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  1. #1
    Rose66
    gelöscht

    Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Liebe User,

    vielleicht gibt es die eine oder andere, die mit dem gleichen Problem wie ich zu "kämpfen" habe und mir mit eigener Anschauung und ggf. sogar Erfahrung zur Seite stehen bzw. einen Tipp geben kann.

    Meine Eltern sind Jahrgang 1941 und 1943, geschieden, daher 2 unterschiedliche Wohnorte. Beide haben auch keinen Partner mehr. Meine Mutter hat seit einiger Zeit (dem Tod meines Stiefvaters vor 3 Jahren) starke gesundheitliche Probleme /Herz, starke Magenprobleme und Rücken, hat sich zudem sehr zurückgezogen und ist sehr eigen geworden. Mein Vater sieht sich immer noch als super starken Mann im besten Alter, leidet aber u.a. an verschiedenem...z.B. Diabetes und vor allem Inkontinenz und sehr starkem Übergewicht. Meine Mutter sieht sich mittlerweile bereits im Grab (sie war vor dem Tod meines Stiefvaters eine Frohnatur!), mein Vater hingegen ist durch seinen Sohn (meinen Stiefbruder, 29, arbeitslos, wohnt auf Kosten meines Vaters und bewegt sich keinen Zentimeter!) sehr eingeschränkt in seiner Handlungsweise auch finanziell...
    Es ergeben sich hier mehrere Fragen für mich:
    a) wie kann ich beiden helfen:
    Meiner Mutter, damit sie wieder etwas mehr Lebensfreude bekommt (sie geht in keinen Verein nichts dergleichen, hat aber ausreichend Rente, mit der sie sich etwas leisten könnte und wohnt im eigenen Haus)
    b)
    Meinem Vater, damit er endlich seinen faulen Sohn vor die Türe setzt und für die restlich verbleibende
    Zeit etwas für sich macht....z.B. war immer sein Traum, nach Südamerika auszuwandern. Die Rente stimmt
    und er hätte dort gut leben können - jetzt ist er zu alt und mit seinen gesundheitlichen Problemen, auch ist es nicht ratsam mehr, auszuwandern...Viele Gespräche brachten bislang nichts....Seine Entschuldigung ist immer, er würde seinen Sohn so sehr lieben, dass er sein Leben für ihn geben würde (der Sohn hat auch keine Ambitionen, sein Leben in Griff zu bekommen, er geht nicht einmal zum Arbeitsamt, er hat ja auch alles!). Dabei hat man m.E. als Eltern auch die Pflicht, die eigenen Kindern in den Weg der Eigenverantwort- und Selbständigkeit zu vermitteln, da sie eines Tages keine Eltern mehr haben, die sie versorgen. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich!
    c)
    Demhingegen weigern sich meine Eltern z.B. gewisse Vorkehrungen zu treffen hinsichtlich
    Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder eine Betreuungsverfügung oder gar ein Testament.
    Sie weisen es bei jedem wirklich sensibel angeschnittenen Gespräch von sich und vertreten die Auffassung, es sei noch viel Zeit, diese Vorkehrungen zu treffen und mein Vater ist sowieso der Auffassung er würde
    100 Jahre alt werden.
    Aber wann ist die richtige Zeit hierfür gekommen? Gibt es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt?

