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  1. #1

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    Umgang verbieten??

    Hallo zusammen!

    Ich bräuchte mal ne Einschätzung der Situation von außen. Bin mir nämlich nicht mehr sicher, ob ich nicht vielleicht überreagiere. Ich hoffe, ich bekomme das so geschrieben, dass es nachvollziehbar ist.
    Um eventl. Mißverständnissen vorzubeugen: meine Tochter ist 11. Also noch ein Kind! Und das soll sie auch sein. Mit rumalbern, zicken , mal im Ton vergreifen,.... Aber - so manche, alltägliche Dinge, erwarte ich einfach von ihr. Sei es ihr Verhalten Erwachsenen gegenüber, Benehmen am Tisch oder eine gewisse Selbstständigkeit. Aber alles altersgerecht. Sie soll kein Zinnsoldat sein, der alles nur ausführt.

    ABER - genau das macht sie in Bezug auf ihre Freundin! Sie ist schon seit der Grundschule mit ihr in einer Klasse und dieses Mädchen war noch nie mein "Fall". Sie ist sehr, ich sag mal "antiautoritär" erzogen. D.h. sie pampt Erwachsene an, läuft (für meinen Geschmack!) meist völlig neben der Spur, was schon über albernsein hinausgeht und rastet aus, wenn was nicht nach ihrem Kopf geht. Ein Mal hat sie mir z.B. eine Flasche gegen das Auto geworfen!

    In der Grundschule hatten die beiden nur phasenweise was miteinander zu tun und haben sich verabredet. Jetzt in der neuen Schule kamen noch andere Freundin dazu. Was ich gut fand, damit meine Tochter sich nicht nur an ihre Freundin klammert. Aber wie das dann oft so ist, bekam die "alte" Freundin sich mit den "neuen" in die Haare und seit dem gibt es nur noch meine Tochter und sie.

    Mittlerweile hat aber das Verhalten der Freundin sehr auf meine Tochter abgefärbt, was sich leider auch in der Schule bemerkbar macht. Nicht unbedingt an den Noten, aber wenn die beiden mal wieder einen Anschiss von einem Lehrer kassiert haben. Hier zu Hause setzt sich das natürlich fort bzw. meine Tochter versucht es. Wird aber immer schnell von mir ausgebremst! Trotzdem mach ich mir mittlerweile echt Sorgen! Diese Freundin bestimmt den Ton und meine Tochter zieht mit! Sie ist fast schon zum Mitläufer geworden, der sich vorschreiben läßt, was wie zu laufen hat. Und so ist meine Tochter normalerweise nicht und wurde auch nicht so erzogen! Ich möchte einfach nicht, dass sie sich so von dieser Freundin unterbuttern läßt und auch mittlerweile keinen Kontakt mehr zu den anderen Mädchen hat!! Vielleicht spinn ich, aber ich denk immer öfter, dass so ein Verhalten auch später mal kräftig nach hinten losgehen kann!!


    Die Verabredungen am Nachmittag hab ich schon auf ein Minimum reduziert, aber ich überlege jetzt echt, ob ich da nicht komplett nen Riegel vorschiebe!? In der Schule hab ich keinen Einfluß darauf, dass weiß ich. Aber auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob es Sinn macht, wenn ich jetzt versuche den Kontakt zu den anderen Mädchen zu erzwingen.

    Ist das nachzuvollziehen, dass mir das gegen den Strich geht? Soll ich das ganze aussitzen und hoffen, dass das von alleine einschläft?
    Liebe Grüsse,

    Kikki

  2. #2

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    AW: Umgang verbieten??

    Hallo Kikki,

    deine Tochter hat sich also scheinbar verändert; ist es das, was dich stört?

    Es mag sein, dass ihre Freundin einen gewissen Einfluss ausübt - es kann aber auch sein, dass dies bereits erste vorpubertäre Abgrenzungsprozesse sind, hast du dir das schon einmal überlegt? Wer mag beurteilen, wie deine Tochter OHNE ihre Freundin wäre?

    Ich frage mich, wie du dir ein "Umgangsverbot" ganz praktisch gesehen vorstellst?? Du hast ja schon erkannt, dass du auf die Schule keinen Einfluss hast. Und was glaubst du, wie deine Tochter reagieren wird? Trotzig, verständnislos, und empört. Das wäre ich nämlich auch, wenn man mir den Umgang mit meiner Freundin verbieten würde.

