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  1. #1
    Avatar von Sevi65
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    Frage Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Hallo zusammen!

    Hat jemand diesen wirklich gruseligen Film gestern gesehen? Es war ja alles klar, dass da in der Siedlung "etwas nicht stimmt" und dass Laura zu frech war und ruhiggestellt werden soll.
    Dann: die Schwester ist da, der Mann macht mit ihr einen "Ausflug" und sie gehen in diese Klinik, da wird irgendwas (aber WAS) mit der Schwester angestellt und sie kommt zurück, apathisch, ruhig, auf das Kind ihrer Schwester bezogen.

    Die Ausstellung: was war mit den Bildern, die dort gezeigt wurden. Die Gesichter der Menschen aus Sechzehneichen waren nicht gerade vorteilhaft dargestellt, waren das nicht die Bilder, die Laura eigentlich zeigen wollte? Und was hatte es mit dem Geschenk auf sich, dass sie bekam, das Bild eines alten Mannes, woraufhin sie in Ohnmacht fiel?

    Was ist passiert, als Laura dann bei der Polizei war? Angeblich sollte ihr Mann aus dem Gefängnis nicht mehr rauskommen, aber dann stellte sich raus, dass der Mann offensichtlich doch kein Polizist war? In der Tiefgarage wartete dann ihr einer Nachbar auf sie und sie stieg - obwohl sie ja eigentlich umgebracht werden sollte - in das Auto zu ihrer Tochter und ließ sich von dem Mann wegbringen.

    Ganz am Schluss verließen sie, ihr Mann (der sie eigentlich hatte umbringen wollen) und die Tochter das "Reservat" und waren sehr fröhlich.

    Also WAS GENAU ist passiert und warum verstehe ich diesen Film nicht so recht?
    Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand den erklären könnte, da er mir gut gefallen hat und ich die Heike Makatsch als Schauspielerin sehr gern mag. Nur am Ende wurde es irgendwie undurchsichtig,

    Vielen Dank!
    Sevi

  2. #2
    Septembergirl
    gelöscht

    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Hallo Sevi!

    Für mich war der Film in ganz groben Zügen mit The Village zu vergleichen - in sehr modernener Form.

    Das Dorf, hier Sechszehneichen, könnte man mit einer Sekte vergleichen (Scientology, Zeugen Jehovas, etc.)
    Es wird das Paradie versprochen. Aber es gibt Regeln... und Gehirnwäsche. Wer da nicht mitmacht, wird ausgegrenzt, bespitzelt, überwacht, ggf. ausgestoßen oder muss mit dem Leben bezahlen.
    Frauen wird durch Erniedrigung (hier Pornos; OPs, die die Männer bestimmen), etc. zurechtgestutzt... damit sie sich ihrer untergeordneten Frauenrolle fügen.

    Die Männer treffen sich regelmäßig.
    Es wird beraten, wie man seine Frauen noch besser in den Griff bekommt.

    Die Szene mit dem Kind, welches durch das Zaunloch abhaut, um mit anderen Kindern zu spielen um dann wieder “eingefangen” zu werden ist auch so sektentypisch. Bloß nicht mit z.B. “Andersgläubigen” abgeben, das ist eine Gefahr.
    Und auch, dass die Hauptdarstellerin ihr Kind allein zu hause lässt, um das andere Kind zu suchen - die Gemeinschaft ist wichtiger als die eigene Familie. Absolut sektentypisch.

    Wegen des Vorfalls wird sogar eine Versammlung einberufen.
    Der Neue profiliert sich, in dem er das Sicherheitsystem abwertet und noch besseren Schutz für das Dorf fordert - bessere Kontrolle.


