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  1. #1
    Tina2601
    gelöscht

    Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Hallo,

    Krebs ist eine Diagnose die das Leben von heute auf morgen aus den Fugen reißt und das nicht nur für den Betroffenen selber. Meine Schwester ist an Krebs erkrankt und ich fühle mich so hilflos, man ist so erschüttert und sprachlos, wütend, traurig, ein Wechselbad der Gefühle. Ich bin ein positiver Mensch und hoffe und weiss das sie es schaffen wird, aber ab und zu kommt ein dunkles Gefühl, füllt mich aus und zieht mich nach ganz unten ....Was ist wenn ??? Schnell verschiebe ich den Gedanken wieder, beschäftige mich mit was anderem (Gott sein Dank kann ich sehr gut verdrängen) und versuche das Leben zu geniessen, trotz allem....und das macht mir dann ab und zu ein schlechtes Gewissen, wie kann ich lachen, weg gehen mich mit Freunden treffen, wenn meine Schwester so krank ist !?!?
    Da ich zur Zeit keinen Partner habe und auch mit meinen Eltern nicht immer darüber will und kann, fühle ich mich oft alleine mit diesem Thema. Freunde sind für mich da, aber auch sie will ich nicht immer mit meinem Gefühlen belästigen. Ich leide selber an eine chronische Krankheit die mich häufig sehr einschränkt und mir die Kraft raubt. Trotz allem gebe ich die Hoffnung nicht auf, auch wenn es manchmal schwer fällt.

    Wie geht ihr damit um ?

    Wie seit Ihr eine Hife, Stütze für Eure Angehörigen, Freunde, Partner ?

    Freue mich über jede Anmerkung, Gemeinsam sind wir stark !

  2. #2
    Avatar von dobbi
    Registriert seit
    26.01.2007
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    612

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Hallo Tina,

    mir geht es genau so. meine Mama hat Krebs. Ich habe drei Geschwister, die wohnen alle in der Nähe, ich wohne knapp 180 km entfernt und kann mich nicht so einbringen wie ich will.
    Meine Mama ist 72 und hat jetzt eine Chemo begonnen, ich war in den Ferien mit Sohnemann dort und habe eine Woche alles, wirklich alles für Sie gemacht und alles war verkehrt !!!!!
    Hilfe, ich kann da nicht mit umgehen, sie läßt sich so hängen und da kann ich nicht mit umgehen. Ganz und gar nicht....
    Sie wird nie wieder ganz gesund, aber kann mit Hilfe der Chemo vielleicht ein Level erreichen, wo sie noch ein oder zwei schöne Jahre hat.
    Aber auf einmal die Mutter so schwach zu erleben und mit ihr eine Perücke kaufen zu gehen und alles was dazu gehört ist schon heftig.
    Aber das krieg ich für mich geregelt, aber das Hängenlassen krieg ich nicht klar.
    Ich habe meinen Mann verloren als mein Sohn ein Jahr alt war und habe dadurch kämpfen gelernt und wünsche mir so sehr, das sie das auch schafft.
    Vielleicht können wir uns ja mal austauschen, ich würd mich freuen.
    Wie geht es deiner Schwester ?? Ist sie auch schon in der Therapie ?

    Lg
    Beate

  3. #3
    Tina2601
    gelöscht

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Hallo Beate,
    das mit dem Hängenlassen ist gerade bei meiner Schwester auch so ein Problem, ich war mit meiner Mutter sie am W:ende besuchen und es war schlimm zu sehen, wie fertig sie mit den Nerven ist. Am Anfang der Diagnose war sie stark und voller Hoffnung, die Bestrahlung ist nun rum und sie hat viel mit den Nebenwirkungen zu kämpfen, das zieht sie total runter. Die Chemo soll nächste Woche beginnen, aber davor muss sie wieder zur Untersuchung und davor hat sie totale Panik, wir sind echt hilflos.
    Ich überlege oft, wie ich damit umgehen würde, aber ich glaube, jeder "gesunde" kann sich nicht in einem Betroffenen hineinversetzen. Ich bin für sie da und werde nächstes Wochenende wieder zu ihr fahren und wenn wir sie nur für ein paar Stunden ablenken können.
    LG TIna

  4. #4
    VIP Avatar von Kappuziner
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    16.12.2004
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    12.567

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Liebe Tina,

    Deine Schwester wird auch wieder andere Phasen bekommen, in denen sie zu ihrer alten Kraft zurückfindet. Es ist schön, wenn Du einfach "da" bist, Du musst gar nichts besonderes tun, nur zuhören, ihre Ängste auffangen, aushalten. Das ist normal, dass die Angst kommt zwischendurch und es tut gut, wenn jemand da ist (und seis nur am Telefon), der einen dann auffängt und der nicht erwartet, dass man immerzu gute Nachrichten liefert, dass es "aufwärts" geht und so. Diese Krankheit besteht aus vielen Aufs und Abs... das ist das, was so an den Nerven zehrt.
    Es ist für Deine Schwester sicher viel wert, dass es Dich einfach gibt und dass Du versuchst, auch diese Tiefs auszuhalten.