    Weißt du eigentlich, was deine Tochter an der Freundin so gerne mag?

    Ich habe zwei Jungs, vielleicht ist da manches anders, aber wenn "Freunde" bei uns waren, die sich nicht ansatzweise benehmen konnten, habe ich immer eine klare Ansage gemacht: Das kannst du zu Hause so machen, wenn es bei euch üblich ist. Bei UNS wird...... dies und das so und so gemacht. Du kannst das akzeptieren oder sofort deine Sachen packen und nach Hause gehen. Hat immer gut funktioniert und ich mache das auch heute noch so (aus den Freunden sind Freundinnen geworden ). Einem sehr innigen Freund, aber ich sag mal "benachteiligtem" Freund meines Sohnes habe ich Tischmanieren und Hygiene beigebracht - meinen Söhnen waren solche Ansagen immer voll peinlich, aber es hat immer gewirkt. Und dieser Junge drückt mich heute, wenn er mal zu Besuch kommt .

    Also: Umgang verbieten - völlig sinnlos.

    Gruß
    Schnurpsel

  3. #3

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    AW: Umgang verbieten??

    Wer mag beurteilen, wie deine Tochter OHNE ihre Freundin wäre?
    Ich mag das beurteilen! Denn ich seh/merk ja wie sie sich verändert, wenn sie mehr mit ihr zu tun hatte. Dann ist von dem vernünftigen Mädchen nix mehr übrig. Dann seh ich nix mehr von dem Mädchen, dass mich teilweise zum staunen bringt und wo ich mich frage, wie man mit 11 schon so "erwachsen" sein kann.

    Weißt du eigentlich, was deine Tochter an der Freundin so gerne mag?
    Ich hab sie gefragt, aber keine Antwort bekommen! Ich hab sie gefragt, mit wem die Freundin sich denn sonst noch so trifft. Mit keinem!......

    habe ich immer eine klare Ansage gemacht
    Das mach ich ja auch! Bei mir muss kein Kind die Höflichkeit in Person sein, aber anpampen lass ich mich genauso wenig wie ne Flasche vor mein Auto schmeissen zu lassen!

    Weißt Du, mich erschrecken manche Sachen einfach und machen mich wirklich wütend. Als Beispiel: neben dieser Freundin wohnt ein Mädchen, mit dem meine Tochter schon seit dem Kindergarten befreundet ist. Dieses Mädchen ist auch das einzige, mit dem meine Tochter sich noch ab und zu verabredet.
    Vor kurzem war meine Tochter bei ihrer Schulfreundin und die beiden haben mit der KiGa-Freundin zusammen gespielt. Ist nicht immer ganz einfach, weil die KiGa-Freundin schwer sehbehindert ist. Abends erzählt meine Tochter von dem Nachmittag und von der KiGa-Freundin: "Aber das hat bei der ja eh keinen Sinn (ging ums schminken). Bei den dicken Augen, die der Blindfisch hat!" Und solche Sprüche sind einfach nicht von meiner Tochter, sondern schlich nachgeplappert!!! Aber mit solchen Dingen verscherzt sie sich doch alle Freundschaften!!!

    Ich weiß, dass ich irgendwann eh keinen Einfluß mehr darauf habe mit wem sie befreundet ist, aber es kann doch jetzt, mit 11, nicht sein, dass, überspitzt gesagt, diese Freundin so vieles, wo ich all die Jahre Wert drauf gelegt habe, umdreht! Dass vieles auch Entwicklungsbedingt ist, ist mir klar! Das ist ja auch vollkommen in Ordnung! Meine Tochter soll sich ja auch abgrenzen und langsam immer selbstständiger werden! Und sie ist ja auch auf einem guten Weg und findet es ja auch selber toll, weil sie schon "so groß" ist. Darum versteh ich es ja auch nicht, warum sie sich so kommandieren läßt. Wenn die Freundin jetzt DAS angesagte Mädel in der Klasse wäre, könnte ich das ja noch verstehen. Aber wenn sie sonst keine Freundinnen hat!?

    Was meinst Du denn, was ich tun sollte? Ich hab ja auch langsam keine Lust mehr, dass es hier regelmässig, wegen diesem Mädchen kracht.
    Liebe Grüsse,

    Kikki

  4. #4

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    AW: Umgang verbieten??

