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  1. Registriert seit
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    Alleine bleiben

    Hallo in die Runde

    Es ist jetzt vier Monate her, daß mein Mann mich verlassen hat. Das ist eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, daß die Beziehung 13 Jahre und die Ehe 10 Jahre gedauert hat; trotzdem bin ich über das Schlimmste hinweg.
    Hin und wieder gehe ich wieder aus, denke zaghaft an eine (noch sehr ungewisse) Zukunft und mache vorsichtig Pläne; ich werde nicht da bleiben, wo ich jetzt lebe, sitze nur noch die Zeit ab, bis meine Tochter alt genug ist, und dann werde ich weggehen. Ich weiß natürlich schon, wohin und zu wem. Wir haben es schon besprochen. Das gibt mir Halt und Zuversicht.
    Nur ein Mann soll keine Rolle mehr in meinem Leben spielen.

    Ich hasse Trennungen; in meinem Leben gab es viele, manche habe ich herbeigeführt, andere Male wurde ich verlassen - ich hatte Liebhaber und langjährige Gefährten, habe Liebe und Leidenschaft gekannt, alle Höhen und Tiefen, rauschhafte Zustände und Alltagsroutine erlebt. Aber mit jedem Bruch zerbrach auch etwas mehr an Vertrauen, wurde ich vorsichtiger, mißtrauischer, noch ein wenig einzelgängerischer - ich habe mich nie mehr ganz gegeben. Und mir kann auch niemand erzählen, in "jedem Ende stecke ein Neuanfang" und ähnliches Blabla. Das ist an Banalität und Selbsttäuschung kaum zu überbieten. In erster Linie machen Trennungen die Seele kaputt. Und nicht alles heilt - meistens bleiben Krater zurück.
    Ich möchte jedenfalls nie wieder eine Trennung erleben müssen - wirklich nie wieder.
    Als einzige Möglichkeit bleibt dann nur, keine Beziehung mehr einzugehen.
    Und das erscheint mir eine sehr erstrebenswerte Perspektive zu sein.
    Meine biologische Aufgabe habe ich erfüllt; Männer geliebt habe ich mehr als genug; ich liebe jetzt "nur noch" mein Kind, meinen Hund, meine Familie, einige Freunde.... und kann mir nicht vorstellen, daß mir irgend etwas fehlen wird.
    Einige Freundinnen verstehen diese Haltung nicht. Sie sagen "Noch ist es nicht zu spät" (noch nicht "zu spät" wofür? Ab wann wäre es denn "zu spät"?), oder "Du siehst noch so gut aus, du findest bestimmt bald einen" (und wenn ich nicht mehr gut aussehe, muß ich mich dann erschießen?).
    Eine wollte mich überreden, mich in einer Singlebörse anzumelden - eine grauenvolle Vorstellung.

    Von jüngeren Männern bin ich kuriert. Die Männer in meinem Alter oder darüber mit ihren Bäuchen, Glatzen, Grauköpfen - vollkommen unerotisch, da tut sich bei mir rein gar nichts. Und die Vorstellung, meinen ebenfalls welkenden Körper einem Fremden präsentieren zu müssen, läßt mich erschaudern!
    Ich will keinen Mann mehr, ich will keinen Sex mehr. Alleine zu leben, erscheint mir allzu verlockend. Eine Metapher für Freiheit in jeder Hinsicht, physisch, emotional... sich von dem Zirkus für immer zu verabschieden. Nie wieder verletzt werden. Darin liegt eine Befreiung für mich.
    Kann das jemand verstehen ? Gibt es hier noch mehr, die sich fürs Alleinleben entschieden haben und nicht auf der Suche sind, und denen auch nichts fehlt?

  2. Avatar von Bestagewoman
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    AW: Alleine bleiben

    Hallo Honeysuckle_Rose,

    ich lebe jetzt 5 Jahre alleine und finde es nach wie vor NICHT schön.

    Alleine glücklich und zufrieden zu sein ist auch mein Ziel.
    Nicht, weil ich keinen neuen Partner mehr möchte, ganz im Gegenteil, aber was ist, wenn keiner mehr kommt????
    Soll ich dann unglücklich sein?

