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		<title>BRIGITTE Community - Forum für Angehörige</title>
		<link>http://bfriends.brigitte.de/foren/</link>
		<description>Dieses Forum dient dem Austausch von Angehörigen über ihre Ängste, Fragen und Erfahrungen mit dem kranken Partner, Angehörigen oder Freund.</description>
		<language>de</language>
		<lastBuildDate>Sun, 19 May 2013 00:04:32 GMT</lastBuildDate>
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			<title>BRIGITTE Community - Forum für Angehörige</title>
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		<item>
			<title>Betreuung von behinderten Angehörigen?</title>
			<link>http://bfriends.brigitte.de/foren/forum-fuer-angehoerige/401701-betreuung-von-behinderten-angehoerigen.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:54:42 GMT</pubDate>
			<description>Hallo zusammen, 

Folgendes: meine Mutter (63j) ist Vormund für Ihren geistig behinderten Bruder (65j). Nach dem Tod meiner Oma hat meine Mutter ihren Bruder zu sich genommen (das hat sie meinem Opa am Sterbebett versprochen) und beide haben sich zusammen ein zwei parteien Haus gekauft, da im Mietshaus meiner Mutter kein Platz war um beide wohnlich getrennt aber doch zusammen unterzubringen. 

Meine Mutter ist manchmal ein wenig planlos und lässt Dinge gern schleifen, daher hat mein älterer Bruder angeregt, sie möge sich bitte rechtzeitig um den Fall der Fälle kümmern. 
Da mein Onkel bei ihrem Vorzeitigen Ableben in ein Heim umziehen wird, sind da bestimmt einige Dinge zu beachten. Da er einiges an Vermögen hat könnte er seine Heimunterbringung auch aus eigener Tasche bezahlen, wenn das Haus wieder verkauft wird. 

Bei seinen Finanzen hat er auch noch einen Staatlichen Vormund, der alle grösseren Anschaffungen absegnen muss. Das hat meine Mutter damals von sich aus angeleiert, damit ihr später keinerlei Gelderveruntreuung vorgeworfen werden kann.:freches grinsen: 

Mein Onkel hat seine Hälfte vom Haus bar bezahlt, meine Mutter hat einen Kredit aufgenommen. Wir haben ihr eigentlich vom Kauf abgeraten, aber sie wollte unbedingt das Geld in eine Immobilie anlegen, da sie Angst vor Inflation und ähnlichem hatte. Wir haben aber auch klar gemacht, dass wir nicht einspringen können, wenn irgendwelche Raten nicht gezahlt werden können, noch interesse daran haben, dass Haus einmal für den Eigenbedarf zu erben. Noch sind beide gott sei dank sehr gesund und wohlauf.

Mein Tante hat auch einen behinderten Sohn. Hier wurde wohl die Vereinbarung getroffen, dass nach dem Ableben der Eltern, das Kind in ein Heim kommt und die soziale Einrichtung als Alleinerbe eingesetzt wird. Da Haus und grosser Hof neben Barvermögen vorhanden sind, handelt es sich wohl um eine beachtliche Summe. Mein Bruder meint, dass diese Einrichtungen wohl in solchen Fällen immer den Höchstsatz berechnen um so schnell wie möglich die vorhandenen mittel aufzubrauchen. :ooooh: 
Aber welche möglichkeiten gibt es denn sonst noch?

Wer könnte uns einen Tipp geben, was wir alles beachten müssen damit alles seine Richtigkeit hat. Gibt es eine rechtliche/ soziale Beratung in solchen Fällen? Wenn ja, wie finde ich diese?