    Zitat Zitat von kikki2 Beitrag anzeigen
    ... Ist das nachzuvollziehen, dass mir das gegen den Strich geht? Soll ich das ganze aussitzen und hoffen, dass das von alleine einschläft?
    Liebe Kikki2,
    natürlich ist das nachzuvollziehen.
    Deine Tochter begegnet anderen Verhaltensweisen und wird vermutlich auch sehr genau darauf achten, wie Altvordere darauf reagieren.... welche Alarmstufe sie dafür vorsehen.

    Je höher die Alarmstufe desto interessanter ist das Ganze.

    An Deiner Reaktion liegt es vermutlich, ob Deine Tochter diese Freundin weiterhin "cool" findet und ob sie sich ein Beispiel daran nimmt.

    Versuch's mal mit: "Ach so ein armes Kind! Weiß sich nicht anders zu helfen....Misère!"

    Nimm ihr den Zauber der "Rebellion".

  5. #5

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    AW: Umgang verbieten??

    Zitat Zitat von kikki2 Beitrag anzeigen
    ... Bei den dicken Augen, die der Blindfisch hat!"...
    Ob nachgeplappert oder nicht - Du kannst die Verantwortung dafür beruhigt Deiner Tochter lassen und sie genau dafür zur Rede stellen.

    Frag Deine Tochter, seit wann solche Aspekte in Eurem Haus eine Rolle spielen. (und gib ihr Zeit für die Antwort)

  6. #6

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    AW: Umgang verbieten??

    Hallo kikki,

    das ist eine schwierige Situation und ich verstehe, dass Dich der Umgang mit dem Mädel belastet.

    Meine Idee dazu: Versuche Deine Sichtweise zu ändern. Den Kontakt zu verbieten wird nur noch mehr Ärger bringen.
    Spring über Deinen Schatten und hole das Mädchen mit ins Boot. Wahrscheinlich wirst Du Kraft, Zeit, Nerven investieren - aber mit einem eventuell positiven "Ergebnis".
    Biete gemeinsame Aktivitäten an, in der Hoffnung, dass Euer positiver, familiärer, liebevoller Einfluss auf sie abfärbt.

    Kennst Du ihre Eltern, ihr soziales Umfeld? Könnt ihr sie kennen lernen? Gemeinsamer Spielenachmittag.
    Die Möglichkeit in eine Art Sozialarbeiterrolle zu rutschen besteht sicherlich, wäre für mich aber immer noch das kleinere Übel.
    Ich würde darauf bauen, dass sich hinter der rauen Schale des Mädchen ein doch liebevoller (hilfsbedürftiger?) Charakter verbirgt. Vielleicht hat sie einen Grund, dass sie durch ihr Verhalten die Mitmenschen verschreckt, weil sie niemanden an sich rankommen lassen will?

    Ich würde auch durchaus mal mit dem Mädchen reden. Natürlich in einem entspannten Moment und nicht aus einer dieser von Dir geschilderten Situationen heraus. Sage ihr ruhig, was Du nicht tolerieren kannst und möchtest und zeige ihr, dass es auch anders geht. Das Mädchen ist wohl auch 11, also da besteht durchaus noch Hoffnung ;) - auch wenn es (eigentlich) nicht Deine Aufgabe ist.

    Es gibt tolle Knigge-Kurse für Kinder, vielleicht wäre das eine Idee die ganze Sache spielerisch anzugehen. Als Geburtstagsgeschenk, mit den Eltern des Mädchens finanzieren....?

    Ich glaube, für Euch besteht nur die Möglichkeit der "Flucht nach vorne", da ein Umgangsverbot Deiner Tochter mit dem Mädel doch relativ unmöglich scheint, rein praktisch und auch emotional für Deine Tochter.

  7. #7

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    AW: Umgang verbieten??

    Guten Morgen!

    Danke für Eure Antworten!

    Stimmt, den Umgang werde ich nicht verbieten können. Aber kann ich "verlangen", dass meine Tochter sich auch wieder mit anderen trifft??? In den meisten Fällen ist es ja so, dass sich ihre Freundin mit den Mädels, mit denen sich meine Tochter vorher verabredet hat, gestritten hat und meine Tochter hat mit alldem nix zu tun! Aber weil ihre Freundin jetzt nichts mehr mit denen zu tun hat, gilt das gleiche zwangsläufig auch für meine Tochter! Eigentlich bin ich schon der Meinung, dass man mit 11 langsam lernen müßte, dass man sich in solche Streitigkeiten nicht mit hineinziehen läßt. Klar, sie hängt zwischen den Stühlen, versteh ich! Aber ich würde es z. B. extrem positiv sehen, wenn meine Tochter ihrer Freundin da mal die Stirn bieten würde. So wie sie das bei anderen auch macht. Da schluckt sie auch nicht ungefiltert irgendwelche Dinge, sondern macht auch ihren Standpunkt klar!