    Zitat Zitat von Sevi65 Beitrag anzeigen
    ... die Schwester ist da, der Mann macht mit ihr einen "Ausflug" und sie gehen in diese Klinik, da wird irgendwas (aber WAS) mit der Schwester angestellt und sie kommt zurück, apathisch, ruhig, auf das Kind ihrer Schwester bezogen.
    Die Schwester hat eine wirkungsvolle Gehirnwäsche verpasst bekommen, die ihre natürlichen, menschlichen Gefühle zu ihrer Schwester komplett ausschaltet (siehe Ausstellung, oder Szene, wo sie das Kind vor ihrer Schwester, die in diesem System nicht funktioniert, schützen will.)


    Zitat Zitat von Sevi65 Beitrag anzeigen
    Die Ausstellung: was war mit den Bildern, die dort gezeigt wurden. Die Gesichter der Menschen aus Sechzehneichen waren nicht gerade vorteilhaft dargestellt, waren das nicht die Bilder, die Laura eigentlich zeigen wollte? Und was hatte es mit dem Geschenk auf sich, dass sie bekam, das Bild eines alten Mannes, woraufhin sie in Ohnmacht fiel?
    In den Gesichtern war jegliches natürliches Gefühl ausgeschaltet - eine Folge von Gleichschatung in Sekten. Der Hauptdarstellerin wurde das beim Anschauern der Großaufnahmen schlagartig bewusst.

    Der “alte Mann”... das war doch auch der von dem Preis, den sie dann doch nicht erhielt, damals...


    Zitat Zitat von Sevi65 Beitrag anzeigen
    Was ist passiert, als Laura dann bei der Polizei war? Angeblich sollte ihr Mann aus dem Gefängnis nicht mehr rauskommen, aber dann stellte sich raus, dass der Mann offensichtlich doch kein Polizist war? In der Tiefgarage wartete dann ihr einer Nachbar auf sie und sie stieg - obwohl sie ja eigentlich umgebracht werden sollte - in das Auto zu ihrer Tochter und ließ sich von dem Mann wegbringen.
    Sogar der Anwalt (der, mit dem sie auch den Fahrstuhl benutzte), gehörte zu diesem Dorf, dieser Sekte und hat dafür gesorgt, dass der Ehemann letztendlich doch frei kam. Sekten haben ihre eigen Anwälte...
    In der Tiefgarage wurde die Hauptdarstellerin mit ihrer eigene Tochter geködert, wieder zurückzukommen, sonst würde es aller Vorraussicht nach zum Kontaktabbruch kommen.... so wie in Sekten halt (Zeugen Jehovas insbesondere).

    Zitat Zitat von Sevi65 Beitrag anzeigen
    Ganz am Schluss verließen sie, ihr Mann (der sie eigentlich hatte umbringen wollen) und die Tochter das "Reservat" und waren sehr fröhlich.

    Also WAS GENAU ist passiert und warum verstehe ich diesen Film nicht so recht?
    Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand den erklären könnte, da er mir gut gefallen hat und ich die Heike Makatsch als Schauspielerin sehr gern mag. Nur am Ende wurde es irgendwie undurchsichtig,

    Vielen Dank!
    Sevi

    Der Schluss....
    entweder hat die Hauptdarstellerin kapituliert, die Gehirnwäsche hat bei ihr letztendlich doch gewirkt, insbesondere wegen dem drohenen Kontaktabbruch zur Tochter, falls sie nicht ins Dorf zurückkehrt...
    und nun leben sie, wie es in den Zeitschriften eben dieser Sekten immer so schön zu sehen ist “glücklich” in ihrem schon jetzt hier bestelehndem “Paradies” auf Erden... was sich dahinter verbirgt, haben wir hier im Film gesehen.

    oder ihr Mann hat alles durchschaut und sich besonne und fängt wieder mit deiner Familie draußen ein neues Leben an...

    Beim Verhör, ganz zum Schluß, wurde er meiner Meinung nach aber wieder von seinen gehirngewaschenen Gedanken übermannt, so dass ich erste Variante für wahrscheinlicher halte.


    Ein wirklich hochkarätiger vielschichtiger Film!