    Wie mache ich meinen Eltern klar, dass es nicht eine Sache des Alters ist, diese Dinge zu klären, sondern rein eine Art Vorsorge für den eintretenden Notfall betr. Betreuung oder auch eine Patientenverfügung. Es gibt ja auch tatsächlich einige Dinge zu regeln. Als mein Stiefvater vor 3 Jahren starb, wussten wir nicht, wie er überhaupt beerdigt werden wollte, weil wir nie darüber geredet haben: "Es ist ja noch soooo lange
    Zeit...." Natürlich ist es traurig, auch über diese Dinge reden zu müssen, aber ist es nicht viel besser, man regelt das vorher und jeder bekommt das, was er sich insgeheim vorstellt oder wünscht?
    Ich kenne die Problematik mit dem "Dazwischen" deshalb so gut, weil wir meine Oma nach Jahren der häuslichen Betreuung in ein Pflegeheim geben mussten (wir haben es nach 4 Jahren intensiver Bemühungen einfach nicht mehr geschafft neben unserer Berufstätigkeit weiterhin unsere Oma an einem anderen Wohnort hinreichend zu betreuen-versorgen). Die Behördengänge und der schriftliche Aufwand waren immens, da natürlich auch nichts geregelt war ebenfalls mit der Begründung: "Es ist ja noch soooo lange Zeit" ....
    Sicher ein unschönes Thema in einem Forum wie Brigitte, aber Leben und Tod gehören zusammen und man kann auch nicht die Augen verschließen und auch das Dazwischen sollte in irgendeiner Form geregelt sein.
    Ich würde mich freuen, wenn ich zu meinen Fragen, den einen oder anderen Hinweis / Tipp von Euch erhielte,
    es müssen ja nicht alle Fragen beantwortet werden.
    Am wichtigsten wäre mir zu wissen, welche Erfahrungen die Leserinnen mit dem

    Thema c) also der diversen Verfügungen und Vorkehrungen bisher gemacht haben oder welche Tipps sie mir geben können, um meine Eltern hiervon überzeugen zu können, wie wichtig insbesondere diese Vorkehrungen für die Hinterbliebenen oder im Falle einer nicht mehr ausreichenden eigenen Handlungsfähigkeit z.B.Altersdemenz/Koma kurz Krankheit sind.
    Vielen Dank für Eure wertvollen Anregungen im voraus!

  2. #2
    Avatar von Nocturna
    Registriert seit
    29.09.2005
    Beiträge
    9.469

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Rose66, das mit der Überzeugungsarbeit könnte schwierig werden, wenn deine Eltern nicht aus eigener Überzeugung auf dich zukommen. Du siehst das absolut richtig in Punkto Notwendigkeit von Betreuungsvollmacht/Patientenverfügung, aber mehr als anbieten kannst du es meines Erachtens nicht. Wenn deine Eltern sich nicht mit dem Thema beschäftigen wollen und selbst das Beispiel aus der eigenen Familie nichts gefruchtet hat, was bleibt einem dann noch übrig?

    Wahrscheinlich muss man auf den berühmten Schuss vor dem Bug warten, bis die Eltern überraschend akut ins Krankenhaus müssen und sie dann dort feststellen, dass es schon gut wäre, wenn jemand noch die fälligen Rechnungen zahlen könnte oder mit den Ärzten verhandeln darf. Bei meinem Schwiegervater lief das ähnlich. Erst als er kurz vor seinem Tod ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war er bereit eine Vollmacht zu unterschreiben, vorher war das niemals ein Thema für ihn. Für diesen Fall könnte man vorsichtshalber die nötigen Vordrucke parat halten, um sie im Zweifelsfall schnell zur Hand zu haben.

    Ein Testament kannst du ebenfalls nur anregen. Vielleicht fragst du mal, wie sich deine Eltern die Verteilung ihres Erbes vorstellen. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass die eigenen Vorstellungen und die tatsächliche gesetzliche Erbregelung nicht im Entferntesten zusammen passen und wären dann bereit ein Testament aufzusetzen.

    Was meines Erachtens gar nicht klappen wird ist der Appell an deinen Vater bezüglich seines Stiefsohns. Vergiss das einfach, das wird nix mehr. Dein Vater und sein Stiefsohn haben ihren modus vivendi gefunden und du aus der Ferne wirst an diesem Zustand sicher nichts mehr ändern. Das ist verschwendete Lebensmühe, lass es gut sein, für Erziehung ist es längst zu spät.