    Ich wünsch euch beiden ganz viel Kraft dabei!

    Kottan
    : "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
    Elvira: "Gar koan Fehler?"
    Kottan: "Doch, i liag manchmal"
    ______________________________________

    Profilbild © Analuisa

  5. #5
    Avatar von dobbi
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    612

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Hallo Tina,

    ich möchte mich auch mal wieder melden. Meine Mutter ist am 08.11. gestorben, sie hat im Rahmen der beginnenden Chemotherapie ( erste Chemoeinheit sollte in drei Dosen aufgeteilt werden ) am Dienstag vor einer Woche eine beidseitige Lungenembolie erlitten, war im KH und seit letzte Woche Donnerstag waren wir alle vier Geschwister/Kinder abwechselnd Tag und Nacht bei ihr. Sie hat sich sehr gequält und musste für jeden Atemzug kämpfen, hat dann einen Dauermorphiumtropf bekommen und am Sonntagmorgen ist sie dann gestorben aufgrund multiplem Organversagen.... Beerdigung war gestern.
    Bin seit heute wieder bei mir zu Hause und habe irgendwie einen Kopf wie aus Watte.

    Ich wünsche euche einen guten Weg durch die Krankheit und sei einfach für Sie da !!!

    Traurige Grüße
    Beate

  6. #6
    Avatar von bchris
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    900

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    dobbi,

    für Dich und Deine Mama.

    Liebe Grüße

    bchris
    Mögen die Grenzen, an die Du stößt, einen Weg für Deine Träume offen lassen. Irischer Segensspruch

  7. #7

    Registriert seit
    24.01.2008
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    807

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Hallo Tina,

    sei für deine Schwester da, opfere dich jedoch nicht auf. Sei ehrlich zu dir und zu ihr, sag ihr, wenn du mit der Situation mal nicht klar kommst.
    Was wichtig ist, deine Schwester ist krank und ihre Umgebung damit auch. Wenn du mit deinen Eltern nicht darüber reden kannst, dann schau doch mal ob es nicht in deiner Umgebung eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gibt.
    Ehrlichkeit ist das Wichtigste, du darfst auch mal kritisch deiner Schwester gegenüber sein.
    Das hört sich jetzt wahrscheinlich alles sehr nüchtern an, ich weiss jedoch wovon ich rede.
    Mein Sohn, jetzt 10 Jahre, ist Krebskrank un der sagt mir immer wieder: Mami, manchmal kannst du ne ganz schöne Zimtzicke sein und doch, ich bin froh, dass du zu mir ehrlich bist.

    Ich möchte dir gerne zwei Bücher empfehlen Mitch Album Dienstags bei Morrie und Helen Garner Das Zimmer.

    Wünsche dir viel Kraft, auch für deine Gesundheit

    Eine zimtzickige Mami

    schoggimaus


    Klein und rund, aber niedlich

  8. #8

    Registriert seit
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    807

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    @dobbi

    Wünsche dir viel Kraft :weissekerze:

    schoggimaus


    Klein und rund, aber niedlich

  9. #9
    Tina2601
    gelöscht

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Vielen Dank für eure Antworten, fahre gleich zu Ihr in meinem Herzen ist Freude und auch Angst. Ja, ich will für Sie dasein, auch wenn das nicht immer einfach ist.

    @Danke Schokimaus für den Buchtipp, werde ich mir mal anschauen.

    @ Liebe Beate, es tut mir sehr leid und ich kann deinen Schmerz erahnen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft !!

    Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben der Anfang der Ewigkeit...wünsche Euch einen guten Tag!

  10. #10
    Avatar von dobbi
    Registriert seit
    26.01.2007
    Beiträge
    612

    AW: Krebs: Austausch, Hilfe für Angehörige, Freunde

    Vielen lieben Dank für eure guten Gedanken!!

    Es tut soooss weh, ich kann gar nicht sagen was ich fühle, eigentlich ob ich überhaupt was fühle...

    Wie es weiter gehen soll ?!?!? , man funktioniert einfach


    Traurige Grüße
    Beate

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