Bin für jeden Tip dankbar, 

Nena79</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Hallo zusammen, <br />
<br />
Folgendes: meine Mutter (63j) ist Vormund für Ihren geistig behinderten Bruder (65j). Nach dem Tod meiner Oma hat meine Mutter ihren Bruder zu sich genommen (das hat sie meinem Opa am Sterbebett versprochen) und beide haben sich zusammen ein zwei parteien Haus gekauft, da im Mietshaus meiner Mutter kein Platz war um beide wohnlich getrennt aber doch zusammen unterzubringen. <br />
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Meine Mutter ist manchmal ein wenig planlos und lässt Dinge gern schleifen, daher hat mein älterer Bruder angeregt, sie möge sich bitte rechtzeitig um den Fall der Fälle kümmern. <br />
Da mein Onkel bei ihrem Vorzeitigen Ableben in ein Heim umziehen wird, sind da bestimmt einige Dinge zu beachten. Da er einiges an Vermögen hat könnte er seine Heimunterbringung auch aus eigener Tasche bezahlen, wenn das Haus wieder verkauft wird. <br />
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Bei seinen Finanzen hat er auch noch einen Staatlichen Vormund, der alle grösseren Anschaffungen absegnen muss. Das hat meine Mutter damals von sich aus angeleiert, damit ihr später keinerlei Gelderveruntreuung vorgeworfen werden kann.:freches grinsen: <br />
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Mein Onkel hat seine Hälfte vom Haus bar bezahlt, meine Mutter hat einen Kredit aufgenommen. Wir haben ihr eigentlich vom Kauf abgeraten, aber sie wollte unbedingt das Geld in eine Immobilie anlegen, da sie Angst vor Inflation und ähnlichem hatte. Wir haben aber auch klar gemacht, dass wir nicht einspringen können, wenn irgendwelche Raten nicht gezahlt werden können, noch interesse daran haben, dass Haus einmal für den Eigenbedarf zu erben. Noch sind beide gott sei dank sehr gesund und wohlauf.<br />
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Mein Tante hat auch einen behinderten Sohn. Hier wurde wohl die Vereinbarung getroffen, dass nach dem Ableben der Eltern, das Kind in ein Heim kommt und die soziale Einrichtung als Alleinerbe eingesetzt wird. Da Haus und grosser Hof neben Barvermögen vorhanden sind, handelt es sich wohl um eine beachtliche Summe. Mein Bruder meint, dass diese Einrichtungen wohl in solchen Fällen immer den Höchstsatz berechnen um so schnell wie möglich die vorhandenen mittel aufzubrauchen. :ooooh: <br />
Aber welche möglichkeiten gibt es denn sonst noch?<br />
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Wer könnte uns einen Tipp geben, was wir alles beachten müssen damit alles seine Richtigkeit hat. Gibt es eine rechtliche/ soziale Beratung in solchen Fällen? Wenn ja, wie finde ich diese?<br />
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Bin für jeden Tip dankbar, <br />
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Nena79</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://bfriends.brigitte.de/foren/forum-fuer-angehoerige/">Forum für Angehörige</category>
			<dc:creator>Nena79</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://bfriends.brigitte.de/foren/forum-fuer-angehoerige/401701-betreuung-von-behinderten-angehoerigen.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Vater an Lungenkrebs erkrankt - unerklärliches Verhalten der Eltern gegen die Kinder</title>
			<link>http://bfriends.brigitte.de/foren/forum-fuer-angehoerige/401686-vater-an-lungenkrebs-erkrankt-unerklaerliches-verhalten-der-eltern-gegen-die-kinder.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:52:44 GMT</pubDate>
			<description>Hallo Ihr Lieben,

unser Vater hatte den Darmkrebs schon vor ein paar Jahren besiegt. Er litt an weiteren Krankheiten, die viele Menschen seines Alters haben (Diabetes, Fettleber, Herz/Kreislaufprobleme). Allerdings war er sehr stur und hielt sich nicht an die Anweisungen der Ärzte. Bedingt durch die beiden Darmoperationen hatte er eine Lactoseintoleranz, wollte aber weder auf die gewohnte Vollmilch noch auf die anderen gewohnten speisen verzichten. Er sagte, die lactosefreien Lebensmittel schmecken nicht. Da ich selbst eine LI habe, weiß ich, dass die Lebensmittel schmackhaft sind. zudem gibt es auch Lactasetabletten, die unser Vater jedoch auch nicht nehmen wollte. Da litt er lieber und Durchfall und Schmerzen.

