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  1. #91
    Avatar von Alaska
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von meta_serif Beitrag anzeigen
    sakral, nicht normal.
    Naja nun. Chester Brown sagt ja: "Da merkte ich, dass ich kein Interesse mehr hatte an romantischer Liebe, an einer Beziehung mit Besitzanspruch." Ich vermute mal, dass ooOooOoo solche Männer ohnehin nicht meinte, als sie feststellte:
    Zitat Zitat von ooOooOoo Beitrag anzeigen
    Ich (Frau) sehe das anders und könnte damit glaube ich nicht zurecht kommen. Ich möchte keinen Mann haben, der Frauen kauft. Wie seht ihr das?
    "Ich hatte keinen besonderen Anlaß, glücklich zu sein, ich war es aber."
    (Max Frisch, Homo Faber)

  2. #92

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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Naja nun. Chester Brown sagt ja: "Da merkte ich, dass ich kein Interesse mehr hatte an romantischer Liebe, an einer Beziehung mit Besitzanspruch." Ich vermute mal, dass ooOooOoo solche Männer ohnehin nicht meinte
    nun ja.

    ich sprach vor ein paar wochen über zwei stunden mit einem, der derlei auch von sich behauptete, nun aber erwachsen werden, dem bezahlsex abschwören und eine solide paarbeziehung führen wolle. (war ziemlich funky und durchaus berührend... doch ich lasse mich bekanntlich nicht abwerben.)

    ich habe ooOooOoo so verstanden, dass sie einen solchen "haltungsschaden", wie sie ihn in der von dir zitierten passage formuliert, auch als in der vergangenheit liegenden nicht akzeptabel fände.

  3. #93
    Avatar von Alaska
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von meta_serif Beitrag anzeigen
    ich sprach vor ein paar wochen über zwei stunden mit einem, der derlei auch von sich behauptete, nun aber erwachsen werden, dem bezahlsex abschwören und eine solide paarbeziehung führen wolle.
    Aber das war nicht dìeser Sextourist aus Norwegen, oder?
    Zitat Zitat von meta_serif Beitrag anzeigen
    (war ziemlich funky und durchaus berührend... doch ich lasse mich bekanntlich nicht abwerben.)
    Oh, er wollte Dich? Für sich allein? Da wird er sich die Zähne ausbeissen, das habe ich schon gemerkt.
    Zitat Zitat von meta_serif Beitrag anzeigen
    ich habe ooOooOoo so verstanden, dass sie einen solchen "haltungsschaden", wie sie ihn in der von dir zitierten passage formuliert, auch als in der vergangenheit liegenden nicht akzeptabel fände.
    Tja, keine Ahnung? Wenn er so kommt: "... also gaaaaanz früher, da gab es mal so Bezahlsex, nur so zum Ausprobieren und Üben und so. Aber das war ja nicht richtige Liebe und ist auch lange lange her. Und nun habe ich ja Dich, meine ooOooOoo, das ist ja gar kein Vergleich ..." Könnte klappen, oder?
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  4. #94
    Avatar von JungeFreude
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Das kaufen und verkaufen von Sex find ich nun nicht so prickelnd, aber das ist nur meine Meinung. Wenn Leute meinen, das sie sonst keine andere Chance auf Sex haben, dann können sie das gerne machen. Es gibt in meinen Augen aber bessere Möglichkeiten... gerade durch das Internet kann man da genügend "Kontakt" finden.
    Junge Freude = Carl Jung und Sigmund Freud

  5. #95
    Avatar von Cygnus
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Überall kann man Glück oder Pech haben. Aber mir kam beim Lesen des obigen Postings ganz spontan der Gedanke, dass ich in technisch oder PC-orientierten Foren oft den Eindruck gewinnen musste, dass da, wo es etwas für lau gibt, anscheinend die größten Arxxxgeigen die unverschämtesten Verhaltensweisen an den Tag legen und noch Forderungen stellen - dabei bekommen sie ja etwas geschenkt, und sei es 'nur' ein Rat!