    Ich hätte so gerne wieder eine neue Beziehung und wünsche mir auch sehnlichst, dass mir das nochmal vergönnt ist.

    ABER ich muss ja auch damit rechnen, das ich alleine bleibe.

    Und ich möchte auch alleine glücklich sein können.

    Deswegen kann ich Deine Haltung gut verstehen.

    Singlebörsen finde ich auch grauenvoll und die meisten Männer in meinem Alter.......oweia......


  3. Registriert seit
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    AW: Alleine bleiben

    Liebe Rose,

    es tut mir leid dass es jetzt wohl doch endgültig zum Bruch gekommen ist.

    In vielem was du schreibst kann ich mich wiederfinden, ich versteh dich da sehr gut und fühle sehr ähnlich. Auch viele meiner Freundinnen sind inzwischen an dem Punkt.

    Nur in einem denke ich noch ein bisschen anders: vielleicht muss es nicht gar keine Beziehung mehr sein, sondern eben nur noch eher lockere. Ob das möglich ist weiß ich allerdings nicht. Aber so als Hirngespinst hab ich das schon noch irgendwo im Hinterkopf. Was Sex angeht, damit hab ich noch nicht abgeschlossen, das finde ich derzeit noch beängstigend, da ein "nie mehr" zu denken. Auch wenn ich alles teile was du übers Kennenlernen und die Attraktivität schreibst - ich merke, dass ich grad sehr entspannt vor mich hinwelke.

    Das nur in Kürze, sei lieb gegrüßt!

  4. Avatar von Opelius
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    15.207

    AW: Alleine bleiben

    ich denke, dass Deine Überlegung sehr vernünftig ist, erst einmal alleine leben zu wollen und Dich Deiner Familie zu widmen. Da die schmerzhafte Trennung auch nur wenige Monate her ist, hast Du kaum eine Möglichkeit auf irgendwen zuzugehen. Du hast Recht, die Narben auf der Seele bleiben. Aber man kann mit Narben, körperlichen und seelischen, weiterleben.

    Desto unabhängiger Du Dich entwickelst, desto eher gibt es eine Chance sich vielleicht mal neu zu verlieben. Denn wer krampfhaft sucht, bekommt nur Krampf geliefert. Aber eine mögliche neue Liebe wird anders sein als Deine bisherigen Erfahrungen, denn unbeschriebene Blätter in Deinem Alter gibt es nicht. Wenn doch, Gott behüte.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. Karla_1963
    gelöscht

    AW: Alleine bleiben

    Ich finde Rose, deine Zeilen klingen verbittert.

    Vielleicht ist der Schmerz noch nicht verheilt und somit ist es sehr wohl das Beste erstmal ohne Mann zu leben.

    Ich denke es ist besser frei zu lassen, was da denn kommen wolle und geschehe und das Leben noch alles mit einem vor hat.

    Ich hatte auch schon öfter Liebeskummer in meinem Leben, aber Narben habe ich keine, alles gut verheilt und bin jetzt auch mit 52 J. sehr glücklich mit meinem Partner; dachte auch nicht, dass mir nochmal so ein toller Mann übern Weg läuft;

    richte dir einfach dein Leben so ein, wie du dich am wohlsten dabei fühlst,
    alles Gute,

    Karla


  6. Registriert seit
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    AW: Alleine bleiben

    Zitat Zitat von Karla_1963 Beitrag anzeigen
    Ich finde Rose, deine Zeilen klingen verbittert.
    Das finde ich nicht. Ich finde, das klingt einfach realistisch. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass nochmal ein toller Mann kommt? Ich kenn so viele Frauen in genau dem Alter - da wär der Bedarf riesengroß. Und das Angebot (und auch die Nachfrage) ist sagen wir mal überschaubar.


  7. Registriert seit
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    AW: Alleine bleiben

    Zitat Zitat von Karla_1963 Beitrag anzeigen
    Ich finde Rose, deine Zeilen klingen verbittert.
    Das habe ich ganz anders empfunden.