Er sollte einen Herzschirittmacher bekommen, lehnte den Eingriff ab. Das verordnete Insulin nahm er auch nicht.

Vor eineinhalb Jahren kam er wegen Atemnot mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus. Als die Ärzte genauer untersuchen wollten, lief er weg.

Am 1. März 2012 kaufte er sich ein neues Auto, die Auslieferung sollte ein paar Tage später erfolgen. Am 2.3.12 wies der HA unseren Vater wieder ins KH ein, seine Blutwerte waren sehr schlecht, auch die Atemnot wurde wieder schlimmer. Nach einer Woche wussten die Ärzte, was ihm fehlte: er hatten einen Tumor in der Lunge, der in die Bronchien eingewchsen war und andere Organde waren mit Metastasen befallen. Eine OP war nicht mehr möglich. Unser Vater bekam eine Chemotherapie, die ihn sehr mitnahm. Dann sollte er gleichzeitig eine Strahlentherapie machen, war allerdings zu schwach. 

Wir kümmerten uns um die Eltern, erledigten die Einkäufe. einer von uns fuhr vor der Arbeit die 30 km von zu Hause zu unserer Mutter, brachte sie dann zum KH. Dann fuhren wir wieder zurück, um zur Arbeit zu fahren. Nach der Arbeit gingen wir kurz zu Papa, brachten dann Mama nach Hause. Für uns war das selbstverständlich. Als Dank ernteten wir nur Mecker und Schimpfe. Da war mal die Wasserkiste zu schmutzig, dann war die Verpackung von einer Ware leicht eingedrückt. Lauter Kleinigkeiten, die zu großem Gemecker ausarteten.

Als Papa zu Hause war kam es zum Eklat: sie warfen uns vor, nur aufPaaps Tod zu warten um sein neues Auto zu verkaufen und das Erbe endlich einstreichen zu können. Für uns war der Punkt gekommen, nicht mehr einstecken zu können. wir sagten den Eltern, dass wir uns diese Vorwürfe nicht mehr anhören werden und erst wieder kommen, wenn sie uns darum bitten. Wir sind nach wie vor für sie da, brauchen aber ein bisschen Abstand. 

Es kam kein Anruf, auf unsere Anrufe erhielten wir keine Reaktion. Dann kam Mamas Geburtstag. Wir gratulierten ihr, sie bat um unseren Besuch. Also fuhren wir nach der Arbeit zu ihr. Papa war auch zu Hause, es ging ihm sichtlich schlecht. Wir wurden gebeten, im Wohnzimmer Platz zu nehmen, der Fernseher lief. Die Eltern machten sich in den anderen Räumen der Wohnung zu schaffen. Nach einer Stunde tischte Mama das Abendessen auf: Mettbrötchen. Wir aßen schweigend, Fragen wurden ignoriert, Kommentare ebenso. Ein Gespräch kam erst gar nicht zustande. Also verabschiedeten wir uns wieder. Mein Mann fragte noch, wie er helfen könne. Unsere Hilfe war nicht erwünscht. Mein Mann litt sehr unter dieser Situation, kannte er seine Eltern doch eher als sehr liebevoll und familienorientiert.

Dann kam Weihnachten und es blieb bei der Funktstille. Im Januar hatte mein Mann Geburtstag, Mama rief an und gratulierte ihrem Sohn. Mein Mann lud diea Eltern ein, Mama lehnte ab. Mein Mann schlug vor, dass wir mit selbstgebackenem Kuchen zu den Eltern kommen - Mama lehnte ab, Papa sei zu schwach.