    @Gustave

    Du kannst die Verantwortung dafür beruhigt Deiner Tochter lassen
    Kann ich ihr wirklich schon die Verantwortung dafür übergeben? Ich denke eher, dass man in dem Alter noch nicht so die Konsequenzen abschätzen kann und ich hätte dann das Gefühl, dass ich meine Tochter "ins offene Messer" laufen lasse!

    Frag Deine Tochter, seit wann solche Aspekte in Eurem Haus eine Rolle spielen. (und gib ihr Zeit für die Antwort) .
    Das hab ich gemacht! Ich war in dem Moment, als sie das sagt, so baff, dass mir fast das Gesicht auseinandergefallen ist. Dementsprechend war die Ansage, die sie dann bekommen hat. Und auf die Frage, seit wann sie so über diese Freundin redet, kam... NIX!!! Ich bin bald abgelaufen wie ein Wecker, als ich ihr vor Augen führte, wie lange die Zwei sich schon kennen und wie toll sie mit ihr umgeht. Weil sie ihr ganz selbstverständlich hilft, wenns nötig ist, sie aber auch einfach nur machen läßt. Auch wenns dann vielleicht ein bißchen länger dauert. Es war NIE auch nur ansatzweise ein Thema, dass sie gehandicapt ist!

    @Pumpernickel

    Das einzige, was ich bisher geschafft habe, ist, dass ich es mal wieder (nach ca. einem Jahr) erlaubt habe, dass sie zu uns zum Spielen kommt! Zwar eben mit dem Gedanken, dass ich dann mitbekomme, was abläuft, aber mehr geht nicht! Mehr will ich nicht! Auch wenn ich dem Mädchen zugestehen muss, dass bei uns nicht mehr am Rad gedreht wird. Es lief alles relativ ruhig ab, auch wenn sie nicht in der Lage war "Hallo" zu sagen.... Sorry, aber auf sowas kann ich überhaupt nicht!
    Jetzt könnte man natürlich sagen: wenn das das letzte Mal geklappt hat, ist doch alles gut! Nein, das ist es leider nicht! Zuletzt waren sie bei einer anderen Klassenkameradin (eigentlich auch eine Freundin meiner Tochter) verabredet, weil die Drei ein Referat vorbereiten sollten. Mit dem Ergebnis, dass die tolle Freundin anfing den Kleiderschrank der Klassenkameradin auf links zu drehen und, als Krönung nachdem sie schon einiges an Material für die Schule fertig hatten, dass ganze zu kippen, weil ihr dann auf einmal an dem Thema was nicht paßte....

    Und ihre Eltern..... mich wundert nicht, dass das Mädchen so ist! Beide sind seeeeeeeehr ruhig und bedächtig. Um das mal vorsichtig auszudrücken...... Man könnte auch sagen, beide sehr lahma...... Bei denen ist immer alles gut und Friede-Freude-Eierkuchen. Da macht es auch nichts, wenn man da im stömenden Regen vor der Tür steht um sein Kind abzuholen. Frische Luft tut ja gut und wenn das eigene Kind sich nicht beeilt, muss man halt was länger da stehen. Oder setzt sich, wie ich, wieder ins Auto.
    Deshalb hab ich auch keine Lust, da irgendwelche Energie reinzustecken. Ich hab genug um die Ohren und freu mich, dass es, eigentlich, so gut läuft mit meiner Tochter.
    Liebe Grüsse,

    Kikki

  8. #8

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    AW: Umgang verbieten??

    Hallo,

    eine meiner Töchter ist auch 11 udn damit kann ich Dich gut verstehen

    Zuerst einmal würde ich an Deiner Stelle versuchen die Einstellung zu diesem Mädchen etwas positiver zu verändern. So schwer das fallen mag- aber schon das hat eine Wirkung auf das, was Du über sie sagen wirst bei Deiner Tochter.
    Für das Verhalten dieses Mädchens gibt es ja Gründe- und für die wird das Kind nichts können.