    Ich kenne dich ja schon eine Weile aus dem Forum und nicht immer waren wir einer Meinung (geplanter KS ), aber ich habe dich immer gerne gelesen.

    Ich bin zwar etwas jünger und lebe in einer Partnerschaft, kann aber trotzdem vieles nachempfinden, was du schreibst.
    Und ich finde das Wissen, wo man in einigen Jahren leben wird und möchte, wenn das Kind flügge geworden ist, eigentlich sehr schön.

    Dass du aufgrund der kurzen Zeit die Trennung noch nicht vollständig verarbeitet hast, denke ich aber auch.
    So fände ich es auch vollkommen absurd, wenn mich Freundinnen nach einem so kurzen Zeitraum in eine Singlebörse ziehen wollten.

    Ich kann sicher nicht sooo viel beitragen, weil ich einfach in einer ganz anderen Lebensituation und -phase bin - aber ich wünsche dir alles alles Gute!

  8. Avatar von Maccaroni
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    AW: Alleine bleiben

    ich kann das verstehen. Wir hatten vor Kurzem eine Krise, mein Mann war eine Zeitlang ausgezogen, wir haben wieder zusammengefunden. Hätten wir uns entgültig getrennt, wäre ich allein geblieben. Eben weil so eine Trennung Spuren hinterläßt. Vielleicht sind alte Verletzungen nicht gut ausgeheilt, aber in den Momenten, als ich alleine war,dachte ich, ich kann das nicht mehr, mich auf jemanden einlassen. Ich hatte vor, mich voll auf meine Interessen zu stürzen, ich hatte bereits damit angefangen, als ich mit meinem Mann wieder zusammengekommen bin. Und das tut mir gut.

  9. Lore_Lei
    gelöscht

    AW: Alleine bleiben

    Liebe Honeysuckle_Rose,

    Erstmal alles Gute für Dich, schoen, dass es schon wieder Dinge gibt, auf die Du Dich ein wenig freust.

    Alles andere, das musst Du doch nicht heute entscheiden!
    Ich kann sehr gut verstehen, dass man sagt: ich will nie wieder verletzt werden.
    Schade nur, wenn das auch heißt: nie wieder lieben duerfen.

    Beziehungen können ja auch unterschiedlich aussehen, das muss ja nicht gleich bedeuten zusammenziehen etc.
    Das kann auch loser sein, Sex kann eine groessere oder eine kleinere Rolle spielen.

    Etwas schade finde ich, wie Du über ältere Menschen sprichst.
    Die zeichnen sich doch nicht nur durch Bierbaeuche, welkende Haut und Glatzen aus.
    Und eine biologische Pflicht hat schon gar niemand auf dieser Erde zu erfüllen.

    Take your time.


  10. Registriert seit
    15.11.2013
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    7.234

    AW: Alleine bleiben

    Zitat Zitat von Honeysuckle_Rose Beitrag anzeigen
    Ich möchte jedenfalls nie wieder eine Trennung erleben müssen - wirklich nie wieder.
    Als einzige Möglichkeit bleibt dann nur, keine Beziehung mehr einzugehen.
    Und das erscheint mir eine sehr erstrebenswerte Perspektive zu sein.
    Solch eine Einstellung auf Dauer durchzuhalten sehe ich als sehr problematisch an. Es geht ja nicht nur um die klassischen biologischen Aufgaben, sondern um Nähe, Geborgenheit, Vertrauen, nicht alleine sein ..........

    Man kann auch nicht aussschließen, dass man sich nochmal trennen muß. Man kann aber seine Einstellung zu einem evtl. Partner ändern. Ihn nicht so weit an sich heran lassen. Immer eine gewisse Distanz halten, seelisch und psychisch gesehen. Die aktuelle Zeit geniessen und sich darüber im klaren sein, dass es auch mal anders kommen kann.

    Das was du dir vorgenommen hattest, hatte ich mir nach meiner Scheidung auch vorgenommen. Mittlerweile bin ich sogar wieder verheiratet, aber mit einer ganz anderen Sichtweise und mit Distanz.

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