    Was deine Mutter angeht glaube ich ebenfalls nicht, dass du viel erreichen kannst. Oftmals hätten wir Kinder es lieber unsere Eltern würden mehr Kontakt suchen, Anschluss halten, aber die ältere Generation verharrt im Einsiedlerleben. Wenn deine Mutter bisher keinen Freundeskreis gepflegt hat ist es unwahrscheinlich, dass sie plötzlich Lust auf einen bekommt. Du könntest deiner Mutter Prospekte vom örtlichen Seniorenverein vorlegen, wo oft Tagesfahrten oder sonstige Aktivitäten gepflegt werden, aber wenn sie keine Lust hat, wars das.

    Man sollte auch nicht unterschätzen, was gesundheitliche Probleme ausmachen. Wenn deine Mutter Magenprobleme und Rückenschmerzen hat, dann macht nur noch wenig echte Freude. Meistens hangeln sich dann die älteren Menschen von Tag zu Tag und sind zufrieden, wenn es halbwegs gesundheitlich gut gegangen ist.

    Wenn deine Mutter ganz allein in ihrem Haus lebt, wer hilft ihr eigentlich dann bei Haushalt und im Garten? Vielleicht wachsen deiner Mutter die Verpflichtungen über den Kopf hinaus? Hast du sie schon mal angesprochen, ob sie eine Putzhilfe braucht oder vielleicht einen Umzug in ein seniorengerechtes Wohnen in Erwägung zieht?

    Meine Eltern haben in ihrem Haus ein echtes Eigenbrötlerdasein gefristet. Das große Grundstück und die hohe Hecke außenrum sind zwar idyllisch, aber sie waren wirklich abgeschottet hinter grünen Mauern eingesperrt quasi. Als sie in ein betreutes Wohnen umgezogen sind, haben sich ihre Sozialkontakte vervielfältigt, was mich dann richtig gefreut hat.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  3. #3
    Rose66
    gelöscht

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Liebe Nocturna,

    vielen herzlichen Dank für die sehr ausführlichen Zeilen und Antworten...
    Das Thema Wohnungswechsel habe ich mehrfach angesprochen, da ein ganzes Haus für 1 Person viel zu aufwendig in der Unterhaltung und Haushalts- einschließlich Gartenpflege bedeutet. Eine Putzfrau kommt zwar regelmäßig 1 x wöchentlich, aber dies ist nur der berühmte Tropfen...
    Umziehen kommt für meine Mutter gar nicht in Frage, da sie es als Verrat ansehen würde (ihre Aussage), aus dem ehemals gemeinsamen Haus auszuziehen. Sie hat insbesondere Angst vor jeder Neuerung. Jeder Brief ist eine Herausforderung, jeder Gang zum Arzt schlicht, ihr gesamtes Leben bedeutet für sie nun eine tägliche Herausforderung. Sie hatte im übrigen vor dem Tod meines Stiefvaters einen netten Bekanntenkreis, der sich nach dem Tod buchstäblich in Luft aufgelöst hat. Zunächst wollte meine Mutter nur in Ruhe den Tod des Stiefvaters überwinden, aber als sie einigermaßen wieder für Kontakte offen gewesen wäre, waren die früheren Bekannten "nicht mehr da"... In Seniorengesellschaften fühlt sie sich unwohl, da die meisten eher älter sind - ihr fehlt m.E. eine Freundin ihres Alters, mit der sie gemeinsam noch etwas unternehmen könnte und die sie aus ihrem Tief herausholt (eine fremde Person hat sicher mehr Einfluss als die eigene Tochter). Sie ist ursprünglich eine sehr unternehmungs- und lebenslustige Person gewesen, die Spaß am Leben hatte und gerne verreist ist. Leider kann sie - wie viele ältere Menschen - nicht mit einem PC oder Internet umgehen, sonst wäre dies z.B. eine Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen. Aber dies hat mich gerade eben beim Schreiben auf die Idee gebracht, mit ihr gemeinsam auf meinem Tablet beim nächsten Besuch die Foren nach einer eventuellen Bekannten ihres Alters zu durchforsten.
    Sorry, für meine langen Ausführungen, aber ich habe mich so sehr über Deine ausführliche Antwort gefreut. Ich kenne das gar nicht in dieser Form. Daher nochmals ein herzliches Danke schön für die Zeit, die Du Dir für die Beantwortung genommen hast!