  3. #3
    Avatar von Sevi65
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    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Liebes Septembergirl,

    na du bist ja super!! Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Bis zu dem Verschwinden der Schwester hatte ich alles verstanden. Ja, du hast Recht, den Preis, der ihr damals vorenthalten wurde, hat sie jetzt bekommen. Welche Rolle spielte der Junge? War der auch eine Art Lockvogel? Er hat sie ja bei dem Mordversuch des Mannes angeblich gerettet.

    Also jetzt habe ich alles kapiert, nur der Schluss ist ein bisschen offen geblieben. Also entweder Gehirnwäsche und alles sind "glücklich", oder Einsicht des Irrsinns, Abwendung von der "Sekte" (der Ausdruck passt ja sehr gut dazu) und alle sind GLÜCKLICH. Ersteres ist wirklich wahrscheinlich, dann würde ich aber nicht verstehen, warum sie das Areal genau am Schluss verlassen. Die Frage bleibt also offen.

    Diese Aussage habe ich auf der Spiegel Website gefunden:
    "Ihnen kommt die Geschichte mit den adretten Aufziehpüppchen bekannt vor? Gut möglich, über weite Strecken funktioniert die ARD-Produktion "Sechzehneichen" wie ein Remake von Bryan Forbes' "Die Frauen von Stepford" aus dem Jahr 1975. Die legendäre Horrorsatire (die schon einmal 2004 mit Nicole Kidman wiederverfilmt wurde) beschrieb den ersten Emanzipations-Backlash: Katherine Ross spielte damals - die wilden Sechziger hallten nur noch schwach nach - eine Fotografin und Frauenrechtsaktivistin, die in der Vorstadt auf komplett konforme Geschlechtsgenossinnen trifft."

    Mir hat der Film auch seehr gut gefallen, bin froh, dass ich ihn mir angesehen habe. Ich fand ihn wirklich beklemmend, zumal ich alleine zu Hause war - ich saß da wie gelähmt vor dem TV. Du bist die Einzige die sich auf mein Post gemeldet hat, vielleicht hat der Film niemanden interessiert. Aber das hat sich doch mal wirklich gelohnt, den zu sehen.

    Danke für deine Hilfe.

    LG Sevi

  4. #4
    PommesFrites
    gelöscht

    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Ich glaube nicht, dass sie in der Schlussszene die Kommune für immer verlassen haben. Dagegen spricht die Kleidung, die sie trug. Kleid und hohe Pumps. Das war nicht ihr Geschmack, sondern der der Männer.

  5. #5
    Lotterle
    gelöscht

    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    SEVI, ich dachte, die Familie sei zum Schluss in das Areal rein gegangen! War da nicht auf der rechten Seite das Wärter-Häuschen zu sehen? Das ist immer auf der Seite des Autofahrers beim reinfahren, also hat man als Zuschauer von drinnen aus gesehen, wie sei rein kommen, oder?

    Der junge Mann, mit dem sie Tennis gespielt hat, war meiner Meinung nach kein Lockvogel sondern einer, der druchgeblickt hat, was in dem Areal so vor sich geht. Und anscheinend ist seine Mutter dort umgekommen.

  6. #6
    PommesFrites
    gelöscht

    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    .
    Geändert von PommesFrites (29.11.2012 um 20:27 Uhr) Grund: War Blödsinn.

  7. #7
    Avatar von Tabea57
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    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    ...vielleicht hat der Film niemanden interessiert
    Täusch Dich mal nicht! Nur sind jetzt noch alle bei der Arbeit ( ... oder zuhaus bei ihren Kindern - Essen für den herrn Gemahl vorbereiten )



    Ich fand ihn total gut!

    Die Szene bei der Ausstellung hab ich auch nicht genau verstanden. Die "Anderen" reagierten auf die Fotos ja ziemlich beunruhigt, schauten böse zu ihr rüber, verständigten sich irgendwie untereinander.
    Und der Preis, ja, das war genau der, den sie damals nicht gewonnen hatte.