Drei Wochen später hatte Papa Geburtstag. Wir wollten ihn besucheen, wurden am Telefon abgefertigt, es geht nicht. Papa ist zu schwach. Wir sollten auf gar keinen Fall kommen. Eine Woche später hatte ich Geburtstag, der wurde von den Eltern ignoriert. 

Dann kam der März. Meine Freundin ist mit dem Seelsorger unserer Eltern verheiratet, die Eltern wissen um diese Verbindung. Meine Freundin hat am 15.3. Geburtstag, ich rief an, um ihr zu gratulieren. Sie freute sich und fragte, wie es unserem Papa gehe. Ich sagte ihr, dass wir noch immer keinen Kontakt zu den Eltern haben dürfen, weiterhin unerwünscht waren. Meine Freundin war entsetzt. Sie berichtete, dass Papa zum letzten Mal im KH ist, er wird nicht mehr nach Hause kommen. Wir riefen Mama an, sie sagte, Papa gehe es gut, wir sollten nicht kommen. Am Sonnstag rief der Mann meiner Freundin an. Er war sehr erschüttert und sagte, dass Papa nicht mehr lange zu leben habe. Wir sprachen sehr lange miteinander. Am Monatag musste mein Mann zur Arbeit. Ich wollte zum KH fahren, konnte allerdings nicht. Ich nahm starke Medikamente, durfte deshalb kein Auto fahren. Von uns zum KH mit den Öffis ist eine Horrortour, dauert rund 3 Stunden. 

Mein Mann machte an dem Tag früher Feierabend. Am Nachmittag bekam ich einen Anruf aus dem KH, eine Schwester teilte mir mit, dass wir, wenn wir unseren Vater noch einmal lebend sehen wollen, schnell kommen sollen. Kaum war das Gespräch beendet, stand mein Mann in der Tür -zwei Stunden früher als geplant. Er sagte, er wolle zu Papa. Ich sagte ihm, dass er sich nicht umziehen soll, soviel Zeit ist nicht mehr, das KH hat angerufen. Wir fuhren sofort los. Der anruf kam um 16:17 Uhr, wir mussten 25 km weit fahren, in der Hauptverkehrszeit über eine Staustrecke. Wir schafften es in weniger als einer halben Stunde. Als wir das Krnakenzimmer betraten, saß Mama am Bett und hielt Papas Hand. Ein befreundetes Ehepaar der Eltern war auch da, keiner machte Platz, dass wir zu Papa konnten. wir schoben uns dann einfach rechts und links neben Mama. Papa suchte den Blick seines Sohnes, mein Mann sprach ihn an und sagte: hallo Paa, ich bin da, jetzt ist alles gut! Ich sprach ihn auch an und sagte ihm auch, dass wir da sind und alles gut ist. Papa wollte noch etwas sagen, schaute seinen Sohn an. Dann schloss er für immer seine Augen. Um 16:53 Uhr starb unser Vater.

Nach wenigen Minuten sagte Mama: ihr könnt dann jetzt gehen, ich brauche euch nicht. Mein Mann fragte, wie sie nach Hause kommt und wie sie die Beisetzung organisieren will. Sie sagte, T. kümmert sich (der anwesende Freund). Wir waren geschockt und gingen. Am dienstag abend fuhren wir zu Mama. Sie ließ uns ein, sprach aber nicht mit uns. Sie antwortete auf keine Frage, telefonierte die ganze Zeit mit Bekannten. Wir verabschiedeten uns. Aus den Telefonaten hörten wir heruas, wann und wo die Beisetzung sein sollte, einer Bekannten nannte Mama auch den Namen des Bestatters. Diesen rief ich dann am Mittwoch morgen an. Er war sehr nett, sagte noch, dass ich als Tochter eine Karte bekommen würde. Ich sagte ihm, dass ich die Frau des Sohnes bin, nicht die Tochter. Von einem Sohn wusste er nichts, nur dass die Tochter sich seit Jahren nicht um die Eltern gekümmert habe. Ich bestellte einen Kranz für Papas Beisetzung.