    In offen sexuell/erotisch orientierten Foren kann man (besonders aber frau) den selben Eindruck bekommen, nach vielen Strängen hier zu urteilen sogar in Partnerschafts-Börsen.

    Im Gegensatz dazu trauen sich manche Kunden nicht einmal, fehlerhafte Ware zu reklamieren ("ist nicht so schlimm / lohnt sich doch nicht") oder nicht gleich auf den ersten Blick erkennbaren Schrott zurückzugeben. Meta_Serif hat mal etwas über die bindende und gleichzeitig distanzierende Wirkung von Verträgen (Bezahlung) geäußert - wenn ich das korrekt in Erinnerung habe. Es ist vielleicht wie mit dem alten Spruch:

    "Sie Arxxxloch" sagt sich viel schwerer als "Du Arxxxloch".

    Komisch irgendwie, aber es ist wohl etwas dran. Bringt man(n) einer Sex-Workerin vielleicht doch unter gewissen Umständen mehr Respekt entgegen, weil sie den in Form einer klaren finanziellen Forderung sozusagen definiert? Und dann: Je teurer, desto mehr Respekt und Achtung?

    Es gibt anscheinend auch eine Überspitzung dieses Gedankens: Geldsklaverei. Zumindest als Fiktion, falls das mehr in den Bereich der Urban Legends gehören sollte...
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  6. #96
    Avatar von Kraaf
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von wiseguy Beitrag anzeigen
    Zufällig geht es in der nächsten "Menschen bei Maischberger"-Sendung (13.03.) um das Thema. Mit dabei: Die üblichen Verdächtigen Alice Schwarzer und Jürgen Rudloff (Bordellbesitzer). Aber auch Kyra (Prostituierte) und Sabine Constabel (Sozialarbeiterin beim Stuttgarter Gesundheitsamt). Durch die beiden letztgenannten wird das vielleicht nicht ganz so eine vorhersehbare Sendung.
    Vorstellung Sabine Constabel:

    Ich gehe davon aus, dass es Frau Constabel in ihrer Arbeit es nicht um Prostituierten wie z.B. Kyra geht. Arbeit dürfte Frau Constabel dafür aber jede Menge haben, wenn man sich Zeitungsberichte aus der Stuttgarter Presse, der letzten Jahre anschaut.
    Und, dein Fazit, hast du die Sendung gesehen?

    Ich glaube übrigens nicht, dass Frau Constable sich für ein Verbot der Prostitution ausspricht. Sie kritisiert lediglich und mit guten Gründen das Prostitutionsgesetz. Weil es an der Realität vorbei geht, weil die Realität sich gewandelt hat, weil die meisten Prostituierten, egal ob aus Osteuropa oder Afrika, aus schlichter wirtschaftlicher Not heraus handeln.

    Das ist im Grunde ebenso wenig ein "Beruf" wie wenn jemand aus wirtschaftlicher Not anfangen würde, seine Organe zu verkaufen.

    Wenn jemand aus wirtschaftlicher Not handelt, damit seine Kinder und er selbst nicht verreckt, sind Verbote sinnlos. Man tut es trotzdem, auch wenn man zusätzlich in die Illegalität und zusätzliche Abhängigkeiten rutscht. Man hat keine wirkliche Wahl.

    Diese Wahl und Entscheidungsfreiheit haben nur die Freier. Sex, selbst als Untreue, gibt es ja nun nicht nur im Puff.

    Niemand will, dass seine Tochter als Prostituierte arbeiten muss. Logisch, aber ist das eigentlich der entscheidende Punkt? Müsste es nicht stattdessen heißen, ich will nicht, dass mein Sohn jemals eine Frau für Sex bezahlt? Wäre nicht dieses Bewusstsein der eigentliche Punkt?

