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Hmm, nein, jeder, wie er denkt.
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Hmm, nein, jeder, wie er denkt.
Viele Grüße
Massashi
Die Ignore-Funktion hilft gegen Entgleisungen
Beim Sinnieren über die Eifersucht fiel mir meine Zeit in Spanien ein - ich habe dort ein paar Jahre mit meinem damaligen Freund, einem Spanier, gelebt, hatte einige Freunde und Freundinnen, es gab also viele Gespräche, auch über persönliche Dinge. Dabei fiel mir auf, daß viele Südländer/innen wesentlich "besitzergreifender" sind und das auch nicht hinterfragen oder Eifersucht als Problem ansehen. In Italien ist mir das ebenso aufgefallen. Ist das eine andere Art zu lieben ? Haben Südländer einen spontaneren, ehrlicheren Zugang zu ihren Gefühlen - auch den negativen (Wut oder Zorn werden ja auch mit wesentlich größerer Lautstärke geäußert als bei uns)?
Ich weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann/sollte. Dazu fehlt mir auch die Erfahrung.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das einen gewissen Sinn ergibt, wenn man daran denkt, dass z.B. in Italien die Familie und deren Zusammenhalt einen wesentlich größeren Stellenwert hat als bei uns. Vielleicht ist dort ja auch die Grenze höher gesetzt, ab der so etwas allgemein als krankhaft empfunden wird.
Evolutionär gesehen haben solche Gefühle - genau wie auch Liebeskummer - ja einen gewissen Sinn, nämlich dass die Versorgungslage für einen potenziellen Nachwuchs möglichst gut ist.
Übrigens halte ich es nicht nur für sinnlos sondern auch für ungesund, ein Gefühl - gleich welcher Art - zu beurteilen.
Entscheidend ist doch immer nur der Umgang damit.
Ich für meinen Teil kontrolliere meinen Freund nicht und versuche auch nicht ihn zu reglementieren. Dass bestimmte Ereignisse bestimmte Gedanken in mir auslösen, kann ich aber nicht so ohne weiteres effektiv ändern, wie z.B. letztens, als er ausgiebig von einer Bekannten erzählte, die nun dank Modelvertrag um die ganze Welt reist.
Überhaupt ist es eine gewissen Herausforderung für mich, dass mein Freund viele weibliche Bekannte und auch Freunde hat, einfach aus dem Grund, weil er vom männlichen Geschlecht nicht viel hält.
"Kerle sind Idioten, Frauen richtige Menschen." So in der Art beschreibt er seinen Standpunkt dazu.
Ich lerne noch das richtig einzuordnen.
Eine Therapie ist für mich aus beruflichen Gründen bis auf weiteres nicht möglich (wie ich weiter vorn schonmal schrieb).
Vor Jahren habe ich mal eine gemacht. Das hatte aber andere Gründe, nämlich die, dass ich in einer destruktiven Beziehung steckte. In der wurde ich meines Wissens auch nicht betrogen, aber es gab allgemein viele Verletzungen. Es ist mir aber gelungen, das eine gutes Stück zu bearbeiten.
Nun muss ich da eben selbst ran. Vorhin habe ich mir erstmal zwei Bücher bestellt. Eines direkt zum Thema Eifersucht, und eines über Schattenarbeit.
Ich bin seit Jahrzehnten mit meinem Mann zusammen und habe mir die "Ungeheuerlichkeit" erlaubt, dann und wann eifersüchtige Gefühle mit mir allein auszuleben, fast auch zu hegen, und sie haben mich nie dazu bewogen, sie abschaffen zu wollen.. Im Gegenteil, sie haben mich belebt und in gewisser Weise auch erfrischt. Sie gingen auch nicht mit einem Vertrauensverlust daher.
Diese unordentlichen, wachmachenden Momente haben meinen Partner neu sinnlich beleuchtet für mich und mein Begehren lebhaft angefacht, und sie trugen auch keine kranken Züge des In-Besitz-nehmen-wollens. Diese Momente des Aufscheinens eines eifersüchtigen Empfindens unterdrücken zu wollen, erscheint mir eine eigenartige Form der Selbstkontrolle zu sein.
Ich hatte sie und habe sie bei mir behalten.
Es liegt am Maß. Hätte ich bei meinem Partner nie ein Aufwallen eifersüchtiger Momente erblickt, die im Übrigen weder zu einer Vertrauenskrise noch zu ausufernden Beziehungsarbeitsschritten geführt haben, würde ich unsere Liebe als reichlich saftleer empfinden.