Am Samstag waren wir dann in der Trauerhalle, setzten uns zu Mama. Sie wirkte unbeteiligt. Nach der Trauerfeier nahmen wir Mama schweigend in unsere Mitte, sie lehnte sich an mich und suchte Wärme. Ich streichelte sie, sprach tröstende Worte. Auf dem Weg zum Grab stützen mein Mann und ich unjsere Mutter, auch am Grab wichen wir nicht von ihrer Seite. Mein Mann und ich waren uns einig, dass Worte fehl am Platze waren, Gesten und Taten waren nötig. wir blieben bei Mama, bis sich der letzte Trauergast verabschiedet hat. Mama lud einige Trauergäste zum Leichenschmaus.

Dann kam der Leichenschmaus. Weder mein Mann noch ich wussten, wo dies stattfinden sollte. Also wollten wir nach Hause fahren.  Mama ging zu ihrem Lieblingsvetter.Ein Vetter stand bei uns auf dem Parkplatz, hatte zwei Karten bekommen mit zwei unterschiedlcihen Adressen. Er fragte uns, wohin er nun fahren sollte. Mama bemerkte, dass B. bei uns stand und kam zu uns. Sie schaute B. an und sagte, dass er zum Kaffee kommen solle, er solle einfach hinter ihr herfahren. B. sagte dann zu meinem Mann, dass wir gemeint seien, er würde hinter uns her fahren. Mein Mann war sicher, dass nicht wir gemeint waren und wollte nach Hause. Ich sagte ihm, dass Mama ihn gemeint hat. also fuhren wir zum Lokal.

`Hier distanzierte Mama sich wieder von uns, setzte sich demonstrativ an das andere Ende des Saales. Nach einer angemessene Zeit fuhren wir nach Hause, hatten uns für Sonntag mit Mama verabredet. Am Sonntag waren wir wieder Luft für sie. Ich sagte ihr, dass ich am Montag ins KH gehe und eine schwere OP vor mir habe. Mein Mann wollte mit ihr ein paar Behördengänge erledigen, Einkäufe tätigen oder einfach nur für sie da sein. Sie wollte nicht. Mama wollte ihre ruhe haben. Sie sagte, dass sie sich meldet, wenn sie uns sehen will.

Seit dem hat Mama sich nicht bei uns gemeldet. wir haben mehrfach versucht, sie anzurufen, meist war besetzt, oft ging sie nicht ans Telefon. Von meiner Freundin wusste ich, dass es ihr soweit gut geht. Vor zwei Wochen habe ich Mama endlich telefonisch erreicht. Wir sprachen kurz miteinander - wie zwei Fremde. 