    Die "Bockscheine" von einst sind abgeschafft. Sollte man sie nicht vielleicht doch wieder einführen? Nicht für die Prostituierten, nein, sondern für die Freier. Für diejenigen, die tatsächlich glaubhaft machen können, sonst nie Sex haben zu können, denn das gibt es auch.
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  7. #97
    Avatar von VanDyck
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    @ Kraaf

    Auf deinen Beitrag einen Dujardin.

    Krass in der Sendung war übrigens der Zuhälter - äh, Bordellbetreiber.

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Ich habe das Maus zurück geholt.
    The Green Mile

  8. #98
    wiseguy
    gelöscht

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Und, dein Fazit, hast du die Sendung gesehen?
    Ja, ich habe mir die Sendung angetan. Gute Diskussionskultur ist etwas anderes und als dann die betrogene, verletzte Ehefrau dazu kam, lief es völlig aus dem Ruder.

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Ich glaube übrigens nicht, dass Frau Constable sich für ein Verbot der Prostitution ausspricht. Sie kritisiert lediglich und mit guten Gründen das Prostitutionsgesetz. Weil es an der Realität vorbei geht, weil die Realität sich gewandelt hat, weil die meisten Prostituierten, egal ob aus Osteuropa oder Afrika, aus schlichter wirtschaftlicher Not heraus handeln.
    Das Prostitutionsgesetz kam 2002. Die EU-Erweiterung Polen, Ungarn: 2004; Rumänien, Bulgarien: 2007
    (Die Ukraine ist noch nicht in der EU, aber auch ein beliebtes Ziel für Sextourismus).

    Die Auswirkungen waren 2002 sicher noch nicht absehbar. Anpassungen sind sicherlich auch dringend notwendig. Über Anpassungen im Gewerberecht könnte man sicher einiges machen. Schutzalter in diesen Betrieben grundsätzlich über 18 und ähnliches.

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Das ist im Grunde ebenso wenig ein "Beruf" wie wenn jemand aus wirtschaftlicher Not anfangen würde, seine Organe zu verkaufen.
    Das betrifft die Auswirkungen der Globalisierung doch insgesamt. Die Arbeitsbedingungen von rumänischen Schlachtern, die hier in einigen Schlachtereien tätig sind, sind doch auch nicht so, dass man noch von "Beruf" sprechen kann.

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Wenn jemand aus wirtschaftlicher Not handelt, damit seine Kinder und er selbst nicht verreckt, sind Verbote sinnlos. Man tut es trotzdem, auch wenn man zusätzlich in die Illegalität und zusätzliche Abhängigkeiten rutscht. Man hat keine wirkliche Wahl.

    Diese Wahl und Entscheidungsfreiheit haben nur die Freier. Sex, selbst als Untreue, gibt es ja nun nicht nur im Puff.
    Da stimme ich vorbehaltlos zu.

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Niemand will, dass seine Tochter als Prostituierte arbeiten muss. Logisch, aber ist das eigentlich der entscheidende Punkt? Müsste es nicht stattdessen heißen, ich will nicht, dass mein Sohn jemals eine Frau für Sex bezahlt? Wäre nicht dieses Bewusstsein der eigentliche Punkt?

    Die "Bockscheine" von einst sind abgeschafft. Sollte man sie nicht vielleicht doch wieder einführen? Nicht für die Prostituierten, nein, sondern für die Freier. Für diejenigen, die tatsächlich glaubhaft machen können, sonst nie Sex haben zu können, denn das gibt es auch.
    Herr Rudloff ist eindeutig in die ausgelegte Falle getappt und hat zugegeben, dass seine Arbeitsbedingungen, nicht ganz so selbstbestimmt sind, wie er immer vorgibt.
    Es sind die Betreiber, die mit Schlagworten wie "Flatrate-Sex" Erwartungen wecken.
    Es sind die Betreiber, die FO (Französisch ohne Kondom) als Standard in ihren Clubs setzen und gegen die Frauen durchsetzen.
    Es sind die Betreiber, die zulassen, dass polizeibekannte Zuhälter bei ihnen ein und ausgehen und dann so tun, als würden sie von Zwangsprostitution nichts wissen.