Und das gilt für jedes Gefühl? Wie wäre es mit Aggressivität - die du sicher nicht leiden kannst - ist es dann auch Verdrängung und Verurteilung und macht dich in Wahrheit krank, wenn du sie nicht als menschlich vollkommen in Ordnung ansiehst? Wohl kaum. Hinkt also, deine kategorische Verurteilung jener, die anders denken als du.![]()
Ich war zwar nicht angesprochen, greife das aber mal auf und versuche das praxisbezogen zu äußern:
Mann hat Kontakt zu einer Ex, die ihm was bedeutet = ich freue mich für ihn. Schön, dass er das so empfindet und Expartnerinnen nicht auf dem Müll entsorgt.
Mann hat Kontakt zu attraktiven Frauen = bedeutet für mich nichts anderes, als wenn es unattraktive wären.
Mann möchte mit platonischer Freundin Essen gehen = Unterhaltet Euch gut.
Mann knuddelt andere Frauen zur Begrüßung = Wie süß er ist...
Mann ist ein notorischer Flirter, der hier irgendwo als Beispiel herangezogen wurde, Frauen Komplimente über ihre wundervollen Augen macht, stundenlang eng mit ihnen tanzt und sowieso ständig allen möglichen hinterherschaut und hinterhertelefoniert oder sich verbunden mit Unwahrheiten noch stetig heimlich mit ihnen trifft = Nix für mich, Liebesgefühl erkaltet. Eifersucht? Nein. Stattdessen: Kühler, kälter, Eiszeit, Ende, passt nicht. Das ist ein Prozess, der sich in meinen Empfindungen tut. Es ist also nicht so, dass sich bei mir da nichts tun würde - aber es tut sich halt keine Eifersucht.
Nora, das ist ein interessanter Aspekt. Du sagst quasi, dass du Eifersucht als solche belebend findest und ein Stück weit sogar bei dir selbst mochtest. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob es bei einigen so ist, dass sie insgeheim ebenso denken.. doch kommt recht schnell zur Sprache, dass die Betreffenden darunter leiden. Ich denke, das ist wohl der Großteil. Oder gibt es hier gar noch mehr, die ihre Eifersucht insgeheim genossen?
Für mich wäre das nichts. Bei mir stellt sich die sogenannte Saftleere mit dem Gefühl ein, in irgendeiner Form mit Territoriumsansprüchen versehen zu werden. Mir geht es bei Eifersucht durch den Partner wie einem Löwen, der in ein enges Gehege gepresst werden soll. Sei es auch nur für Stunden, das ist einfach nichts für mich. Ich will die Weiten Afrikas, gemeinsam mit meinem Partner das ganze Land erkunden.
Selbst würde ich Eifersucht auch keineswegs genießen, denn es würde mir aufzeigen, dass ich eine Handbremse angezogen habe - und ich würde mich fragen, ob ich in einer Ego-Krise stecke oder meinen Partner einfach nicht mehr richtig liebe.
Aber interessant ist deine Beleuchtung durchaus. Hab ich glaub ich noch nie irgendwo gelesen, dass jemand seine Eifersucht als bereichernd empfindet und sie gar "hegt".
@Divino
Wie kann ich es erklären..-- Es war ein gegenseitiger coup de foudre damals in jungen, feurigen, studentischen Zeiten,und es entstand daraus ein pralles Leben mit späterer Heirat und Kindern. Jedoch - dieses flammende Gefühl aufrecht zu erhalten über Jahre, Jahrzehnte gelingt niemandem, denn -zumindest bei uns- speiste es sich aus Fremdheit und gleichzeitig gegenseitigem Erkennen.
Nun fordert der Alltag mit Beruf und sonstigen Kapriolen Kraft und auch Beschwernisse verschiedenster Art heraus und man kann nicht pausenlos poetisch oder entzückt sein Gegenüber betrachten.
Doch die Reminiszenz an ehemals so gewisse Gefühle wie Aufgeregtsein, Spannung fühlen, Vorfreude, Eifersüchteleien etc.stellt sich auch jetzt in betagten Zeiten wunderbarer-, "erfrischender-,belebenderweise" ein, auf Gegenseitigkeit, wenn ich erleben kann, dass ich einen verlässlichen, treuen Mann - meine Liebe - an meiner Seite habe, der durchaus noch interessierte Blicke auf sich zieht. Er ist dann eben nicht der "alte Schluffen", sondern noch begehrenswert.
Und dieses kleine spielerische Fremdeln, nicht permanent, sondern dann und wann auf Gegenseitigkeit "hege" ich.
Darüber zu sprechen, gar zu lamentieren, würde mich ja der Existenz dieser wunderbar schwebenden, pulsierenden Empfindungen berauben, sie machen doch auch das flirrende Spannungsfeld versus Allzuvertrautem, Kopflastigem aus.