Gestern hat mein Mann sich ein Herz gefasst und ist einfach zu ihr gefahren. Mama hat sich gefreut, dass ihr Sohn da war. Die Einladung für kommenden Sonntag zum Mittag hat sie auch angenommen. Mittlerweile bin ich soweit wieder mobil, dass ich ein schönes Essen zubreiten kann. Wir freuen uns, dass Mama zugesagt hat. Allerdings wissen wir nicht, wie wir mit ihr umgehen sollen, haben Angst, etwas falschen zu sagen oder zu tun. Mama ist jetzt 79 Jahre alt, hört nicht gut und ist schon immer sehr rechthaberisch gewesen. Was können wir tun, um ihr zu helfen?</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Hallo Ihr Lieben,<br />
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unser Vater hatte den Darmkrebs schon vor ein paar Jahren besiegt. Er litt an weiteren Krankheiten, die viele Menschen seines Alters haben (Diabetes, Fettleber, Herz/Kreislaufprobleme). Allerdings war er sehr stur und hielt sich nicht an die Anweisungen der Ärzte. Bedingt durch die beiden Darmoperationen hatte er eine Lactoseintoleranz, wollte aber weder auf die gewohnte Vollmilch noch auf die anderen gewohnten speisen verzichten. Er sagte, die lactosefreien Lebensmittel schmecken nicht. Da ich selbst eine LI habe, weiß ich, dass die Lebensmittel schmackhaft sind. zudem gibt es auch Lactasetabletten, die unser Vater jedoch auch nicht nehmen wollte. Da litt er lieber und Durchfall und Schmerzen.<br />
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Er sollte einen Herzschirittmacher bekommen, lehnte den Eingriff ab. Das verordnete Insulin nahm er auch nicht.<br />
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Vor eineinhalb Jahren kam er wegen Atemnot mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus. Als die Ärzte genauer untersuchen wollten, lief er weg.<br />
<br />
Am 1. März 2012 kaufte er sich ein neues Auto, die Auslieferung sollte ein paar Tage später erfolgen. Am 2.3.12 wies der HA unseren Vater wieder ins KH ein, seine Blutwerte waren sehr schlecht, auch die Atemnot wurde wieder schlimmer. Nach einer Woche wussten die Ärzte, was ihm fehlte: er hatten einen Tumor in der Lunge, der in die Bronchien eingewchsen war und andere Organde waren mit Metastasen befallen. Eine OP war nicht mehr möglich. Unser Vater bekam eine Chemotherapie, die ihn sehr mitnahm. Dann sollte er gleichzeitig eine Strahlentherapie machen, war allerdings zu schwach. <br />
<br />
Wir kümmerten uns um die Eltern, erledigten die Einkäufe. einer von uns fuhr vor der Arbeit die 30 km von zu Hause zu unserer Mutter, brachte sie dann zum KH. Dann fuhren wir wieder zurück, um zur Arbeit zu fahren. Nach der Arbeit gingen wir kurz zu Papa, brachten dann Mama nach Hause. Für uns war das selbstverständlich. Als Dank ernteten wir nur Mecker und Schimpfe. Da war mal die Wasserkiste zu schmutzig, dann war die Verpackung von einer Ware leicht eingedrückt. Lauter Kleinigkeiten, die zu großem Gemecker ausarteten.<br />
<br />
Als Papa zu Hause war kam es zum Eklat: sie warfen uns vor, nur aufPaaps Tod zu warten um sein neues Auto zu verkaufen und das Erbe endlich einstreichen zu können. Für uns war der Punkt gekommen, nicht mehr einstecken zu können. wir sagten den Eltern, dass wir uns diese Vorwürfe nicht mehr anhören werden und erst wieder kommen, wenn sie uns darum bitten. Wir sind nach wie vor für sie da, brauchen aber ein bisschen Abstand. <br />