    Vielleicht sollte man den Söhnen erst mal beibringen, dass man Frauen nicht auf ihre Körperöffnungen reduziert und Frauen auch nicht dafür da sind, männliche Pornophantasien zu befriedigen.

    Kyra erzählte, dass sie einen Stammkunden hat, der daneben Ehefrau und Geliebte hat. Wäre er beim "Deckel" durchgefallen. Und der Mann, der sonst keine Frau abbekommt, hätte bestanden, weil dieser Mann und die Prostituierte letztendlich doch in der gleichen Liga spielen würde?

  9. #99
    Avatar von Kraaf
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Und der Mann, der sonst keine Frau abbekommt, hätte bestanden, weil dieser Mann und die Prostituierte letztendlich doch in der gleichen Liga spielen würde?
    Ich habe natürlich das schwedische Modell und auch für Frankreich angedachte Modell im Hinterkopf. Nicht die Prostituierte handelt illegal, sondern der Freier.

    Dabei geht es ja gar nicht um die gesellschaftliche Sittenmoral im engeren Sinne, sondern der Ansatz ist sehr viel grundsätzlicher: Geld für Sex ist Geld für Körper und Seele eines andern Menschen und daher - nicht anders wie die Sklaverei oder meinetwegen auch mein Organverkäufer-Beispiel - mit der Menschenwürde als solcher nicht vereinbar.

    Jetzt gibt es aber in der Tat Menschen, die aus verschiedenen Gründen per se nicht oder kaum soziale Kontakte herstellen können. Die weder eine Beziehungspartnerin noch sich auch nur einen ONS "organisieren" können. Für Teilbereiche wird diese Problematik ja manchmal unter dem Thema "Sex auf Krankenschein" diskutiert. Weil Sexualität eben auch zu den Grundbedürfnissen gerechnet werden kann und damit sind wir auch wieder im Bereich von Menschenwürde und menschlicher Not.

    Vor diesem Hintergrund kam bei uns der Gedanke eines "Bockscheines" für Freier auf, als Ausnahme zu einem gesetzlichen Verbot. Einfach als Idee, nicht wirklich durchgedacht.
    .
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  10. #100

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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Geld für Sex ist Geld für Körper und Seele eines andern Menschen und daher - nicht anders wie die Sklaverei oder meinetwegen auch mein Organverkäufer-Beispiel - mit der Menschenwürde als solcher nicht vereinbar.
    unfug. "sex für geld" ist weder ein pakt mit dem teufel noch eine (teilweise) veräusserung des körpers noch gar beides zusammen.
    ich sagte bereits: es wird eine dienstleistung vergütet, nicht sich von allen regeln des sozialen verkehrs freigekauft ...und erst recht nicht (bestandteile) ein(es) mensch(en) gekauft.
    dass mancher das anders sehen will, ist allerdings wahr.

    vor ein paar wochen hatte ich ein vorgespräch mit einem, der auf das inserat einer kollegin hin erschienen war und wegen des preises herumzulamentieren begann. wie es dazu kam, dass er erwähnte, seine kinder besuchten eine "qualitätsschule", da griechischkenntnisse unverzichtbar seien, erinnere ich nicht, nahm aber sein darauf folgendes namedropping, das ihn als schöngeist profilieren sollte, zum anlass, ihn argumentativ an die wand zu nageln. mea culpa: unfeines machtspielchen. als ich ihm drei minuten später auf dem flur wiederbegegnete, meinte er, er gehe, weil er auf fo nicht verzichten wolle und warb um verständnis: beim kauf eines pkw o.ä. würde man schließlich auch angebote vergleichen. *hust* ich erwiderte, dass eine solche analogie sich vor dem horizont humanistischer bildung eigentlich verbieten müsse.

    eine verletzung der menschenwürde liegt vor, wenn eine person zum bloßen objekt degradiert wird. ein bezahlvorgang ist hier weder notwendig noch hinreichend.

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