"Fünf Jahre sind um, Du hast es geschafft", sagte ich zu meinem geliebten Mann in einem Gespräch über die die schlimme Zeit, die wir damals durchstehen mußten. Darmkrebs mit allen Komplikationen die man sich so denken kann. Nun blickten wir voller Optimismus in eine Zukunft, die wir uns in den schönsten Farben ausmalten. Inzwischen sind wir beide in Rente, noch jung genug, um viele Abenteuer zu überstehen und unser Leben zu genießen.
Dann kam der Tag, an dem ich wußte, dass irgendetwas anders war mit meinem fröhlichen Mann, der immer einen neckenden Spruch auf den Lippen hatte und mich oft spontan in die Arme nahm. Er war schweigsam geworden in diesem Winter, antriebslos und ständig müde. Meist hing er auf der Couch herum, hatte im Frühjahr keine Lust, mit mir gemeinsam unsere Arbeiten um Haus und Garten zu erledigen. Er muß krank sein, dachte ich mir, doch was es sein könnte, darauf kam ich nicht. Mein Mann schwieg, klagte nicht. Ständiges Husten, Heiserkeit und Atemnot. Der Arzt diagnostizierte eine Tablettenunverträglichkeit, ersetzte das Medikament durch ein anderes aber der Husten blieb. Es wurde nicht besser, im Gegenteil. Als das Atmen so schwer fiel, dass er nicht mehr die Treppe hochkam ohne hinterher fast zusammenzubrechen, stellte der Arzt fest, dass Wasser im Rippenfell schuld sei. Verschleppte Bronchitis? Wir waren ja alle im Frühjahr erkältet. Das mußte die Ursache sein! Kein Gedanke daran, dass ein großer Schatten sich über unser Leben ausbreitete. Dann kam die Diagnose. "Rippenfellkrebs". Es folgte eine Verlegung in eine Spezialklinik, das Rippenfell wurde entfernt. Die Lunge war durch die sieben Liter Wasser, die auf ihr lasteten, gequetscht und verklebt, das Herz ackerte, drohte zu versagen. Eine Not-OP folgte. Tage und Nächte zwischen Hoffen, Bangen, Angst und Verzweiflung. Todesangst der ständige Begleiter meines Mannes, Existenzängste, Frage nach dem Sinn des Lebens und das " Warum gerade wir". Mein lieber Mann, der nur gesorgt hat für seine Familie und kaum ist er im Ruhestand, greift der Tod nach ihm. Ich wünschte mir, alles wäre ein böser Traum und bald würde ich aus ihm erwachen, alles wäre wieder wie vor den Tag X. Ich erwachte leider nicht daraus. Eine Chemo kann wegen einer inzwischen eingetretenen schweren Lungenentzündung nicht begonnen werden, mein Mann bekommt inzwischen Sauerstoff. Ich fahre zweimal die Woche in die 135 Kilometer entfernte Klinik und fürchte mich vorher jedesmal. 10 Kilo hat er abgenommen, die seine Augen lachen nicht mehr. Er kann und will mit mir nicht über seine Krankheit reden, versucht, mir gegenüber tapfer zu sein. Ich weiß, er hat furchtbare Angst, will leben und nicht mit 61 Jahren sterben. 40 Jahre sind wir verheiratet und ich kenne ihn wie kein anderer, doch helfen kann ich ihm nicht, nur für ihn und uns beten. Entschuldigt, aber ich mußte dies mal von meiner Seele schreiben und bitte um Euer Verständnis.














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für deinen Mann und dich

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