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Es kam kein Anruf, auf unsere Anrufe erhielten wir keine Reaktion. Dann kam Mamas Geburtstag. Wir gratulierten ihr, sie bat um unseren Besuch. Also fuhren wir nach der Arbeit zu ihr. Papa war auch zu Hause, es ging ihm sichtlich schlecht. Wir wurden gebeten, im Wohnzimmer Platz zu nehmen, der Fernseher lief. Die Eltern machten sich in den anderen Räumen der Wohnung zu schaffen. Nach einer Stunde tischte Mama das Abendessen auf: Mettbrötchen. Wir aßen schweigend, Fragen wurden ignoriert, Kommentare ebenso. Ein Gespräch kam erst gar nicht zustande. Also verabschiedeten wir uns wieder. Mein Mann fragte noch, wie er helfen könne. Unsere Hilfe war nicht erwünscht. Mein Mann litt sehr unter dieser Situation, kannte er seine Eltern doch eher als sehr liebevoll und familienorientiert.<br />
<br />
Dann kam Weihnachten und es blieb bei der Funktstille. Im Januar hatte mein Mann Geburtstag, Mama rief an und gratulierte ihrem Sohn. Mein Mann lud diea Eltern ein, Mama lehnte ab. Mein Mann schlug vor, dass wir mit selbstgebackenem Kuchen zu den Eltern kommen - Mama lehnte ab, Papa sei zu schwach.<br />
<br />
Drei Wochen später hatte Papa Geburtstag. Wir wollten ihn besucheen, wurden am Telefon abgefertigt, es geht nicht. Papa ist zu schwach. Wir sollten auf gar keinen Fall kommen. Eine Woche später hatte ich Geburtstag, der wurde von den Eltern ignoriert. <br />
<br />
Dann kam der März. Meine Freundin ist mit dem Seelsorger unserer Eltern verheiratet, die Eltern wissen um diese Verbindung. Meine Freundin hat am 15.3. Geburtstag, ich rief an, um ihr zu gratulieren. Sie freute sich und fragte, wie es unserem Papa gehe. Ich sagte ihr, dass wir noch immer keinen Kontakt zu den Eltern haben dürfen, weiterhin unerwünscht waren. Meine Freundin war entsetzt. Sie berichtete, dass Papa zum letzten Mal im KH ist, er wird nicht mehr nach Hause kommen. Wir riefen Mama an, sie sagte, Papa gehe es gut, wir sollten nicht kommen. Am Sonnstag rief der Mann meiner Freundin an. Er war sehr erschüttert und sagte, dass Papa nicht mehr lange zu leben habe. Wir sprachen sehr lange miteinander. Am Monatag musste mein Mann zur Arbeit. Ich wollte zum KH fahren, konnte allerdings nicht. Ich nahm starke Medikamente, durfte deshalb kein Auto fahren. Von uns zum KH mit den Öffis ist eine Horrortour, dauert rund 3 Stunden. <br />
<br />
Mein Mann machte an dem Tag früher Feierabend. Am Nachmittag bekam ich einen Anruf aus dem KH, eine Schwester teilte mir mit, dass wir, wenn wir unseren Vater noch einmal lebend sehen wollen, schnell kommen sollen. Kaum war das Gespräch beendet, stand mein Mann in der Tür -zwei Stunden früher als geplant. Er sagte, er wolle zu Papa. Ich sagte ihm, dass er sich nicht umziehen soll, soviel Zeit ist nicht mehr, das KH hat angerufen. Wir fuhren sofort los. Der anruf kam um 16:17 Uhr, wir mussten 25 km weit fahren, in der Hauptverkehrszeit über eine Staustrecke. Wir schafften es in weniger als einer halben Stunde. Als wir das Krnakenzimmer betraten, saß Mama am Bett und hielt Papas Hand. Ein befreundetes Ehepaar der Eltern war auch da, keiner machte Platz, dass wir zu Papa konnten. wir schoben uns dann einfach rechts und links neben Mama. Papa suchte den Blick seines Sohnes, mein Mann sprach ihn an und sagte: hallo Paa, ich bin da, jetzt ist alles gut! Ich sprach ihn auch an und sagte ihm auch, dass wir da sind und alles gut ist. Papa wollte noch etwas sagen, schaute seinen Sohn an. Dann schloss er für immer seine Augen. Um 16:53 Uhr starb unser Vater.<br />
<br />