    Du hast nun Angst um deine Tochter, auch irritiert Dich diese "Selbstaufgabe", obwohl sie doch mal stärker gewirkt hat auf Dich. Dazu muss man sagen, daß jedes Kind (mag es noch so stabil sein) in der Pubertät (und da kommen sie nun rein oder sind schon drin) sich orientieren will und sich damit dann auch anders verhält als man es als Mutter kannte.
    Ich erlebe das hier auch. Letztlich- ist aber die "Erziehung" von unseren Kinder schon gelaufen-- was bis jetzt nicht vermittelt wurde, wird jetzt nur noch ganz schwer gehen.
    Das bedeutet aber auch- was bei Dir gut lief, mag momentan nicht angekommen erscheinen, aber es IST im Kind und wird sich auch irgendwann zeigen.
    Dazu- muss man auch ein wenig Vertrauen in das Kind und die Jahre haben, die man schon vorgelebt hat!

    Ich würde also keinesfalls den Umgang verbieten (macht es letztlich nur noch reizvoller und ruckzuck sind 1-2 Jahre rum und sie setzt sich dahingehend schlimmstenfalls hintenrum durch).
    Reduzieren ist ok- immerhin hat man noch etwas Einfluss

    Aber- ich würde dieses Mädchen durchaus einladen und wenn sie zB nicht "hallo" sagt- da auch ganz offen zu dem Kind sagen " wir begrüssen uns hier und damit möchte ich, daß Du ein Hallo sagst".
    Glaub mir- man ist als Erwachsene bei Kindern schon noch Respektsperson!

    Wenn Sachen dann ungut laufen- sprech hinterher mit Deiner Tochter darüber.
    Wie sie das so sieht, wie Du es empfunden hast und wenn es Erklärungen zu Verhalten gibt,welches Du als Mutter viel besser erkennen und auch zuordnen kannst, dann rede mit Deiner Tochter darüber.
    Bei uns gibts hier auch Gespräche über Verhalten von zB Klassenkameraden oder Mädchen, die zu Besuch sind und mit meiner Lebenserfahrung kann ich meinen Kindern doch schon viel aufzeigen.

    Nur als Beispiel: Sie haben eine Lehrerin, die durch einen Unfall etwas behindert ist. Einerseits wird sie von den Kindern dann gerne veräppelt andererseits ist sie wohl auch in ihrer Art immer wieder "ziemlich blöd".
    Ich versuche dann meiner Tochter klarzumachen, daß diese Lehrerin (so blöd sie wirken mag), es doch wirklich schwer hat mit dieser Behinderung, daß sie nichts dafür kann- daß sowas jedem passieren kann und man in so einem Leben doch durchaus auch schneller schlechte Laune bekommen wird als andere Menschen.

    Ich glaube, wenn man einem Kind Hintergründe erkärt- dann kann es sich auch schneller von so einem "Klassendruck" oder auch ungutem Verhalten besser distanzieren. Es kann eher verstehen und reflektieren und es muss deshalb nicht sofort ein anderes Verhalten geben, aber solche Worte bleiben hängen und irgendwann hört und sieht man auch den Erfolg.

    Mach Dir also einerseits diese Freundin zum Mittel zum Zweck.
    Geh sanftmütiger auf sie zu- lade sie ab und zu mal ein (dann siehst Du noch mehr und kannst genau DAS Verhalten mit Deiner Tochter nachhher besprechen). "Erziehe" ruhig dieses Kind, wenn es bei Euch ist....wir werden alle von "aussen" erzogen und müssen lernen uns anzupassen.
    Unterschätze vor allem nicht, daß Dein vorgelebtes Leben schon jetzt tief in Deinem Kind drin ist und sie die Unterschiede durchaus wahrnehmen wird. Deshalb sollte man sie nicht zu stark vor dem Kind negativ äussern....eher den Unterschied aussprechen und was er ausmacht.

    alles Gute
    kenzia

  9. #9
    VIP Avatar von xanidae
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    AW: Umgang verbieten??