  4. #4
    Avatar von Dharma09
    Registriert seit
    17.11.2009
    Beiträge
    9.919

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Alt? um die 70 ist doch noch kein Alter.....

    Meine Eltern sind BJ 33 und 38. Meine Schwiegereltern BJ 38 und 39 und ja ein wenig Aua hier und da. Mein Vater hat es schlimm mit der Hüfte und oft starke Schmerzen, geht aber täglich spazieren und macht noch immer Musik.

    Meine Schwiegereltern sind aktiv in der Kirche und haben einen riesigen Freundeskreis, gehen wandern spielen Karten, kegeln etc.pp und auch mein SV hatte eine schlimme Krankheit (Protatakrebs) - alles eine Frage wie man damit umgeht.

    Sich zurückzuziehen und auf den Tod zu warten ist nicht die beste Lösung finde ich...
    Wenn besser möglich ist, ist gut nicht genug!

    "Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein"




    :Benjie meine Hundemaus - wir werden dich nie vergessen (27.05.2011)

  5. #5
    Rose66
    gelöscht

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Hallo Dharma09,

    ich glaube nicht im Alter, das im Personalausweis steht, liegt der Unterschied, sondern das Alleinsein ohne Partner oder ein fehlender Freundeskreis im Alter macht auf Dauer nicht nur kopfmäßig alt. Wenn man einen Partner hat, steht man üblicherweise gemeinsam morgens mit ihm auf, hat einen gemeinsamen Alltag und vor allem auch Kommunikation. Wenn man alleine ist, sitzt man, wie meine Mutter, den ganzen Tag neben dem Telefon und wartet darauf, das man angerufen wird. Ich rufe meine Mutter jeden Morgen vor Arbeitsbeginn an, um ihr zu zeigen, dass da jemand ist, dem sie etwas bedeutet, der Anteil an ihrem Leben nimmt und auch, damit sie etwas von meinem Leben mitbekommt. Meine Schwester macht das gleiche am Abend. Menschen altern auch unterschiedlich. Jemand der immer in Bewegung ist, einen festen Freundeskreis hat und einen täglichen geistigen Austausch mit einem Partner wird sicher länger agil und später altern als ein einsamer Mensch, der keine festen Hobbys oder einen festen Freundeskreis zum Austausch hat. Sicher gibt es genügend Möglichkeiten sich in der Kirche einzubringen, aber auch dazu muss man bereit sein, überhaupt das Haus zu verlassen....

  6. #6
    Avatar von brighid
    Registriert seit
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    48.612

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    menschen, die auch im alter geistig beweglich sind- waren es auch vorher schon.

    menschen, die sich so völlig auf ihren partner konzentrieren und keine aussenkontakte wirklich pflegen- fallen natürlich in ein grosses loch wenn der partner nicht mehr da ist. und menschen sind so, sind von ihrer emotionalen grundstruktur so- die ändert niemand mehr. im gegenteil im alter kommen die ecken und kanten verstärkt zur geltung.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

    jeder denkt daran, die welt zu verändern. aber niemand denkt daran sich selbst zu verändern. tolstoi

  7. #7

    Registriert seit
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    4.633

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Meine Eltern und Schwiegereltern sind älter und ich rufe sie ganz bestimmt nicht täglich morgens und meine Schwägerin abends an!! Wieso machst du das?
    Sie wollen nichts regeln, das würde ich akzeptieren.