Nach wenigen Minuten sagte Mama: ihr könnt dann jetzt gehen, ich brauche euch nicht. Mein Mann fragte, wie sie nach Hause kommt und wie sie die Beisetzung organisieren will. Sie sagte, T. kümmert sich (der anwesende Freund). Wir waren geschockt und gingen. Am dienstag abend fuhren wir zu Mama. Sie ließ uns ein, sprach aber nicht mit uns. Sie antwortete auf keine Frage, telefonierte die ganze Zeit mit Bekannten. Wir verabschiedeten uns. Aus den Telefonaten hörten wir heruas, wann und wo die Beisetzung sein sollte, einer Bekannten nannte Mama auch den Namen des Bestatters. Diesen rief ich dann am Mittwoch morgen an. Er war sehr nett, sagte noch, dass ich als Tochter eine Karte bekommen würde. Ich sagte ihm, dass ich die Frau des Sohnes bin, nicht die Tochter. Von einem Sohn wusste er nichts, nur dass die Tochter sich seit Jahren nicht um die Eltern gekümmert habe. Ich bestellte einen Kranz für Papas Beisetzung.<br />
<br />
Am Samstag waren wir dann in der Trauerhalle, setzten uns zu Mama. Sie wirkte unbeteiligt. Nach der Trauerfeier nahmen wir Mama schweigend in unsere Mitte, sie lehnte sich an mich und suchte Wärme. Ich streichelte sie, sprach tröstende Worte. Auf dem Weg zum Grab stützen mein Mann und ich unjsere Mutter, auch am Grab wichen wir nicht von ihrer Seite. Mein Mann und ich waren uns einig, dass Worte fehl am Platze waren, Gesten und Taten waren nötig. wir blieben bei Mama, bis sich der letzte Trauergast verabschiedet hat. Mama lud einige Trauergäste zum Leichenschmaus.<br />
<br />
Dann kam der Leichenschmaus. Weder mein Mann noch ich wussten, wo dies stattfinden sollte. Also wollten wir nach Hause fahren.  Mama ging zu ihrem Lieblingsvetter.Ein Vetter stand bei uns auf dem Parkplatz, hatte zwei Karten bekommen mit zwei unterschiedlcihen Adressen. Er fragte uns, wohin er nun fahren sollte. Mama bemerkte, dass B. bei uns stand und kam zu uns. Sie schaute B. an und sagte, dass er zum Kaffee kommen solle, er solle einfach hinter ihr herfahren. B. sagte dann zu meinem Mann, dass wir gemeint seien, er würde hinter uns her fahren. Mein Mann war sicher, dass nicht wir gemeint waren und wollte nach Hause. Ich sagte ihm, dass Mama ihn gemeint hat. also fuhren wir zum Lokal.<br />
<br />
`Hier distanzierte Mama sich wieder von uns, setzte sich demonstrativ an das andere Ende des Saales. Nach einer angemessene Zeit fuhren wir nach Hause, hatten uns für Sonntag mit Mama verabredet. Am Sonntag waren wir wieder Luft für sie. Ich sagte ihr, dass ich am Montag ins KH gehe und eine schwere OP vor mir habe. Mein Mann wollte mit ihr ein paar Behördengänge erledigen, Einkäufe tätigen oder einfach nur für sie da sein. Sie wollte nicht. Mama wollte ihre ruhe haben. Sie sagte, dass sie sich meldet, wenn sie uns sehen will.<br />
<br />
Seit dem hat Mama sich nicht bei uns gemeldet. wir haben mehrfach versucht, sie anzurufen, meist war besetzt, oft ging sie nicht ans Telefon. Von meiner Freundin wusste ich, dass es ihr soweit gut geht. Vor zwei Wochen habe ich Mama endlich telefonisch erreicht. Wir sprachen kurz miteinander - wie zwei Fremde. <br />
<br />
Gestern hat mein Mann sich ein Herz gefasst und ist einfach zu ihr gefahren. Mama hat sich gefreut, dass ihr Sohn da war. Die Einladung für kommenden Sonntag zum Mittag hat sie auch angenommen. Mittlerweile bin ich soweit wieder mobil, dass ich ein schönes Essen zubreiten kann. Wir freuen uns, dass Mama zugesagt hat. Allerdings wissen wir nicht, wie wir mit ihr umgehen sollen, haben Angst, etwas falschen zu sagen oder zu tun. Mama ist jetzt 79 Jahre alt, hört nicht gut und ist schon immer sehr rechthaberisch gewesen. Was können wir tun, um ihr zu helfen?</div>

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			<dc:creator>samyjoe</dc:creator>
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