    Kann ich ihr wirklich schon die Verantwortung dafür übergeben? Ich denke eher, dass man in dem Alter noch nicht so die Konsequenzen abschätzen kann und ich hätte dann das Gefühl, dass ich meine Tochter "ins offene Messer" laufen lasse!
    Ich denke schon, dass du deiner Tochter die Verantwortung für ihr Verhalten übergeben kannst. Es gibt so ein Spruch, der heißt 'Springst du aus dem Fenster, wenn xxx es tut?'. Und das würde ich ihr immer wieder in Gesprächen zurückmelden. Wenn sie so negativ über eine Freundin spricht, wird sie aushalten müssen, dass du mit ihr darüber sprichst und sie in die Mangel nimmst. Die 'böse' Freundin hat damit gar nix zu tun. Deine Tochter entscheidet sich dafür ebenso zu reden und dann trägt sie auch die Verantwortung für ihren Spruch.

    Was die Freundin angeht würde ich ähnlich verfahren wie kenzia. Ein 'Guten Tag' einfordern, vielleicht sogar übertrieben mit Handschlag und Smalltalk. Wenn du sie im Haus hast, kannst du in das Verhalten der beiden eingreifen.

    Zusätzlich würde ich deine Tochter bestärken noch andere Kontakte zu suchen. Eventuell das Gespräch mit der Lehrerin suchen und nachfragen, wie ihr Eindruck ist. Insbesondere weil sie bzw. das Duo ja schon negativ aufgefallen ist. Z. B. wenn es Ärger in der Schule gab versuchen die Eltern mit ins Boot zu holen. Dies der Lehrerin vorschlagen. Falls die Eltern unkooperativ sind - dann eben selbst mal mit beiden Mädchen reden, wenn es gerade einen Vorfall in der Schule gab.

    Präsenz und Interesse zeigen, Verhalten beschreiben und von den Mädchen bewerten lassen. Im Gespräch viele 'Warum-Fragen' stellen. Nicht lockerlassen.

    Vielleicht auch ein Freizeitangebot finden, das beiden Spaß macht, aber Disziplin und gutes Benehmen einfordert (Tanzen, Chor, Kampfkunst).

    Was mir noch auffällt: du äußerst dich selbst hier abwertend über das Mädchen und ihre Eltern. Die Abwertung schwingt mit. Wenn dir das öfter passiert und du im Alltag zu solchen Bemerkungen über andere neigst, dann ist dein Verhalten nicht konkruent zu deinen Worten (siehe Blindfisch-Beispiel).
    Meine Frage an dich wäre also, ob die Freundin nicht die negativen Eigenschaften deiner Tochter hervorholt, die sie ja irgendwoher hat und dir das besonders unangenehm ist.
    If you can't keep your shit together
    When God is on your side
    What chance do you have when he's not around?


    Counting Crows "Cover up the sun"

  10. #10
    Avatar von Zeta2013
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    AW: Umgang verbieten??

    Kikki,
    ist Deine Tochter in Vereinen oder ähnlichem? Falls nicht, überleg mit ihr doch mal gemeinsam, wie sie ihre Freizeit etwas bunter gestalten kann. So käme sie weg von dieser Freundin und lernt neue Leute kennen.

    Das Problem mit Deiner Tochter erinnert mich an meine Schwester damals. Sie hatte auch einen schlechten Umgang. Zuerst war es nur eine Freundin, dann kam sie zu einer Clique, wo noch mehr Mädchen dieser Art waren. Meine Schwester veränderte sich immer mehr: sie hatte einen asozialen Slang drauf, ihre Clique war eine Art weiblicher Schlägertrupp und nachher stadtbekannt, sie hatte keine Lust mehr auf Schule, weil ihr das Rumhängen mit ihrer ach so coolen Clique wichtiger war und fing dann auch an zu klauen. Meine Eltern waren damals sehr überfordert mit dieser Situation und wußten nicht, wie sie das unterbinden können. Kontrolle geht halt nicht immer, zumal beide ganztags berufstätig waren und an die Vernunft meiner Schwester konnten sie nicht appellieren, weil diese zu diesem Zeitpunkt völlig verstrahlt war.

    Ich würde erstmal gucken, daß meine Tochter anderweitig beschäftigt ist und andere Leute kennenlernt. Klappt das nicht, muß man nochmal neu überlegen.

    Hast Du diese Freundin eigentlich angesprochen, als sie die Flasche geworfen hat? Und was sagte Deine Tochter zu so einem Verhalten? Was sagt Deine Tochter überhaupt, wenn Du ihr neues Verhalten kritisiert, wie z.B. den Spruch mit dem Blindfisch?
    "Warum bekomme ich diesen niedlichen Haufen von Körperteilen nicht aus dem Kopf?"

    Dexter Morgan

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