haben uns klassisch auseinandergelebt, und das hatte er auch bemerkt, klar, und so kam es, dass wir uns letztlich eher einvernehmlich getrennt haben. wir haben zur zeit noch ab und zu kontakt, ich habe mir gleich eine eigene wohnung gesucht und bin inzwischen umgezogen.

    redet ihr denn oft darüber? sieht er das problem ein? mein ex hat immer gesagt, er weiß, dass er ein trinker ist, aber er wäre nicht alkoholiker. er hat sich schon in den jahren verändert, körperlich und auch charakterlich, aber er war nie gewalttätig oder so, überhaupt nicht. er sucht sich aber halt die "passende umgebung", leute, die mit ihm trinken, trifft andere freunde seltener. ich würde sagen, er schafft sich sein passendes trinker-umfeld. er selbst sieht das nicht so.

    ich hatte mich auch immer wieder nach selbsthilfegruppen umgesehen, aber genau wie du war die überwindung einfach zu groß. ich hatte auch immer angst, dass ich dort jemanden kenne, arbeitskollegen oder so. blöd eigentlich, aber naja.

    mir persönlich tut es im nachhinein weh, dass ich so derart wenig einfluss auf ihn hatte. ich wollte die trinkerei nicht, wollte ihn zu einer beratung begleiten (wollte er aber nicht), habe das problem so oft angesprochen, aber es hat nichts genutzt. und jetzt, wo er allein ist, nutzt es immernoch nichts. die sucht ist einfach stärker.

    ich bin selber immernoch durcheinander, die ganze sache mit der trennung ist noch sehr frisch...

  10. #10
    stynalotta
    gelöscht

    AW: Alkoholkranker Partner

    von seiner Krankheit abgesehen haben wir eine sehr schöne Beziehung; wir sind halt auch schon sehr lange zusammen und haben uns "trotzdem" immer noch was zu sagen. Wie viele Paare können das schon von sich behaupten?

    Wie ist denn sein Konsumverhalten- trinkt er ganztägig oder erst nach Feierabend?

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