  8. #8
    Avatar von Nocturna
    Registriert seit
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    9.469

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Zitat Zitat von Rose66 Beitrag anzeigen
    Umziehen kommt für meine Mutter gar nicht in Frage, da sie es als Verrat ansehen würde (ihre Aussage), aus dem ehemals gemeinsamen Haus auszuziehen. Sie hat insbesondere Angst vor jeder Neuerung. Jeder Brief ist eine Herausforderung, jeder Gang zum Arzt schlicht, ihr gesamtes Leben bedeutet für sie nun eine tägliche Herausforderung.
    Seufz, ich kann deine Probleme nachvollziehen. Meine Eltern hatten zwar keine Probleme damit ins betreute Wohnen zu ziehen, dafür weigern sie sich standhaft eine Reinigungsfrau kommen zu lassen. Dabei ist meine Mutter wirklich nur noch halbschief auf den Beinen und ohne Rollator geht gar nichts. Aber nein, meine Mutter zieht noch immer ihre Bettwäsche allein ab, fährt mit Wäschekorb plus Rollator in den Keller zur Waschmaschine, dann wieder hoch, dann wieder runter um die Wäsche in den Wäschtrockner zu legen, dann wieder hoch, dann wieder runter um die Wäsche mit der Mangel zu bügeln, dann wieder hoch. Und ich bekomme nachher gesagt wie schlecht es ihr geht, wie wahnsinnig anstrengend das alles ist und und.

    Dennoch, ich kämpfe darum nicht ins Helfersyndrom zu verfallen. Ich habe selbst eine Putzfrau und ich werde ganz sicher nicht mein Haus putzen lassen um dann die Wohnung meiner Eltern zu putzen und Betten zu beziehen. Sie können sich sehr wohl eine Reinigungsdame leisten, die übers Betreute Wohnen vermittelt wird und wenn nicht, würde ich die Kosten tragen. Ich versuche mich nicht mürbe machen zu lassen und weigere mich auf solche Spielchen wie „mir geht’s so schlecht, aber gegen eine Putzfrau habe ich was“ einzulassen. Dass ich mir dann öfter anhören kann, wie die nette Tochter vom Nachbar immer kommt um ihrem Vater die Wohnung zu putzen, muss ich mit meinen Nerven allein ausmachen.

    Deine Mutter, auch wenn man es nicht erzwingen kann, würde vom betreuten Wohnen profitieren. Betreutes Wohnen ist kein Heimplatz, das muss man deutlich sagen, sondern mehr oder minder nur ein altersgerechtes Wohnen. Dafür hat man dann Nachbarn, die eben meist noch keine Pflegefälle sind, mit denen man auf den Gängen, im Waschkeller, im Lift Unterhaltungen führt und wo dann auch noch die eine oder andere Feier läuft. Meine Eltern haben per se keinen Freundeskreis mehr, aber sie sind im Haus vernetzt und das ist auch ein Stück soziale Anbindung. Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas deiner Mutter gut tun würde, aber man als anbieten kann man das leider nicht.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  9. #9
    Rose66
    gelöscht

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Liebe Nocturna,

    Deine Schilderungen sind ein kleiner Trost, nämlich dass die Eltern noch ihren eigenen Willen haben und auch akzeptiert werden möchten in ihrer Eigenart, auch wenn es manches für sie selbst erschwert. Ich hätte es schon positiv empfunden, wenn meine Mutter z.B. aus ihrem Eigenheim in eine kleine 3-ZW zieht, die übersichtlich ist, weniger Putzarbeit bereitet und wo sie keine Treppen mehr steigen muss...Ein Fazit der obigen Darstellungen ist aber für mich, dass man die eigenen Eltern so akzeptieren und vor allem respektieren sollte wie sie sind, in ihrer Denkweise und in ihrem für uns ggf. nicht immer nachvollziehbarem Handeln. Auch das muss man als "großes Kind" erst einmal verstehen lernen.
    Danke Euch allen, die geantwortet haben!

  10. #10
    Rose66
    gelöscht

    AW: Vorsorge / Wenn die eigenen Eltern altern

    Nur kurz auf Deine Frage: Ich rufe sie an, um ihr ein gutes Gefühl zu vermitteln und mir ebenfalls, weil ich mir vorstellen kann, wie wenig schön es ist, im Alter allein zu stehen. Auch für mich ist das in meiner Situation oftmals eher mit Stress
    verbunden, aber es gehört einfach dazu....und das mit dem Akzeptieren habe ich jetzt verstanden...man muss manchmal auch erst die Meinung dritter Personen einholen

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