    Dass ihr Mann sofort so total auf diese Männerclique abfuhr, nur wegen der Aussicht auf ein bißchen Sex mit anderen Frauen... Fand ich ziemlich schräg. Der hat ja dafür, ohne zu zucken, seine Frau geopfert!

    Der Schluß war ein offenener, und eigentlich mag ich keine offenen Schlüsse.
    Klar war, dass der Anwalt verwandt mit dem Makler war (gleicher Nachname), und im Aufzug wurde durch die Blicke klar, dass er involviert war in dieses System.

    Warum sie in den Wagen einstieg, habe ich auch nicht verstanden. Es gab sicherlich noch andere Möglichkeiten, auch bei einer Trennung das Kind zu bekommen.

    Toll war, wie im Film diese beklemmende Stimmung transportiert wurde!
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  8. #8

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    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Septembergirl hat es schon gut beschrieben, soweit bin ich auch mitgekommen. Bin eigentlich kein Makatsch-Fan, aber sie spielt anspruchsvolle Rolle, und diese gut, deshalb dachte ich, könnt ja mal endlich wieder was Anspruchsvolles sein. War es dann ja auch.

    Aber wohl zu anspruchsvoll für mich, denn den Schluss kann ich nicht interpretieren. Ich habe auch den Eindruck, sie haben die Anlage verlassen und sind nicht reingegangen. An ihrer Kleidung würde ich vermuten, dass sie die Gehirnwäsche auch bekommen hat - sie hatte ja begriffen, in welches Auto sie einsteigt, in dem Moment, als sie die Visitenkarten verglichen hat. Also ist sie aus Liebe zu Ihrer Tochter eingestiegen, wohl wissend, was da mit ihr passiert. Vorher war sie eher leger-alternativ gekleidet, dann dieses Barbie-Design, das der Gemeinschaft eigen war.

    Ich habe mir überlegt, der Schluss könnte auch vermitteln wollen, dass diese Sekten vor niemandem Halt machen. Sie beginnen klein in einer Gemeinschaft und breiten sich dann in die "normale" Welt aus. Das hübsche Paar könnte somit die Vorhut sein, mit der die Gemeinschaft in die "andere" Welt vorprescht...

  9. #9
    Avatar von SacreDuPrintemps
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    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Laura und ihre Tochter kehren meiner Meinung nach am Ende zurück nach Sechzehneichen: Den grünen Zaun konnte man, als die Familie zur Erstbesichtigung auf das Gelände fuhr, im Hintergrund sehen. In der Schluss-Szene schloss er sich erneut hinter den Protagonisten, erst dann kam der Schlagbaum - beim Verlassen des Geländes müsste erst der Schlagbaum passiert werden, danach dann der Zaun?!

    Zur Fotoausstellung: Laura hat in ihren Portraits die Realität abgebildet. Die Nachbarn haben sich in den grobschlächtigen und gefühllos anmutenden Fotos nicht wieder erkannt, stehen sie doch im Gegensatz zur scheinbar durchgestylten Idylle. Die Auszeichnung sollte Laura zur Anpassung an die Gemeinschaft bewegen, denke ich.

    Was ich nicht verstanden habe waren die Anfangs- und (fast am) Schlusssequenz mit Mark Waschke im Polizei-Verhör. Er wiederholte mehrfach, dass er nicht wisse, wo Frau und Kind sich aufhielten und dass er nun alleine sei? Alles auf Anraten des Staatsanwalts, dem Bruder des Maklers? Ich bin verwirrt...
    Geändert von SacreDuPrintemps (29.11.2012 um 12:45 Uhr)

  10. #10
    Avatar von Opelius
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    AW: Gestern im ARD - SECHZEHNEICHEN - hab das Ende nicht kapiert, wer kann helfen?

    Danke Septembergirl.
    ich war gestern ziemlich ratlos. Jetzt blicke ich etwas besser durch.
    Die Heike Makatsch wird mit jedem Film besser.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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